Am vergangenen Donnerstag hatte ich am Heringsdorfer Bahnhof wegen des Erwerbs einer Fahrkarte zu tun. Dort gibt es eine Reihe von Kurzzeitparkplätzen, um es dem Kraftfahrer zu ermöglichen, eben diesem Zweck ohne große Beschwernis in Form einer Gebührenpflicht nachzugehen. Bei meiner Ankunft waren allesamt frei. Bis auf den einen Parkplatz, der am nächsten zum Eingang des Bahnhofs liegt und deshalb für Menschen mit einer Behinderung reserviert ist. Darauf stand zu meiner Verwunderung ein Porsche, durchaus ein schöner Anblick fürs Auge, ein Behindertenausweis lag allerdings nicht hinter der Windschutzscheibe.
Das war auch nicht wirklich zu erwarten, denn mal ganz ehrlich: Schwer vorstellbar, wie sich ein Mensch mit einem körperlichen Gebrechen in einen Porsche Carrera hineinzwängt. Nicht auszuschließen ist natürlich eine schwere geistige Behinderung, was dann aber die Frage aufwirft, wie der Lenker dieser Edelkarosse zu seinem Führerschein gekommen ist. So ein Depp, dachte ich und ging meiner Wege.
Am Montag hatte ich nach langer Zeit wieder in Bärlin zu tun. Dort hat sich für mich die Frage aufgeworfen, ob die Fahrer von solchen sportlichen Edelkarossen grundsätzlich eine schwere geistige Behinderung haben oder ob es vielleicht sogar Voraussetzung ist, um so etwas erwerben zu können.
Dieser Ferrari-Fahrer hatte es sich in einem Parkhaus auf einem der ganz, ganz wenigen Behindertenparkplätze in Form einer eigenen Nische besonders bequem gemacht. Vielleicht dachte er auch, dass dieser Schrein mit extra Beleuchtung für seinen Luxusschlitten besonders angemessen ist. Wie nicht anders zu erwarten, hatte auch er keine Erlaubnis hinter seiner Windschutzscheibe liegen.
Dazu fiel mir dann nur noch die Bergpredigt ein: Selig sind die geistig Armen, denn ihnen gehört das Himmelreich die Luxuskarosse.
Bei Spon gibt es in der Rubrik einestages einen langen Bericht von Solveig Grothe über den Aufstand der Nackten. Es geht dabei um die “massenhafte” Ausbreitung des Nacktbadens und die Versuche der DDR-Behörden, dieses zu unterbinden.
Besonders berüchtigt war offenbar ein auch heute noch existierender FKK-Strand in Bansin:
Erst recht, als die Westpresse darüber zu berichten begann. Im September 1954 erschien im SPIEGEL ein Artikel über das “Kamerun an der Ostsee”, wie ein Strandabschnitt bei Bansin auf Usedom genannt wurde. Berichtet wurde von Hilferufen, die bei den zuständigen Ministerien in Ostberlin eingegangen seien. Vom “Terror der Nackten gegen die Badehosen- und Bikini-Träger” war die Rede. Spaziergänger an den Grenzen der Nudisten-Bezirke seien “als neugierige Spione entlarvt und zwangsweise entkleidet” und ihnen Fotoapparate entrissen worden.
Besonders dramatisch: Der Strandfunk von Bansin habe berichtet, “dass zwei Mädchen von 16 und 17 Jahren von Nudisten entkleidet, an Bäume gebunden und beleidigt worden seien”.
Gibt es hier noch jemanden, der diese wilde Ausschweifungen in Bansin bestätigen kann?
Am Samstag war anlässlich des Grand Schlemm endlich mal wieder ein ausgiebiger Strandspaziergang angesagt. Dabei konnte ich auch die Jungs beobachten, die mit größtmöglicher Begeisterung Kubb spielten. Die Bilder sprechen für sich selbst.
Da hat vor kurzem eine unserer beiden Lokalzeitungen, der Nordkurier, berichtet, an den Usedomer Stränden werde es langsam voll. Irgendwie hatte da dieser seltsame Sommer mal an drei aufeinander folgenden Tagen schönes Wetter produziert. An der Heringsdorfer Seebrücke, einem der belebtesten Strände auf Usedom sah das dann so aus:
Ein voller Strand sieht aber nun wirklich anders aus. Ein sehr schönes Beispiel wie ein voller Strand aussieht gibt es hier. Das Bild zeigt wohl den Huiquan Beach in Qingdao im Norden von China. TravelChinaGuide.com beschreibt den Strand wie folgt:
Huiquan Beach has the largest bathing beach in Qingdao-First Bathing Beach, which is also the earliest bathing beach in Qingdao. It has a sand field of about 580 meters (around 634 yards) long and 40 meters (around 44 yards) wide which can accommodate several hundred thousand bathers at one time.
Wenn die da auf 580 Metern Länge 200.000 Menschen unterbringen, könnten wir ja theoretisch bei 42 Kilometern Strand 14.482.759 Touristen unterbringen. Das würde ich voll nennen. Ganz nebenbei könnten wir in der Ostsee-Therme noch Tokioter Verhältnisse einführen:
Der Film zeigt ein beliebtes Freizeitbad in Tokio, nichts für Menschen mit Klaustrophobie.
Die nachfolgende Aufzählung ist keinesfalls abschliessend und auch noch nicht gewichtet.
Die Hauptsaison hat begonnen, wenn
morgens nach dem aussitzen anstehen in der Warteschlange beim Bäcker vor dir das letzte Croissant verkauft wird
jedes freie Stück Zaun an den Hauptstraßen mit bunten Werbeplakaten für alles was kreucht und fleucht zugehängt ist
man sich als Linksabbieger während des Wartens in aller Ruhe rasieren kann
sich die Anzahl der Hundehaufen am Strand und auf den Promenaden verzehnfacht hat
Menschen, die seit Jahren ein Fahrrad nur aus der Ferne gesehen haben, wilde Schlangenlinien fahrend mit sich und den Tücken des Leihfahrrades kämpfen.
Weitere Vorschläge bitte in die Kommentare. Vielleicht kommen wir ja auf 10.
Pascale Hugues hat im Tagesspiegel unter der Überschrift Plonskys Paradies eine regelrechte Hommage auf den Usedomer Koch Michael Plonsky verfasst. Wer beim lesen Lust bekommt, die beschriebenen Kochkünste zu testen, findet alle notwendigen Informationen auf www.plonsky.de. Tischreservierung empfiehlt sich, besonders wenn man einen der begehrten Tische mit dem herrlichen Panoramablick über die Ostsee ergattern möchte.
Da hatten zwei der besten Usedomer Köche eine richtig gute Idee. Am 25. Juli tragen Ralf Haug (li.) und Hark Pezely (re.) das erste Usedomer Kochduell aus. Die Karten für das exklusive 8-Gang Menue kosten zwar stolze 100 Euro, davon gehen aber 50 Euro direkt als Spende an UNICEF. Essen für einen guten Zweck, da wird es ja wohl hoffentlich viele Mitesser geben.
Wer in der Zwischenzeit schon mal wissen möchte, wie ein echter Spitzenkoch eine Sauce kreiert, der ist bei dem berühmtesten Chef aller Zeiten genau richtig.