
In diesem Sommer war man ja schon einiges gewöhnt an blöden Sprüchen auf T-Shirts, aber dieses hat heute den Vogel abgeschossen. Was mag wohl in jemandem vorgehen, der sich so was anzieht?
Beobachtungen auf und um die Insel Usedom herum
27. August 2009 — Bilder, Menschliches

In diesem Sommer war man ja schon einiges gewöhnt an blöden Sprüchen auf T-Shirts, aber dieses hat heute den Vogel abgeschossen. Was mag wohl in jemandem vorgehen, der sich so was anzieht?
23. Mai 2009 — Allgemeines, Menschliches
Foto: Wolkenengel
Bin zufällig auf jetzt.de, der Jugendseite der Süddeutschen Zeitung, auf ein Gedicht einer Nutzerin namens Wolkenengel gestossen mit dem Titel “Am Strand auf Usedom” mit dazu passenden Strandbildern. Schön.
20. Februar 2009 — Allgemeines, Menschliches
Man macht gewöhnlich viele Worte wenn man nichts zu sagen hat.
Dieser wunderbare Aphorismus stammt am heutigen Tage natürlich von Heinz Erhardt, der vor 100 Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Nach dem kläglichen, Übelkeit hervorrufenden Versuch der ARD, diesem genialen Wortjongleur mit dem Zerhacken seiner Wortwitze und Sketche durch Leute, bei denen sich das Wort Komik vom Begriff Koma ableitet, gerecht zu werden gibt es heute wenigstens beim Deutschlandradio Kultur eine ganze Reihe hörenswerter Beiträge zu Heinz Erhardt.
Es gab tatsächlich Zeiten, als Unterhaltung noch unter Bewahrung der Haltung produziert wurde.
Hier noch ohne Vergewaltigung durch komatöse Komiker eines meiner Lieblingsstücke:
4. Dezember 2008 — Menschliches
Betroffenheit beschreibt meine Gemütsverfassung nach dem Lesen dieses Artikels in der Online-Ausgabe des Kölner Stadtanzeigers nicht einmal annähernd. Milena Kowalski beschreibt die Geschichte und die letzten Stunden im Leben von Ilse Fröhlich und Rudolf Marx, Soldat bei der Wehrmacht, stationiert in Greifswald. Beide begingen am 13. Juni 1939 am Strand von Ahlbeck Selbstmord. Erst später klärte sich der Hintergrund dieser Verzweiflungstat auf: Sie war jüdischen Glaubens und er Katholik und hatten keine Hoffnung mehr auf einen Ausweg für ihre Liebe zueinander.
Anlass für den Artikel ist das Setzen eines Stolpersteins im Heimatort Siegburg am kommenden Samstag.
3. Dezember 2008 — Menschliches
Im Berliner Kurier gibt es in der morgigen Ausgabe einen etwas ausführlicheren Bericht über die in Ost-Berlin geborene Sängerin und Schauspielerin, in dem Sie sich als Usedom-Fan outet:
Ihre Ferien verbrachte Jeanette auf der Insel Usedom. Hier hat sie Schwimmen gelernt, entspannt heute noch regelmäßig in Wellness-Hotels. Und ohne Usedom würde es die Sängerin heute nicht geben. “Hier bin ich 1980 im Frühsommer gezeugt worden!”
Dem Artikel kann man auch entnehmen, dass Störche tatsächlich etwas mit Babys zu tun haben:
Am Tag meiner Zeugung, Stunden vorher, war das Auto von Störchen zugekackt.
Sieht man sich die teilweise mehr als abstrusen Vorschläge der Politik zur Behebung der Wirtschaftskrise an, kann es nur eine Frage der Zeit sein, bis der erste familienpolitische Sprecher die Beigabe von Abführmitteln ins Storchenfutter zur Steigerung der Geburtenrate verlangt.
26. Oktober 2008 — Menschliches
Beim etwas längeren Warten im Autohaus meines Vertrauens mangels geeigneten Lesematerials im ausliegenden FOCUS geblättert und einen Fragenbogen mit mehr oder weniger dämlichen geglückten Fragen und mehr oder weniger dämlichen geglückten Antworten mit unserem neuen Ministerpräsidenten Erwin Sellering gelesen. Eine Antwort fand ich auf auf jeden Fall besonders geglückt:
Für welchen Maler würden Sie viel Geld ausgeben?
Oskar Manigk von der Insel Usedom.
Bei der Antwort zu der folgenden Frage wird manch gelernter DDR-Bürger eine Augenbraue hochziehen.
Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?
Mit einem Kita-Erzieher.
Dem Mann ist zu helfen. Wir setzen einfach einen Ukas des Ministerrates der DDR vom 27. Januar 1959 wieder in Kraft. Der verordnete allen Staatsfunktionären vier Wochen körperlicher Arbeit in der Produktion. Eine tolle Vorstellung. Politiker rein ins richtige Leben. Begegnung mit den Folgen ihrer WohlUntaten.
Nach dem Monat in der Kita wird der Ministerpräsident dann sicher diese Textzeile aus seinem Lieblingslied (siehe Fragebogen) besonders oft singen.
Das hab ich mir irgendwie schöner gedacht
Ich glaub ich hab irgend ’nen Fehler gemacht
Ich hatte doch höhere Ziele
25. Oktober 2008 — Menschliches
Keine Erfindung von mir, diese Bezeichnung verwendet Eberhard Krummheuer heute im Handelsblatt in einer regelrechten Hommage an Burghardt Seelige-Steinhoff mit dem Titel “Der Schuster, der nicht bei seinen Leisten blieb“.
25. August 2008 — Kurioses, Menschliches
Kaum sind die polympischen Spiele beendet und mit ihnen der polympische Friede, geht der polnisch-deutsche FKK-Krieg wieder in die volle Medienbreite. Bei der Deutschen Welle schlagen die Nackten am 26. August im weltweiten Radio bei Fokus Europa Wellen. Die Blöild-Zeitung, Welt Online, der Kölner Express, die Norddeutschen Neuesten Nachrichten, focus online, die Rheinische Post online und die Berliner Morgenpost haben die Berichterstattung von der ostdeutschen Nacktfront wieder aufgenommen. Bei der Super-Illu ist der “Höschen-Krieg” nach fast zwei Monaten auch angekommen, dort spricht man gar von einer Demarkationslinie.
Allen Berichten zufolge haben die örtlichen Potentaten des umkämpften Gebietes, Kaiser Klaus der Lange und Präsident Janusz der Listige, Verhandlungen aufgenommen mit dem Ziel, die Nackten und die sogenannten Zajacisten durch zweisprachige Schilder zukünftig voneinander zu trennen. Erfahrene Hofberichterstatter gehen allerdings davon aus, dass alleine die Festlegung der zwei Sprachen auf den Schildern mehrere Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen wird und die nahenden Herbststürme die Krampfhandlungen erst einmal vorläufig beenden. Spanner Frontbeobachter berichten indes von einer zunehmenden Eskalation. Während auf deutscher Seite hinter den erhöhten Wällen der Sandburgen immer größere Oberweiten in Stellung gebracht werden, kommen auf polnischer Seite bereits großkalibrige Teleobjektive und schwere Videokameras mit 32-fachem Zoom durch die PkK (Polnische keusche Katholiken) zum Einsatz. Angesichts dieser nackten Tatsachen erwägen neutrale Kräfte im Grenzgebiet bereits, den Unsicherheitsrat anzurufen. Wir spotten weiter.
Nachtrag 26.08.: Der Berliner Kurier titelt “Warnschilder gegen nackte Deutsche“.
Nachtrag 27.08.: Weser-Kurier - Nackte Tatsachen und neue Grenzfreiheit
Sächsische Zeitung (sz-online) - Das Ende des Bikini-Streits
8. August 2008 — Kurioses, Menschliches
Das Sommerloch ist gemeinhin eine Bezeichnung für eine nachrichtenarme Zeit, die vor allem der urlaubsbedingten Abwesenheit der zahlreichen Parlamentarier und sonstigen Lautsprecher von Parteien und Verbänden geschuldet ist. Wenn nun im Sommer nur besonders wenige Parlamentarier da sind, dann nutzen diese Zurückgebliebenen gerne die gesteigerte Aufmerksamkeit der verzweifelt nach Material suchenden Journaille, um das Auge der Weltöffentlichkeit mit besonders absonderlichen Absonderungen auf sich zu lenken.
Diese Chance wollte sich in diesem Jahr der Swinemünder Stadtverordnete Edward Zajac von der Partei für Recht und Gerechtigkeit (PiS), der sich wegen des in Sichtweite der Grenze in Ahlbeck gelegenen FKK-Strandes angepisst fühlt, nicht entgehen lassen. In einer Sitzung des Stadtrates ereiferte er sich über die Abartigkeit der deutschen Nudisten und die Zumutung für polnische Spaziergänger, die sich nach dem passieren der nicht mehr vorhandenen Grenze plötzlich von nackten Deutschen umzingelt sahen. Der gute Herr Zajac verstieg sich am Ende zur Forderung, den deutschen FKK-Strand gefälligst in ausreichender Entfernung zur polnischen Staatsgrenze unterzubringen.
Das alles wäre vermutlich niemandem aufgefallen, hätte nicht die polnische Journalistin Monika Stefanek den Artikel ihrer Kollegin Anna Starosta vom 28. Juni im Głosu Szczecińskiego in die deutschen Agenturmühlen gegeben. So fand diese skurrile Geschichte langsam aber sicher ihren Weg in die vom Sommerloch gebeutelte internationale Medienlandschaft.
Knapp zwei Wochen später, am 11. Juli taucht die Geschichte bei der Badischen Zeitung mit dem Titel Ärger auf der Insel Usedom und der Märkischen Allgemeinen unter der Überschrift Schockierte polnische Strandgänger auf. Währen die lokale Presse auf Usedom das Thema sehr gelassen und kurz abhandelte, ging es im Rest der Republik, was sage ich, dem Rest der Welt, jetzt erst richtig los. Am 21. Juli erreicht die Nachricht unter dem Titel Deutsche Nudisten schockieren polnische Strandgänger Nordrhein-Westfalen, am 23. Juli titelt die Welt Polen empört über deutsche Nudisten auf Usedom und fängt an, Dichtung mit Wahrheit zu vermischen: … und fordern nun, dass sich die FKK-Anhänger auf deutsches Territorium zurückziehen. Eine solch unverschämte Forderung kann natürlich im Hause Springer nicht unbeantwortet bleiben und so titelt die Blöild-Zeitung am 25. Juli FKK-Krieg an deutsch-polnischer Grenze. Am 26. Juli berichten die Braunschweiger und die Salzgitter Zeitung sowie die Wolfsburger Nachrichten.
Am 28. Juli kommen die unzüchtigen Usedomer Nudisten im Ausland an. In England berichtet der Guardian, der Economist, The Sun, der Daily Star titelt nicht ohne britischen Humor GERMANS AND POLES GO TO WAR…AND THIS TIME THEY’RE NAKED (Deutsche und Polen ziehen in den Krieg … und diesmal sind sie nackt), im Scotsman gibt es einen ausgesprochen blöden Bericht. Sogar China Daily und der Taipei Times in Taiwan sind die nackten Tatsachen eine Meldung wert, ebenso wie Yahoo India und der Times of India. Am 31. Juli berichtet die russische Pravda die Wahrheit und nennt dabei ausgerechnet Bild.de als Quelle.
Nun sollte man annehmen, dass sich die Wellen, die Herr Zajac geschlagen hat, nach vier Wochen langsam wieder legen. Weit gefehlt, das Sommerloch ist in diesem Jahr besonders groß. Die Neue Züricher Zeitung hat am 3. August sehr humorig berichtet, in der Süddeutschen Zeitung geht es am 4. August mit Nackte Wut weiter, inzwischen ist die Sache “zu einem internationalen Problem geworden”. Auch die Frankfurter Rundschau berichtet in belustigtem Ton. Der Berliner Kurier legt am 6. August nach: Nackte Deutsche stören kleinen Grenzverkehr und titelt unfreiwillig komisch weiter: “POLEN MASSLOS ERREGT” und “Konservative aus Swinemünde reiben sich am FKK-Strand von Ahlbeck”. So sind sie, die polnischen Konservativen. Erst aufregen, dann masslos erregt sein und dann der Erregung durch reiben am deutschen FKK-Strand Herr werden.
Gestern hat auch der Focus endlich was von dem FKK-Krieg an der Ostsee mitbekommen.
Nicht vergessen wollen wir auch die diversen TV-Teams die sich der nackten Tatsachen angenommen haben. Angeblich soll sogar das japanische und das französische Fernsehen berichtet haben. N24 hat am 7. August unter dem Titel “Polen fordern Nackt-Verbot für Insel Usedom” einen Beitrag gesendet.
Am Ende des Tages verdanken wir Herrn Zajac eine Pressekampagne, die andere Tourismusregionen sich sonst für teures Geld erfinden lassen. Deshalb wollen wir ihn hier auch mit einem kleinen Lied frei nach Hoffmann von Fallersleben würdigen:
Ein Männlein steht am Strande ganz still und dumm,
Es hat von lauter Unschuld ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht am Strand allein
Mit dem purpurroten Köpfelein.
Das Männlein steht am Strande auf einem Bein
Und hat an seinem Auge ein Fernglas klein,
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht am Strand allein
Mit dem schwarzen Fernglas klein?
gesprochen:
Das Männlein dort auf einem Bein
Mit seinem roten Köpfelein
Und seinem schwarzen Fernglas klein
Kann nur der Edward Zajac sein.
Nachtrag 12.08.:
France24 tv (entspricht wohl der Deutschen Welle) hatte in seinem englischsprachigen Programm am 03. August einen Beitrag mit dem Titel Nackte Deutsche gegen puritanische Polen. Für diese Woche hat sich noch ein Kamerateam von arte und vom N3 aus der DAS-Redaktion angekündigt.
21. Juli 2008 — Allgemeines, Menschliches
Heute durch die Berliner Zeitung auf eine Doku-Soap des MDR aufmerksam geworden. Zum Glück war die Berliner Zeitung ihrer Zeit voraus. Dort war heute schon der 22. Juli und deshalb schon der Programmhinweis online.
Die Idee der Doku-Soap “Urlaub wie früher” finde ich recht witzig. Der MDR hat drei Familien aus Markkleeberg, Magdeburg und Klinze im Trabbi auf die Reise nach Usedom geschickt. Eine in einen Bungalow auf dem Ückeritzer Campingplatz, eine mit der Pension Sachsenruh auf den Korswandter Campingplatz und die letzte mit einem Qek Junior nach Karlshagen. Los geht es um 20.45 Uhr (alternative Sendetermine gibt es hier), die nächsten Folgen am 29.07. und 05.08. ebenfalls um 20.45 Uhr.