Den jungen Mann habe ich in heute zum zweiten Mal innerhalb von ein paar Tagen bei der Runde mit Lilly an der alten Müllkippe in Neuhof getroffen. Kamil lebt in Swinemünde und findet dort keine Arbeit. Deshalb zieht er zu Fuß mit seinem Handkarren los und sammelt Altmetall. Wenn er es abliefert, bekommt er für ein Kilo einen Złoty, das sind knapp 25 Cent.
Man kann unschwer erahnen, warum der Träger dieses armen gelben Gummistiefels bzw. dessen Eltern sich entschieden haben, lieber nur mit einem Stiefel bekleidet seines Weges zu gehen. Wer wird schon gerne mit einem Stinkstiefel gesehen?
Der Spaziergang entlang des Kanals zwischen der Neuhofer Straße und der Maxim-Gorki-Straße ist eigentlich sehr schön. Aber nur, wenn es trocken ist und man die Tretminen vermeiden kann, die dort im wahrsten Sinne des Wortes haufenweise hinterlassen werden.
Feines Gedicht, veröffentlicht 1911 im Simplicissimus.
Es passt wunderbar zu einem Erlebnis in einem Supermarkt in Ahlbeck, welches mich am Samstag ereilt hat. Wir sind ja von unseren Gästen schon allerlei gewöhnt. Aber erwachsene Männer, bei denen die Schwerkraft die Bauchmuskulatur schon seit längerem besiegt hat, in einer schreiend gemusterten kurzen Hose ohne jegliche Oberbekleidung an den Regalen und Kühltheken zu sehen und dann auch noch hinter sich an der Kasse zu haben, das geht entschieden zu weit. Wobei es die Sache auch nicht besser machte, wenn mir ein Adonis in dieser Aufmachung erschienen wäre.
Bloody Romans, ey.
Roman: Now you can shut up.
Or what? All I have to give up is to be crucified in the afternoon.
Muss an Ostern einfach sein.
Passt auch prima zum Urheberrecht. Auf dem offiziellen Youtube-Kanal von Monty Python kann man das Lied mit dem Filmausschnitt nicht sehen, weil die GEMA was dagegen hat. Nur für die Leistungsschutzrechtfetischisten zum mitschreiben: Die Künstler stellen das ins Netz und in Deutschland darf ich das nicht sehen. Über 8,8 Millionen Menschen in der freien Welt durften das bis jetzt. GEMA. Spackos.
Die hat am Wochenende der Eishockeynachwuchs des REV Insel Usedom gemacht. Gastbeitrag von Arne Reyher.
Foto: Mike Kaden, Eisbären Kids Club
Beim letzten Vorrundenspiel der Saison 2012/13 in der mit 14.200 Zuschauern ausverkauften o2-World gewannen die Eisbären Berlin (fünffacher Deutscher Meister) dieses Wochenende mit 4:3 gegen die Kölner Haie (aktuell auf dem 4. Platz) nach einem spannenden Spiel im Penaltyschießen. (weiterlesen …)
Unter diesem Motto betreibt die Usedom Tourismus GmbH seit einigen Wochen eine Imagekampagne. Die Gäste sollen den Usedomern erklären, warum sie ihre Insel lieben und die Usedomer sollen den Gästen erklären, warum sie und nicht nur ihr Geld von den Insulanern geliebt werden. Bei manchen Gästen fällt es allerdings ausgesprochen schwer, sie zu lieben.
Zum Beispiel den (das passende Attribut bitte selbst einsetzen) Autofahrer aus Berlin gestern in der Heringsdorfer Delbrückstraße. Ich bin ein friedfertiger Mensch und wünsche meinen Mitmenschen in der Regel nur das Beste. Diesem Vollpfosten wünschte ich allerdings, er möge einmal ein paar Tage im Rollstuhl, einem Rollator oder mit einem Kinderwagen unterwegs sein und ständig von seinesgleichen gezwungen werden, auf die Strasse ausweichen zu müssen.
Um das ganze noch auf die Spitze zu treiben, hatte er einen Zettel hinter die Windschutzscheibe gelegt: “Wenn das Fahrzeug stört, rufen Sie bitte die Nummer (ich muss mir jetzt ernsthaft verkneifen, die Nummer hier zu posten) an.”
Wir lieben unsere Gäste. Nicht alle. Aber die meisten.
P.S.: Ich weiss nicht, ob es ein Mann war. Falls sich einer diskriminiert fühlt, denke er sich das bitte in der weiblichen Form.
Wer mag für diese ständig wiederkehrende Müllhalde am Hauptstrandzugang von Bansin die Verantwortung übernehmen bzw. die Reinigung veranlassen? Der Hauptteil stammt von den Leuten, die mit unseren Gästen Geld verdienen wollen, aber meinen nicht für die entsprechende Sauberkeit Sorge zu tragen müssen!
Andreas, deine Frage ist schnell beantwortet. Die Allgemeinheit bekommt die Verantwortung umgehängt und die Kosten. Ich frage mich auch immer wieder, was Menschen im Schädel haben, um solch eine Schweinerei zu veranstalten. Hirn kann es nicht sein. Und das ist nicht irgendwo versteckt am Waldrand, das ist an der zentralsten Stelle von Bansin. Damit es auch nur keiner übersehen kann. Willkommen im Kaiserbad.
And I wonder, still I wonder,
who ll stop the rain.
Der ein oder andere mag sich gefragt haben, warum es hier in den letzten Tagen etwas ruhiger war. Nun, ich hatte es mir in meinem Sommerloch bequem gemacht mit einem Stapel Bücher und CD‘s, einer ausreichenden Menge guten Rieslings und wollte es mir gut gehen lassen.
Letztes Wochenende war ich schon einmal kurz davor, aus dem Loch zu kommen. Ein Sommerloch voll Regenwasser mag bei sommerlichen Temparaturen noch erträglich sein, bei 15 Grad Aussen- und Wassertemparatur ist der Spass zu Ende. Aber es hörte auf zu regnen und ich dachte, warten wir mal ab, schlimmer kann es ja nicht mehr werden.
Von wegen. Bei der Wahl meines Sommerlochs hatte ich eines nämlich nicht bedacht. Es war 2 Meter tief und ich messe nur 1,84 Meter. Und es sollte sich zeigen, dass die Regenfälle des vergangenen Wochenendes nur ein müder Aufgalopp waren. Um dem Untergang zu entgehen, gab nur noch einen Ausweg: Raus aus dem Sommerloch.
Foto: Mike Golon
Und jetzt müssen die geneigten Leser mein Geschreibsel wieder in schöner Regelmäßigkeit ertragen. Beschwerden darüber bitte an Petrus!
Heute vor 20 Jahren wurde ich durch die damalige Gemeindevertretung zum ersten Mal als Bürgermeister von Heringsdorf gewählt. Ich erinnere mich noch sehr gut an die etwas wackligen Knie und das mulmige Gefühl im Magen, als ich im Treppenhaus des damaligen Ferienheimes “Solidarität” auf das Ergebnis der Wahl wartete, den Gang durch den Saal im Restaurant “Vineta” und meine erste kurze Ansprache.
Auch 20 Jahre später empfinde ich noch tiefe Dankbarkeit für die Gelegenheit, einen Beitrag beim Neuanfang nach der Wiedervereinigung leisten zu dürfen. Rückblickend würde ich manches heute anders machen, aber so ist das eben mit Rückblicken: Hinterher ist man immer klüger.
Trotz manchmal auch schwieriger Zeiten kann ich für mich das Fazit ziehen: Wenn ich noch einmal die Entscheidung treffen müsste, nach Usedom zu gehen, ich würde es wieder tun. Und das ist ein gutes Gefühl.
Die Auflösungserscheinungen gehen weiter. Der altgediente Leiter der Anklamer Lokalredaktion, Siegfried Denzel, hat das Handtuch geworfen. Ein kommissarischer Leiter ist bestellt. Dem Leser wird so etwas natürlich nicht mitgeteilt. Er bekommt selbst heute noch im Impressum vorgegaukelt, es sei alles beim Alten.
Im Zusammenhang mit dem Notkurier und der Zeitungskrise in Mecklenburg-Vorpommern darf ich für neuere Leser auf zwei ältere Beiträge hinweisen: