Kategorie Menschliches

Wir lieben unsere Gäste

Unter diesem Motto betreibt die Usedom Tourismus GmbH seit einigen Wochen eine Imagekampagne. Die Gäste sollen den Usedomern erklären, warum sie ihre Insel lieben und die Usedomer sollen den Gästen erklären, warum sie und nicht nur ihr Geld von den Insulanern geliebt werden. Bei manchen Gästen fällt es allerdings ausgesprochen schwer, sie zu lieben.

Zum Beispiel den (das passende Attribut bitte selbst einsetzen) Autofahrer aus Berlin gestern in der Heringsdorfer Delbrückstraße. Ich bin ein friedfertiger Mensch und wünsche meinen Mitmenschen in der Regel nur das Beste. Diesem Vollpfosten wünschte ich allerdings, er möge einmal ein paar Tage im Rollstuhl, einem Rollator oder mit einem Kinderwagen unterwegs sein und ständig von seinesgleichen gezwungen werden, auf die Strasse ausweichen zu müssen.

Um das ganze noch auf die Spitze zu treiben, hatte er einen Zettel hinter die Windschutzscheibe gelegt: “Wenn das Fahrzeug stört, rufen Sie bitte die Nummer (ich muss mir jetzt ernsthaft verkneifen, die Nummer hier zu posten) an.”

Wir lieben unsere Gäste. Nicht alle. Aber die meisten.

P.S.: Ich weiss nicht, ob es ein Mann war. Falls sich einer diskriminiert fühlt, denke er sich das bitte in der weiblichen Form.

Willkommen im Kaiserbad

Wer mag für diese ständig wiederkehrende Müllhalde am Hauptstrandzugang von Bansin die Verantwortung übernehmen bzw. die Reinigung veranlassen? Der Hauptteil stammt von den Leuten, die mit unseren Gästen Geld verdienen wollen, aber meinen nicht für die entsprechende Sauberkeit Sorge zu tragen müssen!

Andreas, deine Frage ist schnell beantwortet. Die Allgemeinheit bekommt die Verantwortung umgehängt und die Kosten. Ich frage mich auch immer wieder, was Menschen im Schädel haben, um solch eine Schweinerei zu veranstalten. Hirn kann es nicht sein. Und das ist nicht irgendwo versteckt am Waldrand, das ist an der zentralsten Stelle von Bansin. Damit es auch nur keiner übersehen kann. Willkommen im Kaiserbad.

Raus aus dem Sommerloch

Long as I remember
the rain been coming down.

Clouds of mystry pourin
Confusion on the ground.

Good man through the ages
tryin to find the sun.

And I wonder, still I wonder,
who ll stop the rain.

Der ein oder andere mag sich gefragt haben, warum es hier in den letzten Tagen etwas ruhiger war. Nun, ich hatte es mir in meinem Sommerloch bequem gemacht mit einem Stapel Bücher und CD‘s, einer ausreichenden Menge guten Rieslings und wollte es mir gut gehen lassen.

Letztes Wochenende war ich schon einmal kurz davor, aus dem Loch zu kommen. Ein Sommerloch voll Regenwasser mag bei sommerlichen Temparaturen noch erträglich sein, bei 15 Grad Aussen- und Wassertemparatur ist der Spass zu Ende. Aber es hörte auf zu regnen und ich dachte, warten wir mal ab, schlimmer kann es ja nicht mehr werden.

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Von wegen. Bei der Wahl meines Sommerlochs hatte ich eines nämlich nicht bedacht. Es war 2 Meter tief und ich messe nur 1,84 Meter. Und es sollte sich zeigen, dass die Regenfälle des vergangenen Wochenendes nur ein müder Aufgalopp waren. Um dem Untergang zu entgehen, gab nur noch einen Ausweg: Raus aus dem Sommerloch.

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Foto: Mike Golon

Und jetzt müssen die geneigten Leser mein Geschreibsel wieder in schöner Regelmäßigkeit ertragen. Beschwerden darüber bitte an Petrus!

Mein ganz persönlicher Jahrestag

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Heute vor 20 Jahren wurde ich durch die damalige Gemeindevertretung zum ersten Mal als Bürgermeister von Heringsdorf gewählt. Ich erinnere mich noch sehr gut an die etwas wackligen Knie und das mulmige Gefühl im Magen, als ich im Treppenhaus des damaligen Ferienheimes “Solidarität” auf das Ergebnis der Wahl wartete, den Gang durch den Saal im Restaurant “Vineta” und meine erste kurze Ansprache.

Auch 20 Jahre später empfinde ich noch tiefe Dankbarkeit für die Gelegenheit, einen Beitrag beim Neuanfang nach der Wiedervereinigung leisten zu dürfen. Rückblickend würde ich manches heute anders machen, aber so ist das eben mit Rückblicken: Hinterher ist man immer klüger.

Trotz manchmal auch schwieriger Zeiten kann ich für mich das Fazit ziehen: Wenn ich noch einmal die Entscheidung treffen müsste, nach Usedom zu gehen, ich würde es wieder tun. Und das ist ein gutes Gefühl.

Neues vom Notkurier

Die Auflösungserscheinungen gehen weiter. Der altgediente Leiter der Anklamer Lokalredaktion, Siegfried Denzel, hat das Handtuch geworfen. Ein kommissarischer Leiter ist bestellt. Dem Leser wird so etwas natürlich nicht mitgeteilt. Er bekommt selbst heute noch im Impressum vorgegaukelt, es sei alles beim Alten.

Im Zusammenhang mit dem Notkurier und der Zeitungskrise in Mecklenburg-Vorpommern darf ich für neuere Leser auf zwei ältere Beiträge hinweisen:

“Zeitungskrise in Macpomm” und “Der Niedergang des Journalismus in Vorpommern”.

Warum trägt man sowas?

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In diesem Sommer war man ja schon einiges gewöhnt an blöden Sprüchen auf T-Shirts, aber dieses hat heute den Vogel abgeschossen. Was mag wohl in jemandem vorgehen, der sich so was anzieht?

Spruch der Woche

Man macht gewöhnlich viele Worte wenn man nichts zu sagen hat.

Dieser wunderbare Aphorismus stammt am heutigen Tage natürlich von Heinz Erhardt, der vor 100 Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Nach dem kläglichen, Übelkeit hervorrufenden Versuch der ARD, diesem genialen Wortjongleur mit dem Zerhacken seiner Wortwitze und Sketche durch Leute, bei denen sich das Wort Komik vom Begriff Koma ableitet, gerecht zu werden gibt es heute wenigstens beim Deutschlandradio Kultur eine ganze Reihe hörenswerter Beiträge zu Heinz Erhardt.

Es gab tatsächlich Zeiten, als Unterhaltung noch unter Bewahrung der Haltung produziert wurde.

Hier noch ohne Vergewaltigung durch komatöse Komiker eines meiner Lieblingsstücke:

Stolperstein macht betroffen

Betroffenheit beschreibt meine Gemütsverfassung nach dem Lesen dieses Artikels in der Online-Ausgabe des Kölner Stadtanzeigers nicht einmal annähernd. Milena Kowalski beschreibt die Geschichte und die letzten Stunden im Leben von Ilse Fröhlich und Rudolf Marx, Soldat bei der Wehrmacht, stationiert in Greifswald. Beide begingen am 13. Juni 1939 am Strand von Ahlbeck Selbstmord. Erst später klärte sich der Hintergrund dieser Verzweiflungstat auf: Sie war jüdischen Glaubens und er Katholik und hatten keine Hoffnung mehr auf einen Ausweg für ihre Liebe zueinander.

Anlass für den Artikel ist das Setzen eines Stolpersteins im Heimatort Siegburg am kommenden Samstag.

Jeanette Biedermann ist Usedom-Fan

Im Berliner Kurier gibt es in der morgigen Ausgabe einen etwas ausführlicheren Bericht über die in Ost-Berlin geborene Sängerin und Schauspielerin, in dem Sie sich als Usedom-Fan outet:

Ihre Ferien verbrachte Jeanette auf der Insel Usedom. Hier hat sie Schwimmen gelernt, entspannt heute noch regelmäßig in Wellness-Hotels. Und ohne Usedom würde es die Sängerin heute nicht geben. “Hier bin ich 1980 im Frühsommer gezeugt worden!”

Dem Artikel kann man auch entnehmen, dass Störche tatsächlich etwas mit Babys zu tun haben:

Am Tag meiner Zeugung, Stunden vorher, war das Auto von Störchen zugekackt.

Sieht man sich die teilweise mehr als abstrusen Vorschläge der Politik zur Behebung der Wirtschaftskrise an, kann es nur eine Frage der Zeit sein, bis der erste familienpolitische Sprecher die Beigabe von Abführmitteln ins Storchenfutter zur Steigerung der Geburtenrate verlangt.