Alles auf Anfang

Politisches

Live von der Sitzung der Gemeindevertretung in Heringsdorf. Keine gute Idee, die Sitzung der Gemeindevertretung im Hotel Stadt Berlin zu machen. Die 60 Stühle für Gäste sind bereits 15 Minuten vor Beginn der Sitzung besetzt, der Platz reicht hinten und vorne nicht aus. Unwürdiger Rahmen für den Anlass.

(Das mit dem Live hatte sich ab 19.30 Uhr erledigt. Der Server, auf dem der Usedomspotter liegt und das Plugin zum Livebloggen werden keine Freunde mehr)

Sitzplätze auf gut 90 aufgestockt, immer noch stehen Gäste vor dem Saal. 19 von 21 Gemeindevertreter sind anwesend. Zum Beginn der Sitzung informiert Herr Friedrich über einen Antrag der Piraten, die Sitzung aufzuzeichnen und den Film anschliessend ins Netz zu stellen. Er stellt den Antrag zur Abstimmung, will das nicht selbst entscheiden, bemerkt es sei geheime Abstimmung nötig, bei mehr als 25 % Gegenstimmen sei die Aufzeichnung nicht zulässig. 7 Gemeindevertreter stimmen mit Ja, 10 Nein, 2 ungültige Stimmen. Die Piraten dürfen nicht aufzeichnen, Transparenz geht anders.

Harald Linde beginnt die Bürgerfragestunde mit einer Frage an Herrn Friedrich nach seiner Beteiligung an der Schmuddelkampagne gegen Lars Petersen. Herr Friedrich antwortet: „Ging mir darum Schaden von der Gemeinde abzuwenden und von der Person des Herrn Petersen.“ Großes Gelächter im Saal. Herr Friedrich weiter: „Beifallsbekundungen sind unzulässig. Es sind Bürger an mich herangetreten, mehr als 20 mit Gerüchten. Zu den Gerüchten habe ich keine Stellung bezogen. Nach einer Aufsichtsratssitzung habe ich meine beiden Stellvertreter auf die Seite genommen und Vorschlag gemacht zu einer Gesprächsrunde mit Herrn Petersen. Liste mit vier Fragen zu den Gerüchten, Herr Petersen hat Stellung bezogen. Habe darauf hingewiesen, dass die Gesprächsrunde öffentlichen Charakter hat. Habe nur die Antworten auf Nachfrage der Presse weitergegeben.“

Weitere Frage aus dem Publikum, ob Vorwurf auf Präsenz in Singlebörsen der einzige sei. Ob die Gemeinde nicht andere Probleme habe, sehr emotionaler Beitrag. Viel Beifall aus dem Publikum.

Boschko Richter an Herrn Friedrich: „Falscher Weg mit deinen beiden Stellvertretern das alleine abzumachen. Du bist Vorsitzender der gesamten Gemeindevertretung, es gab Gelegenheit das mit uns allen zu besprechen. Du hältst hier immer schön das Feuer am köcheln.“ Antwort von Herrn Friedrich: „Das was Sie machen ist Show, Herr Richter.“

Lars Petersen meldet sich zu Wort und bittet darum, das Thema jetzt auf sich beruhen zu lassen. Beifall aus dem Publikum.

Frage von Joachim Saupe an Herrn Friedrich: „Haben Sie der Presse Mitteilungen gemacht, die Herrn Petersen schaden konnten? Antwort: Nein, habe nur an die Presse weitergegeben, was auf der Sitzung gesagt wurde.

Klaus Kottwittenborg: „Es war mein Vorschlag an Herrn Friedrich, das Gespräch mit seinen Stellvertretern so zu machen.“

Es gibt keine Änderungsanträge zur Tagesordnung.

Ich lasse die Tagesordnungspunkte aussen vor, bei denen es nicht um die das Thema Bürgermeister ging. Gibt noch einen gesonderten Beitrag.

Unter Tagesordnungspunkt 19 (Bericht des Bürgermeisters) nutzt Klaus Kottwittenborg zum Abschluss die Gelegenheit eine kurzes Resümee zu ziehen: „Ich nutze die Gelegenheit Dank zu sagen. Habe einiges aufgeschrieben ohne es zu lang zu machen. Über 20 Jahre sind eine lange Zeit, ich war immer ein Freund von Kommandoaktionen.“ Ausführungen zur Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen im Jahr 1992, zur Gründung des Feuerwehrzweckverbandes Heringsdorf-Bansin 1998. „Man konnte viel nach meinen Vorstellungen auf die Reihe bringen, es wurde aber alles immer schwieriger. Dank an die Gemeindevertreter, nicht so positives habe ich bereits vergessen, positives behalte ich in Erinnerung. Dank an Helmut Friedrich (Geraune im Publikum), es war ein sachliches Miteinander. Habe eigentlich ganz gute Optionen, starte neu durch, lege den Hauptschalter noch mal um. Nehme Malte Wiedemeyer mit auf meinen Segeltörn in 14 Tagen, er hat angedroht mir Marx nahe zu bringen. Wünsche der Gemeinde und dem neuen Bürgermeister gutes Gedeihen, herzlichen Dank, es war eine wunderschöne Zeit.“ Beifall vom Publikum.

Frau Willert bedankt sich im Namen der Mitarbeiter des Rathauses mit einem Blumenstrauss. Joachim Saupe: „Es waren anstrendende sieben Jahre, die wir gemeinsam gemeistert haben.“ Übergibt einen Fresskorb der CDU-Fraktion für den Segeltörn. Frau Dr. Lehmann übergibt im Namen des Eigenbetriebes eine Chronik mit den wichtigsten Ereignissen der Amtszeit und eine Urkunde mit dem Titel „Kaiser der Fördermittel“. Klaus Wollin soll für die HBU-Fraktion sprechen, ist aber so bewegt, dass ihm das Reden schwer fällt. Herr Friedrich übergibt darauf hin für die HBU noch einen Fresskorb mit den besten Wünschen für die Zukunft. Herr Spalink übergibt im Namen der Historischen Gesellschaft einen Druck der englischen Karikatur von Bismarcks Rücktritt „Der Lotse geht von Bord“ und erinnert daran, dass heute der Jahrestag der Skagerrakschlacht sei.

Anschliessend übergibt Klaus Kottwittenborg die Ernennungsurkunde an Lars Petersen, langer Beifall aus dem Publikum. Helmut Friedrich nimmt Lars Petersen den Diensteid ab, mit dem Zusatz „so wahr mir Gott helfe.“

Foto: Claudia Pautz

Herr Friedrich wünscht gute Zusammenarbeit, was schallendes Gelächter im Saal provoziert, anschliessend noch einmal langer Beifall.

Lars Petersen: „Das war mein zweiter Diensteid, ich habe schon einmal einen abgelegt. Ich bedanke mich bei allen Wählern. Mein besonderer Dank gilt Herrn Tolxdorff und Herrn Lettner, die mich in der Stichwahl unterstützt haben. Ich hätte auch gerne meinem Vorgänger gedankt, das ist mir aber nicht möglich, da keine ordentliche Übergabe der Amtsgeschäfte stattgefunden hat. Erlauben Sie mir noch ein paar persönliche Anmerkungen. Die Initiatoren solcher Schmutzkampagnen wie ich sie in den letzten beiden Wochen erleben musste und diejenigen die sie verbreiten, sollten sich einmal Gedanken machen, wie so etwas auf den Betroffenen wirkt und auf seine Angehörigen. Und auch wie sich das in der Aussendarstellung macht, welchen Schaden man damit auch der Gemeinde zufügt. Mein Dank gilt Herrn Friedrich für seine Initiative mit dem Besuch im Innenministerium, um zu klären, dass meiner Ernennung nichts im Wege steht.“

Gelächter im Saal, dann Beifall. Herr Friedrich antwortet: „Ich habe keinen Kontakt zum Innenministerium gehabt.“

Beim Tagesordnungspunkt „Entsendung des neuen Bürgermeisters in den Aufsichtsrat der KTS“ attackiert Uwe Wehrmann, Vorsitzender ebendieses Aufsichtsrates Lars Petersen: „Ich kann das Verhalten gegenüber dem Bürgermeister nicht verstehen, immerhin hat er dir gestattet, bereits vor Amtsantritt mit den Mitarbeitern der Verwaltung Gespräche zu führen, dich zu informieren und Termine wahrzunehmen.“ (Buhrufe aus dem Publikum) Anschliessend wirft Herr Wehrmann Lars Petersen mangelndes Interesse an der KTS vor, weil er verschiedenen Einladungen nicht gefolgt sei und schloss mit der Äußerung: „Wenn ich höre, dass Du mir jetzt auf die Füsse treten willst, dazu braucht es Leute von Format. Und das Format spreche ich dir ab.“

Die Wahl von Lars Petersen in den Aufsichtsrat der KTS erfolgt mit 13 Ja, 1 Nein und 5 Enthaltungen, die Wahl in den Aufsichtsrat der Wohnungsgesellschaft mit 14 Stimmen bei 5 Enthaltungen.

Unter Sonstiges fragt Frank Lettner Helmut Friedrich: „Wird denn nun auch in Zukunft da vorne ein vertrauensvolles Gespann sitzen, oder ist wegen der Geschehnisse das Vertrauensverhältnis dauerhaft gestört? Wir haben für die heutige Sitzung einen Dringlichkeitsantrag zur ihrer Abwahl erwogen, konnten aber die die Dringlichkeit nicht begründen. Sind Sie der Meinung, Sie bekommen ein vernünftiges Verhältnis hin, oder sehen sie Anlass selbst Konsequenzen zu ziehen.“

Antwort Helmut Friedrich: „Die Zusammenarbeit wird sich auf vernünftiger, sachlicher und konstruktiver Basis gestalten zum Wohle aller. Das mit dem Abwahlantrag verstehe ich nicht, erst wirft man mir vor, ich arbeite zu eng mit dem Bürgermeister zusammen und jetzt soll ich abgewählt werden weil ich vielleicht nicht eng genug mit dem Bürgermeister zusammenarbeite? Ich sehe da keine Problematik.“

Klaus Kottwittenborg meldet sich ein letztes Mal zu Wort: „Ich habe viele Konflikte mit Helmut Friedrich gehabt, aber wir haben verstanden die miteinander auszufechten. Wir müssen aufhören hinter mit den dauernden Gedanken an Verschwörungstheorien. Ich habe beim Innenminister angefragt, ob die Vorkommnisse Folgen haben, das ist mein Job. Das Ergebnis war, dass der Ernennung nichts im Wege stand.“

Man könnte den Abend so zusammenfassen: Es war dicke Luft im Saal. Sprichwörtlich und tatsächlich wegen der Überfüllung. Nicht weiter verwunderlich, nach dem was sich in den letzten Wochen zugetragen hat, bis hin zu ernsthaften Überlegungen Lars Petersen die Ernennung zum Bürgermeister wegen fehlender persönlicher Eignung zu verweigern. Die Verbitterung über die Vorgänge war Lars Petersen während seiner kurzen Ansprache anzumerken. Wie sich in den nächsten Wochen und Monaten die Zusammenarbeit zwischen dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung und dem Bürgermeister, der ihn wegen Verleumdung und übler Nachrede angezeigt hat, funktionieren soll ist mir schleierhaft.

Persönlich fand ich es schade, dass man die Verabschiedung von Klaus Kottwittenborg und die Ernennung von Lars Petersen nicht in einem Raum passender Größe und in einer eigenen Sitzung veranstaltet hat, der Bedeutung des Ereignisses angemessen. Es musste jedem von vorne herein klar sein, dass der Frühstücksraum im Hotel Stadt Berlin mit einer Bestuhlung für 60 Gäste nicht annähernd ausreicht. Eine Verabschiedung des Bürgermeisters stand nicht einmal auf der Tagesordnung und wenn ich nichts verpasst habe, gab es nicht einmal ein Präsent von der Gemeinde. Man mag zu Klaus Kottwittenborg und zu seiner Arbeitsweise stehen wie man will, aber das war einfach nur unwürdig.

Wahrscheinlich unfreiwillig hintersinnig das Geschenk der Historischen Gesellschaft. Im englischen Original heisst die Bildunterschrift „Dropping the Pilot“ und bedeutet eigentlich, dass Wilhelm II. Bismarck hat fallen lassen. Was wiederum passt, wenn man den Kaiser durch den Wähler ersetzt, der heutzutage ja der Souverän ist. Auch der Verweis auf den Jahrestag der Schlacht vom Skagerrak ist nicht ohne: Laut Wikipedia bestand der Erfolg der deutschen Flotte nur darin, der Vernichtung entgangen zu sein.

Die Piraten haben auch schon etwas zu dem heutigen Abend: Das schwere Ding mit der Öffentlichkeit – Gemeindevertreter tagen in Heringsdorf

22 Kommentare

  1. Peter Schulze sagt

    Heute habe ich für mich Neuland betreten: für die Piraten eine Sitzung des Heringsdorfer Gemeinderates aufzuzeichnen.
    Eine besondere Sitzung, die Entlastung und Entlassung des alten und die Urkundenübergabe an den neuen Bürgermeister.
    Aber nicht nur das. Die bei der Wahl unterlegene Fraktion hat eine Schmutzkampagne gegen den Neuen angeschoben mit der in der OZ veröffentlichten Spekulation, den siegreichen Kandidaten nicht zu ernennen oder vor Amtsantritt abwählen zu lassen.
    Und das alles angeblich zum Schutz des Leumunds der Gemeinde.
    Aber der Reihe nach. Ich hab also zusammengepackt, was ich so an Gerätschaften habe, Kamera und ein recht gutes Studiomikrofon, Laptop.
    Ich war frühzeitig da, der eigentliche Pirat noch nicht. Angesichts der Vielzahl eintreffender interessierter Bürger hab ich mir erst mal einen Sitzplatz im Saal gesichert. Es wurde nach und nach so richtig voll, oder besser, der Saal war viel zu klein…
    Jetzt noch die Sache mit dem Filmen…., hatt ich noch nicht gemacht, also? Blick in die Runde, zwei Gemeindevertreter kenne ich, einer davon war im Blickfeld. Also hin, angesprochen, Problemlage, besser: Wunsch erläutert… nach kurzer Beratung: den Gemeindevorsteher ansprechen, der steht drüben am Tresen.
    Also hin, wer ist…? Ich bin…! Vortrag des Anliegens…
    Spontane Ablehnung: Ich kann auf Grund meines Hausrechts so etwas untersagen….,
    Von mir: Verweis auf Kommunalverfassung § 107, Abs.5 Satz 4…
    Entgegnung: Ich weiß Bescheid, hab mich sachkundig gemacht, Abstimmung per Handzeichen reicht…(schon eine kleine Veränderung)
    Nach Beginn der Sitzung ist plötzlich alles korrekt: Antrag eines Abgeordneten, geheime Abstimmung, Ergebnis 7 ja, 10 nein, 2 Enthaltungen…Waren wohl die meisten nicht rechtzeitig bei der Kosmetik oder beim Frisör…
    Vielleicht gewöhnen sich die 10 alllmählich an den Gedanken, gefilmt zu werden…, ich erinnere mich an meine ersten Videoaufzeichnungen, war komisch.
    Dann ging es los: Bürgerfragestunde.
    Mit Blick in die Runde, überwiegend Ältere (ich gehöre dazu!), kaum junge Leute (die sind ja wohl auch überwiegend weg gezogen), mir schwant nichts Gutes. Aber Denkste.
    Als erstes kriegt der Gemeindevorsteher heftig die Meinung gesagt, vom Publikum und von Gemeindevertretern. Der Saal tobt, applaudiert den kritischen Beiträgen.
    Der Gemeindevorsteher zieht sich auf Formalsprache zurück, verwahrt sich, beteuert, erklärt…., aber ich möchte nicht in seiner Haut stecken.
    Der neue Bürgermeister beruhigt die Debatte: der Gemeindevorsteher habe seine subjektive Meinung, er habe seine, das sei jetzt und hier nicht zu klären.
    Find ich auch, aber deutlich wird am Publikum: er hat die Sympathien auf seiner Seite. Und das ist gut so.
    Es folgten noch einige wichtige Bürgeranliegen, aber ich hoffe, die Betroffenen sind mir nicht böse, wenn ich jetzt davon nicht berichte…
    Dies ist ein (sehr) subjektiver Bericht, ich hätte es gern live als Stream gezeigt…
    Die meisten interessierten Bürger waren wohl wegen der Einführung des neuen Bürgermeisters gekommen. Die rangierte aber auf der Tagesordnung ganz hinten (23.00 ++). Ein Antrag, diesen Tagesordnungspunkt vorzuziehen, wurde vom Gemeindevorsteher unter (meiner Ansicht nach) fadenscheinigen Begründungen abgewiesen…Ich bin dann gegangen.
    Es ist ein langer Weg hin zu mehr Transparenz…

    Peter Schulze

  2. SchlauSnacker sagt

    Die Angst vor der Zukunft muß wohl bei einigen Abgeordneten und auch bei anderen Mitspielern sehr groß sein.

    Für mich war erstaunlich, dass der KTS-Aufsichtsratvorsitzender Wehrmann tatsächlich versucht hat, die Wahl des Bürgermeisters in den Aufsichtsrat der KTS zu verhindern. Hat der ´nen Klaps oder leidet er unter totaler Selbstüberschätzung. Warum tritt er denn nicht von selber ab?

    Der selbsternannte Ortschronist Spalink scheint auch daran zu leiden. Jedermann weiß doch, dass er zum Wahlkampfteam von KK gehörte. Warum drängt der sich eigentlich immer so in den Vordergrund. Das Geschenk der HISTORI……… hätte er auch in Stille übergeben können. War irgendwie unpassend. (und wer sind die überhaupt und braucht man die)

    Ob der neue BM diese merkwürdigen Netze entflechten kann? Ich befürchte, da müssen einige Knoten herausgeschnitten werden und durch mühsames Neuflechten verbessert werden.

    Mein Vorschlag: Das Netz nicht zum Fangen verwenden – sondern zum Schutz der Gemeinde aufspannen.

  3. Frank Lettner sagt

    Es wäre heute auch wieder soviel zu sagen gewesen. Oder es muss dazu auch noch vieles gesagt werden. Schade das die Mehrheit der Gemeindevertreter das Angebot der Piraten nicht nutzen wollte. So hätte jeder die Chance gehabt sich sein eigenes Bild von dem Abend zu machen.

    Allein das Thema „Verschwörungstheorie“ find ich schon Klasse, denn Wem hat eigentlich diese ganze Schmutzkampange genutzt? Jeder normal denkende Mensch der etwas von Kommunalrecht versteht weiss (auch ohne Innenminister) dass diese „Vorwürfe“ nie ausreichen um eine Ernennung zu verhindern. Beamtenrechtliche Konsequenzen, als ich das heute las habe ich nur laut gelacht. Also warum das ganze jetzt (nach dem Wahlkampf.) mit welchen Ziel? Sicherlich werden wir das nie erfahren und können nur spekulieren. Aber auf meinem Weg nachhause kam mir der Gedanke was jetzt passiert ist. Es wurde erreicht dass die Gemeindevertretung mal wieder als heillos zerstrittener Haufen dasteht. Katastrophale Aussenwirkung und untereinander überhaupt noch zur vernünftigen Sacharbeit fähig? War das das Ziel?

    Interessant fand ich im übrigen auch, dass angeblich mindestens 20 Einwohner unseren Vorsitzenden auf mögliche Gerüchte angesprochen haben sollen, er aber bis zum heutigen Tage nicht einen benennt.Warum? Wovor müssen denn diese geschützt werden? Auf diese Art wäre es allerdings möglich herauszufiltern wer der Ursprung dieser Schlammschlacht ist, die mal wieder erheblichen Schaden anrichtet. Nicht nur an der Person unseres Bürgermeisters und seiner Familie, sondern auch an unserer Gemeinde. Schade das Lars mit so denkbar schlechtesten Bedingungen sein Amt antreten muss. Verdient hat er und unsere Gemeinde dieses nicht.

    Zum Glück ist es für einen Neuanfang nie zu spät.

  4. Marko Gührke sagt

    Bzgl. der Videoaufnahmen hat es nach meiner Kenntnis noch nirgendwo geklappt, soetwas spontan zu bewegen. Erst Recht vor dem Hintergrund einer aller Wahrscheinlichkeit nach emotionalen Veranstaltung. Natürlich reagieren die Menschen zunächst ablehnend, wenn sie sprichwörtlich „überfallen“ werden.
    Geben Sie den Gemeindevertretern einfach ein wenig Zeit und bringen Sie Ihr berechtigtes Anliegen mit genügend Vorlauf in geordneter Weise (Antrag inkl. Begründung) auf die Tagesordnung. Und machen Sie sich zudem im Voraus einen Kopf darüber, in welcher Form Sie das Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen wollen, d.h. vergessen Sie den technischen Aspekt nicht: 3h Video in HD-Qualität im Internet für jeden zugänglich veröffentlichen ist kein Pappenstil.

  5. Pingback: Das schwere Ding mit der Öffentlichkeit – Gemeindevertreter tagen in Heringsdorf » Piratenpartei Insel Usedom

  6. Horst sagt

    Mein vorher bekundetes Interesse ließ mich eigentlich viel zu früh antanzen, so fand ich in dem zu kleinen Saal glücklicher Weise einen Platz vorn, auf dem man alle Äußerungen trotz des Geräuschpegels der Bürgerbeteiligung gut hören konnte. – Erfreulicherweise haben der Wahlkampf und die jüngsten Aktivitäten des Zweigestirns wohl der kommunalen Demokratie einen – hoffentlich anhaltenden – Schub versetzt, weshalb wirklich für herausgehobenere Anlässe wie diesen nach einer geeigneteren Lokalität gesucht werden sollte.

    Herr Lettner hat nicht nur hier zu Recht den Neuanfang angemahnt, sondern zum Schluß des öffentlichen Teils unter „Sonstiges“ dankenswerter Weise dem GV-Vorsitzenden nahegelegt, über seinen Rücktritt nachzudenken ( spätestens nach diesem Abend sollte ein Mann von Charakter mit moralischem Anspruch von selbst Vorsitz und Mandat zur Verfügung stellen ). Nachdem aber Herr Friedrich doch tatsächlich die Chuzpe besaß, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem von ihm noch übler, als in der Sitzung zugegeben, verleumdeten Bürgermeister anzukündigen, kann man nur an jeden einzelnen Gemeindevertreter appellieren:
    Ist eine Person als Vorsitzender der GV dieser Gemeinde tragbar, die aus niederem Beweggrund (rechtlich unmögliche Verhinderung der Einsetzung des statt ihrer selbst oder ihres Spezis mit deutlichem Votum gewählten Bürgermeisters) – ausdrücklich in der Eigenschaft des Vorsitzenden, aber ohne Wissen der GV – so, wie geschehen, angebliche Gerüchte zum Schaden des neuen Bürgermeisters und noch schwererem für den Ruf der Gemeinde in die Presse bringt und noch Schlimmeres verbreitet?

  7. Interessant finde ich, dass immer diejenigen, die am liebsten den kompletten öffentlichen Raum mit Kamers bestücken würden und einer flächendeckenden Überwachung der Bevölkerung nicht ablehnend gegenüber stehen (Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, Handytracking etc.), sensibel werden, wenn ihr öffentliches Tun nachvollziehbar und nachprüfbar werden soll.
    Zur Klarstellung: Privatsphäre ist ein hohes Gut. Öffentliches Handeln hat jedoch auch öffentlich zu erfolgen.
    Während unser Gemeindevorsteher Herr Friedrich keine Bedenken hat, öffentlich im Privatleben Anderer herumzuwühlen, wehrt er sich gegen die erweiterte Öffentlichkeit seiner Amtshandlungen.
    Eine wirklich bigotte Haltung…

  8. Thilo Naumann sagt

    @Peter Schulze:

    Ich darf Sie zitieren:

    „Peter Schulze

    19. März 2012 von 18:47 (UTC 0)

    Antworten

    @ Frank K…..
    ich antworte Ihnen hier etwas ungewöhnlich zu Ihrem Kommentar vom 19.03. nicht auf “Usedomspotter” (die Seite werd ich nach schlechten Erfahrungen mit J.M. nicht mehr mit Kommentaren behelligen.)…“

    Ich finde es beeindruckend, wie Sie zu Ihrem Wort stehen!

    http://www.piraten-usedom.de/2012/03/15/gastbeitrag-peter-schulze-die-insel-usedom-hat-probleme/

  9. Willi sagt

    @SchlauSnacker
    Ob H.Wehrmann an Selbstüberschätzung leidet, kann willi nicht sagen. Dazu müsste er erstmal wissen, was so ein Aufsichtsrat für Aufgaben hat. Willi vermutet, dass er vielmehr etwas verbergen will und nun Angst hat, dass es an die Öffentlichkeit kommt. Dem diente doch auch die Schlammschlacht der letzten Tage. Da sollte der neue Bürgermeister weichgekocht werden.
    @Frank Lettner
    willi glaubt, dass der Generalsekretär der Gemeindevertreter Friedrich sich vielleicht verzählt hat. Da ja wohl Strafanzeige gegen ihn gestellt wurde, wird er ja die „20“ Namen nennen können. Spätestens dann wissen wir ob er richtig zählen kann und wer die „besorgten“ Mitmenschen waren.

  10. Chris sagt

    @Willi
    Das kling nach „Angriff ist die beste Verteidigung. Auch nicht schlecht, vor allem wenn U.Wehrmann wirklich etwas zu verbergen hätte. So könnte er sich rechtzeitig in Opferstellung bringen und behaupten der neue BM würde Ihn wegen seines Angriffes bei der letzten GV zu recht stutzen.
    Weiß Willi was da im verborgenen schlummert?

    Gerüchte als Begründung für den Versuch die Ernennung eines neuen, scheinbar unangenehmen Bürgermeister zu verhindern?!?!? Wo war eigentlich unser lieber Gemeindevertretervorsteher Herr Friedrich die letzten Jahre? Der Ort war voll von Gerüchten. Da hat wohl einer lange Urlaub gemacht, oder erst jetzt wieder das Telefon angestellt. Wenn Herr Friedrich die Jahre und Monate zuvor den Ruf der Buschtrommeln vernommen hätte, wäre er aus dem „Schaden von der Gemeinde abwenden“ nicht mehr heraus gekommen.
    Ich sage nur Pfui!!! Herr Friedrich, bitte gehen Sie… schnell…. Ihr Taxi wartet.

    Letztendlich bleibt eigentlich nur zu sagen, dass die Gemeindevertreter ganz tief in sich gehen und überlegen sollten, ob das Ergebnis der letzten BM Wahl nicht auch eine Wertung Ihrer Arbeit der letzten Jahre und ein Wink mit dem Zaunpfahl war. Dem entsprechend sollte die Gemeindevertreter Ihre Konsequenzen ziehen und Format zeigen, sofern Sie wissen was das bedeutet. Ach ja und bitte, bitte nicht einen auf H.J. Saupe machen und wieder antreten.

  11. viva sagt

    Es ist doch erstaunlich und höchst erfreulich, wie sehr auf einmal genau die Leute, die so überheblich und selbstverliebt durch die Gegend gelatscht sind, auf einmal Schiss in der Büx bekommen. Bei dem ganzen Gewinde darum, Lars Petersen erst gar nicht die Gelegenheit zu geben, sein Amt antreten zu können oder auch jetzt noch versuchen, ihm im Amt zu schaden (Hacker zu engagieren, um alte Konten zu knacken und an die Öffentlichkeit zu bringen), zeigt doch die Armseligkeit der Möchtergern-führenden-Köpfe dieser Gemeinde. Wieviel Dreck muss an deren Hintern hängen, wenn sie sich auf Internetportale beziehen (und sonst nix interessanteres zu bringen haben), die wahrscheinlich jeder 2. eben so nutzt. Wenn diese Leute sich mal die Mühe machen würden, mit den Bürgern (Wählern) auf der sogenannten Strasse zu sprechen oder ihnen zuzuhören, würden sie ein lautes Lachen vernehmen, ob der Blödsinnigkeit dieser verzweifelten Aktion….So ziemlich jeder hat die Nase gestrichen vol, von dem ganzen Geschiebe und darum wurde ein anderer BM gewählt!!!! DAS sollte niemand aus den Augen verlieren. Die Moralapostelsache kommt um Jahre zu spät. Und so nebenbei: es zeigt ein hohes Maß an Desinteresse und Respektlosigkeit den Angehörigen gegenüber, insbesondere seiner Frau!!!!!

  12. Zeitungsleser sagt

    Habe die Seite über Google gefunden bei der Suche nach Berichten über die Ernennung von Herrn Petersen. Guter Bericht, besser als in den Zeitungen.

    Den Affront durch Herrn Wehrmann hat die Presse komplett unterschlagen. Was soll das?

    Herzlich gelacht über den „Hintersinn“ der historischen Gesellschaft. Tolle Deutung: Der Wähler hat ihn fallen lassen.

    Weiter so!

  13. Horst sagt

    Es ist unglaublich! – Diejenigen, an die die Aufforderungen von Chris gerichtet sind, informieren sich schätzungsweise hier lieber gar nicht.-

    Zur Erinnerung: Friedrich wurde angeblich von etwa 20 Menschen auf üble Gerüchte über den gewählten Bgm. angesprochen, als GV-Vorsitzender fühlte er sich verpflichtet, Schaden von Petersen(!) und der Gemeinde abzuwenden.Es gab unter Beteiligung seiner beiden Stellvertreter Lettner und Heilmann ein Gespräch mit Petersen, über das – durch alle vier unterzeichnet -von ihm selbst ein Protokoll geschrieben wurde.Zur Abwendung von Schaden von Petersen(!) und der Gemeinde schreibt er dieses Protokoll ( vollständig? ) ab, die Abschrift wird von einem seiner Fraktionskollegen an die OZ gegeben, die ihn auch zitiert – bekannte OZ-Überschrift „Bordellbesuch-Streit in Heringsdorf“ ( im mir in Fotokopie vorliegenden Original-Protokoll steht allerdings überhaupt nichts von Bordell oder Bordellbesuch, davon war auch keine Rede – und, Herr Journalist Nitzsche, die Strafanzeige wurde durch die Post am 29.5., dem ersten Geschäftstag nach dem 26. Richtung Stralsund befördert ). Nach Aussagen von vier anderen Personen erklärte Friedrich ihnen gegenüber zusätzlich wahrheitswidrig – nach Angabe der einen von ihnen ihr gegenüber zusammen mit seinem zweiten Stellvertreter Heilmann -, Petersen habe in der Besprechung zugegeben, seine Frau betrogen zu haben und in Polen im Puff gewesen zu sein – wie hieß es am Abend des 31.5. doch? – um Schaden von Petersen und der Gemeinde abzuwenden! – Nun ja, alle klar Denkenden wissen, warum wirklich.

    Ein Ehrenmann hätte nach der vielfältigen Kritik spätestens am Abend des 31.5. auf die ihm durch einen GV-Kollegen gegebene Anregung hin wegen des von ihm geschossenen ungeheuerlichen Bocks die Konsequenzen gezogen und Vorsitz und Mandat zur Verfügung gestellt. Politiker mit Charakter – auch ohne vor sich hergetragenen hohen moralischen Anspruch – haben das wegen im Vergleich läppischer Vorwürfe getan.

    Nicht doch! Am 1.6. verbreitet ein Friedrich-Filius gegenüber einer jungen Bekannten per Facebook erneut die unwahre Bordell-Behauptung, auch noch mit einer Anzahl versehen, unter Hinweis auf das von allen 4 unterschriebene Protokoll. Dazu herabwürdigende Bemerkungen über die Tätigkeit von Petersen als Bundespolizist, verbunden mit der Behauptung, Petersen biete ganz plötzlich einem Gemeindevertreter einen Posten in der Verwaltung mit mindestens 2.000 € im Monat und plötzlich leugne jener alles Negative. – Soll man glauben, das Bübchen habe sich das selbst ausgedacht?

    Jeder einzelne Gemeindevertreter möge einmal den Gedanken an das Wohl der Gemeinde, die Außenwahrnehmung von ihr über Fraktionsüberlegungen etc. stellen und – auch mit Blick auf die nächste Wahl – entscheiden, ob ein GV-Vorsitzender Friedrich noch tragbar ist!

  14. Jule sagt

    Ich wünsche uns eine erfolgreiche EM! Auf dass die Kaiserbäder und die Insel Usedom einen bleibenden guten Eindruck bei Gästen und Zuschauern am Bildschirm hinterlassen!

    Oder bin ich am Thema vorbei?

    Ach so: Herr Petersen, immer schön auf der Hut sein bzgl. der untersten Liga! Auch, wenn Sie Eigentore schießen!

  15. Jule sagt

    „Sie“ muss „sie“ heißen (Schreibfehler)

  16. Warmbader sagt

    @ Horst

    Nur damit ich das richtig verstehe: Herr Friedrich soll die Behauptung mit den Bordellbesuchen bei vier Personen getätigt haben, die auch bereit sind , das zu bezeugen?

  17. Ampelmann sagt

    @ Horst:
    Sie schreiben:
    „Nach Aussagen von vier anderen Personen erklärte Friedrich ihnen gegenüber zusätzlich wahrheitswidrig ……., Petersen habe in der Besprechung zugegeben, …… in Polen im Puff gewesen zu sein.“

    Wer sind denn die vier anderen? Das würde mich interessieren. Wäre doch mal was anderes auf dieser Insel, wenn die namentlich genannt werden, die was gesagt haben.
    Bei Herrn Friedrich erwarte ich nicht, dass er die über 20 „Ansprecher“ benennen kann. Ihnen, lieber Horst, traue ich eine höhere Moral zu.
    Also?

  18. Horst sagt

    @Warmbader
    bei jedenfalls zweien darf man sich sicher sein, von dem dritten habe ich selbst die entsprechende Aussage gegenüber L. P. mit angehört, dem vierten möchte ich nicht unterstellen, als Zeuge etwas anderes zu sagen als zu L. P.

  19. Horst sagt

    @Ampelmann
    Danke für Ihr Vertrauen, wenngleich ich die Namen ( dass es sie wirklich gibt, versichere ich ) aus wohl verständlichen Gründen an dieser Stelle nicht nennen werde. – Sie sind natürlich der Staatsanwaltschaft bekannt.

    Verstehen Sie – und alle anderen – meine Äußerungen bitte als ehrlichen Versuch, einen Beitrag zur für mein Empfinden verspäteten Ausbildung politischer Kultur und Moral in lebendiger Demokratie zu leisten – wenn Ihnen das nicht zu hehre Worte sind – , abgesehen von der Unterstützung des in meinen Augen für die Gemeinde besten Bgm.-Kandidaten.

  20. Warmbader sagt

    @ Horst

    Wenn das alles so stimmt, dann hätte Herr Friedrich auf der Sitzung in mehreren Punkten nicht die Wahrheit gesagt.

  21. Ampelmann sagt

    @Horst:
    Zunächst einmal ist natürlich das Wichtigste, dass die Namen der Zeugen bei der Staatsanwaltschaft liegen.
    Damit ist das Ganze ausreichend dokumentiert und die Spottergemeinde kann die Richterrobe ablegen.

    Ich schätze danach Ihr Engagement und verstehe, dass Sie sich schützen. Mir ging es ausschließlich darum, dass die Sache nicht mehr im Sande verlaufen kann und ich verstehe Ihre Einlassung so, dass das so ist.

    Dafür herzlichen Dank. Es sollte jeder dazu tun, was dazu gehört…

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