Mal wieder Aktionismus

Das Presseorgan der Partei mit dem unaussprechlichen Namen feiert im August in unserem Landkreis ihr jährliches “Pressefest“. Um genau zu sein, das soll am 10. und 11. August in der Gemeinde Viereck in der Nähe von Pasewalk stattfinden. Wie immer bei solchen Anlässen bricht die Region in plakativen Aktionismus aus, es wird ein Aktionsbündnis gegründet mit überregionaler Beteiligung um der Welt zu zeigen wie bunt es in Vorpommern ist. Ich könnte auf diesen Aktionismus gut verzichten, wenn statt dessen endlich in den Kommunalparlamenten konzentriert gegen die Nazis gearbeitet würde, statt immer öfter deren Anträgen zuzustimmen.

Endstation Rechts hat schon am 5. Juni auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht und unaufgeregt berichtet: “NPD-Feier im Schweinestall – „Deutsche Stimme“-Pressefest kommt nach M-V”.

Warum ich überhaupt dazu was schreibe hat aber einen anderen Grund und der macht mir persönlich mehr Sorge als Rechte in einem Schweinestall bei Pasewalk. Im Internet lädt eine “Kameradschaft deutsch-österreichische Blutsbrüder” (ich verlinke die nicht, bitte selbst eine Suchmaschine bemühen) zu einer “Nationalen Freizeit” vom 4. bis zum 12. August auf Usedom ein, am 10. August soll ein nationaler Liederabend stattfinden. Zeitgleich veranstaltet der Landesverband der Piraten auf Usedom vom 10. bis 12. August sein erstes Sommercamp.

Es gibt sicher günstigere Konstellationen.

2 Kommentare
  1. Arne Reyher sagt:

    Tscha, was soll man machen?
    Von der “nationalen Freizeit” haben wir vor ein paar Tagen erfahren. Wir lassen uns unsere Termine nicht von Nazis und anderen Bekloppten diktieren.
    Das Bündnis in Pasewalk halte ich für richtig. Auch die Piraten beteiligen sich daran.
    Schlimm ist es, da gebe ich dem Usedomspotter recht, dass die meisten der am Bündnis beteiligten Parteien ihre Auseinandersetzung mit antidemokratischen Kräften damit wieder für dieses Jahr abhaken.
    Im Kreistag und in etlichen Kommunalvertretungen gehen sie dann mit Naziabgeordneten als zum Spektrum gehörig um. Man verordnete sich die “Schweriner Linie” (alles ablehnen – außer vielleicht bei Verhinderung der erweiterten Öffentlichkeit (s.a. Kreistagsbericht auf http://www.piraten-usedom.de ) und geht davon aus, sich nicht weiter damit beschäftigen zu müssen.
    Themen wie Kommunalpolitik hinter verschlossenen Türen haben natürlich nichts damit zu tun, dass Leute die aktuellen Abläufe und Entscheidungswege immer weniger akzeptieren…
    Gemeinsam die Demokratie zu verbessern, Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten neu zu definieren – das ist der Weg, undemokratische Kräfte marginal werden zu lassen.

  2. Horst sagt:

    Schlimmer noch, über diesen Aktionismus grinsen die Nazis doch nur, solange in Gemeindevertretungen und Stadtvertreterversammlungen… (s.o.) und solange nicht – ob nun in Veranstaltungen oder im Gespräch – immer wieder auf die Schwachsinnigkeit ihrer Ideen und Parolen und das unsägliche Elend hingewiesen wird, das deren Vorbilder nicht nur über die Deutschen gebracht haben, statt ihren Rattenfängereinsätzen insbesondere bei Jugendlichen und Arbeitslosen stillschweigend zuzusehen.

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