Kraniche, nichts als Kraniche

Kurioses, Schönes, Unschönes, Lustiges, Ernstes über Usedom


Gesehen an der UBB-Haltestelle in Neuhof.




Am Montag hatte ja unser Ministerpräsident Harald Ringstorff zum Neujahrsempfang nach Heringsdorf geladen. Dies nahm die Bürgerinitiative Kein Steinkohlekraftwerk in Lubmin e.V. zum Anlass im Rahmen einer Demonstration dem Ministerpräsidenten 17.500 Unterschriften von Kraftwerksgegnern zu übergeben. In der Insel-Zeitung vom 16. Januar bezeichnete der Heringsdorfer Bürgermeister Klaus Kottwittenborg diese Demonstration als nicht hoffähig: “Sie war wirkungsvoll, aber nicht schicklich im Zusammenhang mit einem Neujahrsempfang des Landes”.
Zum Glück sind die Zeiten, in denen etwas hoffähig sein mußte, um gestattet zu werden, schon etwas länger vorbei.
Auch eine Insel wie Usedom kann sich auf Dauer dem Fortschritt nicht verschliessen. Galt früher noch das Motto “lasst Blumen sprechen” werden in Karlshagen die Passanten seit kurzem von Mülleimern angequatscht.

Bin mal gespannt, wann der erste mit dem Spruch “ich habe die Schnauze voll” in den Streik tritt.
Wenn man den Lübecker Nachrichten trauen darf, kostet so ein Ding mit der doch eher schlichten Technik (Müll passiert solargespeiste Lichtschranke, diese setzt die Ansage in Gang) und der noch schlichteren Ansprache (“Wir bedanken uns …”) stolze 3.000 Euro, aufgebracht durch die darauf werbenden Unternehmen. Spricht sehr für die Überredungskünste des Vertreters, der die Dinger den Leuten andreht verkauft.
Da hatten zwei der besten Usedomer Köche eine richtig gute Idee. Am 25. Juli tragen Ralf Haug (li.) und Hark Pezely (re.) das erste Usedomer Kochduell aus. Die Karten für das exklusive 8-Gang Menue kosten zwar stolze 100 Euro, davon gehen aber 50 Euro direkt als Spende an UNICEF. Essen für einen guten Zweck, da wird es ja wohl hoffentlich viele Mitesser geben.

Wer in der Zwischenzeit schon mal wissen möchte, wie ein echter Spitzenkoch eine Sauce kreiert, der ist bei dem berühmtesten Chef aller Zeiten genau richtig.
Man nehme einen Prinzen, der den beeindruckenden Titel und Namen “Seine Königliche Hoheit (SKH) Prinz Dah Bokpe von Allada” trägt, lade den ein und posaune es auf der Insel Usedom herum. Die Töne landen auf dem Schreibtisch von jemandem, der eine noch viel größere Posaune hat. Der posaunt es in die weite Welt hinaus. Weil es ja so schön klingt und weil es auch ein gutes Echo geben soll, wenn Majestäten im Spiel sind. Schade nur, wenn das Echo irgendwie komisch klingt. Hat wohl vorher keiner die Noten so richtig gelesen.
Dummerweise gibt es gar kein Königreich von Allada, jedenfalls keines wie man es sich üblicherweise so vorstellt. Allada ist eine Kleinstadt im Süden der Republik Benin in Westafrika und diese Stadt hat einen König, Kpodégbé Djigla. Einer von 81 Königen in Benin. Gibt es da eigentlich jemanden, der sich nicht “Seine königliche Hoheit” nennen darf? Dieser König hat seinen Neffen Dah Bokpe zum Prinzen gemacht. Netter Zug vom König. Dafür vertritt der Prinz jetzt als “Generalbevollmächtigter für Europa-Angelegenheiten” den König und dessen nicht vorhandenes Königreich. Netter Zug vom Prinzen. Wenn er nicht gerade den König vertritt, betreibt er in Berlin ein Taxiunternehmen und ein Reisebüro oder wird von Leuten eingeladen, die sich gerne im königlichen Glanze sonnen. Für Voodoo ist er auch noch zuständig. Vielleicht sollte man den Prinzen als Marketingexperten engagieren. Sich selbst vermarktet er auf jeden Fall perfekt.
Falls einer der Chefs der Posaunisten ob dieses medialen GAU’s leichte Rachegelüste hat, dann sollte er mal bei voodoozauber.ch vorbeischauen. Da kann man sich eine virtuelle Voodoopuppe herrichten und sie beschwören. Es gibt auch eine Menge Nadeln für Schmerzen da.