Letzter Anlauf für eine zweite Marina auf Usedom

Politisches

Nun also doch. Die Heringsdorfer Gemeindevertretung hat sich nach jahrelangen, endlosen Diskussionen doch entschlossen, eine Variante für eine Marina in den Kaiserbädern im Rahmen eines Raumordnungsverfahrens (ROV) auf Umsetzbarkeit prüfen zu lassen. Allerdings war die Entscheidung denkbar knapp mit neun Stimmen für und sieben Stimmen gegen das Raumordnungsverfahren und ist nur der Tatsache zu verdanken, dass vier Gemeindevertreter nicht anwesend waren, von denen man drei dem Lager der Marinagegner zurechnen kann. Glücklicher Umstand für die Investoren, ansonsten wäre das Thema (zumindest nach meiner Meinung) endgültig begraben gewesen.

Mit der Begründung seiner Nein-Stimme sorgte Joachim Saupe für Heiterkeit im Publikum. Er äusserte sich sinngemäß so, dass er schon zweimal Schiffbruch mit seiner Zustimmung für eine Marina erlitten habe und darum jetzt gleich mit Nein stimme. Auch der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Helmut Friedrich, hatte eine etwas eigentümliche Auffassung zu den Auswirkungen des Raumordnungsverfahrens. Er suggerierte mit seinem Beitrag, dass wer nun für ein Raumordnungsverfahren stimme auch hinterher für eine Marina stimmen müsse. Was schlicht falsch ist. Es gibt weder eine moralische und schon gar keine rechtliche Verpflichtung zur Umsetzung eines Vorhabens, auch wenn es als raumverträglich eingestuft wird.

In einem ROV wird festgestellt, ob ein geplantes Bauprojekt in die Gesamtentwicklung einer Region passt, ob es im Falle einer Umsetzung Mensch, Tier und Pflanzenwelt stören und ob es Einfluss auf das Trinkwasser oder das Klima haben würde, aber auch, ob es ökonomisch und sozial sinnvoll ist.

Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung

Die im Rahmen der Präsentation vor der Sitzung gezeigte Variante für eine Marina im Bereich der früheren Bohrschlammfelder neben dem Schloonsee hat gegenüber der von 2006, als keine Mehrheit für ein Raumordnungsverfahren zustande kam, deutlich abgespeckt. Vor allem sind sämtliche Hochbauten, die für die Vermietung bestimmt waren, weggefallen und der Aussenhafen wurde komplett überarbeitet. Maßgeblich dafür waren offenbar die Erfahrungen, die mit den Seglerhäfen „Hohe Düne“ in Warnemünde und in Kühlungsborn gesammelt wurden.

Bei der Präsentation sollte man immer im Hinterkopf haben, dass der Investor sein Vorhaben naturgemäß im besten Licht darstellt und man durchaus die eine oder andere Aussage hinterfragen kann und auch muss.

Das Vorhaben bietet aus Sicht der Befürworter einige Vorteile für die Kaiserbäder:

    Die etwa sechzig sehr exklusiven Bauplätze für Häuser mit eigenem Liegeplatz sind Anreiz für eine Klientel, die sich zur Zeit wenig bis gar nicht für Usedom interessiert.
    Ein großer Auffangparkplatz für Tagesgäste
    Ein attraktiver Aufenthaltsbereich für alle Touristen durch die zentrale Lage, ein Bootshafen ist ein Anziehungspunkt nicht nur für Segler
    Zusätzliche Kaufkraft im Ort durch die Segler

Aber es gibt auch die Nachteile, die von den Gegnern ins Feld geführt werden:

    Unterbrechung des Strandes (über die vorhandene des Sack-Kanals hinaus) und Veränderung des Strandbildes
    Unterbrechung des Verkehrs auf der Maxim-Gorki-Straße und der Promenade während der Brückenöffnungszeiten
    Massiver Umbau der Landschaft im Bereich des inneren Hafenbeckens

Für mich gibt es noch einiges an offenen Fragen, für die ich mir Klärung im Rahmen des Raumordnungsverfahrens erhoffe:

    Was passiert mit den Trinkwasserbrunnen auf der anderen Seite der Landesstrasse, wenn der künstliche See mit Salzwasser gefüllt wird?
    Kann die gewählte Zufahrt die zu erwartenden Mengen an Verkehr aufnehmen?
    Führen das zusätzliche Angebot an Gastronomie und Ladenflächen in der geplanten Passage zu einer Austrocknung des Zentrums von Bansin?

Und das ist noch keine abschliessende Aufzählung.

Wie geht es jetzt weiter?

Zunächst wird das Amt für Raumordnung und Landesplanung Vorpommern dem Investor aufgeben, welche Unterlagen und Gutachten er beibringen muss. Das geschieht in aller Regel in einem sogenannten Scooping-Termin, bei dem auch die Träger öffentlicher Belange beteiligt sind. Wenn alles da ist, wird das gesamte Material öffentlich ausgelegt und jeder kann dazu seine Bedenken und Anregungen vorbringen. Am Ende steht nach einer Abwägung der eingegangenen Bedenken und Anregungen eine landesplanerische Stellungnahme, die entweder die Vereinbarkeit mit der Gesamtentwicklung der Region feststellt oder auch nicht.

Bei einem positiven Bescheid ist es an der Gemeindevertretung zu handeln. Für eine Umsetzung müsste der Flächennutzungsplan der Gemeinde geändert werden und ein entsprechender Bebauungsplan aufgestellt werden. Angesichts der zwiespältigen Haltung der Gemeindevertretung zu dem Vorhaben werde ich auf jeden Fall im Falle einer positiven landesplanerischen Stellungnahme die Durchführung eines Bürgerentscheides als sogenanntes Vertreterbegehren nach § 20 Absatz 3 der Kommunalverfassung beantragen.

Wenn die Gemeindevertretung bei so einem großen Vorhaben keine Einigkeit erzielen kann, sollte der Bürger das letzte Wort haben.

P.S.: Es gab eine namentliche Abstimmung in der Gemeindevertretung, das Ergebnis stelle ich hier noch ein, sobald ich die Namen von der Gemeindeverwaltung habe. Ich selbst habe für die Durchführung des Raumordnungsverfahrens gestimmt.

Und hier noch die passende Musik zum Thema.

87 Kommentare

  1. Frank Lettner sagt

    Bei diesem Thema muss es einfach einen Bürgerentscheid geben, das war ja auch meine Intention auf der GV. Diese Entscheidung müssen unsere Einwohner mittreffen dürfen, denn es handelt sich dabei wohl um die gravierenste Veränderung der Region.

  2. Kaiserbädler sagt

    Kann mich den Kommentaren der Vorschreiber Merkle und Lettner nur anschließen.
    Es ist lediglich eine Prüfung der Machbarkeit, wodurch dieses Thema endlich einmal einer fundierten fachlichen Prüfung unterzogen wird. Alles andere folgt erst danach und auch nur im Einvernehmen mit einer demokratischen Mehrheit in der Bevölkerung.
    Lasst dieses wichtige Thema nur nicht durch unsere fachkundigeren erwähnten Volksvertreter entscheiden. Taxis und Essenausgabefahrzeuge fahren nicht über Wasser und auch 20 Jahre finanzpolitischer Ausschussvorsitz bedeuten keine repräsentative Volksmeinung.

  3. UWE sagt

    Warum wird die Frage wie es mit der Bildungspolitik im Ort weitergeht nicht durch einen Bürgerentscheid entschieden, handelt es sich doch um eine Gemeindeinvestition?
    Warum soll die Frage zur Marina durch einen Bürgerentscheid entschieden werden?
    Geht es dann um Weiterentwicklung des Tourismusstandort oder um das aufleben politischer Ideologien? Dies ist eine Privatinvestition und bringt der Gemeinde dauerhafte Einnahmen!

  4. Kaiserbädler sagt

    Bildungspolitik gleich Schulhülle oder Unterrichtsinhalte ?

    Am Erhalt der schlechten Schulhülle der EGS sind Sie, lieber Herr Uwe doch schon 2009 maßgeblich beteiligt bzw. verantwortlich gewesen. Oder haben Sie das Konzept Schulcampus auf dwm altem Sportplatz Ahlbeck nicht schon damals zusammmen mit Ihren Parteikollegen gekippt ? Und waren Sie es nicht auch, der damals die Warnungen über Platzmangel im alten EGS Schulgebaude von Frau Meißner und Herrn Schultz in den Wind geschlagen haben ? Warum haben Sie dem Umbau ehemaliges Gymnasium zur Grundschule denn zugestimmt. Fehlte Ihnen nur die Alternative oder wollten Sie bis jetzt nicht das Beste für die Kids ?
    Und wer hindert Sie mit Ihrer politischen Fachkompetenz und Weitsicht auch das jetzige Konzept zu kippen.
    Denke Frau Vehreschild, Eltern, Lehrer und Kinder werden es Ihnen zu danken wissen, wenn Sie noch zehn Jahre im jetzigen Gebäude verweilen dürfen, denn die andere Hülle (nicht Bildungskpnzept oder -inhalt) scheint mir bei 24Millionen wohl kommunal nicht finanzierbar.

  5. Frank Lettner sagt

    @ Uwe
    Angst das der Einwohner etwas anderes wil als die Mehrheit der Gemeindevertreter? Zweimal hat es sich ja nun schon gezeigt das die Einwohner und die Gemeindevertreter in Ihrer Mehrheit nicht übereinstimmen. Was die Bildungspolitik angeht, sollten Sie mal lieber fragen warum Sie den Beschluss zum Neubau auf dem Sportplatz in Ahlbeck mit gekippt haben, weil es nicht in klein Heringsdorf lag? Sind Sie eigentlich Gemeindevertreter für die gesamte Kommune oder nur für „Ihren“ Ortsteil? .

  6. Horst sagt

    Wer mit dem Begriff Bildungspolitik operiert, sollte sich doch bitte erst einmal darüber klar werden, was alles Gegenstand der Bildungspolitik ist – so ziemlich als letztes die Frage nach den Gebäuden der öffentlichen Bildungsanstalten.
    Wer sich als Bildungspolitiker berufen fühlt, sollte sich – was der Heringsdorfer Gemeindevertretung gut tun dürfte – um ein Landtagsmandat bemühen, Bildungspolitik ist bekanntlich noch den Ländern vorbehalten.

    Was nun die Wünsche des Herrn Uwe für das alte Gymnasium angeht: 1970 hatte ich das Glück, das südliche Afrika bereisen zu können: In Lusaka, Hauptstadt von Zambia, sah ich einen imposanten Gebäudekomplex mit Kupferdächern und allem vom Feinsten und erfuhr, es war die auf Entscheidung seiner Exzellenz, des Präsidenten, neu gegründete und gebaute Universität des noch nicht so sehr lange unabhängigen Staats. Forschungs- und auch nur Ausbildungsleistungen jener Universität? – Diese Frage wird vor Ort schweigend beantwortet. – Und Zambia war zu der Zeit reich allein schon wegen seiner Bodenschätze und Entwicklungshilfe-Gaben, Heringsdorf hat heute nach Verschleuderung von hunderttausenden von Euro in der Ägide des vergangenen Bürgermeisters und der noch bestehenden Gemeindevertretung nicht einmal einen ausgeglichenen Haushalt.

  7. egln sagt

    Im Text sind Aussagen mit – – – … – – – gekennzeichnet, die mit besonderem Augenmerk auf Geistige Verarmung und alla Snob zu sprechen sind.
    Getreu dem Motte aus der Letzten Folge die Anstalt: „Ich frage mich manchmal wie man so viel essen kann um so viel zu kot_zen“

    … in zehn Jahren leben wir wie die ehemalige Bevölkerung von Sylt. Die haben so viel finanzkräftige Hausbesitzer, dass sie selbst nicht mehr auf der Insel lebne können. Oh- bei Licht betrachtet- da brauche ich nur im November durch Ahlbeck, wo dann alle tollen Pensionen still und starr ruhen.

    Nun kann man ja nicht von der Hand weisen, dass der Strand immer schmaler wird und die Netten Leute von der Präsentation anscheinend auf die Probleme mit der Strömung eine Antwort haben. Gut, sofern man da positive Beispiele kennt, was den Küstenschutz angeht, darf man wohl hoch erfreut sein.

    ABER ich sehe da noch folgende Probleme:
    (Abgesehen von der offensichtlichen Befangenheit „einiger“ Abgeordneter)
    -1 Im Sommer sind die Straßen schon überfüllt, ein großer Parkplatz bringt vielleicht Entlastung direkt im Ortskern, da steht aber noch garnicht fest, ob der – – – gutbetuchte Mercedes Fahrer – – – mit seiner Luxusdreckschleuder nicht doch bequem bleibt und durch fährt.
    Die Zufahrtsstraßen bleiben verstopft, werden noch mehr belastet sein, da die neue „Attraktion“ Touristen (wie behauptet) an zieht.
    (sehe schon Autobahnen auf Usedom und gefällte Alleen)
    -2 Der Bereich zwischen Kanal und Schloonsee, und auf der anderen Seite des Kanals ist naturbelassen, da wächst Gestrüpp und wuchern Bäume und liegt alles brach. Wunderbar. Mir gefällt der ruhige Weg da entlang, direkt vom Strand nach Gothen, und das werden auch sicher noch andere Urlauber sagen. Der soll weichen?
    -3 Und nocheinmal zur Überfüllung: Das sind ja dann nicht nur die Straßen, das sind ja dann auch die Wege, die Promenade.
    Toll; Es werden keine neuen Ferienwohnungen gebaut, also werden die bisherigen und noch kommende Bettenburgen ausgelastet, dafür aber auch länger, das ist wohl dann OK?
    Nun hatte man einmal die Chance etwas komplett zu ändern 1990 und hat doch alles beim alten gelassen.
    -4 Ich will nicht in einem Ort wohnen, in dem alle nach dem Motto leben:
    Jeder alleine und mein Auto is größer als deins.
    Darauf wird es hinauslaufen: Alte Reiche, die mit ihrem Boot am Haken auf der avangardistischen Veranda hocken und einem hinterherglotzen, weil der Tag so viel geistigen Inhalt bietet wie ein Taschentuch beim Kauen.
    Oder aber das sind – – – dynamische, illoquente Unternehmer, das Rückrad der deutschen Wirtschaft – – -, auf Abenteuerurlaub zwischendurch- an der wunderbaren- – -exklusiven- – – Ostseeküste.
    Die Gefahr sehe ich.

    Das ist so traurig. Wenn sich diverse Leute in Gefahr sehen, dann ziehen sie sich zurück auf die immer gleichen abgekauten Argumente.
    -„- – – Die kommunale Wirtschaft mus gestärkt werden.- – – “
    -„- – – Die Kaufkraft im Ort muss doch gestärkt werden, damit der kleine Mann wieder etwas mehr in der Tasche hat.- – – “
    -„- – – Die struckturschwache Region muss jede Möglichkeit nutzen um Arbeitsplätze zu schaffen.- – – “

    Dabei wissen wir doch alle: Die Kinder, die wir an unserer Schule beginnen aus zu bilden, die Gehen weg, sofern sie bessere Ambitionen haben, als sklavenmäßig im Hotel zu arbeiten, oder aber sie müssen sehen wie sie das machen mit einem Job, denn die armen armen Leute von der DEHOGA und von der Seebrücke sind so arm, dass sie die billigsten Arbeitskräfte verwenden, die es gibt.
    Ein Hoch auf den bestehenden Wechselkurs zwischen Polen und Deutschland!
    Ein Hoch auf die AfD- so ein Schrott!
    – – – Das Angebot sucht sich eben seine Nachfrage, nicht wahr?- – –

    Das Verhältnis ist in Heringsdorf so weit aus den Fugen geraten, das einem die Spucke weg bleibt.
    Auf die Gefahr hin, dass mir noch einige Klamauckbelehrungen nachlaufen weden:
    Man wirbt immer mit der großen Vergangenheit im Ort, und wer alles schon da war.
    Und warum kamen die einstmals da hoch? Weil die Natur größer ist, die Zeit langsamer geht, die Luft wie Äther, und man noch durchathmen kann. Jetzt ist das nich mehr selbstverständlich.
    Aber das brauche ich ja – – – Dem Mann von Welt- – – nicht sagen.

  8. HerrLehmann sagt

    auch ich halte die kombination aus raumordnungsverfahren und bürgerentscheid für die richtige lösung.

    aus meiner sicht als segler braucht kein schwein einen hafen in heringsdorf, das argument etappenhafen ist quatsch, wenn die nächste etappe nach swinemünde nur 5 seemeilen (1h) entfernt ist.

    aus touristischer sicht bin ich schwer dafür. wir vermarkten die ostsee und den strand. ein hafen gibt dem ganzen den aus meiner sicht notwendigen maritimen flair.

    und es ist eine attraktion mit einem gewissen chic. tausendmal besser als plastikerdbeeren.

    aber schauen wir erst einmal, was das verfahren bringt. der eingriff in die natur ist nicht unerheblich, sowohl im küstenbereich als rund um das hafenbecken.

  9. Kaiserbädler sagt

    Tja, leider ist den meisten Aussagen nichts hinzuzufügen. Ob man es so deutlich sagen muss, kann ich nicht beurteilen, ob es die Meinung der Bevölkerung ist, auch nicht.
    Aber trotzdem heiße ich das ROV gut, denn danach sind endlich einmal alle Fakten auf dem Tisch und jeder Einwohner sollte sich damit beschäftigen, um dann die Zukunft unserer Gemeinde mitzubestimmen.
    Das unsere werten Politiker nur sich selber und ihre großartigen Karrieren sowie ihre Selbstbedienung im Kopf haben, beweist die oben zitierte Aussage unseres kompetentesten Finanzexperten, dem lieben Jockel, der mit NEIN stimmte, aber nicht aus Überzeugung, sondern weil er keinen Schiffbruch vor der nächsten Wahl erleiden will.
    Also lasst uns sehen, was die Experten sagen, bilden uns dann eine Meinung und nutzen die Kommunalwahl 2014, um unsere demokratische Mehrheitsentscheidung zu treffen.

  10. Ampelmann sagt

    @egln
    Tut so viel Neid eigentlich weh?

  11. egln sagt

    @Ampelmann
    Geistiger Insuffizienz ist nur schwer Abhilfe zu schaffen… Ja,Ja.

  12. CD74 sagt

    Mercedes-Fahrer mit Luxusdreckschleuder?? Diese Neidgesellschaft kotzt mich an!! Solche Objekte schaffen, auch wenn es abgedroschen klingt, Arbeitsplätze. Das das dann dort tätige Personal auch vernünftig entlohnt werden muss, steht auf einem anderen Blatt und wäre selbstverständlich zu begrüßen. Wenn man allerdings sieht, was ein Angestellter im größten Gewerbe auf Usedom am Ende des Monats netto in der Tasche hat, kann man den Frust verstehen. Das die Betroffenen dann in einem Bürgerentscheid verschnupft sagen: „Diese Bonzen mit ihren Yachten brauchen wir hier nicht!“ ist nachvollziehbar. Am Erfolg einer Region sollten alle teilhaben. Dazu gehört nunmal auch eine übertarifliche Entlohnung. Wir praktizieren das, obwohl wir der Lohndumping-Konkurrenz damit einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Die Zufriedenheit aller stärkt das Gemeinwohl nachhaltig. Und wenn ich hier von meiner Arbeit hier gut leben kann, ist es mir egal, ob im schicken Yachthafen jemand mit einer 500.000 Euro Yacht liegt. Wenn er dann Abends für 500 Euro Champagner schlürfen geht, umso besser. Man sollte dabei auch nicht vergessen, das viele dieser „Gutbetuchten“ sich ihren Wohlstand von der Picke auf an erarbeitet haben. Diesen „taschentuchkauenden“ Menschen dann auch noch geistigen Armut zu unterstellen ist eine Frechheit. Das ist Schüren von Sozialneid auf dem Niveau von RTL!

  13. CD74 sagt

    Es geht hier nicht nur um einen Etappenhafen. Das maritime Flair der Insel würde standesgemäß aufgewertet. Man bedenke nur die sportlichen Möglichkeiten. Eine internationale Regatta um den z.B. „Usedom Cup“, wäre ein Highlight im norddeutschen Raum. Auch auf die Gefahr hin, in das politisch unkorrekte Lager abgeschoben zu werden, sei die Frage erlaubt: Sollte man dieses Geschäft den polnischen Nachbarn überlassen? Was ist so schlimm daran eine kontaminierte Brache maritim zu erschließen. Ich bin dafür! Punkt! Aus!

  14. egln sagt

    @CD74

    Ja, da war schon recht hart, aber man sieht ja, was zu Tage gefördert wird.

    Das muss man sich mal vorstellen:
    Ein Mann, 52 Jahre alt arbeitet zwanzig(!) Jahre bei ein und dem selben Arbeitgeber aus Heringsdorf. (Da kann er sich ja glücklich schätzen sagen sie vielleicht.) Deutschlandweit muss man da fahren, bei jedem Wetter. Und wenn man von Heringsdorf, wo selbiger „Bonze“ nur wohnt nach Dortmund muss, um da etwas ab zu laden und zu holen, dort unter Druck um 21.00 Uhr ankommt, die Ladung zu zweit bis in den 4 Stock tragen muss (wo andere mit einem Kran und zwölf Leuten kämen, hätte der Chef denn genug Geld), dann weiter fährt nach Berlin, dort neu aufläd, weiter fährt nach Hamburg ausläd neu einläd und nach fünf Tagen mit nur zwölf oder, Ok etwas mehr Stunden Schlaf nach Hause kommt, dann kann man, denke ich, den von ihnen und ihrem Vorgänger so genannten „Sozialneid“ verstehen. Ja das ist halt so, kann man dann sagen und darauf verweisen, wie sich heutige Unternehmer, also die sogn. „Reichen“ hochgearbeitete hätten. Und ihr schicksal in die Hand genommen haben.
    Und dann sage ich ihnen auch: Ja das stimmt.

    Sie müssen sich das mal auf den Fingerspitzen zergehen lassen, wie heißes Wachs, ihre Argumente gegen meine „Hasstirraden“:
    Wenn sie so eine Arbeit machen müssen, dann bekommen sie einen Lohn von gerade noch 600 Euro, ohne Spesen, die streicht die Unternehmensführung, kein Geld, dann wurde der Lohn, sie werden es mir glauben müssen, auch wenn es schwer fällt, nicht pünktlich gezahlt.
    Zuletzt, das war vor nicht ganz einem Jahr, wurde der Mann, um den es hier geht nach zwanzig Jahren ohne einen einzigen Euro Abfindung entlassen.

    Ich denke da ist ein etwas schrofferer Hinweis auf unsere -man verzeihe mir das an dieser Stelle- parasitäre Kapitalgesellschaft und ihre Vertreter in Gemeinderats umgebenden Interessensspären durchaus legitim.

    Es ist ja nicht so, das Usedom kein Renome bei solchen Vertretern hat.(was sie sich im weiteren Verlauf immer wieder vor Augen halten sollten)

    Da sie durch ihre doppelten Fragezeichen am Anfang der Argumentation sicherlich zum Ausdruck bringen wollten, was das schon wieder heißen soll, dann möchte ich ihnen nurnoch mitteilen, das der ehemalige Arbeitgeber des Mannes heute eine Luxuskarrosse von größtem Ausmaßes sein Eigen nennt, die in meinen Augen als die oberste Spitze des Zynismus Jener gelten muss, der dem unteren Drittel der Arbeiterschaft (in Lohn und Würde) entgegenweht.
    Und das sagten sie ja schon sie können den Frust verstehen. Dann Akzeptieren sie es bitte, das sich Leute unter solchen Bedingungen auch verunglimpfend äußern würden.

    Sie sind der Finte übrigens auf den Leim gegangen:
    Man stelle sich ma vor sie stünden diesem Mann gegenüber; was sagen sie ihm dann?
    Das setzt natürlich ein wenig soziales Gewissen voraus.

    Das? Traurig? Aber irgendwie auch eine geistige Bankrotterklärung; vielleicht nicht ihrereseits, aber eine der Deutschen Gesellschaft, denn wie viele Leute würden nicht änlich argumentieren.

    Sehen sie: wenn der Arbeitnehmer in dem Autowerk zu Weihnachten oder am Monatsende nach Hause kommt, dann freut er sich, weil gut ausgebildet (im Übrigen qualitativ wohl gleichwertig einer Krankenschwester) einen Lohn von wie viel Euro erhält? 4000? Ist das korrekt?
    Wo ist da das Verhältnis?
    Das steht doch nicht auf einem eigenen Blatt.
    Der eine schweist Bleche zusammen und baut die Autos, von denen ein Gutteil nach China exportiert wird, weil heiß begehrt.
    Die Andere pflegt zum Teil schwer kranke Menschen am Ende ihres Leben, begleitet sie (man verzeihe mir das Pathos) hinüber.

    Die Luxusdreckschleudern schaffen neben den banalen volkswirtschaftlichen Tatsachen, die ihnen hoffendlich klar sind, nur eines Mehr Treibhausgas, mehr Umweltverschmutzung und sind objektiv -das Letzte.

    Es ist eine innere geistige Haltung sich trotz Millionen nicht große Yachten und riesige Luxushäuser und große VW, BMW, Mercedes, Hummer und eine eigene Politik zu leisten, bescheiden zu sein, sondern sein Geld gemeinnützig zur Verfügung zu stellen.
    Da kenne ich nicht viele Leute in Heringsdor. Auf ganz Usedom?

    Da muss man mal drüber nachdenken, was in unserer Gesellschaft falsch läuft.
    Da klingt der O Ton zum Angekündigten Besuch der Kanzlerin in Heringsdorf wie Hohn.

    Daher finde ich nicht, dass die Bevölkerung „verschnupft“ reagiert, es hätte nur noch gefehlt, das an der Stelle nich Bevölkerung, sondern „schrille Minderheit“ gestanden hätte.
    Politik sollte empfindlich reagieren, wenn die Bürger sich von ihr abwenden. Aber Oberes hört man ja immer wierder.

    Man kann mir ja Populismus und Aggitation vorwerfen (ich bezeichne das in obigem Lichte eher als Beispiel).
    Das Schlimmste kommt ja noch:
    Was ich ihnen und allen Gleichen vorwerfe ist Ignoranz!
    Wie können sie das sagen:
    „Ja wenn ich hier von der Arbeit gut leben kann, dann habe ich doch garnichts zu murren, dann kann mir das doch egal sein mit den Yachten und dem Hafen und den Häusern, und wenn die gut situierte Urlaubsbevölkerung von Heringsdorf dann noch viel Geld in die hiesige Wirtschaft (also ehrlich gesagt in die Taschen der hochgearbeiteten Heringsdorfer „G8″) pumpt, dann ist alles in Butter.“
    Kleiner Mann sei still. Oder wie??

    Bis hierhin kann ich nur sagen: Das ist kein Sozialneid, das ist der Ruf nach Gerechtigkeit.
    Sie haben da sicher recht: Die Welt ist ungerecht, und wir alle in Heringsdorf werden sicher Alles Schlechte nicht abändern können, aber in meinem Ort, bei allem Respekt für die Jenigen, die Siet 1990 versucht haben dauerhaft konstruktive Arbeit im Sinne der Bürger -und- ihrer Umgebung zu leisten. in meinem Ort kann ich das.

    Ich kann keine Menschen umerziehen, aber ich kann sie alle, die sich angesprochen fühlen mal zum Nachdenken anregen, ob die Bürger von Heringsdorf nicht mal überlegen sollten, ob sie ihren Kapitalwohlstand nicht lieber auf ein moralisch festeres Fundament stellen sollten; und nicht, wie all die Jahre immer und immer wieder dem trunkenen Sehnen nach einem Außenhafen in Heringsdorf- Bansin und noch mehr Infrastruktur entgegen rennen.

    Das finde ich währe ein Zeichen für den Erhalt der Schönheit unserer Insel und der Natur, wenn die Leute das ROV erst garnicht angekurbelt hätten.

    Jetzt mahlen die Mühlen der Bürokratie wieder gaaaaaaanz langsam weiter.
    Und wenn die Bevölkerung im Fall des Falles „Nein“ schnupft, dann sind für Einige womöglich wehnigstens die Weichen gestellt, nicht jetzt, aber strategisch betrachtet, irgendwann Bauland zu erschließen.
    Das ist dann Gier.

    Und was den zweiten Teil angeht.
    Die Insel Usedom hat einen Hafen, groß und schön. In Swinemünde. Ich bin mir dem schon bewust, das da Probleme bestehen bezüglich der Kommunikation, aber warum soll man nicht immer weiter bezüglich eines Sportereignisses in einen Dialog treten.
    Ist das den noch nicht passiert?

    Wenn man im Übrigen immer die große Vergangenheit der Insel Usedom hervorhebt (Feyninger etc), besonder die von Heringsdorf zu den Kaisertagen, dann sollte man sich überlegen, ob ein historisch nicht gewachsener Hafen in das Bild des Ostteils von Usedom, einem Naturpark passt, dessen Ruhe und Schönheit direkt und indirekt in die Lebenswerke der größten Denker des vergangenen Jahrhunderts eingegangen ist.

    Wenn sie jetzt bis hierher gekommen sind danke ich ihnen, mir nochmal zugehört zu haben.Punkt.

  15. Ampelmann sagt

    @egln:
    Tun sie uns doch bitte den Gefallen, ihre von Neid, Hass auf den Erfolg anderer und verklärender Sozialromantik verzerrtes Weltbild sowie ihre Fähigkeit, die Zukunft vorauszusagen, zu bündeln und anderswo zu Gehör bringen.
    Es gibt da in London so eine Ecke im Hyde Park, da könnten auch sie auf eine mitgebrachte Kiste steigen und die Welt an Ihrem Wissen teilhaben lassen.
    Dort könnten sie auch mit Fremdwörtern um sich werfen, ohne sich um die Orthografie zu kümmern.

    Scherz beiseite, es lohnt nicht, auf Ihren Wortschwall einzugehen. Wenn Sie meinen, eine Gesellschaft an einem einzigen Fall, der wahrscheinlich frei erfunden ist (Fakten? Namen?), festmachen zu können, und daraus ihre Weltuntergangsprognose herzuleiten, kann man sie wohl kaum ernst nehmen. Das schlimme ist nur, dass Weltuntergangsverbesserer wie sie immer für sich in Anspruch nehmen, für die schweigende Mehrheit zu sprechen und im Internet eine Plattform erhalten.

    Vielleicht können wir aber jetzt zur Sache zurückkommen, es lohnt sich wirklich nicht, weiter darauf Zeit zu verschwenden.

    Wir sollten lieber über die Marina diskutieren und versuchen, das sachlich zu tun.

    Ich denke, dass der Tourismus auf Usedom sinnvolle Ergänzungen im Bereich Freizeit dringend braucht. Und da fällt doch auf, dass das Thema Wassersport überhaupt nicht zum Tragen kommt.
    Sicher wird es in ein paar Jahren solche Angebote in Swinemünde geben. Es wäre aber richtig, dem dort zu erwartenden Massentourismus eine solch exklusive Anlage in den Käsebädern entgegen zu setzen.

    Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass die polnischen Touristiker einen deutlichen Wettbewerbsvorteil (Löhne, Sozialgaben, Kündigungsschutz, Besteuerung etc.) haben. Dem müssen wir irgendwie begegnen. Mit all den Steuern, Abgaben und unserem bequemen sozialen System können wir „billig“ nicht.

    Wir können nur „teuer“, also High End. Und da passt so ein exklusiver Hafen sehr gut ins Bild. Ein wenig mehr Exklusivität, Champagner und Hummer statt Bockwurst wären gerade in den Kaiserbädern mit ihrer besch…eidenen Nähe zur billigen Konkurrenz bestimmt nicht falsch, um sich abzugrenzen und Anreize zu schaffen, hier abzusteigen.

    Wenn wir weiterhin versuchen, die Polen auf der Billigschiene zu „überholen ohne einzuholen“, werden wir scheitern. Dann kann egln bald wieder ganz alleine am Strand auf „SEINER“ Insel das wuchernde Gestrüpp bestaunen.

  16. Volkesstimme sagt

    okay @ ampelmann sachliche Diskussion zum Thema Marina und warum schreibst Du dann unsachlich es findet auf Usedom kein Wassersport statt? Gehört das Hinterland mit Achterwasser nicht zur Insel Usedom? Ist maritier Tourisusmus wirklich nur möglich mit einem Segelhafen inkl. großem Molenbauwerk? Was gehört dann alles zum maritimen Tourismus? Sind jet Ski maritimer Tourismus? Oder „Banane-fahren?“ oder Kite surfen? Vielleicht sollte man erstmal (im allgemeinen) definieren was alles zum maritimen Tourismus gehört und was davon (sicherlich nur ein Teil) zwingend auf eine Marina angewiesen ist. Es ist doch nicht so dass hier ein groser weißer Fleck herscht was a) den maritimen Tourismus angeht und b) die Nähe zu anderen Marinas. Interessant vielleicht auch darüber zu dieksutieren, welche Größe so ein Bauwerk haben wird (natürlich auch die Mole). Was aus Sichtbeziehungen werden wird, die sich verändern werden. Schaut mal vom Swienmünder Strand aus, nachdem dort die neue Mole für das Gasterminal gebaut wurde, Richtung Wolin, der Blick zur herrlichen Steilküste ist eindeutig „versaut“. Auch das sind Aspekte die man betrachten sollte, bei einer Abwägung über das Für und Wider. Da geb ich Ampelmann vollkommen Recht lass uns sachliche Argumente austauschen und über die Sache diskutieren.

  17. egln sagt

    @ Ampelmann

    Das ist dann wohl die Returkutsche mit ihren Verunglimpfungen „Hass und Neid auf den Erfolg anderer“ und „Sozialromantik“.

    Sie scheinen den Namen der Amerikanischen Millitärfahrzeug Marke nicht zu kennen.

    Ich fände das mit dem Strand für mich auch garnicht schlimm, das ist aber unrealistisch, wie sie sagen.

    Für den Bedarf an mehr Freizeitmöglichkeiten gibt es ja auch einen einfachen Grund: man hat immer mehr Fehrienbetten gebaut, und wenn jetzt mal eine schlechte Saison lauert, dann fürchtet sich die Hotellerie vor zu großen Ausfallquoten. Selbst schuld kann ich da nur sagen.

    Was meiner Meinung nach sehr viel zur Sache tut, ist die notorische, immer wieder kehrende Ignoranz.
    Ignoranz was den Umweltschutz angeht, Ignorantz was die Sozialpolitik angeht.
    Haben sie sich das mit der Bescheidenheit denn mal durch den Kopf gehen lassen?

    Sehe und höre ich aber oft in unseren Breiten.

    Da ja alles anonym bleiben soll, kann ich ihnen im Übrigen auch keine Namen nennen.
    Ich weiß nur, dass es der Wahrheit entspricht, und das sie wider Wissen mir das als Schwäche in der Argumentation vorwerfen sagt schon einiges.

    Von der Hand zu weisen ist der große Niedriglohnsektor in Deutschland sicher nicht.
    Daher können sie es ja halten wie sie wollen mit dem Bericht meinerseits.

    Das es sich bei meiner Insel um MEINE Insel handelt war ganz sicher nicht als Vereinnahmungsgeste gemeint, sondern nur als
    „Home is numal where your heart is“

    Da war auch keine Weltuntergangsprophezeihung, sondern ganz trockene Analyse. (PIK, MPI für Klimaphysik könnte ihnen auf die Sprünge helfen.)

    Außerdem ist doch klar wie in einigen Orten die Politik beeinflusst wird. Da ist Misstrauen gegen derartige Verfahren sicher angebracht.

    Und deshalb lehne ich die Marina ab. Ein politisches Zeichen währe das.

    Und das sage ich nochmal und mit Nachdruck:
    Usedom ist einer der schönsten Flecken Erde die es gibt. Die Insel ist rau, still, und alles ist weit, wenn man will kann man noch etwas Ruhe finden, aber offensichtlich haben sie in Sachen Herzensbildung, die ich als eine der ernstesten Sachen im Leben einstufe, noch einiges nach zu holen.

    @Volkesstimme

    Ja man müsste über die Größe diskutieren.
    Was die touristischen Aspekte angeht, so muss ich sagen, das mir die ständige Aufwertung der Insel einige Sorgen macht.

    Ich finde das Achterwasser und den Peenestrom auch viel schöner zum Bootfahren, weil es da ruhiger ist, da gibt es ja schon viele Bootsanlegestellen.

    Was ich viel diskusionswürdiger finde ist die Tatsache, dass man durch einen Steinwall am Strand wieder abgetragenes Sediment aufhalten kann.

    Aber diese Aplikation gibt es sicher nur im Einheitspack mit dem Rest.

  18. CD74 sagt

    So! Weil manche Arbeitnehmer von ihren Bonzen-Chefs schlecht behandelt werden, bauen wir keine Marina. Diese sozialpolitische Grundsatzdiskussion führt doch am Thema vorbei. Sicher muss das Für und Wider bei solchen Großprojekten genau abgewogen werden. Dem ganzen die Chance eines Raumordnungsverfahrens einzuräumen, ist nur fair. Man kann nicht auf der einen Seite den größten Mist genehmigen und auf der anderen neue Ideen einfach vom Tisch wischen. Auch wenn ich ein Befürworter bin, den Durchstich zur Ostsee und die Mole sehe ich als größte(s) Herausforderung (Problem). Bei dem angestrebten Investitionsvolumen, könnte man doch auch sicher Mittel für einen computeranimierten 3D-Flug durch das Areal ausgeben. Das macht die Sache gerade für Laien greifbarer: Wie sieht das Ding eigentlich von allen Seiten betrachtet aus? Die Bilder, die ich bis jetzt gesehen habe, finde ich nicht überzeugend.

    Wassersport im Achterland? Dröhnende Jet-Skis im Krienker oder Balmer See? Bananen vorm Loddiner Höft? Nein Danke. Die wirklich beschauliche Ruhe ist gerade dort. Das muss man nicht weiter ausbauen.

    Zu maritim siehe auch Wikipedia:

    Das Adjektiv maritim (lat. maritimus ,zum Meer gehörig’) bezeichnet einen Einfluss des Meeres.

    Von Ruhe kann in den Seebädern zur Hochsaison außerdem keine Rede sein. Was das angeht, stört eine Marina da sicher nicht.

  19. Ampelmann sagt

    Entschuldigung, mit „maritim“ meine ich tatsächlich Wassersport auf dem Meer, also Segeln, Motoyacht usw. Das war aber nicht „unsachlich“, sondern nur einfach nur missverständlich, liebe Volkesstimme. (Noch so einer, dessen Nick darauf schließen läßt, dass er sich für das Sprachrohr der Massen hält?).

    CD74 hat es genau auf den Punkt gebracht: Dem Achterland sollte Ruhe, Ursprünglichkeit und Abgeschiedenheit erhalten bleiben. Die quirligen Kaiserbäder stört eine Marina nicht.

    Mir ging es bei meinen Ausführungen aber gar nicht um das Achterland, die Insel, sondern um die Kaiserbäder. Denn die und nur die betrifft die Marina. Die Kaiserbäder haben auch zuerst das Problem der Billigkonkurrenz aus Polen und müssen etwas dagegen tun. Die Insel kann gerne zugucken. Entschieden muss das in den Kaiserbädern werden.

    Also gilt das folgende nur in Bezug auf die Kaiserbäder und ich bitte auch hier, die Diskussion nicht auf Dargen oder Krienke auszudehnen.

    Wenn ich jetzt mal annehme, das hier niemand dem Massentourismus das Wort reden wird, ist für mich die Antwort der -leider völlig ausgeleierte- Begriff Qualitätstourismus. Es darf nicht billig, billiger, am billgsten heißen, sondern exklusiv und hochwertig. Sterne statt Backpackers! Hummer statt Bockwurst!

    Dazu gehört, dass wir neben den bereits existierenden hochwertigen Angeboten weitere exklusive Angebote für wohlhabende Gäste schaffen. Denn die müssen nicht jeden Euro dreimal umdrehen. (Mal im Ernst: Wen hättet ihr in einer Boutique mit Kleidung aus dem Premiumsegment lieber als Kunde vor Euch: Den Millionär oder den HartIV-Empfänger?). So eine exklusive Marina halte ich für einen Schritt in diese Richtung.

    Die Alternative sehe ich im weiteren Preisverfall und das könnte tatsächlich Ballermann-ähnliche Verhältnisse bedeuten. Und zwar sehr bald.

    Nochmal @Volkesstimme:
    Ihrer Argumentation zu verbauten bzw. versauten Sichtachsen möchte ich nicht folgen. Wäre das der Maßstab aller Dinge, gäbe es keinen Eifelturm, kein Neuschwanstein, keine Pyramiden, nicht mal die Golden Gate Bidge… 😉

  20. Kaiserbädler sagt

    Ich finde diese Diskussion sehr befruchtend. Man erfährt viele neue Argumente und kann diese für sich werten.
    Das ein oder andere interessante Detail, wie Sichtachsen oder Wassersport im Achterland – ich zähle Kamminke mit dazu – finde ich durchaus diskussionswürdig. Allerdings ohne hier jetzt abschließend eine Meinung zu äußern. Das liegt nicht daran das ich keine habe, sondern es mir schwer vorstellen kann, wie sich die Marina von Höhe und Ausmaßen ins Landschaftsbild fügt. Fur mich wäre eine Präsenration in form eines Modells sehr hilfreich. Auch weiß ich nicht, ob nicht Kamminke mit seinem Hafen ein Wassersportdomizil für die Kaiserbäder werden könnte.
    Deshalb finde ich es gut, dass ein ROV eine Machbarkeit prüft und wir dann alle an der Wahlurne eine Entscheidung treffen.

  21. Volkesstimme sagt

    zunächst freue ich mich das hier eine gewisse Sachlichkeit in der Diskussion um eine Marina Einzug erhalten hat. Natürlich werden Agumente getauscht und natürlich wird der eine oder andere bei seiner Sichtweise bleiben und das ist auch gut so. Genau das muss akzeptiert werde. @ Ampelmann ich sag immer Namen sind Schall und Rauch also nicht zu viel in den gewählten Namen reininterpretieren. Ich selbst würde es mir jedenfalls nicht anmassen wollen im Namen des Volkes sprechen zu wollen. 😉
    Aber zurück zur Sache. Was wird denn hier gewünscht? Ich weiss man kann es nie jedem Recht machen. Aber will der geneigte Strandbesucher wirklich ständig dröhnende Jet Skis vor der Nase haben? Das glaubt doch keiner im Ernst. Meine erstes Statement bezog sich ja eben darauf das auch jetzt schon jede Menge maritimer Tourismus stattfindet und das die Frage wohl eher die sein sollte ob dies ausgeweite werden muss (mit einer Marina) oder ob es ausreichend ist was an maritimen Tourismus vorhanden ist. Das Argument mit den gut betuchten Gästen ist auch ein sehr zweischneidiges Schwert. Sicherlich freut sich jeder über Leute mit viel Geld die auch bereit sind viel Geld auszugeben, keine Frage, aber leider lehrt auch die Erfahrung das exlusive Gäste auch exklusiv behandelt werden wollen und natürlich exclusiven Umgang wünschen. Warum gibts denn z.B. in Heiligendamm diese „Abgrenzungsversuche“? Diese Insel hat vor Jahren eine gewissen Richtung eingeschlagen was die Ausrichtung angeht. Da bekommt man einen Salto Rückwärts mit gedrehter Schraube mal eben nicht auf Zuruf hin. Da jetzt die utimate Lösung präsentieren zu können, würde schon fast Nobelpreisverdächtig machen.
    Nochmal zu den Verbauungen. Natürlich ist jeder Bau eine Veränderung des Vorhandenen. Allerdings ist eine Marina eben auch eine sehr gravierende Veränderung und zwar eine Ortsbildprägende Veränderung auf „Ewigkeit“. Das kann man dann wenn es nicht gefällt mal eben schnell beseitigen oder verändern. Daher sollte man sich schon bewusst sein, was am Ende als Ergbeniss stehen könnte. Nicht das hinterher die Diskussion los geht, was ist denn das für ein Klotz,weil alle davon ausgehen da kommt mal eben sone kleine Sandburgenaufschüttung, deswegen ja auch mein Hinweis auf in der Nähe liegende Anschauungsöglichkeiten, natürlich wird die Mole anders aussehen als in Swinemünde, aber die Auswirkungen sind doch vergleichbar. Eben Höhe und Sichtachsen usw. und auch da kann jeder für sich zum Ergebnis kommen, dass ihm der unverbaute Blick eben mehr Wert ist. Ein anderer setzt seine Prioritäten anders und dem ist der Blick nach Wolin total egal. Es geht doch nur darum die verschiedensten Argumente zu finden und sich damit auseinanderzusetzen und noch ein kleiner Quervermerk auf unsere Historie, wenn unsere Vorfahren hier der Eisenbahn anders gegenüber gestanden hätten, dann würde es wohl kaum den Umweg von Bansin nach Heringsdorf über die neue Welt in Ahlbeck geben. Oder? Die Eisenbahn ist da, aber eben anders als auf dem kürzesten Wege. VIelleicht sollte man das auch beim Blick auf den maritimen Tourismus so machen. Eben auch nach Rechts und Links schauen. Ich persönlich kenne auch Segelfahrten auf dem Achterwasser und der Ostsee. Mein Vavorit ist und bleibt das Befahren des Achterwassers, sicherlich ist es auch intressant mal auf der Ostsee, reizvoller bleibt für mich das Achterwassers.

  22. Ampelmann sagt

    Aber Kamminke wird immer HINTER Swinemünde liegen – zumindest aus Sicht des Meereswassersportlers ;-). Und exklusives Ambiente finde ich in Kamminke auch nicht so recht.

    Außerdem geht es um die Marina neben dem Schloonsee. Lasst uns -bitte auch gedanklich- in den Käsebädern bleiben.

  23. Ampelmann sagt

    @Volkesstimme:
    Es geht mir nicht darum, die Marina als einen Schalter für exklusive Gäste darzustellen, den man umlegt und -paff- wachsen die aus dem Boden.

    Fakt ist und bleibt, dass wir in den Kaiserbädern eine sehr hochwertige Architektur haben, kleinteilige Unterkünfte und sehr viel hisorische Bauten.Auch, wenn das einige anders darstellen und die Insel für verbaut erklären wollen. (Das ist so ein bisschen wie das Märchen von 20 Jahre lang 600 €).

    Wir sollten überlegen, was uns die Auslastung der vorhandenen Strukturen sichert und zwar so, dass wir damit Geld verdienen können. Die vorhandene Infrastruktur taugt nicht für billig.

    Um mal einen humpelnden Vergleich zu ziehen, das Sozialparadies Deutschland kann zwar einen billigen Dacia bauen. Aber es verdient damit kein Geld. Das können nur die Rumänen.

    Wir brauchen Dinge, die Gäste anziehen, denen Luxus und feines Ambiente etwas wert sind. Und dazu gehören für mich kein Erdbeerhof, keine Söckchenmärkte und sicher keine Bockwurstbuden.

    Zu den Dingen, die die richtige Klientel anziehen, gehört aber sicherlich eine exklusive Marina und das wird hier niemand in Abrede stellen wollen.
    Folglich erst einmal mein persönliches Urteil: Haben wollen!

    Dass die nicht 11 Stockwerke hoch neben die Villa Bleichröder gebaut werden darf, ist dabei klar. Der Strand muss erhalten bleiben. Es soll kein Kreuzfahrtschiff- oder Öltankerhafen werden. Das Verkehrsproblem muss gelöst werden. Und, und, und..

    Und das soll doch bitte mal geprüft werden. Soweit sind wir mittlerweile. Das sollten wir abwarten und nicht gleich schon eine ganze Tüte voller Argumente und Märchen an den Haaren herbeiziehen, nur weil wir zu neidisch auf die Fahrer großer Autos sind.

    Das ist für mich der falsche Weg.

  24. Jürgen sagt

    Das Interesse ist auf jeden Fall groß. Die Präsentation ist bis jetzt schon 831 mal aufgerufen worden.

    Zum Thema Exklusivität: Die Marina selbst dürfte, wenn sie denn kommt, eine ziemlich normale werden für jeden Segler und Bootsfahrer. Exklusiv ist für mich Monaco oder ähnliches.

    Exklusiv werden die Wasserbauplätze, weil das Angebot limitiert ist und es so in Deutschland nicht noch einmal gibt.

  25. egln sagt

    Sie haben das immernoch nicht verstanden, Herr Ampelman, mit den Autos und dem von ihnen so genannten „Neid“ und „Märchen“.
    Vielleicht lernen sie ja bei CD74 etwas, der hat es wohl verstanden und auch abgelehnt.
    Sätze kann man immer so interprätieren, das es einem zu Pass kommt nichtwahr.
    Genauso, wie man den Egoismus der Menschen ansprechen kann, oder den Gemeinsinn.
    Aber gut.
    Sie haben da recht, was die grundsätzliche Analyse der Situation angeht, die Bäder sich anders orientieren sollten.
    Gehört zu Exklusivität denn keine Ruhe?
    Und gehört zum Wohlstand, den die Menschen hier wegen dem Tourismus erlangt haben denn keine Ruhe?
    Das mit Mallorca stört mich auch (ist ja schon eingetreten), deswegen sollte man den jetzigen Tourismus doch zurückfahren, oder nicht?
    Und mit dem Zubauen: Da fahre ich gerne 200 Meter, vom gerade zur Diskusion stehenden Kanal weiter, das ist kein Märchen, oder? Dann sehen sie s ja.
    Achso: ich hoffe, sie wissen, wo sie sich gedanklich befinden. Nicht in Paris, oder London (wobei^^) und auch nicht in Californien, es sollte doch alles etwas kleiner sein, und so wenig wie möglich stören.
    Wenn wir uns dann schon mal bei der städtebaulichen Planung befinden: In Heringsdorf wollte man ja eigendlich auch noch ein großes Einkaufszentrum bauen, das wird ja nun nichts. Zum Glück. Das sah ziemlich gigantomanisch aus, auch wenn jetzt das EKZ erstmal bleibt.
    Und genau mit dem Anspruch sollte man auch die Marina angehen, so klein wie möglich (wenn überhaupt) und so groß wie nötig.

    Aber sie werden es mir verzeihen, ich lehne so einen Eingriff in unsere Natur schon von Vorneherein ab und zwar aus Gründen des Umweltschutzes und nicht wie sie es propagieren wollen, weil da jemand das 20 fache meines Gehaltes verdient. Soll er/ sie doch, Die Anderen verdienen nur zu wenig und viel zu häufig entziehen sich erstere dann noch ihrer Verantwortung, da wollte ich sie nur mal aufrütteln.

  26. egln sagt

    @Ampelmann

    Mann, mann, mann, das mit den sozial benachteilgten Boutiquebesuchern kann man auch mit etwas weniger Dünkel formulieren.

    Es sollte auch heißen Sterne und Backpackers.

    Und sein wir mal ehrlich. Dass sich unsere Gemeindeväter nicht mit den Swinemündern verständigen können, das sind doch auch Verhältnisse wie vor 200 Jahren.

  27. Volkesstimme sagt

    Mit exklusivität meinte ich von meiner Seite aus eher die Schiene die uns erzählt wird das damit jede Menge Superreiche herkommen, die mit ihrem Geld hier alle unsere Probleme auf einen Schlag lösen, so jedenfalls wird es suggeriert. Kommt nur Otto Normalverbraucher mit seinem „Kahn“ dann zieht das Argument ja schon gar nicht mehr…. oder?

  28. egln sagt

    @ Volkesstimme
    Das ist sicher etwas diffiziler, aber trifft den Kern.
    Ich denke schon, dass eine Anlegestelle für den alten Seegelfreund aus Anklam oder Kröslin, von wo auch immer, an der Außenküsten die Atraktivität von unserem Ort steigern könnte.
    Ich frag mich nur, ob sojemand die Liegegebühren bezahlen kann, und ob er/sie den Weg von Kröslin, Anklam, Usedom auch machen würde (Entfernung in Stunden). Da habe ich keine Erfahrung. Vielleicht könnten sie das erhellen. Zudem kenne ich das so, das man als Bootsfahrer meistens einplant, wie viel Essen man mitnehmen möchte. (Das sind vielleicht die Abgeschiedenheit- Suchenden)
    Die kaufen dann bei uns im Mittel wohl doch etwas seltener ein.

    Aber ja, wenn nur der normale Seegler kommt, dann denke ich schon, dass eine solche Marina kein annehmbares Verhältnis von Kosten und Nutzen hat.

    Ein wichtiger Punkt ist sicher auch das Wetter.
    Wenn man sich im entferntesten mit Mallorca/ Nizza oder so, vergleichen möchte (was die Exclusivität angeht) dann hält unsere Insel nicht mit, was dauerhaften Sonnenschein und Temperaturen von 10° plus im Winter angeht.
    Das ist doch aber sicher ein wichtiger Punkt bei derartigen Besuchern.

    Aber sicher würde sich da eine Entwicklung einstellen und der neue Anlaufpunkt herum sprechen. Aber dauert so etwas nicht?

    Und ich finde auch, dass ein Seegler, der auf dem großen weiten Meer^^ fährt sicher nicht danach fragen würde, ob es eine Stunde länger dauert bis in den richtigen Hafen nach Swinemünde.

    Soweit die harten Kriterien(wirtschaftliche).
    Andere Fragen sind der Umweltschutz, der Küstenschutz (positiv gemeint), Lebensqualität der Anwohner, verstopfte Straßen im Sommer(Hauptstraße zu, dann auch Stau auf der Maxim- Gorki wegen Brückenzug?),
    Gewässerschutz.

    Und was ich auch wichtig finde: Wie verändert sich die Strömung vor und hinter der etwaigen Marinaeinfahrt? Immerhin passieren im Sommer oft Unfälle, weil Menschen aus dem Süden die Strömung falsch einschätzen (wird es unmittelbar an der Nordseite senkrecht vom Strand weg weisende Strömungen geben, die Badende weit aufs Meer tragen können)

    Frage zurück: Wie sieht es dann im Winter aus, wenn mal wieder die Hauptgeldquelle Tourismus naturgemäß weg bricht, nutzt der Hafen dann etwas?

  29. egln sagt

    Achso noch ein kurzer Nachtrag an Volkesstimme:
    Dass die Probleme mit den Superreichen gelöst währen ist sicher zu kurz gedacht.
    Fangen da die Probleme nicht erst an?
    Ich meine, sie können als Entscheidungsträger auf beliebiger Ebene doch Niemandem vorschreiben, wo er/sie seinen/ihren Urlaub zu machen hat. Dann kommen die Familien mit Kindern und die Rentner aus DDR- Zeiten und dann soll sich die Gemeinde Heringsdorf zu einem Nizza des Nordens verwandeln?
    Da muss man doch mal auf dem Teppich bleiben. Ein Tourismus auf gemäßigtem Mengenniveau mit einer breiten Preispalette von „ganz teuer“ bis „Backpacker- Segment“
    sollte die Lösung sein.
    Aber vor allem brauchen ich in meinem Heimatort keine Superreichen, die sich mit Millionen ihre eigene Politik, inklusive normalerweise unerlaubtem Baugrund, erkaufen. Das schürt dann überhaupt erst Missgunst und Volkszorn, oder nicht?

  30. Heringsdorfer sagt

    Ich brauchte keine Marina in Heringsdorf. Ich suche nur eine altersgerechte bezahlbare Wohnung in Heringsdorf, damit meine Eltern nicht auch noch die Insel verlassen müssen. Die Sprüche. sie müssen warten, bis einer mit den Füssen zuerst die Wohnung verlässt, gab es schon zu DDR-Zeiten vor Jahrzenten. Wenn schon wieder neuer Beton, dann auch einmal in Wohnraum für die Einwohner.

  31. Ampelmann sagt

    @Volkesstimme
    Sie schreiben:
    „die Schiene die uns erzählt wird das damit jede Menge Superreiche herkommen, die mit ihrem Geld hier alle unsere Probleme auf einen Schlag lösen, so jedenfalls wird es suggeriert.“
    Entweder haben sie meine Beiträge nur sehr oberflächlich gelesen oder sie verfälschen ihren Sinn absichtlich. Bitte bleiben sie in der Diskussion korrekt. So nicht.

    @egln
    Superreiche, „die sich mit Millionen ihre eigene Politik, inklusive normalerweise unerlaubtem Baugrund, erkaufen.“?
    Holla, was für ein plattes Vorurteil! Fehlt eigentlich nur noch, dass jemand anfängt, von „Millionen normalerweise arbeitsunwilligen HartzIV-Schmarotzern inklusive Erschleichung von Sozialleistungen“ zu schwadronieren. Wie soll man sich mit Ihnen danach ernsthaft auseinandersetzen?

    @Heringsdorfer:
    Also Sozialwohnungen statt Marina neben den Schloonsee?

  32. egln sagt

    @ Ampelman
    Wie lautete letztens noch ihre Frage?
    „Harz IV, oder Millionär in der Boutigue?“
    Ich frage mich das langsam auch wie man sich mit ihnen ernsthaft unterhalten kann.
    Ist ja schon mal ein Anfang, ihre Frage an Heringsdorfer, oder ist die auch nur rethorischer Natur?

  33. Sputnik sagt

    Eine interessante Diskusion, die sicherlich wiederspiegelt wie unterschieldich die Meinungen auch innerhalb der Gemeinde auseinandergehen.
    Wichtig ist hierbei der bereits erbrachte Hinweis, dass die Argumente beider Seiten zusammengebracht gehören. Daher sollte man sich schon auch die Mühe machen diese sachlich weiter zu diskutieren, wenn einem die entgegengebrachten Argumente nicht gefallen.

    Aber bin ich eigentlich der Einzige, der sich fragt warum so ein Thema erneut auf den Prüfstand kommt, wenn das eigentlich bereits schon einmal durch eine Bürgerbefragung (oder was auch immer es genau war vor einigen Jahren – man möge mir diesbezüglich meine eindeutig als unsicher gekennzeichnete, und im Bedarfsfalle zu korrigierende Bezeichung entschuldigen) abgelehnt worden ist? Nur weil es möglicherweise ein bißchen kleiner wird kann man nochmal prüfen?

    Was ist mit Europas längster Promenade?
    Sollte nicht schon das Steigenberger Exklusivität in die Kaiserbäder bringen?
    Passt Exklusivität und Masse zusammen? Wenn nicht: wo sollen dann Betten reduziert werden um für die Exklusivität Platz zu machen? Oder haben wir die Zahl für den gehobenen exklusiven Tourismus noch gar nicht erreicht? Stehen die 500€Champagnertrinkenden-luxuswagenfahrenden-Segeljacht-Marinasuchenden wirklich darauf zu tausenden gleichzeitig auf einer Insel zu verweilen? Warum konnte das noch keine Palmen-Insel in der Südsee so umsetzen und ihnen das bieten was sie bei uns dann finden können?
    Wenn es dann aber doch eher so ist, dass Exklusivität und Masse nicht zusammen passen, wären wir wieder bei dem Punkt, dass dann ja Betten weg müßten (Ironie an: das brächte den Einheimischen sogar Wohnraum wieder zurück; und aus). Dann fällt die Rechnung lapidar doch so aus: aus 10000 x 1000€ bezahlenden Leuten werden 1000 x 10000€ bezahlende Gäste. Gut, und unterm Strich bleibt noch weniger für die Arbeitnehmer, inkl. weniger Arbeitnehmer.

    Ich denke auch, dass das Argument der polnischen Konkurenz nicht ohne tiefgründigerer Diskusion zieht.
    Auch dort wird alles teurer. Und wo es teurer wird muss auch das Lohnniveau angehoben werden, und wo das passiert wird es auch wieder teurer usw. Die stecken in genau dem gleichen Problem des Kapitalismus in dem auch wir stecken. Und da muss nicht mal wirklich reine Profitgier Einzelner dahinterstecken.
    Aber das führt zu weit weg vom Thema…
    Fakt ist: die Hoteliers schreien jetzt laut auf und finden noch immer Gehör.. Ich denke die Zeit ist da, dass auch mal wieder für die Gemeinde etwsa getan wird. Einfacher Gedanke dabei: wir geben unseren Kindern was wir von unseren Eltern erhalten haben. Alles was wir falsch machen tragen noch unsere Kinder auf ihren Schultern. Was können wir von unseren Eltern also noch alles lernen?
    Und da sind genug Fehler gemacht worden, die nicht wiederholt werden müssen.

    Ich möchte meinen Kindern jedenfalls etwas vermachen wovon und womit sie leben können und wollen.

    Ich bin dagegen, und habe auch bereits einmal offiziell dagegen gestimmt. Ich erwarte (auch im Sinne der anhaltenden Politikverdrossenheit) dass das irgendwann mal etwas zählt.

  34. Heringsdorfer sagt

    @Ampelmann: Vermutlich wird sich der Standort wegen der schwierigen Bauverhältnisse und der der vielen Mücken im Sumpfgebiet zum sozialen geförderten Wohnungsbau nicht eignen. Da müsste man, wenn man wollte, einen anderen Standort finden, der sich noch im Besitz der Gemeinde befindet. In dem Fall weiterer Ostseehafen im Umkreis von wenigen Kilometern wären Fördermittel aus meiner Sicht im Wohnungsbau, als in Schlafmöglichkeiten für Segler im Sumpf, besser angelegt.
    Große Projekte mit vielen Betonschlafmöglichkeiten scheint man in Heringsdorf zu lieben, und wenn man als Einwohner eine Wohnung braucht, hört man seit Jahrzenten, da muss erst ein anderer im Ort sterben. Ich denke da läuft was verkehrt oder kann man wirklich nichts im sozialen Wohnungsbau machen?

  35. Jürgen sagt

    @ Sputnik

    Der Bürgerentscheid in der damals noch selbständigen Gemeinde Ahlbeck zum Bau einer Marina liegt fast 10 Jahre zurück. Ich finde es legitim, wenn das Thema in der seit 2005 fusionierten Gemeinde erneut diskutiert wird.

    Wir sind weit von Exklusivität entfernt. Dazu ist der Ort auch zu groß. Die Frage ist aus meiner Sicht, ob es Heringsdorf gelingt, der Ort der Wahl für den gehobenen Mittelstand zu sein.

    Auch ihre Kinder müssen von etwas leben auf dieser Insel, wenn sie nicht wie (zu) viele andere abwandern. Und das wird der Tourismus sein, es wird nichts anderes geben.

    Bei einem stimme ich Ihnen zu: Der Eindruck, dass die eigenen Einwohner in der Vergangenheit etwas kurz gekommen sind, drängt sich auf.

    @ Heringsdorfer

    Sozialer Wohnungsbau zu Mieten, die den Beinamen sozial auch rechtfertigen, ist ohne Förderung durch das Land nicht zu machen. Leider hat sich das Land auch hier unter dem Deckmantel der Haushaltskonsolidierung völlig aus der Verantwortung gestohlen.

    Was die von ihnen zitierten Fördermittel angeht, liegt es nicht in der Macht der Gemeinde, die einfach für ein Projekt eigener Wahl zu verwenden. Es gibt Förderprogramme der EU, die einen Marinabau begünstigen, aber eben keinen Wohnungsbau. Dazu müsste das Land eigene Mittel in die Hand nehmen und dazu fehlt den Volksparteien der Wille.

    Es wäre aber schon etwas gewonnen, wenn der Landkreis endlich etwas gegen die illegale Nutzung von Dauerwohnungen als Ferienwohnungen unternähme. Alleine in Heringsdorf dürften das ca. 100 Wohnungen sein, die dem Mietwohnungsmarkt entzogen werden.

  36. Sputnik sagt

    @Jürgen:
    Ich dächte da war mal ein Entscheid/Befragung der auch das Vorhaben im Schloonsee betrifft. Dass das ganze ein paar Jahre her ist, mag sein. Der Grundsatz bleibt: die Bürger haben sich einmal dagegen ausgesprochen (Ich glaube das lief auch unter dem Begriff Marina Außenküste), und sollte so auch Gewicht haben. Wobei ich Ihnen dafinitiv mehr Wissen um Fakten einräume als ich Sie selber habe. Jedoch war ich nie in der Lage an einem Entscheid/Befragung für Ahlbeck teilzunehmen da ich aus dem Hinterland der Kaiserbäder komme, ehemals zum Seebad Bansin gehörend. Da ich aber meine es getan zu haben weiß ich nicht ob es da wirklich nur um Ahlbeck ging!?

    Ich bezweifel nicht dass der Tourismus das ist was auch meinen Kindern vermacht wird. Das war seid Jahrzehnten und über verschiedenste politische Systeme über so und wird sich nie ändern.

    Nur wie soll dieser Tourismus aussehen, und da klingt der Tenor aus der Insel doch eher immer lauter, dass es doch bereits zu viel ist.
    Und wenn die Bevölkerung nicht zufrieden ist (und das hat mit Geld auch, aber nicht nur zu tun), dann sind wir auch keine guten Gastgeber. Darum muss uns die Insel (oder der Ort) gefallen. Dann wird es auch immer Gäste geben die herkommen.
    Da spielt auch der Punkt mit rein, welche Gäste wir dann betreuen wollen. Und das sind doch eigentlich Leute mit denen wir uns identifizieren können!?
    Und solange immer nur Klinch ist im Kaiserbad, sieht unsere auch Identität auch genauso chaotisch aus.

  37. Heringsdorfer sagt

    @Jürgen: Der Landkreis kann nichts gegen Dauerwohnungen, die eigentlich Mietwohnungen wären, machen, die Volksparteien in MV möchten nicht in den sozialen Wohnungsbau investieren. Die Gemeinde kann da auch nichts machen nur die „Empfehlung“ geben, auf den Tot eines Mitbürgers zu warten, wenn man die Region nicht verlassen möchte, um eine Wohnung zu bekommen.
    Einfach nur traurig. Lasst uns da lieber über eine Marina diskutieren, wie schön es für manchen wäre, wenn man sein Segelboot gleich im Seebad abstellen könnte ohne den lästigen Umweg über Swinemünde, wo man schon am Tage mit Licht fahren muss. Der Arbeitssuchende hofft, durch eine eventuelle gutbezahlte Anstellung in der Marina ein potenter Eigenheimbauer mit Ferienwohnung Wunscheinwohner im Kaiserbad zu werden. Meine Eltern erzähle ich, die nach 60 Jahre Heringsdorf verlassen müssen, weil es keine altersgerechte Wohnung zurzeit gibt, ihr könnt ja später mal mit dem Segelboot direkt im Kaiserbad anlegen und Gast im Luxuswellnesshotel mit Fahrstuhl mit altersgerechter Ausstattung sein.
    Das sind positive Tagträume, wenn man da schon viele Jahre alternativlos nichts machen kann.

  38. Jürgen sagt

    @ Heringsdorfer

    Natürlich kann der Landkreis etwas dagegen unternehmen. Das ist zwar mühsame Verwaltungsarbeit, aber man kann das unterbinden. Wenn man es will.

  39. Atze sagt

    Die Marina brächte auf alle Fälle neue Gäste, die ohne diese Marina wohl nicht kämen. Viele neue Veranstaltungsmöglichkeiten böten sich an. Hafenfest, Regatten, dauerhaft könnten vielleicht auch größere Schiffe (z. B. Weiße Düne) festmachen, die Ausflugsfahrten anbieten. Vielleicht siedelt sich eine Segelschule an. Vielleicht wird Platz für ein Museumsschiff gemacht (wie die Gorch Fock in Stralsund), dass die Leute besichtigen können. Vielleicht kann die Fischerei-Erlebniswelt (geplant in Bansin) integriert werden. Die touristischen Chancen sind enorm. Aber alle solche Punkte müssten Teil des Konzepts werden. Ein einfacher Hafen, der womöglich im Juli nur halb voll ist, reicht nicht aus. Dafür ist der Eingriff in die Natur zu groß.
    Zum Thema was wir unseren Kindern hinterlassen: Alles was hier heute ist, haben nicht unsere Eltern, sondern Großeltern oder Urgroßeltern aufgebaut. Wir haben noch nichts Neues geschaffen, höchstens einen Golfplatz und bald einen Erdbeerhof.

  40. egln sagt

    @ Atze

    Lesen sie sich nochma die Beiträge von Heringsdorfer durch.

    Wenn man immer auf das Wachsen von Bettenzahlen und sekundärer Infrastruktur setzt, gewinnt man nichts.

    Man darf ja nicht so naiv sein, und denken, es gehe ohne Tourismus auf Usedom (ganz richtig und gut).

    Aber mitlerweile ist wohl etwas zu viel an die hiesige Wirtschaft gedacht worden und weniger an die Einwohner (wie gesagt).

    Ein Beispiel:
    Da auf Usedom stetig mehr Hotels und Pensionen gebaut wurden, müssen über das Jahr betachtet mehr Abwässer geklärt werden.
    Darum zahlen alle mehr Abwassergebühren, Pensions- Betreiber, Hotelbesitzer und auch die, die zu einer stärkeren Nutzung der Wasseraufbereitung garnicht betragen.
    Da drängt sich mir die Feststellung auf: Ich zahle für die Gewinne im hiesigen Tourismus mit, auch wenn ich das garnicht will.

    Das sollten wir zuerst klären, dann Ortsgestaltungen.

  41. Sputnik sagt

    @Atze
    Ich denke nicht dass wir nichts von unseren Eltern erben. Viele Betriebe sind derzeit im Generationswechsel. Und das sind viele Betriebe die vor 20 Jahren und 30 Jahren gegründet wurden.
    Auch baulich ist extrem viel passiert, sonst gäbe es diesen Unmut über bspw. die Bauwut in der M-G-Str. nicht oder (was mich persönlich sehr stört) die vollkommen versaute Promenade Bansins mit den modernen Achitektenergüssen…
    Was man sagen könnte, ist dass die erhaltenswerten Dinge von den Groß- und Urgroßeltern kommen. Die meisten Fehler wurden innerhalb der letzten 20 Jahre zurückliegend gemacht.

    Ich persönlich sehe mich eher am Beginn dessen zu versuchen Fehler zu vermeiden, dazu zu versuchen begangene Fehler zu erkennen und immer an das Erbe meiner Kinder zu denken. Ich bin einer der sein Erbe jetzt antritt.

    Und um Himmels Willen: ich bin sicherlich nicht gegen Weiterentwicklung, oder Fortschritte.
    Nur kann man sich eigentlich nur aus einer gesunden Substanz heraus weiterentwickeln. Es klappt nicht ohne die erforderlichen Infrastrukturen, ohne ein gesundes Bildungssystem, ohne Gastfreundlichkeit und ohne Identität.
    Und die derzeitige und durch solch ein Projekt gestärkte Identität ist die, dass für den Tourismus (aus welchen imaginären Fördertöpfen auch immer heraus) Millionen ausgegeben werden können, und am anderen Ende Wohnungen fehlen, Schulen nur bedingt modernisiert werden, Kindergärten brandgefährlich sind und ein massiver Eingriff in die Natur für Tourismus kein Problem darstellt, aber Wohnraum (speziell in hier besagtem Gebiet, in direkt zweiter Reihe der Gorkistr. in westl. Ri mit Hinweis auf das existierende Naturschutzgebiet) untersagt wird.
    Ob ich nun Wohnraum an dieser Stelle besser als einen Hafen empfinde möchte ich nicht gesagt haben. Beides gehört nicht in ein Naturschutzgebiet.

    Die Gemeindeidentität ist kurzum noch immer geprägt vom Geldwahn des Tourismus, mit steigendem Unmut bei dessen Bewohnern.

  42. Heringsdorfer sagt

    Eine Insel in der Hand der Touristiker

    Man beschäftigt sich mit Riesenprojekten und Vorteilen, die man davon haben könnte, aber wer setzt sich für Wohnungen, Schulen, Kindergärten, öffentlicher Nahverkehr mit Leidenschaft für die eigentlichen Einwohner ein. Ein Beispiel wie über den Wohnungsbau in der Gemeinde Heringsdorf gedacht wurde ist der Wohnblock in der Bühlowstraße direkt an der Bundesstraße 111. Wer da wohnen muss, kann zur Straßenseite nur mit einem Gehörschutz schlafen und braucht einen Filter gegen Abgase, wenn man einmal lüften muss. Ich habe den Eindruck der Standort war wahrscheinlich nicht für ein Hotel oder Ferienwohnungen und nicht zum Verkauf an Touristiker geeignet.
    Umdenken wird vermutlich auch in den kommenden Jahren schwierig werden. Wer kann, sollte gehen.

  43. Ampelmann sagt

    @egln: Was bitte ist eine Boutigue? Habe ich bei Google nicht gefunden.

    Ansonsten finde ich es schade, dass es nicht gelingt, über das Für und Wider einer Marina zu diskutieren, ohne dass das Thema für etwas anderes mißbraucht wird.

    Aber gut, liebe Wutbürger, wir brauchen natürlich keine Tourismusentwicklung, solange Opa keine Sozialwohnung findet.

    Dann reden wir doch mal darüber und machen selbstverständlich und -gerecht das böse Land, die dubiose EU und vor allem auch die Politker dafür verantwortlich, die „da oben“ sind ja Schuld daran und verdienen unseren Unmut!

    Wir Heringsdorfer müssen uns aber keinesfalls selber an die Nase fassen, obwohl die vielen Ferienwohnungen nicht von der immer bösen Politik, dem Land oder sonstvonwem illegal umgenutzt werden, sondern vom kleinen Mann in Heringsdorf, von Nachbarn, Freunden und Verwandten und sicher von manchem Kommentator hier.

    Also, liebe Heringsdorfer, nicht auf „die da oben“ schimpfen, sondern das Schild „Ferienwohnung frei“ raus und Opa rein!

    Ich habe durchaus die Hoffnung, dass wir uns wieder dem eigentlichen Thmea zuwenden können, wenn Opa irgendwo billig untergekommen ist.

  44. Ich sagt

    Ob mit Marina oder nicht mein Stundenlohn von 6,40€ den ich seid 15 Jahre habe wird sich nicht ändern.

  45. Atze sagt

    @ egln
    Glauben Sie dass durch günstigere Mietspiegel für Einheimische mehr Gäste kommen bzw. höhere Übernachtungspreise erzielt werden können?
    Ich finde die Mieten im Verhältnis zu den Einkommen auch unsäglich. Mit der Marina hat das aber nichts zu tun.

    @ Sputnik
    Ich will nicht die Leistung unserer Eltern diskreditieren. Aber wir und auch unsere Eltern leben heute in der Substanz von dem was die Gründergeneration vor über 100 Jahren aufgebaut hat. Dafür ist die Insel bekannt. Wenn wir uns nicht weiterentwickeln und statt Risken auch mal Chancen sehen, wird sich nichts verbessern.

    Tourismus braucht Infrastruktur. Dazu gehört auch eine Marina. Nun ist endlich mal ein Projekt geplant, in dem es nicht NUR um Betten geht. Statt Bedingungen oder Verbesserungsvorschläge aufzustellen, dass die Marina auch wirklich der Hammer wird, geht es in der Hauptsache um Selbstgerechtigkeit und Probleme, die mit der Marina wenig zu tun haben.

  46. uwe sagt

    @ atze kurz und knapp auf den punkt gebracht. Toll das auch mal einer Chancen sieht!

  47. Heringsdorfer sagt

    @Ampelmann: ich würde den Verkauf unserer Insel nach über 2 Jahrzenten daran messen, ob z.B. Wohnungen, Schulen und Kindergärten für die Einwohner da sind. Warum sollte ich meine Landschaft also das Einzigste was wir haben durch Touristiker und Investoren immerr mehr zubetonieren lassen, wenn man als Gemeinde Heringsdorf zu den eigenen Einwohnern sagen muss, einer von Euch muss sterben, damit ein anderer eine Wohnung hat.
    Ich brauche deshalb keinen neuen Beton. Wenn ich Segelschiffe sehen will, fahre ich ohne Neid in die Hafenstadt Swinemünde.

  48. Ampalmann sagt

    Es hat keinen Sinn, mit Leuten wie Heringsdorfer, Ich, egln oder dem Auge und Ohr des Volkes zu diskutieren. Die wollen meckern, ihren Lebensfrust abladen, aber keineswegs konstruktiv diskutieren.
    Das ist leider sehr verbreitet in den Käsebädern.

  49. Heringsdorfer Jung sagt

    Zuerst einmal möchte ich feststellen, dass ich mich sehr über eine Marina am kleinen Schloonsee freuen würde.

    Demjenigen, der hier mit dem Naturschutz kommt, frage ich ganz ernsthaft, was an einem ehemaligen Spülfeld schützenswert ist, vielleicht sollte man eher froh sein, dass es einen privaten Investor gibt, der solche Altlasten beseitigt.

    Das Gejammere von wegen der Lohn ist zu niedrig, die Miete zu hoch, die Wohnlage ist schlecht usw. geht mir richtig auf den S… Als 1989 die Grenzen fielen und damit auch der Sozialismus am Ende war, musste doch jedem klar sein, dass man sich mit dem Kapitalismus arrangieren muss. Dies bedeutet vor allem, dass JEDER für sein Schicksal selbst verantwortlich ist. Aber es gibt halt immer noch einige, die meinen, dass man sich zu Hause hinsetzen kann und darauf warten, dass die Gemeinde, der Kreis, das Land oder der Bund das Leben richten werden.

    Im Übrigen möchte ich zu bedenken geben, dass die heutige touristische Infrastruktur zum großen Teil Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts geschaffen wurde, seit dem hat sich in diesem Bereich nicht mehr viel getan. Die Gästezahlen haben sich von diesem Zeitpunkt an mehr als verdoppelt.

    Ein weiterer Aspekt in dieser Diskussion sollte sein, dass die Gemeinde, wenn sie wie die vernünftige Hausfrau wirtschaftet, nur das Geld ausgeben kann, dass sie auch einnimmt. Neben der Steuerumlage vom Land, die fast zur Hälfte vom Landkreis gefressen wird, sind gemeindeeigene Steuern die größte Einnahmequelle und hier vor allem die Grundsteuer B. Ohne das genaue Investitionsvolumen zu kennen, würde ich mal behaupten, dass dieses Projekt nach Fertigstellung einen 6-stelligen Betrag in die Gemeindekasse spülen wird und das jedes Jahr, Geld das die Gemeinde dann wiederum in Vorhaben für ihre Einwohner stecken kann.

    Zuletzt noch einmal eine persönliche Einschätzung zur Wohnsituation auf der Insel: Trotz Bombenwetters gelingt es nicht allen Ferienwohnungsanbietern eine akzeptable Auslastung zu erreichen. Einige werden sich überlegen, ob es nicht doch günstiger ist, daraus Dauermietwohnungen zu schaffen. Und dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren verschärfen.

  50. egln sagt

    @ Ampelmann

    Was währe denn ein konstruktiver Diskusionsansatz?
    Einerseits wollen in diesem Blog viele, dass mehr Rücksicht auf die Menschen genommen wird, um es mal grob zu umreißen, andererseits stehen auf ihrer Seite die wirtschaftlichen Erwägungen.

    Betrachtet man das nochmal objektiv, dann müssen die Insel und die Bäder daran denken, wie sie genügend Umsatz in einem kurzen Teil des Jahres machen um alle Kosten zu decken.
    Dabei muss man sicher daran denken, dass es auch die Nebensaison gibt, und es ja nicht so ist, dass am Ende der Hauptsaison alle Zimmer leer währen.

    Die Frage, die sie ja schon heiß erörterten und die ich nicht nocheinmal aufgreifen möchte, wer hinter „den Bädern“ steht, muss man sich sicherlich stellen.
    Man könnte sich ja einigen auf: Die Vermieter, die sich mit den zusätzlichen Einnahmen im Sommer die Hypothek für ihr Haus finanzieren, aber auch die Hotelliers, wie vielleicht ein Herr u. und die ganzen Restaurantbesitzer.
    In jedem Fall haben die Entscheidungsträger in „den Bädern“ zumindest offiziell keinen (mir bekannten) Vorteil von steigenden Übernachtungszahlen.

    Betrachtet man nochmals weiter und greift auf, was Heringsdorfer am 25. 7 schrieb, dann ist eines der besten Argumente für einen Urlaub auf Usedom die Landschaft, ganz richtig denke ich auch.
    In diesem Zusammenhang muss man sicher auch die Äußerung von Sputnik am 25.7 mit heranziehen. Wie Sputnik besonders im zweiten Teil seines Beitrages schreibt, stehen Tourismus und der Zustand einer Gemeinde in dierektem Zusammenhang.
    Die Assoziationskette (vereinfacht) könnte doch zum Beispiel heißen:
    Mehr private Einnahmen im Tourismus- mehr Steuereinnahmen- mehr Gelder für Straßenbau, Schulen, Kindergärten.

    Hier scheint es eine Diskrepanz zu geben.
    Wirtschaftlicher Erfolg – heißt nicht- bessere Ausstattung von öffendlichen Einrichtungen.
    Das darf man sicher kritisieren.

    Weiterhindarf man aber auf keinen Fall vergessen:
    Mehr private Einnamhmen – mehr Touristen im Ort – stärkere Auslastung der Verkehrsmittel, vollere Straßen und Wege, mehr Müll, mehr Abwasser- höhere Entsorgungsgebühren auch für die, die nicht am Erfolg teil haben.
    Letzteres empfinde ich als äußerst diskusionswürdig.

    Betrachtet man die angedachte Marina, dann möchte man die in einen Bereich bauen, der zur Zeit, und dank der langjährigen fehlenden Gegenwart von Autos und Menschen zu einem sehr angenehmen Fleckchen geworden ist (besonders bei untergehender Sonne).
    Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich^^ streiten. Das Areal stellt sicher auch nur einen kleinen Teil der gesammten Fläche der Insel dar, dennnoch sollte man bedenken, dass im Bezug auf das zukünftige Aussehen der Ortsteile sehr sehr genau abgewogen werden muss, was man machen kann, wie eine Marina, und was man machen sollte.
    Wie Sputnik am 25. 7 im ersten Teil seines Beitrages schrieb, sind die größten Fehler innerhalb der letzten zwanzig Jahre geschehen, was die Ortsgestaltung angeht.
    Jetzt sollte man besser darauf achten, was man entstehen lässt, was nicht.
    In diesem Zusammenhang möchte ich gleich das Argument mit den Chancen, die ein Marinabau bietet, aufgreifen.
    Einwohner, die in Heringsdorf leben, müssen sich fragen, ob sie einen derart massiven Eingriff in die Umwelt verantworten möchten.
    Sofern man nicht klären kann, was da genau passiert, darf man soetwas nicht einfach auf der Grundlage „Chancen“ einfach mal durchwinken.
    Es ist sicher nicht unwahrscheinlich, dass auf dem dann entstehenden Gelände Bauten Ähnlich der auch schon angesprochenen Bansiner Promenade entstehen. Ob man hier damit argumentieren muss Ortsbild etc. weiß ich auch nicht, (Baugrund ist ja außerhalb des Ortskerns) allerdings leistete man so keinen Beitrag zum Erhalt der traditionellen Strukturen im Ort. Die mit diesen Überlegungen verbundene Skepsis und Enttäuschung über fehlende Kinderbetreuung , das doppelt Maß in der Entscheidungsfindung (s.Heringsdorfer 25.7. 10:28) etc. kann ich verstehen.

    In Anbetracht der Tatsache, dass einheimische Privatunternehmer und Gemeideratsmitglieder sich oft sehr gut kennen, oder Erstere selbst das Amt bekleiden, halte ich es in einigen Fällen durchaus für möglich, dass seitens der Wirtschaft Einfluss auf die Entscheidungen im Ort genommen wird, sei dies direkt, oder indirekt über Totschlagsargumente, wie: „Unterstützt bitte meinenen Betrieb, oder ich ziehe mein Engagement zurück.“ Verlust an privatem Engagement kann sich die Gemeinde dann natürlich nicht leisten.
    Da stimme ich ihnen mal zu: Wir müssen uns alle mal fragen, was wir tun können, um Heringsdorf etwas von der Touristenlast zu nehmen.
    Ich kann aber auch die Stimmen verstehen, die sagen, dass zuerst die Hauptverursacher des Massentourismus etwas unternehmen müssen, und das sind die Gemeinde und die Touristiker, zum Teil in Personalunion.
    Gerade im Bezug auf den Erfolg einiger Unternehmer (z.B. Strand, Promenaden Geschäfte, Hotels) sollte der Ruf nach Mäßigung erlaubt sein. Das bedeutet für mich nicht, der/diejenige muss die Bilanzen auf 10% des Vorjahres zurückfahren, aber ein Teil der Gewinne sollte in die Gemeinde fließen, unabhängig von enttäuschten Erwartungen und Plänen. Das sollten dann aber keine neuen Straßenlampen oder bunte Rettungsturmbeleuchtungen sein, sondern handfeste Dinge, wie Schulessen und kinderbetreuung, soziale Mieten, sie wissen ja…
    Gerade die gibt es aber nicht, wenn man sich auf solche Projekte konzentriert, sondern, wie Jürgen sagte, zum Beispiel die „schwarzen“ Ferienwohnungen beseitigt.

    Sie haben ja auch letztens mal geschrieben, das „Kaminke aber immer hinter Swinemünde liegen wird“, daher sollten wir uns um den Standort am Schloonsee bemühen.
    Auch das ist wieder eine Geschmacksfrage: Einerseits, ob man überall die besten Häfen haben muss, oder ob es auch der in Kaminke tut, zumal es ja nicht auf das Ambiente ankommt, sondern auf die Landschaft beim Bootfahren.
    Andererseits ist Mecklenburg Vorpommern aus dem Gebiet für die Höchstförderung der Eu heraus gerutscht; selbst, wenn man versucht mit dem Swinemünder Hafen mit zu halten (OZ berichtete von neuen Ferienalagen, neuem Containerterminal, Vertiefung der Fahrrinne), wird man es nicht schaffen, ich halte es da ganz so wie Heringsdorfer am 25.7
    Ich fahr dann auch nach Swinemünde, mit meinem 85 jährigen Großvater, und sehe mir die Schiffe an.
    Die Signalwirkung von Swinemünde als Hafenstadt ist meiner Auffassung nach bezüglich des Wasssersportes eine viel größere, als die von Heringsdorf.
    Daher ist das Bilden von Doppelstrukturen sicher nicht notwendig.

  51. egln sagt

    @ Heringsdorfer Jung

    Ja da haben sie recht mit der Hausfrau.
    Wenn darüber Konsenz besteht, dann müssen sich die Bürger aber immernoch entscheiden, ob es eine Marina sein muss, oder ein anderes Bauwerk, von dem Urlauber, Touristen und Einheimische gleichermaßen profitieren, mehr als auf profane Weise mit neuen Einkaufsgeschäften, die selbst teuer sein werden, weil sie die Ladenmieten zahlen müssen.

    Aber was ich nicht unterstützen kann, ist ihre Aussage zum System.
    Wir sollten für einander da sein. Nicht jede(r) für sich, das hat nicht immer etwas mit wegducken zu tun.

  52. CD74 sagt

    Chapeau Ampelmann, Chapeau Heringsdorfer Jung. Ganz meine Meinung. Von einigen Dingen jedoch, die ich hier lese, bekomme ich nur Kopfschmerzen. Es wird alles immer nur zerredet. Aber so soll es ja sein! Es lebe die Demokratie, endloses Geseier und Stammtisch-Polemik! Macht doch was ihr wollt da vorne. Ich fahre dann zum Schiffe-Gucken nach Warnemünde. Sozialer Wohnungsbau ist ein völlig eigenes Thema und hat rein gar nichts mit der Marina zu tun.

    Ich bin dann mal weg…

  53. Ampelmann sagt

    @egln:
    Ich mag sie ungerne bei ihren Überlegungen zu einer goldenen Zukunft in umverteilter Solidarität stören, aber ihr Satz:

    „….aber ein Teil der Gewinne sollte in die Gemeinde fließen….“

    ist mir aufgestoßen. Nur, zu ihrer werten Info: Haben wir schon!

    So etwas nennen die Leistungsträger in unserem Land „Steuern“. Kennen diejenigen nicht, die immer nur nehmen.

  54. Kaiserbädler sagt

    @ Ampelmann

    Toller Beitrag, von welchen Steuern reden Sie, Hundesteuer, Grundsteuer A/B oder etwa von der einzig nennenswerten kommunalen Abgabe, der Gewerbesteuer ???
    20 Jahre nach der Wende ist die sehr knapp bemessen – Gründe sollten Sie kennen… Investitionen in weitere Betten, Sanierungsstau in den Hotels etc.
    Dazu steigen die kommunalen Abgaben, nehmen Sie nur die zu erwartende Altkreisfehlbetragsumlage, die wahrscheinlich geringeren Schlüsselzuweisungen aufgrund sinkender Einwohnerzahlen (Zensus).

    Das ich einer Marina, sollte Sie auch der Kommune Vorteile bringen, nicht negativ gegenüberstehe, sollten Sie gemerkt haben.
    Aber Ihr, zum Teil wirklich einfacher Populismus erinnert mich an viele Gemeindevertretersitzungen in denen u.a. Hotelier W., Dr. W. oder auch unser aller geliebter Jockel so flach und ohne sich über Hintergründe Gedanken zu machen so daher zu posaunen…..

  55. Ampelmann sagt

    Ihre Ausführungen zur Gewerbesteuer zeigen, dass sie davon weder etwas verstehen noch etwas bezahlen.
    Wenn sie auf der Einzahlerseite säßen, würden sie kaum hier herumtuten, dass diese knapp bemessen wäre. Das kann nur einer der vielen Hutaufhalter in diesem Sozialstaat.

  56. Atze sagt

    @ Kaiserbädler
    Warum führt Investitionsstau zu geringeren Gewerbesteuer-Einnahmen?
    Finden Sie auch die Unternehmen beteiligen sich nicht am Gemeinwohl? Neben der Grundsteuer und Gewerbesteuer gibt es übrigens auch noch die Einkommenssteuer.
    Außerdem unterstützen viele Unternehmer Veranstaltungen, Vereine und Bildungseinrichtungen.

    Auch für die Betriebe steigen die Ausgaben. Deshalb sind Investitionen in die touristische Infrastruktur so wichtig, dass den höheren Ausgaben am Ende nicht sinkende Einnahmen gegenüber stehen. Dann können nämlich irgendwann keine Steuern mehr bezahlt werden.

  57. Jürgen sagt

    Vielleicht können einige hier den Ton wieder etwas mäßigen und zum eigentlichen Thema zurückfinden.

    Wenn es zum Thema Marina selbst nichts neues gibt, kann ich die Kommentare dazu auch schliessen, bevor das gänzlich ausartet.

  58. uwe sagt

    Dann noch etwas zum Abschluß!
    Warum tuen sich einige so schwer darüber nachzudenken das es auch um Lebensfreude geht.
    Warum ist mit einem mal ine wilde Deponie ein schützenswertes Gut,
    Warum ist derjenige der seine Existenz in die eigenen Hände nimmt am untersten Ende in der Werteskala?
    Warum soll der Tourismus um 10% senken, d.h. weniger Arbeit gleich weniger Arbeitsplätze. Möchten Sie dies den Familien dann mitteilen, wenn Kündigungen ausgesprochen werden? Ich lade Sie dazu ein und Sie führen die Auswahl und begründen dies?
    Warum sehen wir keine Chancen für uns alle darin?
    Warum wird alles im ideologien Streit zerredet?
    Warum verzehren wir das Erbe der Altvorderen und warum entwickeln wir diesen so einmaligen Standort nicht weiter?
    Warum, wenn wir nur von einer Marina sprechen und nicht von irgendwelchen monströsen Bauten die keinen Bezug zur Insel haben. Hat Wassersport und das was alles dazu gehört hier keine Chance. Wer ans Meer fährt möchte nicht auf einem seeähnlichen Gewässer segeln. Waren es zu DDR Zeiten schon die Superreichen die Ihre Motor/Segelboote im Achterwasser hatten?
    Warum tuen wir uns so schwer Aufbruchstimmung zu verbreiten und verwenden so viele Energie uns gegenseitige Vorwürfe zu machen.
    Auch eine Gemeinde lebt davon das Sie Ihre Einnahmen erhöhen muß, weil leider immer mehr Aufgaben auf das Land und die Kommunen delegiert werden.
    Wer sich Kühlungsborn mal in der Saison angeschaut hat, der wird feststellen was mit Lebensfreude gemeint ist, da sassen jung und alt im Hafenbreich auf Treppenanlagen, hörten Musik(sogar E-Musik) tranken Aperol Spritz und Hugo und waren glücklich. Denen stand das grinsen vor Zufriedenheit und Glück ins Gesicht geschrieben. Warum wollen wir dies mit aller Macht verhindern das es hier auch so sein könnte. Lebensfreude sollte unser Ratgeber sein.

  59. Ampelmann sagt

    @ Jürgen: Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!

    Ich finde Uwes Ansatz interessant. Das ist etwas, was hier in H’dorf wirklich fehlt. Lebensfreude.

    Es sollte uns allen darum gehen, die letzten verbliebenen Lücken nicht mit weiteren Betten zu bebauen, sondern sie dafür zu nutzen, eine hochwertige Infrastruktur zu schaffen. Die kann einen Tourismus unterstützen, mit dem man Geld verdient und Steuern zahlt. Und die verwendet man dann für Opas Sozialwohnung.

    So herum ist wird ein Schuh daraus.

  60. Sputnik sagt

    Echt schwierig geworden hier…

    Zum Einen kann ich absolut jeden verstehen der hier sagt: man schweift ab.
    Aber irgendwo kann man das doch nicht mehr losgelöst von allem anderen betrachten, sondern es gehören die verschiedensten Aspekte beachtet. Also wo hört es auf und wo fängt es an?

    Egal, die Redekultur ist hier, wie Jürgen richtig festgestellt hat, eh derart im Keller (und darunter), dass man mit Leichtigkeit sagen kann der Klügere gibt nach, und lässt es einfach.

    Eine Bitte nur: da ich in meinen:
    ich lasse mir meine Lebensfreude nicht vorschreiben. Ich erfreue mich sehr wohl an meinem Leben, möchte es nirgendwo anders verbringen. Und ist es nicht mindestens genauso abwegig zu behaupten die Einheimischen finden ihr Lebensglück in dem Hafenbecken, wie sich das Argument der Wohnungsnot in der Gemeinde heran zu ziehen?

    Zum Thema Deponie und deren Entsorgung:
    Wer geht heutzutage ernsthaft noch davon aus, dass etwas richtig entsorgt wird? Wird es nicht anderen, vermeintlich schlechter gestellten Menschen (evtl. mit dem Versprechen es gibt dafür Arbeitsplätze) untergejubelt? Und warum zum Teufel meint der Mensch heutzutage immer noch er ist stärker als die Natur? Die hat sich da nämlich schon viel wiedergeholt und wird es auch weiter tun. Da braucht es keinen Menschen der andere Fehler macht mit dem Argument alte Fehler zu beseitigen.

    Und ich weigere mich auch dagegen dargestellt zu werden als wäre man gegen Weiterentwicklung. Aber wohin wollen wir uns entwickeln vom Desaster zur Katastrophe?
    Ist der Massentourismus nicht schon akut? War nicht hier auf der Seite auch schon von den Billigangeboten zu lesen?

    Lebensfreude ja, durch zufriedene Bürger. Und die bruachen nicht zuerst nen Hafen um wieder zufrieden zu sein…

  61. Atze sagt

    @ Sputnik
    Ich kann in unseren Kaiserbädern beim besten Willen kein Desaster erkennen. Wir sind eine, wenn nicht DIE Vorzeige-Urlaubsregion in MV. Bei allen Sorgen, aber unsere Probleme hätten andere gern.

    Ich verstehe auch das Argument vom Massentourismus nicht. Marina spricht doch gerade nicht Masse, sondern eine sehr spezielle Menschengruppe (Segler usw.) an. Wenn Masse weg bleibt, kommen diese Gäste am ehesten noch.
    Viele können sich bestimmt an den Campingplatz zu DDR-Zeiten erinnern. Das war Massentourismus. Zelt, Wohnwagen, Bungalows – da war für jeden was dabei. 20.000 Menschen auf engstem Raum mitten in der Natur. Die Natur hats überlebt.

  62. Heringsdorfer sagt

    @Ampelmann
    ,wie gesagt das Thema erst Objekte Schaffen, die dann reichlich Steuern an die Gemeinde zahlen um Opas altersgerechte soziale Wohnung zu finanzierbar zu machen zieht bei mir nach über 20 Jahren nicht mehr. Dann müsste es wohl schon viele Wohnungen für Opa geben, wenn man sich die Größe einiger Objekte im Tourismusgewerbe anschaut. Möglich wäre es vielleicht gewesen, wenn man eventuell andere Prioritäten in der Gemeinde gesetzt hätte. Scheinbar kommt ja an Gewerbesteuern für den Wohnungsbau aus dem Tourismus nichts in die Kassen rein.

    Ob die Wohnungsnot in der Kurstadt Swinemünde gelöst werden kann, wenn demnächst große Gastanker in Nähe der Kurhotels anlegen, wird die Zeit zeigen. Bekanntlich waren die Gewerbesteuern, die in die Stadt dann fließen könnten, auch eine Begründung für den Gashafenbau im Kurort.

    @uwe Bei mir kommt mehr Lebensfreude auf, wenn auch eine altersgerechte Wohnung für Opa da wäre, als über neue Ferienwohnungen in einer Marina. Opa gehört ja auch zur Gemeinde, ich kann mir nicht vorstellen, dass er Lebensfreude hat, wenn ein anderer sterben muss, damit er eine Wohnung in seiner Heimat bekommt. Wenn natürlich nur die Lebensfreude der Touristen gemeint ist, haben sie recht. Viele Einwohner werden recht wenig Zeit haben im Hafenbereich auf Treppenanlagen Alkohol zu trinken, wenn man nach Feierabend im Aldi und Edeka lange an der Kasse anstehen muss.

    Wie gesagt, es geht auch ohne Opa in Heringsdorf weiter, vielleicht konnte ich aber einige zum Nachdenken anregen. „Opa“ ist ein Beispiel, wenn der Tourismus fast immer alternativlos in einer Gemeinde an erster Stelle steht.

  63. Ampelmann sagt

    Manchen muss man vorwerfen, dass sie das Thema Marina mißbrauchen, um ihre unausgereiften Träumereien von einer anderen Gesellschaft zu verbreiten.

    @Jürgen, wann würgst Du die ab und läßt nur noch Beiträge zum Thema zu?

  64. Ampelmann sagt

    @Heringsdorfer:
    Ist ihnen in den Sinn gekommen, dass die Gewerbesteuer zwar reichlich in die Gemeindekasse hineingekommen, dort aber (zum Beispiel für Schneckenklaviere) verplempert worden sein könnte?
    Vielleicht sollte Ihr Mißtrauen eher der Verwaltung als der Steuerform gelten.

    Sie behaupten, es gebe in Swinemünde „Wohnungsnot“. Wollen sie uns das anhand einiger Fakten erläutern oder dürfen wir das ein wenig anzweifeln?

    Was bitte hat der Wohnungsmarkt Swinemünde mit der Kaiserbäder-Marina zu tun?

  65. uwe sagt

    Uwe steht für Uwe Wehrmann!
    Ich will keinem vorscheiben wie seine persönliche Lebensfreude aussieht. Bitte schreiben Sie auch anderen keine Lebensfreude vor, nehmen wir es daher so wie es daer alte Fritz gesagt hat“ Jeder nach seiner Fassong“. Wenn Sie keine Marina mögen, dann gehen Sie nicht hin. Wenn Sie zum Theater gehen und ich nicht, werde ich nicht fordern die Kultur abzuschaffen.

    Nehmen wir Heringsdorf oder Kaiserbäder als ein vierblättriges Kleeblatt an.
    Wir haben eine sensationelle Bäderarchitektur!
    Wie haben einen sensationellen Strand!
    Wir haben gute bis sehr gute Gastgeber egal ob Hotel, Pension oder Privatvermieter!
    Wir haben obwohl wir direkt an der Küste liegen keine maritime Infrastruktur!
    Ich habe nun zum fünftem male die Insel durch die Firma Inselsafari kennengelernt. Vielen Dank an Olaf Maltzahn der uns heute wieder durch immenses Fachwissen über die Insel Usedom begleitet hat. Wir waren überall die einzigen außer in Mellentin oder in Rankwitz. Von einem Untergang der Insel, von einem zu betonieren der Insel etc. zu sprechen ist falsch.
    Lebensfreude hat nichts mit Reichtum zu tun. Wir waren am Strand von Pudagla und haben im Sonnenuntergang die Weisse Düne und die sensationelle Natur gesehen. Im Fahrpreis enthalten war etwas Wein, etwas Fisch von der Fischräucherei in Rankwitz, den Rest zur Lebensfreude hat die Natur dazu getan. Wir waren Allein!
    Für Warteschlangen im Lidl oder Edeka kann eine mögliche Marina nichts. Auch kann eine mögliche Marina nichts für eine evtl. Wohnungsnot nichts. Bitte tragen Sie doch Ihre Sorgen zum Wohnungsbau bei einer Gemeindevertretersitzung mit belastbaren Fakten bei einer Gemeindevertretersitzung vor und zwingen Sie die Gemeindevertreter egal welcher Coleur sich diesem Thema anzunehmen. Fordern Sie das die Wohnungsbaugesellschaft mehr Wohnungen baut!
    Die GV muß sich dann mit dem Thema auseinandersetzen. Ergebniss bleibt jedoch offen!
    Bitte zeigen Sie mir einen Ort in MV der mehr für seine Bürger als Heringsdorf tut? Sie erhalten Zeitvertreib bei den täglichen Konzerten, sie haben einen gepflegten Strand, sie haben ständig kulturelle Veranstaltungen uvm.
    Bitte verniedlichen Sie doch keine wilde Deponie, dies kann nicht Ihr Ernst sein. Helfen Sie eher mit einer positiven Meinung einer möglichen Gasförderung etwas entgegen zusetzen. Dies ist kein Populismus sondern eine erstzunehmende Gefahr. Gut gehen wir darüber hinweg, nur wenn es kommt dann möchte ich das mögliche Szenario nicht kommentieren.
    Mein Angebot an die Zweifler ich stelle einen Bus zur Verfügung und wir fahren dorthin wo Lebensfreude praktiziert wird, dem einem wird es gefallen, den anderen vielleicht sogar abstossen, nur eines sind wir, wenn wir den Markt ernst nehem in einem Gnadenlosem Wettbewerb. Wir könne uns dieser in Verantwortung unseren Nachfolgegenerationen gegenüber stellen und es unterlassen und argumentieren das wir keinen Wachstum und keine Verbesserung der touristischen Infrastruktur, die wiederum auch dem Bürger zugute kommt wollten.
    Das ist auch okay, nur dann keine Kommentare mehr darüber das uns die jugendlichen den Rücken kehren und diese Insel verlassen weil hier nichts los ist. Lebenswert ist es dort wo es Lebenswert ist.
    Mein Töchter haben bereits der Insel den Rücken zugekehrt, nicht weil es hier nicht Lebenswert ist, sondern weil hier nichts los ist. Nur wenn das unsere Gäste erkennen und ausbleiben, dann haben wir alle egal ob Fan oder Gegner verloren.
    Daher meine Bitte an alle, verstehen Sie das wir in einem touristischem Wettbewerb stehen und wir jedes jahr gefordert sind unsere Attraktivität zu steigern, diese Verpflichtung haben wir letztendlich auch von unsseren Altvordern übernommen und wir müssen uns dieser Herausforderung stellen.
    Wir könne uns hier unendlich über Ideologien unterhalten, die uns aber nicht weiterführen egal das Gegenteil wird der der Fall sein, denn die Leute die sich hier zuu Worte melden und Interesse an einer Entwicklung haben werden nicht miteinander sprechen, sondern sich hier Anonym bekämpfen. Deshal Visier hoch, jeder sagt wer er ist, ich stelle Raum und Ort für eine weiterführende Diskussion zur Verfügung. Haben Sie Ideen, dann schreiben Sie mir!
    u.wehrmann@s6trandhotel-ostseeblick.de

  66. Ampelmann sagt

    Es gibt offensichtlich völlig unterschiedliche Vorstellungen von dem, was so ein Bauvorhaben für unsere Gäste und uns bedeuten kann. Ich bin überzeugt davon, dass eine Marina Nutzen für alle haben kann, sowohl Einheimische als auch deren Gäste.

    Uwe Wehrmann’s Gedankenspiel zwischen Marina und Theater hat mich da auf eine Idee gebracht:
    Amphitheater rein (das Gelände gibt es her) und eine Hafenbühne davor, vielleicht eine schwimmende Leinwand und Freiluftkino. Machbar und sicher ein Gewinn für alle.

    Wenn wir Opas bezahlbare Wohnung endlich beiseite lassen könnten, wäre hier vielleicht Platz für ein paar weitere Gedankenspiele in diese Richtung. Warum werden hier nicht einfach mal Ideen zu diesem Thema gesammelt, die dann jeder, der echtes Interesse hat, bündelt und „seinem“ Gemeindevertreter gibt?

    Das wäre jedenfalls konstruktiver als der Umbau des Staatswesens durch Heringsdorfer Vorbild…

  67. Heringsdorfer sagt

    @ ampelmann: Ist Ihnen in den Sinn gekommen, dass die Gewerbesteuer zwar reichlich in die Gemeindekasse hineingekommen, dort aber (zum Beispiel für Schneckenklaviere) verplempert worden sein könnte?
    Das bestärkt meine Meinung, eine Insel in der Hand der Touristiker. Opa erhält davon keine Wohnung, Kleinsusi keinen Kindergartenplatz, aber der Touristiker eventuell mehr Gäste, wenn Schneckenklaviere oder ein Fußballstrand für die eigenen Einwohner wichtig sein sollen.

    Ich habe den Eindruck, dass nur Einwohner mit Eigenheim und Ferienwohnung in Heringsdorf erwünscht sind. Da braucht man kein Geld mehr in die eigenen Einwohner zu investieren und kann sich mit einem Seglerhafen beschäftigen.

    @ ampelmann: wann würgst Du die ab und lässt nur noch Beiträge zum Thema zu? Stimmt dann gibt es nur noch Jasager, die eine Betoninsel auch toll finden und andere Prioritäten hätten ohne Lebensfreude auf der Hafentreppe.

    Mancher „Wohltäter“ wird wohl erst meine Heimat die Insel Usedom verlasen, wenn kein Platz mehr für neue Betonprojekte zu finden ist, die meine Insel „aufwerten“.

  68. Volkesstimme sagt

    Also mit Marina wären die Töchter geblieben? oder wie muss ich das jetzt verstehen. und wer sagt das hier nichts los ist der sollte mal die Augen öffenen. Diesen Sommer ist hier jede Menge los. Man muss nicht alles gut finden aber Angebote gibt es eine Menge. Ich denke es macht keinen Sinn zum 98. mal die Argumente zu wiederholen, weil es eh kein weiterer mehr liest, neue Argumente sollten gerne diskutiert werden. Ich habe oben gesagt wir sollten das verschiedene für und wieder abwägen. und nicht wenn einer Bedenken vorträgt, diese nicht gleich zerschlagen. sondern uns ernsthaft damit auseinandersetzten können. Mit Argumenten sollte man sich sachlich auseinandersetzten können. Man wird nicht immer den „bösen Gegner“ überzeugen können. Aber man sollte zum nachdenken bewegen und zum Gedankenaustausch. Dogmatismus „alla“ wer nicht für mich ist gegen mich und wer gegen eine Marina ist, ist gegen den Tourismus auf Usedom bringt uns nicht weiter, sondern führt nur dazu das neue tiefe Gräben aufgeschüttet werden. Gestehen wir doch den Einzelnen seine eigene Meinung zu und versuchen uns mit Sachargumenten zu überzeugen. Und dann warten wir ab ob der angekündigte Bürgerentscheid auch kommt und dann sollten wir das Ergebnis dort respektieren. Egal obs gefällt oder nicht.

  69. Kaiserbädler sagt

    Eine Marina hat Vor- und Nachteile und alles andere ist im Moment fiktiv, da ein Raumordnungsverfahren die Machbarkeit erst feststellt. Nichts desto Trotz sollte es möglich sein, hier Ideen ohne Beleidigungen zu sammeln. Hafenbühne, warum nicht, ich kann abends auch einmal ein wenig Krach vertragen. Kann das auch jeder hier, der sich nur in der Außendarstellung für Jugend einsetzt und wenn es dann einmal zu laut wird, sich gegenüber seinen zahlenden Gästen nicht gerade macht und dazu steht ?
    Und auch wenn es nicht zur Marina passt, schon einmal Gedanken gemacht, wie teuer Bauen geworden ist und das sozialer Wohnungsbau nicht mehr gefördert wird….. Auch eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft kann und darf nicht defizitär agieren.
    Und Gewerbesteuer….. was ist das für eine Schneckenklaviergeschichte ?

    Leider gibt es hier Leute die nur Ihre eigene Meinung akzeptieren.
    Es gibt nur schwarz oder weiß und kein dazwischen, das ist wirklich schade und mehr möchte ich dazu auch nicht mehr sagen.

    Ansonsten kann ich mich Ampelmann und Volksstimme nur anschließen, was einige Personen, die sich hier als „Tourismusfachleute“ sowie als sozial kompentent einstufen inhaltlich sowie grammatikalisch darbieten, ist teilweise peinlich und wird durch ständige Wiederholung nicht besser.

  70. Torsten Reyher sagt

    Nicht, dass eine wichtige Bitte von Uwe hier einfach untergeht:
    Visier hoch, jeder sagt, wer er ist.

    Meinungen vertreten und Meinungen kommentieren, dies macht sich nicht so gut im anonymen Raum.

  71. Ampelmann sagt

    @Kaiserbädler:
    „Nichts desto Trotz sollte es möglich sein, hier Ideen ohne Beleidigungen zu sammeln.“

    Wäre gut, wenn sie sich gleich selber daran halten. Damit meine ich den letzten Absatz ihres Beitrages. Und wer anderen mangelnde Grammatik vorwirft, sollte selber fehlerlos schreiben.

    Sicher gibt es an der spontanen Idee Hafenbühne bei genauer Suche Haken und Ösen, wenn man sie nur finden will.
    Diese zu diskutieren und eventuell wegzuplanen, kann nicht Inhalt dieses Blogs sein. Diese im Ansatz zu zerreden, sollte aber auch keinen Platz hier haben.
    Tragen sie erst einmal selber mit einer Idee bei, bevor sie andere mit Unterstellungen über „gerade machen“ belasten.

    Wenn sie nicht wissen, was ein Schneckenklavier ist, sollten sie Frau Dr. Lehmann fragen. Die erklärt ihnen sicher gerne, was es mit dieser temporären Klanginstallation für (aus der Erinnerung ungefähr) 20-25 T€ auf sich hatte.

    War auch nur beispielhaft und wurde möglicherweise nicht aus Gewerbesteuer finanziert, sondern aus der Kurtaxe, KTS-Honoraren, Fördergeldern oder was weiß ich.
    Möglich, dass ich bei der kreativen Haushaltsführung des Ex-Bürgermeisters den Überblick verloren habe. Aber es gibt genügend Beispiele, wie damals mit kommunalem Geld umgegangen wurde.

  72. Jürgen sagt

    @ Torsten Reyher

    Das kann hier jeder halten wie er will, so lange er sich anständig benimmt. Es gibt Beispiele auf dieser Insel, dass Meinungsfreiheit auch zum Jobverlust führen kann, wenn der Klarname für Kritik benutzt wird.

    @ Ampelmann

    Das Schneckenklavier wurde letztendlich durch die Gemeinde finanziert über den Verlustausgleich des Eigenbetriebes.

    @ Sputnik

    Damit es kein Missverständnis gibt: Mit Deponie sind die früheren Bohrschlammfelder aus der Erdgasbohrung gemeint. Die Bohrschlämme wurden bereits vor 2000 konditioniert und entsorgt. Auf alten Karten von Heringsdorf ist zu sehen, dass an der Stelle des vorgesehenen Hafenbeckens früher der kleine Schloonsee war. Wobei See etwas übertrieben ist, aber dort stand regelmäßig das Wasser, bevor die Grabensysteme installiert wurden.

    Für mich persönlich ist das auch nicht der entscheidende Eingriff, der liegt für mich in dem Bauwerk in der Ostsee.

    @ alle

    Der Bürgerentscheid wird kommen. Wenn es in der Gemeindevertretung keine Mehrheit gibt, werden ihn die Einwohner erzwingen.

    Ganz am Ende bleibt übrigens auch die Frage, ob sich das ganze überhaupt wirtschaftlich darstellen lässt. Da sehe ich durchaus ein paar Fragezeichen. Das alte Konzept beinhaltete den Verkauf einer großen Menge an Ferienwohnungen, um den Hafenbau mit zu finanzieren und die sind jetzt nicht mehr vorgesehen.

    Was die ganzen Ideen wie Theater und Kino etc. angeht: Wenn es etwas zu verdienen gibt, wird es schon ein Privater machen.

  73. Thilo Naumann sagt

    Jürgen, Deine Aussage

    „Der Bürgerentscheid wird kommen. Wenn es in der Gemeindevertretung keine Mehrheit gibt, werden ihn die Einwohner erzwingen.“

    würde ich an dieser Stelle klar unterschreiben. Dieses Thema darf man diesem Gemeinderat nicht noch einmal alleine überlassen.

    Wenn es also zu einem Bürgerbegehren kommt, werde ich dieses mit aller Kraft und gerne auch finanziell unterstützen.

    Bansin ist damals auch Kaiserbad geblieben!

  74. Uwe Wehrmann sagt

    Das interessante und was viele bei der Diskussion außer acht lassen ist die Frage welche Kosten entstehen der Gemeinde. Das für die Gemeinde keine Kosten entstehen wurde von den Investoren deutlich dargestellt. Nämlich keine!
    Entstehen denn Einnahmen für die Gemeinde? Meiner Meinung nach sehr wohl und nicht unerheblich. Grundsteuern, Zweitwohnsitzsteuer. Frage an die Experten welche noch?
    Werden die Segler etc. auch zur Kurtaxe herangezogen?
    Steuern durch Gewerbeansiedlung im Hafenbereich?
    Eines wollte ich als sachdienliche Information mitteilen, weil die Anmerkung aufkam was passiert im Winter mit der Marina? Gerade im Winter wird dort Geld verdient, weil dann viele Arbeiten an den Booten durchgeführt werden. Da hat die Marina Hochsaison, weil die Boote dann für die kommende Saison wieder fit gemacht werden. Dafür braucht man Bootsbauer, Segelmacher und Servicepersonal. Wäre dies nicht auch eine Chance für neue Berufsbilder und Ausbildungsberufe?
    Das Thema möglicher Gasförderung lässt alle ganz cool. Nur was ist, wenn Gaz de France tatsächlich über die Gasförderung nachdenkt, wenn in Swinemünde ein Terminal für Gastransporte installiert wird? Sollten wir nicht gut beraten sein, wenn wir schneller sind und touristische Fakten schaffen.
    Hoffentlich bekomme ich nicht nun wieder vom Grammatikalischem Oberlehrer einen verpasst!

  75. Jürgen sagt

    Über die Brücke mit den Kosten gehe ich noch nicht. In eine Präsentation kann ich auch reinschreiben, dass im Himmel Jahrmarkt ist.

    Und das Thema Gasförderung haben wir schon einmal ohne Marina abgewürgt bekommen.

    Vielleicht sollte man erst einmal abwarten, was das Raumordnungsverfahren als Ergebnis bringt. Es ist nicht gesagt, dass es positiv für das Vorhaben ausgeht.

  76. Uwe Wehrmann sagt

    Zu den Kosten kann man ja mal Vertrauen zu den Investoren aufbauen! Ich möchte nicht wieder sofort den Investoren mit Misstrauen entgegentreten. Diese Disziplin ist so glaube ich überdurchschnittlich bei uns ausgeprägt.
    Zum Gas Jürgen, vielleicht ergeben sich für den Inhaber des Gasvorkommens durch das Feuchtgasterminal in Swinemünde ganz neue Rahmenbedingungen! Haben wir die Kompetenz um das auszuschließen?
    Naja wir werden sehen!

  77. Lars sagt

    Obwohl ich sicherlich nicht für alle sprechen kann, begrüße ich das ROV und bei positivem Ausgang den Bürgerentscheid.
    Allerdings denke ich, dass es bei einem positiven Behördenentscheid zum ROV sehr detaillierte Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung bedarf. Deshalb wäre es sicherlich sinnvoll, wenn die Investoren frühzeitig diese Aufklärungsarbeit anschieben würden, denn im Moment wird hier viel konträr diskutiert und ich kann nicht einschätzen, inwieweit das schon meinungsbildend ist.
    Vor allem, weil im Projekt schon sehr viele Dinge die hier angerissen werden, gut erläutert werden, u.a. auch die Kostensituation.
    Ansonsten ist für mich entscheidend, was für Auswirkungen der Durchstich zur See als Folgen für den Strand mit sich bringt.
    Die positiven Auswirkungen auf Gewerbe und andere Steuern werden die möglichen Umsätzen bzw. Gewinne, Gesellschaftsformen sowie die Firmenstandorte der einzelnen ansässigen Unternehmen zeigen.
    Darüber jetzt zu diskutieren ist wahrscheinlich Glaskugel lesen. Da wird sicherlich mit den Investoren noch das ein oder andere Gespräch geführt werden müssen.
    Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe werden auf jeden Fall fällig.

    Und falls ich ein paar Schreibfehler eingebaut haben sollte, bitte ich das zu entschuldigen.

  78. Gerhard sagt

    @Uwe Wehrmann: zum 1. August, 13.07 Uhr – letzter Satz an den Oberlehrer: Ein bisschen mehr Mühe sollten Sie sich schon beim Schreiben geben, denn Ihre Diskussionsbeiträge büßen wegen Ihrer „Schreibschwäche“ leider an Wert ein. Das müssen Sie schon einsehen. Trotzdem finde ich Ihre Beiträge ganz interessant. Noch eine Bitte an alle „Schreiber“: Haltet Eure durchaus interessanten Beiträge etwas kürzer. Nicht die Länge macht’s. Danke.

  79. Volkesstimme sagt

    Vertrauen zu den Investoren? Tja das Problem ist doch das es (leider auch hier) Glücksritter gab usw. In den Kopf kann keiner reinsehen. Aber man kann ja mal legal Auskünfte einholen, wie es mit der Kreditwürdigkeit der Investoren so aussieht. Macht ja jede Bank auch. Die trauen auch nichts ausser den geprüften Zahlen.

  80. Jürgen sagt

    @Uwe

    Das Gasterminal hat lediglich Einrichtungen zur Entflüssigung des Gases aus Quatar. Das dann wieder „normale“ Gas wird in das überregionale polnische Versorgungsnetz eingespeist und deckt irgendwas um 25-30 Prozent des gesamten polnischen Bedarfes. Müsste ich noch mal nachlesen. Spielt für das Vorkommen vor Heringsdorf absolut keine Rolle. Es gibt übrigens auch vor der Swinemünder Küste ein Explorationsfeld für Gas nach polnischem Recht.

    @Volkesstimme

    Manchmal wird auch einfach nur der Begriff Kosten unterschiedlich definiert. 😉 Kreditwürdigkeit wird ein Thema, wenn es tatsächlich in die konkrete Bauleitplanung geht und das ist noch gar nicht abzusehen.

  81. Ampelmann sagt

    Gut. Weg von dem persönlichen Gezänk:

    Hat sonst noch jemand Wünsche, Ideen, Phantasien an das Vorhaben?

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  84. Nicole Maares sagt

    Es ist schon interessant, wie Investoren in ihrer positiven Auslegung zu einer Marina zitiert werden, um eine Befürwortung der Marina zu unterstreichen. Das Interesse eines Investors an einer Sache begründet sich im erwarteten Gewinn. Das ist für den Investor ein völlig legales Herangehen an ein Thema.

    Wenn die einen sich Gewinne von ihrer Investition in die Marina versprechen, schließt das noch lange nicht negative Effekte für andere Betroffene aus. Diese Effekte gilt es sorgfältig zu analysieren und auszuwerten. Den Drei Kaiserbädern würde dabei helfen, sich ihres Markenkerns bewusst zu sein. Dabei geht es um den inneren Wert der eigenen Marke. Was symbolisieren Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin und wofür beanspruchen sie ihre Alleinstellung. In den Augen der Bewohner und in den Augen der Gäste. Wer ein solches klares Markenbild hat, kann klare Eigenschaften definieren, gegen welche man schwerwiegende geplante Veränderungen abgleichen kann. Und auch sollte. Bei der Konzeption des Markenkerns müssen zunächst Kernkompetenzen definiert werden, also Stärken, die einen Nutzen bringen und sich v on anderen deutlich abgrenzen.

    Eines der größten Nutzenversprechen von Usedom und auch den Drei Kaiserbädern, ist die sonnenreiche Erholung, Ruhe, Entspannung und der kilometerlange weiße Sandstrand. Hier kann man ohne Auto (wenn man es im Verkehr erst einmal an sein Ziel geschafft hat), zu Fuß, mit dem Rad oder der UBB die wunderbare Landschaft erkunden. „Maritimes Flair“ kann ich nicht mit dem Markenkern der Drei Kaiserbäder verbinden.

    Für mich ist es deswegen absolut kontraproduktiv mit mehr und mehr Bauwerken und Eingriffen in die Natur, die Landschaft zu zerstören, die Luftverschmutzung zu fördern und die Lärmbelästigung zu erhöhen.

    Auch ich zähle zu den sporadischen Seglern. Ich kenne keinen Hafen in der Größe der geplanten Marina Heringsdorf, der nicht dreckig und laut ist. Auch ein Segelboot fährt unter Motor in den Hafen und sorgt für Verschmutzung und Lärm. Mitten durch den traumhaften Badestrand der Drei Kaiserbäder darf man keine Marina planen, wenn man seinen Gästen Erholung versprechen möchte. Es ist doch ein Segen, dass nicht direkt hinter der Promenade eine Straße verläuft. Der Hafen ist in Swinemünde gut aufgehoben. Gäste zu möglichen internationalen Regatten werden dann ganz bestimmt gerne in den Hotels der Drei Kaiserbäder Wohnen wollen.

    Insbesondere die einheimischen Usedomer haben sich ein Auskommen durch die Gäste, die wegen der Idylle im Binnenland und an der Küste kommen, geschaffen. Es sollte alles daran gesetzt werden, diese Naturschönheiten zu bewahren. Großinvestoren, die entweder Hotel-Klötze oder Segelhäfen entwickeln wollen, beeinflussen das Treiben der Einheimischen negativ.

  85. Nicole Maares sagt

    @Uwe
    Lese es leider erst jetzt, komme aber nicht umhin, die Aussage
    „Ich habe nun zum fünftem male die Insel durch die Firma Inselsafari kennengelernt.“ kurz zu kommentieren:
    Wir waren die zwei Personen mit den Fahrrädern auf dem Deich am Schmollensee, die das säuseln der kleinen Wellen auf dem See und das Zirpen der Grillen genießen wollten, als sich laut aufhäulend der Jeep der Inselsafari-Tour über das hohe Gras herannäherte. Auch ein Beitrag zur Zerstörung der Natur und Idylle.
    Kleiner Tip: Fahrrad für die sportlicheren und Pferdekutsche für die anderen. Auch das unterstützt die heimische Wirtschaft. An vorderster Stelle: Wellness für die Seele.

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