Ganz Usedom ist rechts?

Politisches

Das ist natürlich nicht der Fall. Den Eindruck kann man aber gewinnen, wenn man heute den Länderreport von Deutschlandradio Kultur gehört hat: Am braunen Badestrand. Peter Marx hat sich auf der Insel umgetan und wenn man das liest bzw. nachhört, wird einem einfach nur schlecht.

Schlecht vor soviel Unbedarftheit:

All das hört Beate Carola Johannsen, Vorsitzende der Usedomer Tourismusgesellschaft, wie sie sagt, zum ersten Mal. Sie wirkt tatsächlich geschockt…

„Ganz Usedom ist rechts. Also als Destination in die Ecke von Rechts gestellt zu werden, das wäre natürlich für eine solche Region ganz schrecklich.“

Schlecht vor so viel Feigheit:

Doch er war nicht der einzige, der sich Fragen verweigerte. Drei Tage lang lässt der Bürgermeister der Kaiserbäder, Klaus Kottwittenburg Interviewtermine platzen, wegen angeblich wichtigen Terminen.

Schlecht vor so viel Realitätsverweigerung:

Revierleiter Kern spricht von „gefühlter Kriminalität“, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, aber das Denken und Handeln der Usedomer tief beeinflusst. „Jeder Diebstahl eines Stallhasen“, so Kern, wird gleich zur Einbruchsserie hochstilisiert. Schweigend wird dagegen zur Kenntnis genommen, wenn an eine Hauswand rechte Parolen oder Hakenkreuze gesprüht werden.

Das Fazit von Peter Marx am Ende der Sendung ist leider zutreffend:

Nichts tun – wegschauen –, damit versuchen die Usedomer über die Runde zu kommen. Bis zur nächsten Wahl und dem nächsten Schock-Erlebnis. Doch darauf können sie sich fünf Jahre vorbereiten.

Ich teile allerdings nicht seine Auffassung über die Gründe. Es hat nichts mit Angst zu tun. Es hat viel mehr mit Bequemlichkeit, Verdrängung und Schwäche zu tun. Und wenn es schiefgeht, kann man das Betroffenheits-Getue wieder aus der Kiste holen. Mit fünf Jahren Vorbereitung ist es aber nichts: 2014 werden die Kommunalparlamente neu gewählt.

Wer sich für das Thema interessiert:

Der nette Nazi von nebenan
Nazihochburg Südvorpommern
Die Nazis ziehen Kreise

42 Kommentare

  1. arnie sagt

    …nur ein weiterer Grund Herrn Kottwittenborg zum Segeln zu verabschieden !

    Deutschlandweit gehörter Sender spricht über die Rechten auf Usedom und der Bürgermeister hat keine Zeit für ein Interview ?

    In wessen Auftrag verweigert sich der Bürgermeister?
    – Im Auftrag der von ihm zelebrierten Bürgernähe?
    – Im Interesse der Tourismuswirtschaft ?
    – Im Interesse der Jugend ?

    ..oder etwa doch wegen der paar Stimmen die er sich aus dem rechten Lager noch verspricht ?

    Sonst könnte es ja doch noch knapp werden, obwohl er es doch eigentlich gar nicht mehr machen wollte …

    Wegen der Interviews ?

    …die er jetzt schon nicht mehr geben will.

    Geht’s noch ?

  2. usedomer sagt

    Besonders „unkorrekt“ finde ich die Aussage:
    „Jeder 4. Heringsdorfer Einwohner hat die NPD gewählt.“
    Bei 20% wäre es jeder 5. . Aber eben jeder 5. Wähler und nicht Einwohner.
    Dennoch immer noch zu viel!

  3. Jürgen sagt

    Auch die 20 % stimmen nach meiner Meinung nicht, aber darauf kommt es am Ende nicht an. Die Schlussfolgerung ist absolut richtig. Leider.

  4. arnie sagt

    …die Zahl ist auch scheißegal, weil es für die Medien allemal reicht, um dieses Image zu pflegen…

    Und dann gibt es nicht mal einen Bürgermeister der sich dieser latenten Imageschädigung in den Weg stellt und klar Farbe bekennt ?

    Normal ist das unterlassene Hilfeleistung gegenüber allen Usedomern, denen noch keine braune Brühe im Kopf rumwabert , die jetzt aber von den Medien weiterhin damit subsummiert werden ?

    Klasse Bürgermeister Kottwittenborg !

    WEITER SO !

  5. Ampelmann sagt

    @arnie:
    Da hat er mal allen gezeigt, was er kann! Das „WEITER SO“ überlese ich. Bäh..

    @usedomer:
    Ein weiterer Artikel, der ein Phänomen umreißt ohne in die Tiefe zu gehen.
    Der Hauptgrund für die hohen Ergebnisse der Braunen ist das Versagen aller Demokraten, die nicht zur Wahl gegangen sind. Bei einer entsprechenden Wahlbeteiligung wären die Typen ergebnismäßig da, wo sie hingehören. Das erklärt auch die Diskrepanz zwischen der geringen „gefühlten“ Präsenz und diesem wirklich fürchterlichen Wahlergebnis.

    Es wird kaum gelingen, die braunen Wähler einer Gehirnwäsche zu unterziehen, obwohl man das nicht unversucht lassen darf.
    Man muss vor allem aber die Nichtwähler an die Urne bringen. Dann relativiert sich das Problem.

  6. Heinz-Egon Achterkerke sagt

    @Ampelmann
    Das ist genau auf den Punkt gebracht.
    Deswegen ist der Slogan “ Demokratie braucht mehr WÄHLER als NICHTWÄHLER“ das Leitbild von PRO DEMOKRATIE.
    Wir hätten uns nur noch mehr Helfer gewünscht.
    Aber wie @Ampelmann schon andeutet, diese Bewegung wird bei der nächsten Gemeindevertreterwahl noch wichtiger. Bei hohen Wahlbeteiligungen werden die extremen Gruppen ihre Größe (Prozente) zeigen. Dann wird deutlich: Usedom ist nicht rechts.

  7. arnie sagt

    moin, moin

    ..ich kenn mich ja da nicht ganz so gut aus, aber ich dachte jesus ist nicht ans kreuz geschlagen worden, weil er wirklich über wasser gehen konnte, sondern „nur“ weil es genügend leute gab, die das behauptet haben….

    hiermit ist es leider genau so und ich muss daher euren scheinbar schon etwas nach selbstzufriedenheit klingenden thesen (sorry!) eine klare absage erteilen.
    Die gründe liegen tiefer…, leider und sie sind über viele jahre gesät und gepflegt worden.
    und das es themen gibt, mit denen die rattenfänger immer wieder leute vor ihren karren gesperrt kriegen, das ist den braunen wohl auch nicht zu zu schreiben.
    das nennt man nur die ausnutzung von politischen fehlstellen so genannter großer volksparteien…
    da haben wie gerade aktuell die „berufspolitiker“ versagt, Herr Kottwittenborg läßt grüßen.
    und lieber herr achterkerke , ich muss es leider sagen, mich beschleicht auch irgendwie ein komisches gefühl , dass sie trotz meiner fundierten beiträge zum thema medien und deren verantwortung dieses thema beharrlich meiden…, mir unverständlich weil :

    nicht informierte , schlecht informierte , tendenziell informierte menschen …, das war geschichtlich gesehen schon immer der stoff, aus dem extremismus , fanatismus und diktaturen ihren menschenhass entfachten !

    …und so ist es auch immer noch, wenn sie 10, oder 15 oder vielleicht sogar 20 % mehr zur wahl bringen , die aber genau so schlecht informiert sind, wie das momentan der fall ist.
    (in nordkorea wählen glaub ich immer 99,99 %….)

    sie wissen ja, was einstein zur dummheit der menschen (also unsere!) gesagt hat , daran sei nur sicher, dass sie unendlich ist !

    ich glaube daher : so wird das nix !

    MEHR GUT INFORMIERTE WÄHLER ZUR WAHL !

    ..so sollte es wohl heissen, ich weiß das wird noch schwerer, aber unter dem ist wohl nix zu machen, da bin ich mir sicher !

  8. tiefseetaucher sagt

    „‚Demokratie braucht mehr WÄHLER als NICHTWÄHLER‘ das Leitbild von PRO DEMOKRATIE“

    … na klar, in Tschetschenien stimmen 99,76 Prozent für Putin. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 99,61 Prozent.

    Eben ein lupenreiner Demokrat in einer lupenreinen Demokratie, wie Lupo Schröder gerade noch einmal feststellte.

    Fast so lupenrein wie in der seeligen DDR, wo allerdings nur 98,85 Prozent für die Kandidaten der Nationalen Front stimmten, mit lediglich 98,77 Prozent Wahlbeteiligung – http://www.mdr.de/damals/avobjekt1396.html .

    Bei der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 lag die Wahlbeteiligung übrigens bei 84,1 Prozent.

  9. Jürgen sagt

    @ arnie

    Die Lokalpresse ist leider wie sie ist. Und die kann man ehrenamtlich nicht ändern. Die Zeiten, in denen die Presse die vierte Gewalt war, sind vorbei.

    @ tiefseetaucher

    Hier geht man freiwillig zur Wahl (oder eben auch nicht), das ist ein himmelweiter Unterschied.

    Gegen die Rechten hilft nicht nur eine höhere Wahlbeteiligung (die denen auch zu Gute kommen kann. Man sollte nicht glauben, dass die ihr Potenzial komplett ausgeschöpft haben), aktives Gegenarbeiten auf allen Ebenen ist zwingend erforderlich. In der Heringsdorfer Gemeindevertretung werden die Rechten regelrecht salonfähig gemacht. Und das wird sich rächen.

  10. arnie sagt

    die zuspitzung von @tiefseetaucher ist absolut zutreffend und berechtigt, weil sie verdeutlicht, das eine zahl allein noch lange nichts bedeutet.

    das bestätigt übrigens auch eine interessante studie von intelligenzforschern, die sich mit so genannter „schwarmintelligenz“ auseinander setzt und zum verblüffenden(?) ergebnis kommt, dass schwarmintelligenz eher in schwarmdummheit endet !!!

    nochmal, die initiative ist gut, verlangt aber nach mehr, da hilft auch die lapidare feststellung nichts , lieber jürgen, dass die lokale presse sei wie sie ist !

    wenn solche dinge abgehen, wie mit dem nordkurier – journalisten dann lassen wir das zu (ist, wie es ist…) , oder wir lassen uns eben nicht für blöd verkaufen?

    ENTSCHEIDEN SIE JETZT !

    …was spricht denn dagegen, gegen diese form von protektionismus vorzugehen, indem man leser zur abbestellung dieses blattes rät, wenn sich dort journalisten tummeln, die „hofberichterstattung“ machen ? die kameraden trifft man nur an der empfindlichsten stelle, ihrer abbonentenzahlen !

    das ist etwas , das steuern sie durch networking , indem ein aufruf rausgeht übers netz (zusammenarbeit mit den piraten ?) diese zeitung einfach nicht mehr zu kaufen , zu lesen …, sollst mal sehen, wie schnell die munter werden !

    WETTEN DAS ?

  11. Jürgen sagt

    @ arnie

    Da gibt es speziell beim Notkurier ein kleines Problem: Diese Pseudo-Inselzeitung liest sowieso schon so gut wie keiner mehr.

  12. arnie sagt

    …dann hätten sich aber lieber auch
    BM – Kandidaten deren Veranstaltung verweigert !

    sowas setzt auch mal ein Zeichen !

    abgesehen davon wird die Zeitung ja wahrscheinlich nicht vom Vatikan finanziert , insofern kann das zumindest nicht ganz stimmen !

    Also, die Notkuriere werden durch kollektive Verweigerung „abgeschafft“, dass ist dann auch für alle restlichen Journalistas ein gutes Anschauungsbeispiel !

    Hm ?

  13. frank kerber sagt

    Wie im Radiobeitrag berichtet ist auch in meinem Bekanntenkreis rechtes Gedankengut präsent. Ständig wird mit diesem argumentiert, so intensiv und bei allen möglichen und unmöglichen Themen, dass ich den Wortführern oft zustimme (sie haben ja in der Gruppe die Meinungshoheit) und erst hinterher das Verquase der Argumentation erkenne.
    Einen Vorschlag: Die Polizei muss jede Art von Kriminalität besser bekämpfen und viel viel mehr aufklären. Die Mittel haben sie ja und die technischen Möglichkeiten auch. Das wäre ein wirklicher Beitrag für die Demokratie auf der Insel. Den Leuten die grundsätzlich mit rechten Parolen Lösungen herbeiführen wollen wäre ein wesentliches Argumentationsfeld entzogen. Die Polizisten müssen auf dem Gebiet einfach mehr tun. Stattessen bügeln sie einen mit dem Argument „ja sie wissen doch Eigentum verpflichtet“ ab, geben noch einige kluge Ratschläge für mehr Sicherheit, die mir so schlappe 10000€ kosten, setzen sich schnell wieder in Ihren warmen Dienstwagen und sind verschwunden. Spurensicherung, und Spurenauswertung denkste, so als ob wir noch im 19. Jahrhundert leben würden, wo der Schutzpolizist nur wenige kriminalistische Hilfsmittel hatte.
    Ich warte dann auf dem Einstellungsbescheid der Anwaltschaft und erledigt ist der Vorgang.

  14. Ampelmann sagt

    Ich weiß, Fragen sind lästig. Aber was ist denn bitte mit dem Nordkurier-Journalisten vorgefallen, und welche Hofberichterstattung gab es, dass arnie zum inselweiten Boykott gegen die Zeitung aufruft.

    @ Jürgen:
    Die vierte Gewalt funktioniert vielleicht auf der Insel nicht mehr. Sonst schon. Frag mal den Wulff.

  15. Heinz-Egon Achterkerke sagt

    @arni
    der Usedom-Kurier schafft sich gerade selber ab.
    Ich kenne inzwischen viele, die den Nordkurier abbestellt haben bzw. wollen. Eigentlich schade.

    Aber er hatte die gleichen Informationen über unsere Bewegung wie die OZ und hat dieses brisante Thema überhaupt nicht aufgegriffen. Der zuständige Journalist musste sich wohl etwas zurücknehmen, da er sich gleichzeitig als Geschäftsführer der UTG beworben hat.

    Ich finde die Entwicklung des Niederganges der 2. Tageszeitung auf der Insel nicht gut. Wir brauchen eine vielfältige und aktive Presse.
    Allerdings lehne ich es ab, anderen vorzuschreiben wie sie ihre Arbeit machen soll.
    Das machen ggf. die Leser selber.

    nochmal @arnie
    …………nicht informierte , schlecht informierte , tendenziell informierte menschen …, das war geschichtlich gesehen schon immer der stoff, aus dem extremismus …………. entsteht.

    Jeder hat so seine Ansichten, Erfahrungen und Vorgehensweisen. Die Presse kann nur dann informieren, wenn die Mehrheit dieses auch liest.
    Tatsache ist, dass viele gar keine Zeitung lesen oder nur Samstag.
    Daher ist die mangelnde Information den politisch Tätigen zuzuschreiben. Transparent, bürgernah und Bürger-Veranstalungen sind gefragt, speziell für die Jugend. Das wäre evtl. die nächste Aufgabe von PRO DEMOKRATIE

  16. arnie sagt

    (editiert – Jürgen)
    Ampelmann, zur 4. Gewalt :

    KORREKT !

    soviel Biss muss sein, wenn da auch schon manchmal der Ostseesand bisschen mit zwischen den Zähnen knirscht !

    Sonst können wir auch das Neue Deutschland wieder auferstehen lassen !

    frank kerber:
    das problem ist , nicht alle gehen so offen und ehrlich damit um, wie Du, das man den Kollegen auch mal „auf den Leim“ gehen kann…
    (da spielen auch gruppendynamische Prozesse u.ä. eine Rolle) , da heisst, die Zahl derer , die wirklich gefährlich sind, weil Sie nur drauf warten, dass es mal wieder „anders rum“ geht, ist mglw. viel größer als wir ahnen, oder besser befürchten sollten.

    ..Ist ein Nazi elegant , dann kommt er durch das ganze Land !

    Sind wir nicht alle ein bisschen ….?

  17. tiefseetaucher sagt

    Das Problem ist nicht die Wahlbeteiligung – in einer Demokratie ist es ein gutes Zeichen, wenn die Wahlbeteiligung niedrig ist. Das unterscheidet uns von lupenreinen Demokratien oder Diktaturen und ist ein Zeichen von Freiheit.

    Ganz im Gegenteil ist davon auszugehen, dass tatsächliche Konflikte in einer Gesellschaft zu höherer Wahlbeteiligung führen – in der DDR wurde man dafür persönlich vom ABV zu Hause besucht, in der Weimarer Republik brannte die Luft sowieso.

    Das Problem ist heute das Aufbrechen des alten Herrschaftswissens – und für viele das daraus resultierende Problem verschiedene Informationen zu verarbeiten und gesellschaftliche Diskussionen zu führen. Wenige können das. Dies führt oft zu einem unschönen Grundrauschen über angebliche Probleme, die in Wahrheit erst einmal eingeordnet werden müssen – und heute so klein sind, wie nie zuvor.

    Was das Verhalten von etablierten Politikern betrifft, so ist vor allem das Wegducken von eigentlich Zuständigen für eine gewisse Politikerverdrossenheit verantwortlich – Herr Kottwittenborg ist da ein unschönes Beispiel. Leider für Mecklenburg-Vorpommern insgesamt aber symptomatisch, nicht nur bei rechten Themen – ich warte regelmäßig Monate bei einfachen Anfragen an gewählte „Volksvertreter“ in MV, um dann nichtssagende Antworten zu bekommen. Und nicht selten nicht mal das.

    Konkret haben wir momentan doch einen Konflikt, der von der Polizei und den Nationalsozialisten geschürt wird – mit Aussagen über die angebliche Kriminalitätsentwicklung. Auf der einen Seite müssen Polizisten zwar nicht um ihre Jobs bangen, aber das Fass ohne Boden mit noch mehr Personal und noch höheren Kosten wird langsam dicht gemacht. Auf der anderen Seite greifen die Nationalsozialisten die PR der Polizei dankbar auf, wenn irgendwo hinter einem morschen Scheunentor eine Mischung aus Versicherungsbetrug und Leichtsinnigkeit als Diebstahl deklariert wird.

    Richtig ist doch, dass sämtliche Zahlen der Kriminalitätsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern seit Mitte der 1990er Jahre im freien Fall sind. Die des Kfz-Diebstahls zum Beispiel um 80 Prozent. Auch der Anteil der nichtdeutschen Täter geht kontinuierlich zurück – nicht zuletzt aufgrund des Wirtschaftswachstums in Osteuropa, Schengen und der EU-Osterweiterung. Nachzulesen leider nur sehr schlecht unter http://www.polizei.mvnet.de/cms2/Polizei_prod/Polizei/de/oeff/Pressemitteilungen/aus_dem_IM/index.jsp?&pid=26672 (MV ist auch noch am langsamsten, wenn es um aktuelle Zahlen geht – Brandenburg hat für 2011 bereits geliefert, natürlich rückläufige Zahlen).

    So ist in der PKS MV 2010 auf Seite 58 zum Beispiel zu lesen: „Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen beträgt in Mecklenburg-Vorpommern 6,8 Prozent und liegt deutlich unter dem Vergleichswert der gesamten Bundesrepublik von 21,1 Prozent.“ Heißt eigentlich übersetzt – je dichter ein Bundesland an Osteuropa (wobei Polen natürlich Mitteleuropa ist) grenzt, umso sicherer wird es.

    Kontakariert wird dieser Satz von der Polizei gleich selbst, in dem sie Schwankungen auf niedrigstem Niveau mit gigantischen Prozentzahlen aufplustert – das bleibt hängen. In Wahrheit ist es PR für die eigene Zunft, die längst den gesunkenen Kriminalitätszahlen hätte angepasst werden müssen.

    Es ist nicht das Werben für eine höhere Wahlbeteiligung was jetzt ansteht, es ist die tägliche Arbeit von Politik und Medien in der Meinungsbildung. Die Nationalsozialisten machen das im Augenblick ganz geschickt, indem sie die Diskussionen in Foren und sozialen Netzwerken führen, ohne das da NPD draufsteht. Und da den dort geäußerten Vorurteilen in der Regel auch nicht widersprochen wird, weil sie ja den eigenen Erfahrungen auch von echten Demokraten an Einzelbeispielen entsprechen – und alle plappern den Mist nach.

  18. Robert J. sagt

    Peter Marx? Heißt so nicht ein NPD-Politiker auf Landesebene?

    Ich kann nicht finden, dass die Äußerungen zur „gefühlten Kriminalität“ falsch sind. Warum sonst können, im Angesichte wirklich großer Probleme wie Gewalt und Morde (Stichwort S-Bahnhof Warnemünde) Parolen Wirkung entfalten, die das Klischee vom polnischen Fahrzeugdieb als das größte Problem der inneren Sicherheit überhaupt darstellen? Vielleicht steh ich ja ziemlich alleine, wenn ich sage dass die Kriminalitätssorgen auf Usedom eher ein Tropfen auf den heißen Stein sind, aber ich sehe es einfach als egoistisch und zweckrassistisch an, auf Grund der Grenzkriminalität der NPD zu fröhnen. Und rechtsradikale Schmierereien musste ich zu meiner Schulzeit allein auf dem kurzen Weg vom Heringsdorfer Gymnasium nach Neuhof sehen, die gibt/gab es also wirklich.

    Auch würde ich nicht sagen, dass die durchaus vorhanden rechten Tendenzen einfach schweigend hingenommen werden. Das könnte man sagen, wenn wir einen regelrecht braunen Alltag hätten. Aber nicht wegen NPD-Plakaten die irgendwann mal hingen, und nicht wegen ein paar Zahlen nach der letzten Landtagswahl. Schon eher wegen diesem furchtbaren Mord damals an der Ahlbecker Kirche, der scheint leider recht vergessen zu sein. Mehr tun könnte man meiner Meinung nach auch in Zusammenarbeit mit den Swinemünder Nachbarn – teils werden die nicht abgesondert betrachtet (so sollte es ja auch sein), teils sind es aber für einige Millieus immernoch „Die da, die Polen“.

  19. arnie sagt

    @tiefseetaucher

    Super Beitrag – genau so funktioniert Meinungsmache !
    …und um so „dümmer“ die Menschen, um so wirkungsvoller !

    @herr achterkerke
    …ich bin wirklich erschüttert und fassungslos über ihre Theorie!
    Was meinen Sie eigentlich, warum das Internet das Medium der Zukunft ist und schon heute so viel bewegen kann?
    Weil sich dort eben kaum Zensur, viel mehr Transparenz und keine Hörigkeit gegenüber der „Obrigkeit“ finden lässt.
    Also alles das, was in den klassischen Medien durch die Durchdringung mit Filz, Korruption und Vorteilsnahme immer weniger gewährleistet ist ! Auf Usedom sieht man das ja grade gut, sie verharmlosen das mit Ihrer Formulierung (der zuständige Journalist musst sich etwas zurück nehmen…) noch, Verharmlosung ist aber auch eine Form von Duldung !
    Und daran gibt es einfach nichts zu dulden !
    Wenn dann so eine Zeitung verschwindet, dann ist das ein notwendiger Akt der Selbstreinigung einer demokratischen Gesellschaft und nicht etwa „Schade“ wie Sie das nennen!
    Es geht also auch nicht darum, anderen „vorzuschreiben, wie die ihre Arbeit tun sollen…“ wie Sie schreiben, sondern es geht um so banale Dinge wie unabhängige und saubere Berichterstattung !

    (editiert – Jürgen)

    Guten Morgen !

  20. Ampelmann sagt

    @tiefseetaucher:

    Sie schreiben
    [quote]Die Nationalsozialisten machen das im Augenblick ganz geschickt, indem sie die Diskussionen in Foren und sozialen Netzwerken führen, ohne dass da NPD draufsteht. Und da den dort geäußerten Vorurteilen in der Regel auch nicht widersprochen wird, weil sie ja den eigenen Erfahrungen auch von echten Demokraten an Einzelbeispielen entsprechen – und alle plappern den Mist nach.[/quote]

    100%! Das habe ich auch schon manchmal gedacht. Selbst hier…

  21. Jürgen sagt

    @ tiefseetaucher

    „Konkret haben wir momentan doch einen Konflikt, der von der Polizei und den Nationalsozialisten geschürt wird – mit Aussagen über die angebliche Kriminalitätsentwicklung. Auf der einen Seite müssen Polizisten zwar nicht um ihre Jobs bangen, aber das Fass ohne Boden mit noch mehr Personal und noch höheren Kosten wird langsam dicht gemacht.“

    Das ist, mit Verlaub gesagt, Quatsch. Und folgt der Logik der Innenminister: Wenn wir die Polizei abschaffen, gibt es keine Kriminalität mehr. Und die Aussage von Kern ist einfach unverschämt. Der gesamte grenznahe Raum ist höher belastet mit Kriminalität als der Rest von M-V. Bitte hier mal lesen:
    http://www.usedomspotter.de/politik/von-statistiken-und-anderen-marchen/
    http://www.usedomspotter.de/politik/von-statistiken-und-anderen-marchen-teil-2/

    @ arnie

    Natürlich ist es so leicht wie nie, Öffentlichkeit herzustellen, zumindest was die technischen Möglichkeiten angeht. Die Inhalte produzieren sich aber nicht von alleine, es braucht Leute, die Themen auch zur Sprache bringen. Ein Blog aufzumachen, ist kostenlos und dauert 10 Minuten. Aber dann selbst schreiben und womöglich auch noch regelmäßig? Passiert nicht.

    @ Ampelmann

    Hier nicht.

  22. tiefseetaucher sagt

    Lieber Jürgen, bisher hatte ich Sie als einen der wenigen Seher auf Usedom gehalten. Und den langatmigen Artikel unter http://www.usedomspotter.de/politik/von-statistiken-und-anderen-marchen/ als ein Zugeständnis an den rechten Rand interpretiert.

    Was soll denn zum Beispiel so was:

    – „Nichtdeutsche Täterschaft

    Die ermittelten Tatverdächtigen in Ostvorpommern lagen im letzten Jahr bei 10,2 % der Gesamtzahl. Tatsächlich sehen Polizisten und auch leitende Polizeibeamte die Lage viel drastischer als öffentlich eingestanden wird. Nach deren Einschätzung sind auf Usedom etwa 70 % der Täter Polen und 30 % Deutsche.“

    In Wahrheit heißt diese Behauptung doch, dass die Polizei ahnungslos ist. Da Sie es selbst nicht weiß, war’s eben einfach der Ju.. äh … der Pole. Das widerspricht vollständig dem von der Polizei selbst ermittelten Faktenwissen durch aufgeklärte Fälle – mit lediglich 6,8 Prozent nichtdeutschen Tatverdächtigen.

    Und in diesen Tatverdächtigen sind noch andere Nationalitäten außer Polen enthalten. Diese nichtdeutschen Tatverdächtigen haben in MV auch noch einen rasanten Rückgang zu verzeichnen: Von 6.134 im Jahre 2000 (im Paradies der guten alten Zeit mit perfekt bewachten Grenzen – gab es da eventuell Korruption?), über 3.688 im Jahre 2007 (vor Schengen) auf 3.308 im Jahre 2010 (im vereinten Europa).

    Und bitte nicht vergessen, unter den ermittelten Tatverdächtigen sind bereits rund zehn Prozent Versicherungsbetrug zu finden – meiner persönlichen Einschätzung nach das Hauptproblem weit vor den nichtdeutschen Tatverdächtigen. Wenn man angesichts von rund 80 Prozent weniger Kfz-Diebstählen seit Mitte der 1990er Jahre überhaupt von einem wichtigen Problem sprechen möchte.

    Wichtiger auf Usedom finde ich überhaupt ein faires Preisleistungsverhältnis (bitte nicht im 90er Jahre Charme) in Hotellerie und Gastronomie, Köche die Kochen können, Personal welches freundlich ist und im Winterhalbjahr einen lodernden Kamin. Da das auf Usedom immer weniger stimmt, gebe ich mein Geld zunehmend in Polen aus – dann müssen die auch weniger bei uns klauen 😉

  23. Jürgen sagt

    Ich mache keine Zugeständnisse an den rechten Rand, warum sollte ich? Und ich mache auch keine Zugeständnisse, wenn ein Problem schön geredet wird. Anders als von der Polizei behauptet wird, ist Usedom und der gesamte grenznahe Bereich im neuen Landkreis stärker als das restliche Land mit Kriminalität belastet. Und das kann man aus deren eigenen Zahlen herleiten.

    Meine Aussage in Richtung Polizei ist nicht, dass sie ahnungslos ist, ganz im Gegenteil. Es wird nur wegen politischer Korrektheit manches nicht ausgesprochen. Meine Aussage ist, dass sie hier auf der Insel gnadenlos unterbesetzt ist.

    Gerade mit der Verharmlosung des Problems treibt man den Rechten die Leute in die Arme.

  24. tiefseetaucher sagt

    Lieber Jürgen, der Rückgang der nichtdeutschen Tatverdächtigen in MV innerhalb von zehn Jahren um 46 Prozent oder fast die Hälfte ist keine Verharmlosung, sondern das Ergebnis angezeigten Delikte und der daraus folgenden Polizeiarbeit.

    Was macht man nun wenn also alles immer besser wird, aber zum Beispiel die Anzahl der Stellen der Polizei der gesunkenen Kriminalität angepasst und Millionen Euro öffentlicher Gelder eingespart werden sollen? Man erfindet einfach neue Kleinsträume (in denen es Schwankungen auf niedrigem Niveau gibt), man verschweigt die langen Zahlenreihen, man sucht Einzeldelikte raus, bei denen extrem hohe Prozentzahlen (bei eigentlich winzigen absoluten Zahlen) den Eindruck von riesigen Problemen erzeugen.

    Und alle denken, mit dem Wegfall der Grenzkontrollen hätte sich irgendein nennenswertes Problem ergeben. Im Gegenteil, es sind im gesamten Land Mecklenburg-Vorpommern die Zahl der angezeigten Delikte zurückgegangen und es wurden Milliarden bei der Bundespolizei und beim Grenzschutz eingespart.

  25. Jürgen sagt

    „sondern das Ergebnis angezeigten Delikte“

    Hellfeld/Dunkelfeld

    Es gibt nach meiner Meinung keinen Rückgang. Tatsächlich hat es ein Teil der Bevölkerung und vor allem der Gewerbetreibenden aufgegeben, Anzeigen zu machen.

  26. arnie sagt

    Leute, immer schön locker bleiben und auch mal durch die Hose atmen…

    🙂

    …die Fähigkeiten von Polizei , Stasi (ach nee, die heißen ja jetzt irgendwie anders…) und BKA durften wir alle gerade in Sachen Nazimorde in der ganzen Schönheit bewundern…

    Es gibt logisch das einem jeden Menschen innewohnende Sicherheits- und Schutzbedürfnis, dieses ist unterschiedlich ausgeprägt, klar. Aber das die von Tiefseetaucher angesprochenen Fakten nicht einfach vom Tisch gewischt werden können, ebenso klar!

    Da liegt der Hase nicht im Pfeffer !

    Auch da werden wir leider ein bisschen für blöd verkauft …nur ein bisschen natürlich !

    🙂

    Ehe wir aber die große Weltpolitik drehen, sollte der Bürgermeister abgewählt werden, der zu alldem zuletzt keine Zeit hatte, sich zu äußern !!!

    Oder ?

  27. Jens Erdmann sagt

    Ich muss Jürgen beistehen!
    Die letzten drei Einbrüche bei uns habe ich gar nicht erst gemeldet. Ich bin es leid zu warten das das Verfahren gegen Unbekannt irgendwann eingestellt wird. Schade um die liebe Zeit…..

  28. Ampelmann sagt

    @Jens Erdmann
    Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wenig dabei rauskommen kann.
    Dennoch sollten Sie Straftaten anzeigen, schließlich geht auch das in die Statistik ein, nach der Polizeistellen geplant und eingerichtet werden.

  29. frank kerber sagt

    Wenn man selbst betroffen ist, ist es doch egal welcher Nationalität die Täter sind. Erfolgreich ermittelt muss werden, nicht nur aufgeschrieben und in zweifelhaften Statistiken verewigt.

    Wer bei alltäglicher Kriminalität nicht ermittelt, egal ob die Grenzen offen sind oder zu, wird wenn es schlimm kommt, von der Großen überrascht.
    Es sind oft die gleichen Täter, nach dem Motte klein angefangen nicht gefasst jetzt versuchen wir mal was Richtiges?
    Das Know-how ist doch vorhanden. Warum nutzt unsere Polizei das nicht?
    Nur aufschreiben und einige Bilder machen das kann der Geschädigte zur Not selbst.

    Natürlich Datum Unterschrift und genauen Ort nicht vergessen und abgeschickt zu Polizeidienststelle. Was könnten die an Sprit sparen.

  30. Ampelmann sagt

    Warum unsere Polizei das nicht nutzt?
    Hat Jürgen doch gesagt: Keine da!

  31. arnie sagt

    …das mit den nicht gemeldeten Einbrüchen ist ja dann web03 ….

    geht irgendwie auch nicht , es bleibt wie vorher schon in meinem unbestimmten Gefühl, hier stehe ich eher und unbedingt bei Ampelmann und Frank Kerber

    dessen Argument ich übrigens sehr trefflich finde:
    Wenn die Bude ausgeräumt ist, dann ist mir egal welches Kennzeichen das Fluchtfahrzeug hat !!!

    Alles andere ist auch nur eine Form von Rassismus !!!

    …mal ganz trocken und nüchtern an der Stelle:

    Der hat sich irgendwie auch noch nie bewährt !!!

  32. tiefseetaucher sagt

    Lieber Jürgen, es gibt keine Dunkelziffer – ohne Anzeige bei der Polizei zahlt keine Versicherung. D.h., 100 Prozent der Kfz-Diebstähle werden polizeilich erfasst, da ohne Versicherung kein Kfz. Mindestens zehn Prozent Versicherungsbetrug stecken ebenfalls bereits in diesen 100 Prozent. Genauso sieht es bei ernstzunehmenden Gewerbetreibenden aus – ohne Versicherung kein Gewerbe.

    Es wurde auch vor Schengen von der Polizei nicht ermittelt – die Aufklärungsquoten waren schon immer niedrig. Der entscheidende Rückgang bei Diebstahldelikten ist nicht durch Polizeiarbeit, sondern durch bessere Sicherungstechnik erfolgt.

    Und jetzt bitte keinen Schreck kriegen: Würden wir hier auf den Heimatseiten der NPD sein, würde sich die Diskussion nicht groß unterscheiden – der Pole isses, habe ich selbst schon mal erlebt. Naja, gehört. Also da hat mal jemand erzählt, der gehört hat. Mit soviel Wissen gerüstet ist der Schritt zum NPD-Wähler auf Usedom offenbar kürzer als erhofft.

  33. ratatösk sagt

    Hinsichtlich der (vermeintlich) angestiegenen Kriminalität bestehen nach den posts ja zwei Möglichkeiten:
    1. Die Kriminalitätsfurcht weicht von der objektiven Kriminalitätslage erheblich ab. Will heißen, die Bevölkerung nimmt (vermeintlich) mehr Kriminalität wahr, als tatsächlich geschehen. Ursache? (Mein Ansatz wäre da die broken-windows-Theorie mit den Modifizierungen von Skogan).
    2. Die Dunkelfeldziffer weicht von der PKS in höherem als üblichem Maß ab.
    (Insbesondere vor dem Hintergrund eines vermeintlich hohen Anteils an nichtdeutschen Tatverdächtigen (TV) ist zu berücksichtigen:
    a) TV-Anteile nach der PKS und Bevölkerungsanteile sind nicht deckungsgleich,
    b) Kriminalitätsbelastung deutscher und nichtdeutscher TV sind aufgrund unterschiedlicher struktureller Zusammensetzung der Bevölkerungsgruppen nicht 1:1 vergleichbar,
    c) es erfolgt keine Bereinigung um sog. ausländerspezifische Delikte).
    Nach dieser strukturellen Bereinigung könnte man zu dem Ergebnis kommen, dass gegenüber der deutschen Population eine erhöhte Kriminalitätsbelastung vorläge. Ein solcher Gesamtvergleich wird jedoch der vielschichtigen Problematik nicht gerecht. Vielmehr ist nach bestimmten Tat- und Tätermerkmalen zu differenzieren (Theorie der strukturellen Benachteiligung nach Albrecht/Pfeiffer u.a., Modifizierung der Labeling-Theorie, Kulturkonflikttheorie nach Göppinger).
    Lektüreempfehlung: Kaiser: Kriminologie (Standardwerk).

  34. HerrLehmann sagt

    nur so nebenbei, was haben eigentlich die gemeindevertreter, unter ihnen drei kandidaten für den bürgermeisterposten getan, um seit der letzten wahl gegen die rechten vorzugehen?

    bedauern, gar bestürzung und ende.

    ich hätte mir eher noch von diesen als vom verwaltungschef mehr (zivil)courage im umgang mit den pseudo-demokraten gewünscht.

  35. arnie sagt

    Herr Lehmann,

    das Stellvertreterprinzip löst es allerdings nicht.

    Ich habe dieses Thema auch wiederholt angesprochen, aber leider waren die Antworten einer Flaute näher als dem lausten Lüft’chen…

    Trotzdem, es ist an jedem von uns, an jeder Stelle und zu jeder Zeit kontra zu geben.

    Da kommt keiner drum herum, wenn er nicht als stiller Sympathisant gelten will !!!

  36. Jürgen sagt

    @ Tiefseetaucher

    Gegen Ladendiebstahl ist hier niemand mehr versichert und er wird immer weniger zur Anzeige gebracht. Es gibt das Dunkelfeld und es wird grösser.

    @ ratatösk

    Wenn das alles nur subjektives Empfinden ist, warum hat unser Innenminister vor einem Jahr hier so viele Polizeikräfte zusammengezogen?

    Die Zahlen aus der PKS M-V und Brandenburg sprechen für sich.

  37. ratatösk sagt

    Das ist mir nicht bekannt. Eine Variante: Es sollte genau diesem subjektiven Eindruck durch Polizeipräsenz begegnet werden. Wenn ich viele Polizisten sehe, muss es ja sicher sein (oder gerade auch nicht…)

  38. Jürgen sagt

    Dauert ja nicht mehr lange, bis die nächste PKS kommt.

  39. arnie sagt

    @ Jürgen

    ..war um soviel Polizei zusammen gezogen ?
    nee , das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder ?

    Weil zum Beispiel während diverser Anti – Nazi Demos auch rund hunderttausend Handys widerrechtlich abgehört werden…, während gleichzeitig die Nazis munter mordend durch unser Land ziehen…, natürlich unbemerkt vom MfS, BND, BKA , V-Leuten ….

    Guten Morgen, übrigens waren das Handys von „freien Bürgern“ eines „freien Landes“…

    Ha, ha

  40. tiefseetaucher sagt

    Lieber Jürgen, müssen wir uns heute in Zeiten besser verfügbarer Informationen wirklich noch um Vorurteile rumhangeln? So wie es die Nationalsozialisten erfolgreich auf Usedom tun?

    Richtig ist doch, dass der Ladendiebstahl seit Jahren rückläufig ist, insbesondere auch nach Schengen – http://www.einzelhandel.de/pb/site/hde/node/9509/Lde/index.html?QUERYSTRING=ladendiebstahl . Das sind zugegebener Weise nur die angezeigten Fälle, bei denen zugleich die Aufklärungsquote fast bei 100 Prozent liegt. Also mittels Detektiven, Videoüberwachung oder Warensicherung. All das ist in den letzten Jahren bei Unternehmen Standard geworden, die das Problem lösen wollen. Die Polizei hilft dabei nicht.

    Daneben gibt es ein so genanntes Dunkelfeld, welches nicht ganz so dunkel ist wie es scheint – und ebenfalls messbar rückläufig ist. Nur 0,65 Prozent des Nettoumsatzes des Einzelhandels wurde 2010 als so genannte Inventurdifferenz festgestellt. Die Inventurdifferenzen betrugen im Jahre 2006 noch 0,72 Prozent, 2007 noch 0,66 Prozent, 2008 noch 0,65 Prozent, wie auch 2009 bei 0,65 Prozent. Das EHI gab für 2004 noch eine Inventurdifferenz vom Bruttoumsatz von 1,1 Prozent an, 2003 sogar noch von 1,18 Prozent.

    Diese Inventurdifferenzen werden nur zu einem kleinen Teil von Kunden verursacht – nach Einschätzung der EHI genau zu 43,7 Prozent. Die zusammengenommen größten Verluste entstehen durch Mitarbeiter (26,2 Prozent), die eigene Organisation (19,7 Prozent) und Lieferanten (10,4 Prozent).

    Wird nun alles immer schlimmer? Ist der Pole auf Usedom ein Problem oder nicht im Gegenteil der naheliegendste Partner? Ist es nicht so, dass Polen zunehmend Hoteliers, Restaurants und Freizeiteinrichtungen auf Usedom finanzieren? Hat die Ostseetherme Ahlbeck nicht bereits mehr als 30 Prozent ihrer Gäste aus Polen?

    Lieber Jürgen, ich bin auch dafür hart zu diskutieren. Aber nie war es so einfach wie heute alte Vorurteile gegen einfach verfügbare Fakten zu tauschen. Genau so graben Sie den Nationalsozialisten auf Usedom die Mitläufer ab – eine Wahlbeteiligung ist da nur ein Nebenschauplatz.

  41. Jürgen sagt

    In einem stimme ich zu: Mit Statistiken kann man alles beweisen.

    Ich empfehle, einmal mit den Ladenbesitzern hier vor Ort zu sprechen, auch zum Thema Warensicherung und Videoüberwachung und vor allem, was gelegentlich passiert, wenn man der Polizei einen Diebstahl meldet.

    Aufklärungsquoten müsste ich mich erst belesen, kann ich so aus der hohlen Hand nichts dazu sagen.

    Und es ist nicht der Pole und nicht der Deutsche das Problem. Das Problem sind die Kriminellen, egal welcher Nationalität.

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