Doppelt hält besser

Allgemein

Gestern hat der Notkurier einmal mehr seine Kreativität beim Füllen von Seiten bewiesen. Auf Seite 1 der Mogelpackung „Insel-Zeitung“ eine Meldung über einen Defekt an der Karniner Brücke und auf Seite 3 den gleichen Text noch einmal. An der Titelseite sieht man auch sehr schön, wie man eine alte Meldung mit großer Überschrift, einem fetten Teaser, dem Namen des Schreibers und einem nichtssagenden Bild zu einem Seitenfüller aufbläst.

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Aber es wird ohnehin bald ein Ende haben. Die Abonnentenzahlen liegen mittlerweile im mittleren dreistelligen Bereich und die Verleger haben die Einwohner als Kundschaft aufgegeben. Anders kann man es nicht erklären, wenn lokale Themen praktisch vollständig ausgeklammert werden, weil die Berichterstattung darüber zu teuer sei. Statt Inhalte gibt es möglichst große, bunte Bilder um den Verkauf an Urlauber zu befördern. Auch das wird scheitern. Es interessiert einen Urlauber schlicht nicht, wenn in Krien ein Apfel vom Baum fällt.

Ich gebe der Insel-Zeitung noch maximal 9 Monate bis zur Einstellung.

7 Kommentare

  1. War sowieso ökonomischer Unsinn, so weit ins Verbreitungsgebiet der Ostseezeitung einzudringen. Der Markt reicht für beide nicht zum Leben. Hoffentlich sind die Zuständigen bald von ihrer Idee kuriert.

  2. Jürgen sagt

    Ich trauere den Zeiten, als es noch eine richtige Insel-Zeitung gab, hinterher. Alleine auf die OZ als Lieferant lokaler Nachrichten angewiesen zu sein, ist nicht zufriedenstellend.

    Letztlich hat die Presse auch eine Aufgabe als vierte Gewalt und Einfluss auf die öffentliche Meinung und auf politische Entscheidungen. Dabei kann Vielfalt nur förderlich sein.

    Was den ökonomischen Sinn oder Unsinn angeht: Da hat nach meiner Meinung der Vertrieb und die Akquise dramatisch versagt. Die Zeitung war mal gut.

  3. claus sagt

    Wenn lokale Nachrichten zur Lobhurerei der Politischen Klasse / diverser öffentl. Institutionen verkommen, kritische Berichterstattung aus Angst vor Einflussnahme in den Redaktionen partout unterbunden wird (die Verknüpfungen sind offensichtlich) und im Sinne sozialistischer Erfolgsmeldungen Nachrichten unters dumme Volk geworfen werden, dann muss man sich nicht wundern, dass das Revolverblatt Bild Zeitung die dominierende Lektüre im Strandkorb ist. Eine gute Zeitung lebt vom Spannungsfeld Ihrer Recherchen und einer objektiven und kritischen Betrachtung der Verhältnisse Ihres Verbreitungsgebietes. Ungeachtet dessen, wer gerade das Kaiserliche Depperl-Zepter in der Pfote trägt.

  4. Jürgen sagt

    Es geht nicht um Angst vor Einflussnahme, es geht um die Angst vor dem Verlust von Anzeigen.

    Und die Blöd-Zeitung wird bedauerlicherweise immer gelesen, Lokalzeitung hin, Lokalzeitung her.

    Während meines Studiums bin ich täglich mit dem Zug nach Frankfurt gefahren. Da standen morgens viele Schlipsträger mit der FAZ in der Hand am Bahnsteig. Rate mal, was ganz verschämt in der FAZ versteckt war.

  5. claus sagt

    Ich weiss dass es um den Verlust von Umsätzen im Anzeigen Segment geht. Diese Argumentation erscheint mir aber zu einfach und lässt die Einflussnahme die es definitiv gibt ausser Acht. Wie erklärst Du dir dann die Berichterstattung in der OZ im lokalen Teil ?
    Bedauerlich genug, dass einer Zeitung dies wichtiger erscheint als die Bedürfnisse und das Recht Ihrer Leser auf objektive und kritische Berichterstattung. Damit entzieht sich ein Blatt seiner Legitimation und verkommt zum Instrument seichtester unkritischer Unterhaltung auf Trash TV Niveau. Dass die Blöd-Zeitung dies schon längst erkannt hat, wissen wir ja. Nur haben Diekmann,Springer&Friends, noch die Polemische / Hetzerische Keule auf Lager. So betrüblich es auch sein mag.

  6. claus sagt

    Wieso wirds denn plötzlich so still hier ?
    Brennt da etwa das Feuerchen der brutalmöglichsten Aufklärung ?
    KTS, UTG, Hasselmann,Schmidt, Vorstände und Aufsichtsräte diverser Selbstbedienungsinstitutionen auf kollektiver Tauchstation ? Mei ihr Schachtlhuber, keine Panik, das doofe Volk hat`s nach ein paar Korn wieder vergessen und man kann weiterwurschtln wie gehabt. Die renitente Jugend die Fragen stellen könnte hat ja schon längst das Feld verlassen und belächelt aus der Ferne das bunte Narrentreiben . Soll mal einer sagen, dass der Zeitpunkt zum Narrensprung nicht gut gewählt wurde !
    Chapeau !

  7. Jürgen sagt

    Aus der Ferne betrachtet mag das alles ganz einfach aussehen, tatsächlich ist es für einen Aussenstehenden nicht ohne weiteres nachzuvollziehen. Und ich habe nicht den Ehrgeiz die Lokalpresse zu ersetzen.

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