Die Nazis ziehen Kreise

Politisches

Was die lokale Presse nicht schafft oder vielleicht einfach scheut, Deike Diening vom Berliner Tagesspiegel hat es getan. Auf der Insel zwei Tage lang mit Menschen gesprochen und einen Versuch gemacht, eine Erklärung für das erschreckende Wahlergebnis der Nazis zu finden:

NPD auf Usedom: Tiefenbräune an der Ostsee

Mal abgesehen davon, dass ich mit der Überschrift und dem Schlusssatz so meine Probleme habe, auch die Situation des Flughafens nichts mit dem Erfolg der Nazis zu tun haben dürfte, kann ich den Rest weitestgehend unterschreiben.

„Ich hoffe, dass die Touristen das nicht merken“, sagt Kottwittenborg.

Kopf in den Sand stecken, davon (vom Sand) haben wir reichlich auf Usedom und drauf hoffen, dass keiner etwas merkt. So kann man natürlich auch mit dem Problem umgehen. Hat nur irgendwie in der Vergangenheit nicht recht funktioniert.

43 Kommentare

  1. Walter Krombach sagt

    Interessant. Die sonst so rührige lokale Usedomspotter-Gemeinde bleibt (bisher?) stumm bei diesem Thema, genauso, wie die Lokalpresse. Betroffen? Beschämt? Oder gar beteiligt? Sogar ZEIT-online hat diesen Tagesspiegel-Artikel inzwischen übernommen. Weitere Medien dürften folgen. Wo bleibt der Aufschrei aufrechter Usedomer Demokraten? Und der Usedomer Touristiker (die doch hoffentlich alle aufrechte Demokraten sind…)? Für die Sommertouristen war die Nazi-Plakatierung unübersehbar; unwahrscheinlich also, dass sich Kottwittenborgs Wunsch erfüllen wird. Usedom hält dagegen mit „Wir lieben Usedom“ (ausgegraben aus besseren UTG-Zeiten) – ausgerechnet nach einer Wahl, deren fatales Ergebnis leider vorhersehbar war; also zum falschesten aller Zeitpunkte, denn jetzt ist klar: auch die Nazi-Nachfolger lieben Usedom, und sie scheinen auf „gutem“ Wege zu sein, diese Bastion auszubauen zu können. Ein unerträglicher Gedanke!

  2. Müllerchen sagt

    Ah, Mr. Unabhängig meldet sich zu Wort. Und vereinnahmt die neue UTG-Marketingaktion gleich wieder für seinen ehemaligen (wohl besten/einzigen?) Auftraggeber: Bert Balke.

    Müllerchen findet das den Mitarbeitern der UTG gegenüber sehr unfair.

    Den Aufschrei aufrechter Touristiker wird man nicht hören. Das Schreien schadet dem Geschäft. Es wird aber hinter den Kulissen etwas geschehen (müssen).

  3. Ich habe mir gestern erlaubt, in meinem Blog auf den Artikel in der „Zeit“ hinzuweisen, denn in der OZ gibt es niemanden, der sich mit dem Thema befassen wird. Ich halte die Usedomer Reaktion grundsätzlich für außerstande, ein wichtiges Thema zu setzen (es gibt davon eine ganze Menge) und über einen längeren Zeitraum eine Entwicklung zu dokumentieren.

    Ich halte die Redaktion dafür geeignet, Werbebotschaften auf Kosten der Leser zu verbreiten (Schließlich bezahlen Sie ja mit Ihren Abokosten auch dafür, dass Ihnen Werbung, als redaktionelle Beiträge getarnt, verkauft wird.), wie jetzt den Quark mit den Liebesbeweisen.

    Die Redaktion ist dazu in der Lage nachzuplappern, über Hoteleröffnungen zu berichten und andere Schönschriften zu verbreiten. Sie teilt mit, dass es im Winter kalt ist, dass der Sommer kein richtiger Sommer war und dass, wenn viel Regen fällt, Schwemmsandflächen überschwemmt werden.

  4. Bauhoff sagt

    Am besten man schweigt das ganze Problem mit den hohen Wahlergebnissen der Npd einfach tot- nach dem Motto: was man nicht problematisiert, gibt es nicht!
    Viele Urlauber äußern sich nach ihrer Rückkehr entsetzt über die Plakatierung der Npd und überlegen, ob sie noch einmal Urlaub in einer Gegend Urlaub machen wollen, die eine Hochburg der Rechten zu sein scheint.
    Zusätzlich zu der breit angelegten Werbekampagne des Tourismusverbandes unter dem Motto”ich/wir lieben Usedom” könnte auch ein Zusammenschluss der Hotels, Restaurants und Gastgeber auf Usedom den Gästen zeigen, dass die Insel nicht den Anschluss verliert.
    “Gesicht zeigen gegen rechts” könnte ein Motto sein und beweisen, dass es den Einwohnern, Gastgebern und Gästen nicht nur auf Meer, Strand und Sonne ankommt.
    Sondern auf ein demokratisches Miteinander ohne Ausgrenzung und rassistisches Gedankengut!
    Vielleicht könnten sich auf diesem Weg initiative Menschen finden, denen die Innen- und Außenwirkung Usedoms nicht egal ist!

  5. Thilo Naumann sagt

    @ Bauhoff: Ich bin dabei! Sprechen Sie mich an?
    Bauhoff kann ich im Telefonbuch nicht finden 😉

  6. Mellenthiner sagt

    In einer Region, wo sich ein Bürgermeister schon Jahre im Voraus einen Posten in der Wohnungsverwaltung als Verwalter sichert und im Gegensatz der normale Hotelangestellte nicht weis, ob er morgen noch mitmachen darf, um sein Brot zu verdienen, braucht man nicht lange über das Wahlergebnis zu sinnieren.
    Ich denke die meisten Wähler möchten nicht von Rechten regiert werden, aber sehen sich nicht mehr von den alten Parteien vertreten. Auf Usedom wird kaum darüber geredet, um die Sache untern Tisch zu kehren, es soll ja immer so Weitergehen wie bisher mit den alten Parteien und Seilschaften. Bezeichnet ist, dass Zeitungen von außerhalb das Thema aufgreifen, warum rechte Wähler immer mehr Stimmen bekommen. Nur keine Diskussion auf Usedom um die Illusion von einer Sonneninsel zu zerstören. Ich vermute mal, der Anteil der Rechten wird noch weiter auf Usedom steigen.
    Nun kann man noch lange darüber reden, was man machen könnte, um die Rechten zurückzudrängen. Es wird sich wohl kaum was ändern. Hat der Hotelangestellte plötzlich einen Mindestlohn oder gar einen Tarifvertrag? Wird es bezahlbaren Wohnraum auf der Insel geben? Wer kann, sollte sich woanders eine neue Existenz aufbauen. Aus Frust Rechte zu wählen wird kaum die eigene Lebenssituation verbessern.

  7. Tagelöhner sagt

    So lange wie ein Facharbeiter 6€ die Stunde bekommt der hier lebt und ein Gastarbeiter ungelernt 8€ ,der sein Geld nach hause schickt.Wer liebt eigendlich Usedom?

  8. Jürgen sagt

    6 € die Stunde kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Welche Branche?

    Und Gastarbeiter sind auf Usedom eine ganz seltene Spezies.

  9. 6,- EUR pro Stunde sind bei 40 Wochenstunden ca. 1030,- EUR. Das bekommen nicht mal alle, die Usedom beruflich lieben (sollen).
    Schaut euch die Löhne in der Gastronomie doch an. Lest den NGG-Tarif. Das reicht. Da ist es leicht, sich hinzustellen und mit stolzgeschwellter Brust zu verkünden, übertariflich zu zahlen…

  10. willi grüßt seinen alten Freund und Kampfesgefährten Walter Krombach. Hatte schon gedacht es gibt ihn nicht mehr.
    Nun mal ernst, dass mit den rechten Extremisten ist eine Katastrophe. Aber warum sind sie denn so stark. Es ist das totale Desinteresse der Verantwortlichen vor Ort und die völlige Unfähigkeit der Verwaltung, die die Menschen in deren Arme treibt. Solange es solche Käsejogis, wie unseren Bürgermeister gibt, wird es nicht besser. Er hofft, dass die Touristen nichts von der braunen Sippe merken? Nein er hofft vielmehr, dass die Bürger nichts von seiner Unfähigkeit merken. willi hat erfahren, dass er sogar die Rechten zu Beratungen einlädt. Na da geht willi doch der Rat aus.

  11. Kann den Mellenthiner nur Recht geben, leider ist es so traurig. Traurig ist auch was aus meiner schönen Heimat geworden ist.Alles zu gepflastert! Nur wo bleiben die Einheimischen?
    Gibt es Sie noch ?
    Sorry weiss wo von ich schreibe bin ein ehem. Heringsdorfer.

  12. Ablenkung sagt

    willi er lädt die nicht nur ein. Er bringt auch Anträge der Nazis als Anfragen aus der Verwaltung auf die Tagesordnung, so wollten Die NPD´ler einen Raum damit die Gemeindevertreter diesen nutzen können für Öfentlichkeitsarbeit (nazideutsch Propaganda).

    Was macht uns Käsechef? Er bringt einen Antrag wo die GV entscheiden soll ob so ein Raum zur Verfügung gestellt werden soll und KEIN Sterbenswörtchen das dies ein Ansinnen der NPD ist. Es wurde nur gesagt „mehrere Gemeindevertreter hätten ihn darauf angesprochen“

    Anscheinend ist zuviel Käse doch nicht gut fürs Hirn.

  13. Ampelmann sagt

    Es ist schon fast komisch, wie hier der geballte Sachverstand über die angeblichen Löhne zu Gericht sitzt und sich lustvoll dem beliebten Hoteliers – Bashing hingibt.

    Dazu ein paar unbequeme Fakten:

    In den letzten Jahren haben viele Einheimische Wohnungen, die sie vorher dauervermietet hatten, zu Ferienwohnungen umgewandelt. Das erspart Ärger mit Mietern und ist lukrativer. Die Verknappung dieses Wohnraumes ist auch ein Grund für die hohen Mieten. Andererseits sind seit Jahr(zehnt)en keine Sozialwohnungen mehr gebaut worden.

    Der „Hotelangestellte(, der) nicht weiß, ob er morgen noch mitmachen darf“ hat gesetzlichen Kündigungsschutz und findet im (seltenen) Kündigungsfalle am folgenden Tag eine neue Arbeit. Der gravierende Arbeitskräftemangel dürfte allgemein bekannt sein.

    Der Hotelangestellte hat nicht nur „plötzlich … einen Tarifvertrag“. Den hat er seit Jahren. Nur, dass der keine Rolle mehr spielt. Die Gehälter liegen längst darüber.

    Der Hotelangestellte, der angeblich Usedom für unter 6 € lieben muss (Du hast die Werbekampagne nicht mal verstanden, lieber BaDo!), müsste doch eigentlich sofort bei einem der vielen Betriebe anheuern, die dringend Arbeitskräfte suchen und deutlich über Tarif zahlen. Warum kriegen diese Betriebe trotzdem keine Leute?

    Es ist auf Usedom nicht unüblich, dass sich Chef und Angestellter listig auf einen Lohn einigen, der (weiter) zum Bezug von Hartz IV, Aufstockung oder Mietzuschuss berechtigt, und dann der Abstand zu einem normalen Gehalt „pauschal“ (so heißt es doch auf Usedom?), also schwarz, gezahlt wird. Das ist dann aber nicht das statistisch übliche Lohnniveau, sondern gemeinschaftlicher Betrug an uns allen. Wer an diesem kriminellen Verhalten das allgemeine Lohnniveau festmacht, täuscht bewusst.

    @BaDo: Im Gegensatz zu dir kenne ich den Tarifvertrag, der im letzten Jahr ausgehandelt wurde. Schon der allerunterste Tarif 2 für Berufsanfänger in einfachsten, angelernten Hilfstätigkeiten (wie Müll raustragen) liegt über dem, was du hier behauptest.

    @Willi: Stimmt, der Heringsdorfer Käsefluss hat seinen Anteil am Debakel. Da müssen sich aber auch alle Spotter-Kommentatoren an die Nase fassen, die hier während der großen Käsedebatte dazu aufgerufen haben, gar nicht erst zur Wahl zu gehen.

    @Hauke: Deine Einheimischen suchst du zum Beispiel in der Kommunalpolitik. Dort gestalten sie die Zukunft!

    Abschließend:
    Auf dem Spotter geht seit kurzem jegliche Auseinandersetzung mit den Braunen in eine Lohndebatte über. In diesem Thread ebenso wie bei „Ausgewahltes“. Frag doch mal jemand, wer davon profitiert.
    Es tauchen plötzlich Leute hier auf, die mit falschen Behauptungen die Lohndebatte wider jegliche Vernunft anheizen. Diese Debatte war ein gern plakatiertes Wahlkampfthema der Braunen. Ist der Spotter unterwandert?

  14. Hampelmann sagt

    Ab und an wählen zu dürfen ist heute die letzte Möglichkeit, ohne Angst vor Entlassung oder sonstiger Bestrafung zu protestieren, weil anonym.
    Hat die Politik von Fördermitteln für Beton den einfachen Mann auf Usedom etwas gebracht. Aus meiner Sicht hat es nur den Wettbewerb um den billigsten Arbeitslohn nach unten angeheizt. Der Ruf nach günstigen Arbeitskräften aus Polen wird immer lauter. In Deutschland sind die Lebenshaltungskosten ja bekanntlich höher, so werden auf Usedom Deutsche gegen Polen um günstige Löhne ausgespielt, eigentlich bedenklich oder?

    Ich denke das „Gesicht zeigen gegen rechts“ auf Usedom, kaum was ändern wird, vermutlich werden bei der nächsten Wahl die Rechten noch mehr Zulauf haben. Ein erster Schritt wäre ein verbindlicher Mindestlohn, der zum Leben ausreicht, für alle die einen Arbeitsplatz haben. Die Gewerkschaft spricht von einer unteren Grenze zum Leben von 8 Euro 50. Wer den auf Usedom erhält, kann sich ja mal hier im Forum melden. So würde der Wettbewerb um den günstigsten Arbeitslohn nach unten aufhören, sanktioniert durch das Arbeitsamt, wenn Du nicht für wenig arbeiten willst, brauche ich Gewalt. Wenn der Lohn zum Leben nicht ausreicht, muss der Steuerzahler ran. Ob das die Lösung ist, den Gastronomiebereich zu subventionieren, damit andere auf Usedom einen günstigen Urlaub verbringen können oder einige wenige mit dem Flugzeug anreisen können?

    Da man auf vieles keine Möglichkeit hat den Zustand zu ändern und die Rechten auch nicht die Lösung sind, mein Ratschlag. An die jungen Menschen: Lernt ordentlich in der Schule und die Welt braucht Euch mit großer Wahrscheinlichkeit mehr als mit Kampfstiefeln und Glatze. Als Eltern sollten wir, wenn wir schon nichts ändern können, auf eine gute Schulbildung unserer Kinder achten.

    Meine Kinder sind auch von Usedom MV weg und das ist auch gut so. Wenn Arbeit in unseren Land MV in der Gastronomie für Angestellte schon nicht viel wert sein soll, dann können meine Kinder auch woanders leben. Gerne kommt man dann als Tourist wieder in das Land MV tut gut. Von, wenn man dann bedient wird, ist dann ja egal Hauptsache preiswert. Dann hat man ganz andere Sorgen und ist erstaunt, das an jedem freien Lichtmast auf Usedom Werbung der NPD hängt.

    Bin schon gespannt auf gegenteilige Behauptungen, wenn alles so toll wäre. Unsere Kinder würden zurückkommen. Wohnungsnot würde es nicht mehr geben, weil sich der Kellner zusammen mit seiner Zimmerfrau sich von seinem übertariflichen Lohn selbst ein Haus baut und nicht auf sozialen Wohnungsbau wartet. Auf Usedom brauchte man keine Arbeitsämter mehr, aus den westlichen Bundesländern würden Leute sich um übertariflich bezahlte Arbeitsplätze auf Usedom raufen. Der Hausmeister weis noch nicht was er am Abend macht, Entspannen beim Usedomer Musikfestival oder in einer Wellnesslounge.

    Kann sein vielleicht bin ich auch immer nur auf die falschen Arbeitgeber getroffen oder war einfach nur nicht gut genug für Usedom, zu langsam, wollte keine unbezahlten Überstunden machen, wollte einmal eine Woche im voraus wissen, ob ich ein freies Wochenende habe. Ich habe die Insel jedenfalls von der anderen Seite kennengelernt. Das Schicksal wollte ich meinen eigenen Kindern gerne ersparen. Wo meine Kinder jetzt leben bekommen sie keinen übertariflichen Lohn und die Laternenmaste sind auch nicht voller NPD Werbung. Mit dem Chef brauchen sie sich nicht listig auf einen Lohn einigen, der (weiter) zum Bezug von Hartz IV reicht, weil einer sich schon ein Haus gekauft hat.

    Wir können uns ja immer weiter etwas vormachen, für mich ist es besorgniserregend, wenn ein großer Teil Usedomer Bürger die NPD wählt.

  15. Norbert sagt

    Natürlich ist der Frust um einen unterbezahlt empfundenen Arbeitsplatz groß. Aber mancher Hoteldirektor verdient auch nicht mehr als ein Lagerarbeiter bei VW. Unterschiedliche Branchen, unterschiedliche Löhne. Nicht die Löhne sind es, die die Menschen in die Ballungsräume treiben. Man mag sich mal in Berlin, Hamburg oder anderen Großstädten bewerben und erleben, wie dort in der Branche bezahlt wird.
    Wenn die NPD von den unterbezahlten Jobs profitieren würde, wie erklärt man sich die Ergebnisse im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte? Hier liegen die Regionen mit dem geringsten Einkommen pro Kopf in der gesamten Republik. Da hätten die Rechten demnach den Landrat stellen müssen.
    Die reine Angst vor mehr Einbrüchen und Diebstählen hat der NPD (besonders in Vorpommern-Greifswald) die Stimmen gebracht. Es gibt viele Leute auf Usedom, die einfach Angst haben. Es musste erst Hilferufe der Bürgermeister in der Zeitung geben, ehe der Innenminister reagierte. Auch Jürgens Recherchen hier im Blog zeigen, wie ernst Schwerin die Angst der Menschen nimmt. Genau da hat der sonst gute Artikel des Tagesspiegels den Fehler, dass er mit „Reflexen“ argumentiert. Das widerspricht den Erfahrungen der Menschen die hier leben und auch Jürgens Statistik.
    Etwas Aufmunterung für MV gab es von Volker Pispers. Obwohl die NPD ihren aufwendigsten und teuersten Wahlkampf überhaupt führte, hat es ihr keine Stimme mehr gebracht. Sie haben sogar Stimmen verloren. Für die allergrößte Masse der Menschen in MV ist die NPD keine wählbare Alternative. Und das haben die meisten Mecklenburger und Vorpommern zu vielen Usedomern voraus, obwohl sie vielleicht weniger Lohn als ein Usedomer haben.

  16. Ampelmann sagt

    @Hampelmann
    Inhaltlich wie grammatikalisch überzeugend. Ich habe deinen Beitrag trotzdem nicht so recht verstanden, (Volks-)Genosse!

    Spannend: Jetzt ist der Urlaub auf Usedom plötzlich ganz billig, und das „bezahlen“ die Kellner und Haumeister mit ihren Niedriglöhnen.
    Mensch, Hampelmann, da wird dir der SPD-Vorsitzende aber an der Schnur ziehen. Der hatte letzte Woche noch das glatte Gegenteil behauptet.

    Aber in einem hast Du Recht. Kellner und Zimmerfrau wohnen nicht im Einfamilienhaus. Es sei denn, sie haben drei Kinder, finden auf Usedom keine Arbeit und beziehen Hartz IV! Verquere Welt.

    @Norbert
    Mutig und richtig argumentiert. Aber die braunen und roten Extremisten werden dich niederbrüllen. Da geht es nicht um Vernunft, sondern um Ideologie und fortgesetzten Wahlkampf. In deren Köpfen ist zementiert, dass für Kellner und Zimmerfrau ein lebenswertes Leben erst mit Mindestlohn und Einfamilienhaus beginnt. Nur, wer das alles bezahlen soll, dazu hörst du von denen nichts.

  17. Tagelöhner sagt

    Ich arbeite schon seit Jahren für die KTS und habe genau 6.40€ die Stunde. Da ist es wie ein Schlag ins Gesicht wenn andere sich traumgehälter und Abfindung zahlen. Ich habe zur Info nicht nur einen Facharbeiterbrief. Jürgen.

  18. Bauhoff sagt

    Die Npd gibt sich gern volksnah und versucht mit populären Themen Stimmung und Stimmen zu machen.
    Die Partei ist der legale Arm einer rechtsextremen Bewegung, die vor Gewalt an andersdenkenden nicht zurückschreckt.
    Sie haben MV zum Versuchsgebiet einer Strategie ausgewählt: volksnah, modern und vor allem deutsch.
    Es nützt nichts- man muss schon etwas weiter schauen, um deutlich zu machen, dass die Gedanken, Ziele und Taten nicht harmlos sind.
    Die Seite (Edit: Bitte nicht von hier aus auf Nazi-Seiten verlinken) gibt schon einen deutlichen Eindruck.
    Und wer die Npd wählt oder verharmlost, sollte doch schon ihre Ziele kennen.

  19. Norbert sagt

    @Bauhoff
    Und Du glaubst, dass alle NPD-Wähler sich genauestens mit denen auseinandergesetzt haben? Wahrscheinlich genauso, wie sich die meisten detailliert die Programme von CDU, SPD usw. angesehen haben.
    Außerdem erinnere ich mich noch gut an die „Harmonisierung“ zwischen NPD und CDU in der Heringsdorfer Gemeindevertretung. Für bestimmte Zwecke gehen die Überzeugungen von NPD und CDU dann doch zusammen.

  20. Usedomliebhaberin sagt

    Ich glaube, dass viele unserer Mitbürger im Osten bis heute nichts gelernt haben. Geschichte nein danke…Sie waren 40 Jahre dran gewöhnt jemanden zu haben, der ihnen gesagt hat wo’s langgeht. Nach der Wende sind viele der Jungen weggegangen. Übrig blieben die „Alten“. Da die inzwischen über 20 Jahre politisch umherirren, weil sie sich ja mit sowas nie auseinandersetzten mussten und wollten, kommen ihnen Leute wie die NPDler grade recht. Die sagen ihnen wieder was sie zu tun haben und bemühen sich um den Einzelnen, angefangen bei den Kindergartenkindern.
    Und wer glaubt, dass sich in Bayern ein Kellner oder ein Zimmermädchen ein Einfamilienhaus leisten kann, der liegt ziemlich weit daneben. Vielleicht wenn sie den Hotelier heiraten…
    Auch sind viele der Jungen, die in der Gastronomie arbeiten Saisonarbeiter, die dort keinen festen Wohnsitz haben, respektive auch nicht wählen dürfen.
    Vielleicht sollten sich Parteien wie die SPD, CDU und besonders auch die Grünen mal so um ihre Schäfchen bemühen, wie die NPDler.
    Und es sollte wirklich öffentliche Kampanien geben gegen Rechts. Ich glaube nicht, dass die Touristen ausbleiben, sie lassen sich ja von den Plakatierungen auch nicht abschrecken…
    Die sitzen eh in ihren dicken Wellnesstempeln und sehen nicht, was rechts und links von ihnen passiert…solange sie davon nicht betroffen sind.
    Ich bin ein echtes Münchner Kindl und glühende Usedomliebhaberin. Ich würde lieber heute als morgen „übersiedeln“. Leider suche ich keinen Job in der Gastronomie…und ich halte „Grün“ für die schönste Farbe ;-))….

  21. Zitat aus der online- Diskussion des Tagesspiegel:
    „Es ist wohl richtig, in mehrfacher Hinsicht zurückgebliebene Regionen mit Tourismus fördern zu wollen. Wenn ich mich aber im Urlaub einfach nur entspannen will und Erholung suche, habe ich keine Lust auf sichtbares Braun. Ich bin nicht bereit, meine sauer verdiente Freizeit in den Dienst der Entwicklungspolitik zu stellen. Ich könnte mir vorstellen, dass auch manch anderer so denkt.“

  22. BaDo sagt

    @(H)ampelmann

    genauso läuft die Debatte auf Usedom. Mir braunen Touch zu unterstellen, weil ich jemanden korrigiere, der 6,- EUR Stundenlohn für nicht vorstellbar hält, ist einfach eine Frechheit.
    Warum auch diejenigen, die mittlerweile etwas mehr zahlen, keine Leute bekommen? Weil sie schon weg sind, so einfach ist das.
    Im übrigen kenne ich nicht nur den NGG-Tarif, ich kenne auch andere Tarife und ich kenne beruflich bedingt, die realen Löhne.
    Hotelier-Bashing? Daß ich nicht lache.

  23. BaDo sagt

    Nachtrag:
    Ich bin hier nur angesprungen, weil jemand den Stundenlohn von 6,- EUR für nicht vorstellbar hielt. Diese wirklichkeitsfremde Ansicht wollte ich nicht unkommentiert lassen.
    Ansonsten sind mir diejenigen, die die Debatte um die NPD nur aus dem Blickwinkel ihrer Geschäfte führen (Angst vor dem schlechten Image, bleiben die Gäste aus?) äußerst suspekt.
    Wer so herangeht, lehnt sich wohl beruhigt zurück, wenn die meisten Gäste zeigen, daß Ihnen das Thema im Grunde egal ist.
    Das Netteste, was ich dann über diese Diskussionsteilnehmer denke, ist der Umstand, daß sie zumindest ein Unbehagen zu Hamisch und Konsorten verspüren.
    Ansonsten sehe ich keinen Anlaß, mich mit denen auseinander zu setzen, die in einer Imagekampagne den Gipfel ihres zivilen Engagements sehen.

  24. Ampelmann sagt

    @ BaDo:

    Du hast wieder nicht richtig gelesen und auch diesmal die Denkfabrik nicht angeschaltet.

    Dass du die neue Imagekampagne der UTG nicht verstanden hast, darauf habe ich dich bereits hingewiesen.

    Schauen wir mal Deine letzte Argumentation an.

    Du behauptest am 28.9.2011 um 20:41 h, dass es hier Leute gibt, die Usedom für 6,- € lieben sollen. In der Gastronomie gibt es angeblich Leute, die das verdienen. Also sind die wohl auch da!

    Ich sage: Die sollten dann aber doch bei Unternehmen vorstellig werden, die deutlich mehr bezahlen und trotzdem händeringend nach Personal suchen.

    Du sagst in deinem 2. Beitrag vom 2.10.2011 um 14:09, das geht nicht, weil die ja schon alle weg sind.

    Aha. Ja, das ist wirklich ganz einfach gedacht:

    Brauche ich sie für meine Argumentation, sind sie hier, brauche ich sie nicht mehr, sind die schon weg.

    BaDo, danke für dieses Musterbeispiel eines tiefenreflektierten Kommentars.

  25. Ampelmann sagt

    Noch was:

    Mir sind Leute suspekt, die Leute für suspekt halten, weil diese ihre Aktivitäten einem wirtschaftlichen Zwang unterordnen müssen.

    Mit ist derjenige, der für konkrete Projekte gegen rechts unerkannt Geld gibt, lieber, als derjenige, der hier völlig logikfrei über andere herumschwadroniert und selber den Huf nicht hoch kriegt.

    Dank darüber mal nach!

  26. Peter Schulzre sagt

    hab grad nicht viel Zeit, bin mal drüber geflogen, was so gepostet wird. Mir stehen die Haare zu Berge, was die Behauptungen über Arbeitslöhne auf Usedom angeht.
    Sollte vielleicht mal wieder zum Frisör: 6,0 €. Vielleicht solltet ihr mal mit dem Personal reden, da werden im Hotel- und Gaststättenbereichen Löhne zwischen 5 und 6 € gezahlt, polnische Mitbürger gehen mit 3.50 bis 4.0 € pro Stunde nach hause.
    Meine Frau hat ein Angebot über 7,10 € brutto pro Stunde als Physiotherapeutin in einer kommunalen Einrichtung mit Knebelvertrag (freie Arbeitsverteilung und jede Menge unbezahlte Überstunden bestimmt durch den Arbeitgeber)…wo arbeitet ihr eigentlich? Verdient ihr mehr?
    Gebt mir mal nen Tipp, wie ihr das macht?
    Mir fällt dazu nur ein: schmeißt sie raus, wählt sie ab… und das spätestens im März nächsten Jahres…und dazu brauchen wir keine Glatzen, Nazis oder sonstige Schläger…einfach nur den Blick aufs Haushaltskonto: steigende Mieten, Energiepreise…stagnierende Einkommen bei Angestellten und Arbeitern…
    Den ganzen Tag arbeiten gehen und noch Aufstockung vom Arbeits-/ Sozialamt bekommen, das ist beschämend…
    Eh, Leute, in welcher Welt lebt ihr eigentlich? Kriegt ihr davon nichts mit? Oder werdet ihr dafür bezahlt, das zu verschweigen?

  27. Ampelmann sagt

    @Schulzre:

    Was für ein Quatsch. Aber mit Verstand und Logik kommt man gegen so viel Stimmungsmache nicht an.

    Ich gebe auf, ihr habt ab sofort Recht:

    Die polnische Friseurin verdient im Gaststättengewerbe 3,50 €/h und geht dann für 7,10 € zur geknebelten Physiotherapeutin, wo sie den Deutschlehrer mit zu Haaren stehenden Bergen rausschmeißt und die Ausbeutung des aufstockenden Proletariats abwählt.

    25,- €/h Mindestlohn und ein Einfamilienhaus für alle ist doch wohl das mindeste, was man von der Gesellschaft verlangen kann. Alles andere ist beschämend! Und eine Frechheit!

    Die Hoteliers sind glasklar Schuld am Wahlerfolg der Nazis, die haben doch auch den Sommer verregnen lassen! Die Erde ist gefälligst eine Scheibe! Halleluja!

    Herr hilf! Lass Hirn vom Himmel regnen!

  28. Peter Schulze sagt

    Hab grad mal in Ruhe alle Postings gelesen. Gestern hat mich beim Querlesen einiges aufgeregt, entsprechend war meine Reaktion, aber bei genauerem Hinsehen sehe ich einige Verbündete.
    Kurze Problembeschreibung aus meiner Sicht: zu hohe Bodenpreise, verursacht durch falsche (korrupte oder dumme?) Politik, daher zu hohe Mieten für (Ur-) Einwohner und Kommerzielle (Läden, Hotels, Gastronomie), Folge ist Lohndruck: schlecht verdienende Hoteliers wie Angestellte und immer mehr Hotel- und Bettenbau und immer mehr Stau in der Saison und immer älteres Publikum.
    Das Lohnniveau auf Usedom ist daher unter aller Sau, ganz anders als die Mieten. Folge: die Jungen ziehen weg, Polen ziehen nach und akzeptieren teilweise (die klügeren fliegen nach Irland, da wird mehr gezahlt! ) die miesen Löhne… und da haken die Rechten ein: guter Lohn für gute Arbeit ( die wären insolvent gewesen bei 4.9 Prozent, deshalb der Aufwand)…und dieser Slogan hätte auf die Wahlplakate der etablierten Parteien gehört, ich hab nichts dergleichen gesehen.
    Der mit vergleichsweise geringen Verlusten wiedergewählte Ministerpräsident des Landes machte im Wahlkampf kurze Ansätze Richtung Mindestlohn, weil er offenbar befürchtete, eine Koalition mit den Roten machen zu müssen. Das ist jetzt aber alles vom Tisch. Der CDU-Vize kann sein Haus am See in Neppermin zuende bauen neben dem ortsansässigen Parteifreund, der ihm anscheinend Hilfestellung leistete…und alles bleibt, wie es war….erst mal.
    Ich suche Kontakte zu Leuten, denen dieses Spiel genauso wie mir auf die Nerven geht und die Lust und Zeit für Engagement gegen diesen Trend haben…wählt sie ab, jagd sie aus den Ämtern, nehmt ihnen die Posten weg…60% Wahlbeteiligung und keine Stimme für die Nazi-Schläger-Glatzen wäre ein gutes Ziel und ich denke, es ist erreichbar…redet mal mit den Menschen…
    und :
    @ Ampelmann: eine gute Freundin von mir sucht dringend einen Job im Hotelgewerbe/ Rezeption, der sie unabhängig vom Amt macht. Lass mal ein Angebot rüberwachsen, das so in den von dir behaupteten Bereichen liegt. Die Frau ist richtig gut. Bei erfolgreicher Vermittlung geh ich glatt (auf meine Kosten) mit dir ein Bier trinken und vergess all die …Äußerungen.
    Peter.schulze11@web.de

  29. Ampelmann sagt

    @ Peter Schulze

    Habe sofort den ersten Hotelier gefragt, der über die Straße lief:

    Deine Freundin stellt er gerne ein. Die ortsüblichen Tarife im Hotelgewerbe betragen laut Usedomspotter brutto 3,50 € / h, aber nur wenn Deine Freundin gut polnisch spricht und alle Überstunden umsonst macht.

    Aus reinem Anstand möchte ich bei Zustandekommen kein Bier auf Deine Kosten trinken. Das würde ja nur die Hoteliers reich machen und ich möchte Dich auch nicht der Verelendung aussetzen.

    Klasse, dass Du jetzt politisch tätig wirst. Nach Deinen messerscharfen Betrachtungen über die Realität ist das der logische Schritt.

    Endlich spricht einer den dringend nötigen generellen Baustopp für alle Minister aus, die gerüchteweise an Seen bauen, hebt die Löhne auf irisches (!!!) Niveau und baut ein Gehege für Ur-Einwohner (Nur die! Die anderen sollen gefälligst kräftig zahlen, waren die doch blöd genug her zu ziehen!), in dem die Mieten mindestens auf DDR-Niveau gesenkt werden.

    Vielleicht ist ja auch Geld da, dass die irgendwo ein Haus gebaut bekommen. Und wenn nicht, richten wir wenigstens an den Kaufhallen-Kassen die Schilder „Einheimische werden bevorzugt bedient!“ wieder ein.

    Steigen wir mit Dir auch aus dem Euro aus? Dann wähle ich Dich!

    Was für ein an Genialität grenzendes Konzept! Und das alles als Bürgermeister auf kommunaler Ebene. Man muss nur einfach wollen, sch.. doch auf die geltenden Gesetze und Zuständigkleiten.

    Meine Verehrung für den politischen Weitblick des Jahres! Damit wirst Du es weit bringen.

    Die Erde ist eine Scheibe. Halleluja! Singet und tanzet, den der Messias ist nahe!

    Herr hilf! Lass Hirn vom Himmel regnen!

  30. Ablenkung sagt

    Tja das große Manko ist hier,das verschiedene Sachverhalte durcheinander gemengt werden. Diese Mengelange nutzen die Nazis auch trefflich aus. Sicherlich hat die Kommunlapolitik keinen Einfluss auf Löhne im Hotelsektor, aber sie hat Einfluss auf Baulandpreise. Aber wenn ich mir den Verkauf des Ahlbecker Sportplatzes ansehe, Hauptargument war es sollen Geringverdiener auch die Möglichkeit eines Wohnhauses egegeben werden und andereseits brauch die Gemeinde viel viel Geld. Also wurden eben keine Baulandpreise für sagen wir mal kleines Geld aufgerufen. Verkauft wurde ja wohl auch so alles. Das eigentliche Ziel wurde verfehlt. Leider. Das ist nur eins von vielen Beispielen. Auch das Argument von Herrn Schulze mit dem Bau des Ministers ist ein Arguiment auf Nazis Mühlen.

    Das Problem ist schon sein Luther bekannt. Wasser predigen und Wein saufen…

    Es ist eben hier und da ein Tropfen auf den Mühlen der zu dem Erfolg dieses Gesocks beiträgt. Es gibt nicht den einen Fehler. Es ist vieles was dazu beiträgt und viele unzufrieden macht und diese sind dann schneller bereit mal die „da oben“ abzustrafen, indem z.B. auch die NPD gewählt wird.

    Wir alle müssen da Gegensteuern nur hier Schreiben reicht nicht, aber der Austausch der Argumente ist ein erster Schritt. Es muss draus gelernt werden und es muss besser gemacht werden. Leider hab auch ich kein Patentrezept zur Hand. Aber ich finde es auch nicht angenehmen wenn hier jemand für seine Meinungsäußerung sagen wir mal heftigst atakiert wird. Jeder von uns macht im Leben seine eigenen Erfahrungen. Dies sollte respektiert werden. Ich finde es Schade wenn die Sachargumetnation langsam in persönliche Angriffe abdrifftet. Dies hilft niemanden weiter.

    Bitte kommt zurück zur sachlichen Diskussion und bitte akzeptiert das es durchaus Leute gibt die leider nur auf unterstem Lohnniveau eine Anstellung finden. Es gibt ja hier auch ne Menge Statistiker und es gibt ja auch Statistiken wieviele Einwohner (sicherlich im Landkreis) mit Hartz IV aufstocken. Also wenn alle hier in Saus und Braus leben würden, dann dürfte es ja keine Aufstocker geben. Oder?

  31. Ampelmann sagt

    Auf dieses Nachgequatsche von rechts- und linksradikalen Parolen kann man nur mit Spott reagieren.
    3.50 € Stundenlohn? Purer Schwachsinn, aber bierernst behauptet, hundertfach gelesen und dutzendfach nachgebrabbelt.

    Dazu noch dieses vernunftbefreite „Jagt sie zum Teufel“ – Gebrüll, da kann man doch nicht ernsthaft drauf eingehen.

    Auf einen groben Klotz….

  32. Cathleen sagt

    Sehr treffend fand ich den Satz:

    „Denn wenn einem lange genug die Dinge zu banal und klein vorkommen, ist man irgendwann von der Größe seines Problems überrascht…“

    – und das sollte den Politikern eigentlich aus der Erfahrung heraus mittlerweile bewusst geworden sein. Aber die scheinen schon lange auf Abwegen zu regieren, immer schön am Volk vorbei… deshalb legen sie dieser „undemokratischen“ Partei ja auch ihre Wählerstimmen zu Füssen und wundern sich und staunen… wieso, weshalb, warum??? (Wer nicht fragt bleibt dumm!!!) Würden sie sich doch nur hinab zum Volke wenden und sich um deren Belange kümmern. Aber nein. Man kümmert sich lieber um andere Dinge (letztere hier aufzuzählen würde stark vom Thema abweichen…)

  33. Peter Schulze sagt

    @ Ablenkung: Vielen Dank für den mäßigenden Beitrag.
    @ Ampelmann
    Uups, was hab ich da angerichtet? Jemanden aufgeregt? Geht hoch wie das berüchtigte HB-Männchen ( Rauchen ist tödlich!, steht jedenfalls auf den Packungen), oder besser wie Rumpelstilzchen ( der ist, glaub ich (hab’s nicht gegoogelt !), zum Schluss geplatzt, hierzulande müsste wahrscheinlich ne polnische Putzfrau für 3,50 den Dreck wegmachen).
    Beim Blick auf die Erwiderung fällt mir ein Defizit an sinnentnehmendem Lesen auf (wird normalerweise in der Grundschule vermittelt), damit steht es aber nach mehreren Pisa-Studien in Deutschland schlecht.
    Einzelne Begriffe aus dem Zusammenhang entnehmen und dann losröhren wie…( BildZeitung wär noch schmeichelhaft).
    Visier runter, Ideologie-Brille drauf und Sprüche absondern…, völlig inhaltsfrei (kennt man ja inzwischen zur Genüge von der Politik – und genau deshalb haben die NPDler Erfolg,… das nervt…).
    Die Versatzstücke, die ich sehe, kommen irgendwie aus dem Bereich des Neo-Liberalismus, der uns seit den 80ern wieder mal predigt, nur die Privaten könnten es richten…ham se, aber für die Mehrheit ziemlich katastrophal.
    Selbst den Amis gehen inzwischen diese Typen zunehmend auf den Geist (im Augenblick werden die Protestierer gerne noch verhaftet: wegen Verkehrsbehinderung).
    Und die FDP hat im Augenblick in Deutschland auch nicht gerade Konjunktur, denen glaubt irgendwie keiner mehr, komisch…haben doch grad noch ihren Kumpels von der Hotellerie ein sattes Mehrwertsteuer-Geschenk gemacht.
    Und den Lieben Gott bemühen bringt auch nicht mehr so viel (von wegen HalloJulia), der ist tot, hat Marx schon bemerkt und statt Hirn regnet es meistens Scheisse..sei vorsichtig, die macht höchstens ne weißrussische Putzfrau weg, für 2,50 leckt die sie vielleicht sogar auf (@Jürgen: das darfst du streichen, ist zu polemisch, ich schäme mich fast…).
    Ich ändere mein Angebot von gemeisamem Bier auf Baldriantropfen für dich, ich bleib bei Bier, kann ich noch gut von meiner Rente bezahlen und Baldrian soll beruhigen, hab ich aber noch nicht probiert…)
    @ alle
    diese Insel ist liebenswert, deshalb bin ich vor drei Jahren hierher gezogen. Und ich erlebe, wie genau das, was diese Insel liebenswert macht, von einer Koalition von Habgier und Dummheit in atemberaubendem Tempo zerstört wird. Das ist schade…Usedom hätte Besseres verdient…

    Viele Grüße an alle

    Peter Schulze (echt kein Pseudonym… :o) )

  34. Peter Schulze sagt

    @ Ampelmann
    Nachtrag: hab noch was vergessen. Für alle von mir angesprochenen Fälle kann ich natürlich schriftliche Belege in Form von Arbeitsverträgen liefern und mit genug Baldrian wirst du vielleicht die Erschütterung der Macht deiner Glaubenssysteme ertragen.
    Die meisten dieser Verträge enthalten natürlich Geheimhaltungsklauseln, ich hab sie trotzdem kopiert, weil ich sie für sittenwidrig halte.

  35. BaDo sagt

    Ok. Hampelmann und Ampelmann – ihr könnt euch aber das H wirklich teilen.
    Ich habe beruflich mit dem hiesgen Arbeitsmarkt zu tun und kenne tatsächliche Löhne. Also erzählt nicht so einen Mist.
    Das Hotelgejammer habe ich mir oft genug anhören dürfen. Ja, es gibt höhere Löhne. Dann wird aber geglaubt, daß nicht eine konkret umrissene Arbeitszeit eingekauft wird, sondern die Person. Jemand mit Kindern, der auch planen muß, kann von einem zum anderen rennen – da läuft nicht viel mit höherem Lohn. Flexibilität ist das Zauberwort aus Sicht der Arbeitgeber und meint nichts anderes, als auf Abruf stets springen zu können.
    Habe exquisite Frühstücksköchin zu bieten. BA als Köchin, gehobene Serviceerfahrung – mittlerweile 15 Jahre Berufserfahrung. Wochenendarbeit kein Problem, wenn es dafür in der Woche geregelt frei gibt. Arbeitszeit ab 06.00 geht in Ordnung. Idealerweise 30 h wöchentlich. Wenn ihr einen in Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin habt, der dafür monatlich 1.000,- brutto zahlt und sich nicht am Trinkgeld für das Personal vergreift, um einen Teil davon mit großer Geste am Jahresende als „Weihnachtsgeld“ nach einem nicht nachvollziehbaren Verteilschlüssel an das Personal auszuschütten – Namen her.
    Wo lebt ihr eigentlich?
    Und im übrigen könnt ihr mein politisches Engagement nicht beurteilen.
    Aber wundert es euch wirlich, daß man denen, die Probleme auf der Insel einfach negieren, nix glaubt?
    Wenn ich eure Kommentare so lese, scheint eure Grundhaltung zu sein: ist doch alles prima. Nur die Leute sind halt doof.
    Übrigens: Veränderungen gehen immer von den Benachteiligten aus. Wer vier Asse in der Hand hat, verlangt keine neuen Karten.
    Und nein – es geht nicht um die Villa für die Köchin. Einfach um ein vernünftiges Leben.
    In den Villen sitzt ihr ja schon drin. Noch.

  36. Ampelmann sagt

    Ihr erinnert mich so ein bißchen an die gute alte Pippi Langstrumpf: „Dann mach ich mir die Welt, wie die, wie die, wie die mir gefällt!“

    Aber ihr habt Recht, jagt die Kapitalisten aus den Villen, verstaatlicht die Betriebe und dann rocken wir wieder in 40 Jahren ein Land und Millionen von Träumen und Hoffnungen der Menschen in den Abgrund.

    Dass diese Diskussion, die sich eigentlich um die Nazi-Problematik drehen sollte, von den unbelehrbaren Resten der ehemaligen Elite genutzt wird, um ihre abgehalfterten Ideen einer besseren Welt zu verbreiten, macht betroffen.

  37. @Ampelmann
    „…unbelehrbare Reste der ehemaligen Elite…“

    Eal, was Du für Zeug nehmen solltest – nimm weniger.
    Ich kann auch nicht erkennen, wo ich für Verstaatlichung eingetreten sein sollte.
    Ich wurde konkret und Du schlägst mich offensichtlich Deiner Generation zu.

    Aber egal – Was brauchst Du Argumente – hast ja eine Meinung.
    Genauso diskussionsresistent wie die Nazis…

  38. Peter Schulze sagt

    Hallo BaDo,

    ist ja ein später Nachtrag, aber vielleicht lässt sich das Thema ja noch fortsetzen.
    Zur Zeit ist das vorherrschende Thema ja eher mau, Aufregung um die normale Postenschacherei, eher langweilig, weil´s kaum einen interessiert, außer die, die sich Hoffnung auf einen lukrativen Platz an den Fleischtöpfen machen (man sollte sie in diese Töpfe stecken) und auf die, die dem ganzen einen demokratischen Anstrich geben sollen, das Wahlvolk, eher abschreckend wirkt zur nächsten Wahl zu gehen…ist gewollt, denk ich mal, können die gut mit leben…
    Aber zurück zum Thema: NPD Wahlerfolge. Der österreichische Sozialdemokrat Otto Bauer hat einen sehr klugen Spruch in die Welt gesetzt (ich glaube aber, er hat ihn geklaut, hab ich jedoch nicht recherchiert..): Der Faschismus ist die Herrschaft des Kapitals mit anderen Mitteln. Sollte man mal drüber nachdenken, ob das heute noch gilt. Damals haben Sozialdemokraten noch Marx zitiert ohne rot zu werden….
    In diesem Sinne hatte ich heute ein Erlebnis: Ich habe in Anklam versucht, einer Berliner Freundin einen Schlüssel, den sie bei uns vergessen hat, per Einwurf-Einschreiben zu schicken, um einen Beleg zu haben. Hauptpost in Anklam: seit Jahren zu, auf Nachfrage werd ich in das Einkaufszentrum in der Innenstadt geschickt. Da gibt es in der Lotto-Annahme nur Briefmarken zu kaufen und den Verweis, zum Einkaufszentrum am Hafen zu fahren. Hab ich gemacht und dort ratlos nach der Post Ausschau gehalten. Auf Nachfrage hab ich´s gefunden: ein Stand bei Famila, Personal von Famila, wußte nicht, was ein Einwurf-Einschreiben ist, nur eine Mitarbeiterin wußte glücklicherweise Bescheid (sonst hätt ich nach Greifswald fahren müssen..)…
    ich bin völlig schockiert, eine Stadt wie Anklam hat nicht einmal mehr ein Postamt…auf der Suche nach dem Postamt habe ich mit vielen einheimischen Menschen gesprochen, die eher resigniert wirkten: Anklam wurde halt zum Dorf gemacht…
    Ist es das, was die vielgepriesene Marktwirtschaft kann? Abkassieren und den nichtprofitablen Rest auskotzen?
    Wo sind die blühenden Landschaften, die der korrupte Dicke versprochen hat?
    Und da wundert ihr euch über die Erfolge der NPD?
    Hy BaDo, ich vermute mal, wer du bist, Grüße an deine S. am Frühstücksbuffet, vielleicht änderst du ja noch deine Meinung, die du bei unserem letzten Gespräch geäußert hast, ich suche noch Mitstreiter für den Versuch, diesen bankrotten und politisch verkommenen Laden von unten her aufzurollen, demokratisch, mit hoher Wahlbeteiligung als Voraussetzung…
    @ alle: ich suche ganz viele Mitstreiter…

    „Friede den Hütten, Krieg den Palästen“, mit dieser Äußerung kam Büchner als „Demagoge“ auf die (preußischen) Fahndungslisten, mal gucken, ob das heute noch klappt…

    @ Ampelmann: na, wie wär´s…?

  39. peter schulze sagt

    @Ablenkiung
    dazu bin ich zu alt. Und wenn ich mir die Gesichter der verflossenen Bundeskanzler (innen) angucke, wie schnell die altern…nä, kein Bock.
    Aber mir tut dieses schöne Land leid. Alle Jungen, die sich eine Chance ausrechnen, gehen in den Westen. Zurück bleibt der Rest der Chancenlosen. In Anklam um 16.00 Uhr nur Alte und Jugendliche (meist Jungs, aber auch einige Mädchen) mit Bierflasche…blühende Landschaften des Dicken…
    Ich schwanke noch, ob ich eine Doktorarbeit über die Zeit nach 1990 (am Beispiel Usedom – Kaiserbäder) als Politikwissenschaftler bei der Uni Greifswald schreibe (eine Kopie an die Staatsanwaltschaft) oder ob ich tatsächlich meinen Hut als Außenstehender in den Ring werfe ( hat in Binz/ Rügen gut geklappt)…ich hab eine Mordswut auf diese Typen und das, was sie anrichten…

  40. willi sagt

    @Peter Schulze

    willi würde an der Doktorarbeit gerne mitarbeiten. Wäre bestimmt ein Mordsgaudi.

  41. Ablenkung sagt

    Also kein Bundeskanzler sondern Bürgermeister? Ob Mordswut da ausricht…. Aber da hat kein Dicker blühende Landschaften versprochen…Also wird bei dir Landes-, Bundes- und Kommunalpolitik in einen Topf geworfen und gut durchgerühert? Na ob das so hinhaut.

  42. peter schulze sagt

    @willi
    gebongt, sprich mich an, scheinst ja einer aus dem Warmbad zu sein mit vielen Infos: peter.schulze11@web.de,
    hab schon bei Guttenberg angefragt, wie man das am besten macht, such nur noch einen, bei dem man ein bißchen abschreiben kann…sieht aber so aus, als wär das Thema ziemlich neu…
    Im Ernst, ich sammle schon, jede Menge Interviews und Erfahrungsberichte von Älteren, bevor die mit ihrem Wissen wegsterben und je mehr ich höre und die Querverbindungen sehe umso neugieriger und auch wütender werde ich…
    @alle
    die Anklamer Postgeschichte hatte ein unerwartetes Finale: zwei Tage später hatte ich den Brief mit den Schlüsseln wieder im eigenen Postkasten mit dem Vermerk: Empfänger nicht zu ermitteln. Hab nochmal geguckt und telefoniert, die draufgeschriebene Adresse stimmte, war auch leserlich – also Post-Hotline angerufen (Ansagetext: „Wir gehen andere Wege“ – die rufen zurück, hat sogar SCHNELL geklappt, großes Lob), die maulten mich aber an, ich hätte doch wissen müssen, dass Einwurf-Einschreiben nicht an Packstationen geliefert werden…und ich frage mich – und fragte auch meinen Ansprechpartner -: wieso nimmt eine autorisierte Poststation bei Famila ein Einwurf-Einschreiben an eine Packstation an?…woher sollte ich das wissen?
    Ich war übrigens letztes Wochenende in Wolgast, hab die Post gesucht und -noch- nicht gefunden…Es läßt sich wohl nicht alles kommerzialisieren…

    Ich denke mal, das Nazi-Thema ist grenzenlos, ist vielleicht bloß ein sozialpsychologisches „Experiment“ (wer den Film nicht kennt, sollte ihn sich besorgen, lohnt sich) irgendwelcher abgedrehter Sozialwissenschaftler….nimm den Menschen ihre Arbeit, mache sie abhängig von der Gnade anderer, nimm ihnen so ihre Würde, wieder und immer wieder, gib ihnen dabei das Gefühl, aus eigener Kraft nichts ändern zu können…dann werden sie aggressiv und laufen willig den Rattenfängern hinterher…
    Aber: Änderungen sind machbar, sicher nicht sofort (wie die Rattenfänger aller Zeiten immer wieder versprechen), aber irgendwann sollte der Anfang gemacht werden…zu einem langen Weg….sicher mit Irrtümern und Sackgassen und hoffentlich vielen Personalwechseln….und das Ziel sollte sein, jedem Menschen ein Leben nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen zu ermöglichen (geklaut bei K.Marx, viele Grüße an Guttenberg und alle anderen Klauer )…jetzt werd ich aber richtig sentimental, aber hat was…

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