Datenschleuder im Rathaus

Des Geistes Licht, des Wissens Macht,
Dem ganzen Volke sei’s gegeben!

Max Kegel

Nun hat also der Heringsdorfer Bürgermeister „Konsequenzen“ aus dem Mailgate im Rathaus gezogen. Prof. (IMU Malta) Strömich, darf nicht mehr im Büro des Bürgermeisters arbeiten und soll sich jetzt „Dingen im allgemeinen Bereich“ (OZ 05.03.11) widmen. Was auch immer das sein soll.

Strömich wird vorgeworfen, ein Schreiben der Rechtsaufsichtsbehörde per Mail an Dritte weitergeleitet zu haben (siehe auch Der Nebel lichtet sich), was er bislang bestritten hat. Gewesen sein soll es ein geheimnisvolles Phantom, das sich abends kurz nach Ende einer Hauptausschuss-Sitzung Zugang zu Prof. (IMU Malta) Strömichs Rechner verschafft haben soll, den Benutzernamen und das Passwort aus der Raumluft aufgesogen und auf Anhieb die richtige Datei gefunden hat.

Wenn also der Bürgermeister, dass was er als Konsequenz zu verkaufen versucht, gezogen hat, geht er offenbar von einem Fehlverhalten des Prof. (IMU Malta) Strömich aus.

Wer garantiert eigentlich, dass der gute Herr Prof. (IMU Malta) sich nicht nur in diesem Fall als Datenschleuder betätigt hat? Wenn es stimmt, dass der Akademiker von maltesischen Gnaden mit Administratorrechten ausgestattet war und damit umfassenden Zugriff auf sämtliche Daten im Rathaus hatte und wenn es stimmt, dass er regelmäßig seinen privaten Laptop und externe Festplatten an das Netzwerk der Gemeinde angeschlossen hatte, stand ja reichlich Material zur Verfügung.

Und nicht nur das. Dem Vernehmen nach soll auch eine automatische Weiterleitung der Mailadressen buergermeister und sekretariat @ahlbeck.de auf das private Smartphone von Herrn Prof. (IMU Malta) Strömich existiert haben. Wenn das stimmt und Sie dachten eine vertrauliche Mail an den Bürgermeister geschrieben zu haben, tja, dumm gelaufen.

Darüber hinaus hat der Secretarius Maximus den gesamten Posteingang der Verwaltung kontrolliert und in eigener Machtvollkommenheit entschieden, wer was zu sehen bekommt. Ein Posteingangsbuch existiert nicht, so dass nicht einmal der Bürgermeister sicher sein kann, ob er tatsächlich alles wichtige zu sehen bekommen hat.

Wenn der Bürgermeister also „Konsequenzen“ zieht, ergo vom Fehlverhalten des Professors überzeugt ist, einem schwerwiegenden Bruch des Datenschutzes, dann ist eine Weiterarbeit auch im „allgemeinen Bereich der Verwaltung“ eine Zumutung für alle Bürger. Denn an Daten kommt er auch schon, wenn er in ein leeres Büro im Rathaus geht. Und Kopierer stehen da genug rum.

P.S.: Wenn der Secretarius Maximus wirklich, wie im Notkurier berichtet, nach dem politischen Aschermittwoch der CDU im vergangenen Jahr mit 1,8 Promille die Alarmanlage im Rathaus entsichern konnte, seine Stechkarte gefunden hat und so geistesgegenwärtig war, seinen Arbeitseinsatz zu dokumentieren, dann nötigt das höchsten Respekt ab. Das schaffen nicht viele.

33 Kommentare
  1. Willi sagt:

    Versetzung in den allgemeinen Bereich ist doch eine Beförderung. Bisher war der Datenfetischist ja nur für das Büro des Bürgermeisters zuständig. Jetzt darf er für alles Allgemeine zuständig sein. Da werden bestimmt demnächst ganz allgemeine Daten durch Netz geströmicht. Daten aus dem Einwohnermeldeamt oder vom Ordnungsamt oder Rechnungen aus polnischen Unterhaltungseinrichtungen der besonderen Art. Äh letztes wäre ja…
    willi empfiehlt jedem der mit dem Warmbad zu tun hat oder vom Käseking um Auskunft gebeten wird, sich voher eine strafbewährte Vertraulichkeitserklärung zu unterschreiben lassen. Aber das hilft auch nicht gegen geheimnisvolles Phantom.
    willi glaubt aber nicht an Zufälle und Phantome. willi glaubt an vorbereitete Aktionen. willi fragt das Phantom: Kennt du Info von Prof. an WP vom Oktober 2010? Mal sehen welche Erklärung der Käseking äh das Phantom dafür hat.

  2. Phantom of the Käseopera sagt:

    Das Phantom hat die ganze Zeit alles beobachtet und fein hier im Blog mitgelesen. Und jetzt ist das Phantom SAUER!!! Warum glaubt willi nicht an Phantome??? Das tut inzwischen selbst der Oberkäser! Der hat jetzt nämlich Phantomschmerzen, obwohl er sich die rechte Hand NICHT abgehackt hat.
    Wenn willi nicht an Phantom glaubt, braucht Phantom ja auch nix erklären …

  3. Willi sagt:

    @3 Phantom
    willi mag Phantom der Oper. Besonders die Arien sind so wunderschön. Muss das Phantom der Käseoper erst noch beweisen, dass es auch so schön singen kann.

  4. Phantom of the Käseopera sagt:

    Na gut, Phantom ist besänftigt und ganz geschmeichelt von dem Vergleich mit dem anderen Phantom. Will erst mal dem Prof. die Gelegenheit geben, selbst ne Erklärung für die von willi angefragte Info zu geben. Wenn nicht – das Phantom kann´s natürlich erklären…hi, hi, hi.

    Phantom betätigt sich in der Zwischenzeit erst mal künstlerisch und singt die erste Arie aus der Oper “Käsemeisters Trojanisches Schaukelpferd”:

    Kaiser saß im warmen Bade,
    wurde reich von Amtes Gnade,
    hat die Unruh ihn befallen,
    ob der Kunde vom Vasallen,
    der nicht machte was er sollte,
    gar dem Reiche dienen wollte,
    und auf eine Insel sinnt,
    die vom Kaiser nicht bestimmt.

    Kaiser konnte das nicht dulden,
    rief den Hofnarrn sich heran,
    der als Jockel stets sehr nützlich,
    macht das Volk ihm untertan.
    Jockel hasst, dass wusst´ der Kaiser,
    den Abtrünn´gen wie die Pest,
    schmiss der doch den armen Jockel,
    raus aus warmem Thermen-Nest.

    Doch dem Hofnarrn fiel nichts ein,
    Kaiser war schon voller Pein,
    als bekifft durch´s Bade schlich,
    des Kaisers Assi Strömerich.
    Flüsterte dem Kaiser zu,
    willst Du haben Deine Ruh,
    kauf den Prüfer aller Zahlen,
    zu bereiten andern Qualen.

    So kam Hagen von der Leben,
    der Kommuna treu ergeben,
    zu dem Kaiser der ihn rief,
    schrieb für diesen einen Brief,
    der Abtrünn´ge, keine Frage,
    zu viel Geld erhalten habe,
    was der Kaiser nicht gewusst,
    damit müsse nun sein Schluss.

    Kaiser rannt´ zum Abtrünn´gen,
    zeigte dort das Briefchen hin,
    nicht ohne sich aufzublähen,
    forderte zurück das Lehen.
    Was der Kaiser nicht bedacht,
    Abtrünn´ger war gut bewacht,
    von einer Aufpasserschaar,
    gewählt vom Kaiser selbst sogar.

    Die nahm sich das Briefchen vor,
    schalt den Kaiser einen Tor,
    eine Prüfung hab´ ergeben,
    Kaiser´s Truh sei nur am Leben,
    weil der Abtrünn´ge ganz smart,
    für Kaiser so viel Geld gespart.
    Außerdem sei völlig klar,
    dass Kaiser stets im Bilde war.

    Kaiser war jetzt ganz in Rage,
    schalt zuerst den Lebenhage,
    heult sich dann bei Jockel aus
    der Abtrünn´ge sei ein Graus.
    Holt dann Assi Strömerich,
    dem die Düse ganz schön pfiff,
    der Abtrünn´ge sei zu entfernen,
    wollt er nicht hausen bei Laternen.

    Szenenapplaus, der Assi strömert davon, stopft sich erst mal die Wasserpfeife und denkt im Rausch darüber nach, wie er es am besten anstellt, um weiter in kaiserlichen Unterkünfte wohnen zu dürfen und nicht unter die Laterne ziehen zu müssen…

  5. Willi sagt:

    Stehender Applaus, Jubel, Schreie.

    Das Publikum ist begeistert und kann den zweiten Akt gar nicht erwarten.

  6. Meierchen sagt:

    Boah!
    Meierchen liegt angesichts solcher Dichtkunst demütig sich verneigend im Staub.

    Aber wer ist WP? Wolfgang Petri doch wohl nicht? Auch die österreichische Abkürzung für Waffenpass wird nicht gemeint sein. Google findet noch:

    Wirtualna Polska
    Wordpress
    Wirtschaftsprüf..ah!

    Meierchen zieht seine Frage zurück.

  7. Wilfried sagt:

    @5 Phantom
    Ganz große Unterhaltung, Phantom ist ein PÖT äh….. ein POET. Ab 30. März sind Literaturtage.
    Schlage vor, bis dahin 2.Akt und dann Lesung in der Käseburg mit Direktübertragung für das gemeine Volk.

    Das sollte in die Wertung der internen Hitparade.

  8. Phantom of the Käseopera sagt:

    Danke, Danke, Danke!!! Das Phantom ist ganz gerührt. Überwältigt von dem Erfolg gewährt das Phantom für wahre Kunstkenner einen Einblick in die mittägliche Probenarbeit und gibt spontan die zweite Arie aus der Oper “Käsemeisters Trojanisches Schaukelpferd” zum besten:

    In dem Rauche seiner Pfeife
    hockt der Assi Strömerich,
    seine Leitung der Verwaltung
    scheint grad zu verfall´n ins Nichts.
    Malt, um sich nicht zu vergessen
    Seine Initialen gar,
    schaut auf diese – MST,
    völlig war ihm alles klar.

    Gut gelaunt am nächsten Morgen
    wieselt Assi Strömerich
    in des Kaisers Hofgemächer
    sah sein Herrchen voller Sorgen.
    Zischelt in das Ohr des Kaisers,
    willst du get your satisfaction,
    schaffst du´s nicht mehr ohne Hilfe,
    brauchst die MST-connection.

    Erst den Fürsten von dem Berg,
    der als gift´ger kleiner Zwerg,
    vor Jahren an der See erschien,
    als das Monster von Kölpin.
    Giftzwerg will Objekt der INTER,
    würd´ der Kaiser ihn hofier´n,
    und den Zwerg gar unterstützen,
    dieser würd´ sich revanchier´n.

    Eng verbandelt mit dem Zwerg,
    aus alten Zeiten gut bekannt,
    ist ein Sekretär des Staates,
    red-nosed reindeer auch genannt.
    Reindeer braucht des Volkes Stimme
    und ist deshalb gern bereit,
    beizusteh´n mit Rat und Tat
    zu lindern Kaiser´s Herzeleid.

    Reindeer kennt seit vielen Jahren,
    einen Hampelmann ganz gut,
    der am Rechnungshof des Landes
    Kaiserlehen prüfen tut.
    Könnt man diesen aktivieren,
    würde all des Kaiser´s Geld,
    welches floss an Lebenhagen
    sich am Ende doch rentieren.

    Schon mal an des Landes Sitze,
    weit nicht suchen müsstest du,
    um zu finden einen Vogel,
    welcher endlich schafft dir Ruh.
    Und die Vera von der Geißel
    der Kommunen brauchst du noch,
    diese ist dir treu ergeben,
    liebt sie dich trotz allem doch.

    Wenn der Abtrünn´ge geschafft,
    musst´ dem Volk das noch erklären,
    Marketing ist hier vonnöten,
    aufzubinden diesen Bären.
    Hierfür kommt mir in den Sinn
    der Chef vom Inselmarketing,
    SozioBerti, Giftzwergs Sohn,
    wird es für dich richten schon.

    Jetzt noch einen der es steuert,
    wenn der Abtrünn´ge gefeuert,
    der zusammen mit dem Zwerg,
    local energy begehrt.
    Den Mann kennst du, will noch bauen,
    deshalb braucht er dich ganz klar,
    dieser gleich dir von der Werse
    an die See gekommen war.

    Kaiser ist von diesem Kreise
    der Verschwörung hell begeistert,
    will jetzt auch was von dem Zeug
    das Assis Gehirn verkleistert.
    Braucht dann erst mal eine Pause
    lädt sich flugs nach Polen ein
    mitkomm´ darf diesmal der Assi,
    auf die große Swine-Sause.

    Szenenapplaus, beide steigen ins Auto, fahren gen Osten davon und geben sich dort die volle Dröhnung, während sie darüber sinnieren, wie genau sie jetzt des Abtrünn´gen Entfernung eigentlich einfädeln wollen…

  9. Wilfried sagt:

    :-O isch voll toll ………. 100 Punkte
    Wer will das noch übertrumpfe?
    Allerdings ich gestehe
    alles ich nicht durchsehe
    nicht jede Figur wird klar erblickt
    Wilfried ist zwar ratlos – dennoch erquickt.

  10. unbekannt sagt:

    wouw super ;) sehr viel hintergrund info… offensichtlich da wird ja wieder im Käsebad wutentbrannt die minneskunst demnächst verboten. Großer Dichter hoffen wir das diese Kunst am Aschermittwoch nicht vorbei ist.

    Das andere wäre wünschenswert das es dann vorbei ist.

  11. friesenjung sagt:

    applaus!!
    der friesenjung würde sich gern die filmrechte sichern…..!!!
    wirklich grandios……!

  12. Anton (nicht aus Tirol) sagt:

    Da verschlägt’s mir doch fast die Sprache ….
    Übermorgen ist ja wieder Aschermittwoch und am Tag danach findet der “Nachschlag” statt, besser der Ausfall-Ersatz. Aber auch wenn keine Schneewehen den Aufprall abfedern, wird es sicher wieder genug Fangnetze aus Verflechtungen und Wasserpflanzen geben. Welches Szenario ist eigenlich die Allgemein-Beförderung von Strömich im Amt (sh #1 Meierchen
    unter “Der Nebel lichtet sich” vom 22.02.)

  13. Meierchen sagt:

    @Anton.
    Das ist das legendär-geheime Szenario 3: Der Käsekaiser verströmt Nebel.
    Im Ernst: Meierchen denkt, dass sowohl Szenario 1 als auch Szenario 2 mit Ergänzung in Kraft getreten sind: Der Käsemeister wußte wie immer nicht alles, aber etwas. Das weiß auch die Datenschleuder, die weiß sogar noch viel mehr und kann deshalb nicht lautlos entsorgt werden.

  14. Willi sagt:

    oh oh oh, was gehen da wohl für üble Gerüche von diesem Käse aus.

    willi erinnert an seine Frage unter @1.
    Die Mail vom Prof. an Hagen von der Leben zeigt schon mal ein bischen, wie tief der Sumpf wirklich ist.

    willi erinnert auch an seine Frage unter @51 bei “War das Zufall”.
    Diesmal war es ein Schreiben an den Käseking.
    Nimmt man dann willi meierchens Geschichte “Der Untergang von Vineta” oder das Theaterstück vom Phantom und kombiniert alles mit den Andeutungen im Blog, bleibt die Frage wann kommt endlich der Oberaufklärer und räumt mal richtig auf.

    willi glaubt, dass der Oberaufklärer oder seine Mannen interessiert mitlesen. Aber es fehlen halt immer noch Mosaiksteinchen, obwohl wir beim Domino-Day durchaus Chancen auf einen der forderen Plätze hätten.

    Erinnern wir uns, wie alles angefangen hat. Ein auf den ersten Blick verbitterter alter Mann “Don Chromos” schmeißt sich in den Kampf um das Böse auf dieser Insel auszumerzen und den “tapferen Recken” zu rächen. Jetzt stellt sich raus, das war alles wohl kalkuliert und geplant. Den Planern dieser und anderer Aktionen fällt jetzt die Tatsache auf die Füße, dass der Prof. nicht nur ein Datenfetischist sondern auch ein Datenmessi ist. Hoffentlich kommen bald alle Dinge an den Tag. Dann wird einmal groß Reine gemacht und wir fangen wieder an uns um die wichtigen Dinge zu kümmern.

    Der Vorschlag aus dem Blog auf Einrichtung eines Wissenausschuss steht. Vielleicht können die Wissenden mit allen teilen, würde alles ein wenig abkürzen

    www

  15. unbekannt sagt:

    hier lesen sehr viele mit und nur wenige schreiben.. ;) aber auch die die schreiben denke ich erschließt sich immer mehr genauso natürlich auch den “nur” lesenden. vor allem fügen sich so langsam ein mosaiksteinchen zum anderen wie willi es sagt. Hoffen wir das nicht zuviel von den drei affen überall sind und auch die halbblinden zu den Sehenden werden. und natürlich die Blinden geheilt werden. Es wäre wünschenswert damit der Käse so langsam verschwindet und nicht noch mehr Nebel und üblen Geruch verströmt.

    Ach man vergisst ja auch vieles der nette Herr S. aus K. der sone Mail bekam ja auch sehr ruhig sich zu verhalten. Ob wir mal erfahren wie oft der andere Herr S. ihm “versehentlich” und ohne Aufforderung ne mail geschikt hat. Mehr als eine? Mehr als 10? Mehr als 100? aber auch das soll wohl alles verschwiegen bleiben im nebligen Sumpf des Käses.

  16. Phantom of the Käseopera sagt:

    Gähn…das Phantom ist erwacht und macht Stimmproben…mimimi…geht noch. Also zieht Phantom den dunklen Mantel an, legt sich eine zerlöcherte Käsescheibe über die rechte Gesichtshälfte und singt die dritten Arie aus der Oper “Käsemeisters trojanisches Schaukelpferd”:

    Nach der lust´gen Swine-Sause,
    Kaiser setzte um den Plan,
    griff zum Fernsprechapparat
    und rief die Verschwörer an.
    Zwerg und Seel´gem von der Werse
    Kaiser´s Plan sehr gut gefällt
    störte Abtrünn´ger schon lange
    in dem Spiel um Macht und Geld.

    Während die Verschwörer feilen
    an des Planes Perfektion,
    läuft grad etwas aus dem Ruder
    SozioBerti, Giftzwergs Sohn.
    Nicht nur seine eig´nen Leute
    müssen Bertis Laun´ ertragen,
    SozioBerti in der Hybris
    will halb Usedom verklagen.

    SozioBerti treibt´s zu weit,
    weil die Insel er entzweit,
    tritt zusammen die Union
    für Turniergerechtigkeit.
    Fasst den einstimm´gen Beschluss
    dass SozioBerti gehen muss.
    Den Abtrünn´gen macht das Ting
    zum Chef vom Inselmarketing.

    Von des Bertis Demission
    Kaum ertönt die Kunde froh
    tritt bei der Verschwörerrunde
    ein das Notfallszenario.
    Berti geht im warmen Bade
    ab sofort jetzt ein und aus
    und gibt an des Kaiser´s Assi
    Infos und Verträge raus.

    RudiRentier macht sich nützlich
    und ruft Hampel auf den Plan,
    fragt ob dieser nicht des Hagens
    Briefchen doch noch nutzen kann.
    Daraufhin der Rechnungshof
    schreibt in amtlichem Vermerk
    zu viel Geld Abtrünn´ger kostet
    Kaiser habe nichts bemerkt.

    Abtrünn´ger bekommt die Kunde
    und fragt Kaiser frank und frei,
    warum denn der SozioBerti
    jetzt so oft im Bade sei.
    Strömerich schreibt flugs zurück,
    Berti sei jetzt Kaiser´s Zeuge,
    der Vermerk bald allbekannt,
    wenn Abtrünn´ger sich nicht beuge.

    Abtrünn´ger ruft an den Hampel,
    welcher mitteilt ungeschehen
    könne der Vermerk nur werden,
    gibt Abtrünn´ger rück das Lehen.
    Schon am vierzehnten Oktober,
    stand für die Verschwörer fest,
    Abtrünn´ger hat noch zwei Wochen
    danach kriegt er dann den Rest.

    Auf sein Gut östlich der Grenze
    zieht der Kaiser sich zurück,
    um ungestört mit RudiRentier
    zu finishen das Bubenstück.
    Zur Vorbereitung fordert Assi
    Hagens WP-Zuarbeit,
    binnen Tagen müss´ er liefern,
    für mehr sei jetzt keine Zeit.

    RudiRentier, mit dem Rate
    seiner PR-Agentur,
    grübelt lange mit dem Kaiser
    und schlägt diesem dann was vor.
    Zu zerstören den Abtrünn´gen
    reicht die Mär vom Geld nicht aus,
    vielmehr muss in Volkes Meinung
    einig Insel sein ein Graus.

    Kaum zurück erbittet Kaiser
    von der Vera einen Brief,
    gibt ihr vor schon das Ergebnis
    und sagt was drin stehen müsst:
    ‚zur geplanten Einigkeit,
    sei die Insel nicht bereit,
    und weil Volke nichts zu essen
    Vergütung sei nicht angemessen.‘

    Damit das Volk es auch kapiert,
    wird ein Profi engagiert,
    kann geniales Marketing
    und textet eine Hetzschrift hin.
    Diese müsste, wenn man weiß
    mit Veras Schriebs sie zu verbinden,
    eigentlich den Zweck erfüllen,
    den Abtrünn´gen anzuzünden.

    Veras Schriebs per Mail voran,
    kommt auch bald im Rathaus an,
    Strömerisch zieht eine Fresse,
    schickt´s an Rentiers Mailadresse,
    von dem Rentier freigegeben
    und im Ausschuss über´n Berg,
    kriegt es dann zu später Stunde
    auch noch Kölpins gift´ger Zwerg.

    Zwei Tag später von der Hetzschrift
    wird die Insel heimgesucht,
    der Abtrünn´ge nebst Aufpassern
    wird dort elendig verflucht.
    Während Ström´rich nach nem Pfeifchen
    niederlegt sich und verpennt,
    tanzt der Kaiser mit dem Giftzwerg,
    hurra, hurra, die Insel brennt.

    Szenenapplaus, der Kaiser zieht sich zufrieden in sein warmes Bad zurück und überlegt, wie er auf der nächsten Sitzung der Union für Turniergerechtigkeit mal kräftig mitspielen kann. Und Assi Strömerich lädt derweil die Gemeindevertretung ein, welche ja nun endlich ein Einsehen haben und den Abtrünn´gen abberufen muss…

  17. Thomas Heilmann sagt:

    Guten Abend an Alle!

    Ich weiß, dass es sicherlich als ehemaliges Aufsichtratmitglied relativ unpopulär ist, hier etwas zu schreiben, dennoch möchte ich es tun.

    Wir werden mit absoluter Sicherheit bestimmt nicht auf einen Nenner kommen, was den Inhalt des damaligen Vertrages mit dem GF angeht. Da kann man wahrlich geteilter Meinung sein. Jedoch kann ich auch nur noch einmal betonen, dass es kein Vertrag für eine Geschäftsführervergütung war, sondern eine Vergütung für eine komplette Kanzlei mit deren gesamter Infrastruktur. Ich kann nur noch einmal versichern, dass keiner, der damals für den Vertrag gestimmt hat, einen persönlichen Vorteil ob direkt oder indirekt hatte. Nein, der Aufsichtsrat hat auch keine Vergütung für seine Tätigkeiten bekommen. Bis heute hat keiner mit dem damaligen Aufsichtsrat gesprochen. Wir wurden erst verurteilt, dann wurden wir vorgeladen und Sachargumente wollte keiner mehr hören.

    Wenn der Bürgermeister unzufrieden über den Inhalt oder die Entstehung des Vertrages war, hätte er ihn sich jederzeit als Thema auf den Tisch holen können. Er wusste spätesten bereits vor einem Jahr (also März 2010) von der Tatsache und der Notwendigkeit, dass der Vertrag im Entstehen ist. Was die Information an die restlichen Gemeindevertreter angeht, so bestand nach aktueller Gesetzeslage für die Aufsichtsratsmitglieder keine rechtliche Möglichkeit dies zu tun. Allerdings dürfen wir auch nicht vergessen, dass wir den Gemeindevertretervorsteher mit im Aufsichtsrat hatten. Aber auch er hat scheinbar nie die Notwendigkeit gesehen, es für die Gemeindevertretung zu thematisieren.

    Der Antrag auf die Gründung eines Untersuchungsausschusses, wie das Schreiben vom 26.10.2010 das Rathaus verlassen hatte, wurde mehrheitlich abgelehnt. Der Antrag wurde seinerseits auch als Nebelbombe bezeichnet. Nein, der Antrag sollte nicht von dem eventuellen fehlerhaften Vertrag ablenken, darüber hätte man sich jederzeit vernünftig unterhalten können. Er sollte lediglich aufklären, wer fahrlässig so eine Lawine auslöst ohne darüber nachzudenken. Heute gibt es immer noch welche, die dem Verteiler der Informationen aus dem Rathaus einen Orden verleihen würden. Okay, ich bin auch für Transparenz, doch die hätte aus meiner Sicht schon viel früher einsetzen müssen. Es wäre sicher für niemanden ein Problem gewesen, wenn beim Entstehen des Vertrages zu einem Meinungsaustausch gekommen wäre.

    Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien aber der Verdacht, dass das was bisher im ersten bis dritten Akt des Poeten steht, annähernd wahr ist, verstärkt sich bei mir immer mehr. Es wird aber nie gänzlich aufgeklärt werden können.

    Jockel hat etwas gemacht, was ich sehr gut finde. Er hat hier seine Kontaktdaten veröffentlicht. Wer mir seine Kritik schreiben oder mitteilen möchte kann das auch gern tun unter usetom@gmx.de. Es muss ja nicht immer gleich die OZ sein ;-)

    Thomas Heilmann

  18. Warmbader sagt:

    Fahrlässig? Selten so gelacht. Das war sorgfältig geplant.

    Ansonsten Glückwunsch für den Beitrag. Wenigstens einer, der sich stellt und Rückgrat zeigt.

  19. Meierchen sagt:

    Einen Untersuchungsausschuss “Datenleck im Käsehaus” braucht es nun nicht mehr.

    Es ist doch wohl klar, wie die Daten geströmt sind und wer dafür zur Rechenschaft gezogen werden muss.

    Meierchen sieht dann am Donnerstag, ob und wie viele Gemeindevertreter Rückgrat und Kenntnis haben, gegen das Treiben im Büro des Käsers aufzustehen und den Dreckstall auszumisten, wie es ihre Pflicht gegenüber den murrenden Bürgern wäre.

    Aber wahrscheinlich kommt es nur zu harmlosen Lippenbekenntnissen und polterndem Theaterdonner.

    An der Leine des Käsejogis lebt es sich wohl sehr bequem?

  20. unbekannt sagt:

    na schauen wir mal wer denn überhaupt von den handelnden personen anwesend ist und ob nicht auch plötzlich und unerwartet mal die Zweitbesetzung von so manchem ran muss. Weil der große Schauspieler z.B. irgendwie “gaaaaaaaaaaaaaaanz wichtig verhindert” ist.
    Habe gehört es gäbe wichtigeres als zu schauen wie der Käse so vor sich hingärt und man stattdessen lieber im fernen weilt und sich dort feiern lässt natürlich bei sekt und käseschnittchen.

  21. Frank Lettner sagt:

    Tja Thomas, es ist schon merkwürdig warum vergessen wird, dass der GF ja auch in den Vorjahren nicht nur für ein Käsebrot gearbeitet hat. Das der Aufsichtsrat mit dem Vertrag ja keine Erhöhung der Vergütung beschlossen hat sondern lediglich die Zahlen festgezurrt hat die in der Vergangenheit auch geflossen sind und die dazu auch in den entsprechenden Haushalststellen bereit standen. Ich kann mich noch genau daran erinnern wie ein anderes Mitglied des Aufsichtsrates darauf geachtet hat, das mit dem Vertragsschluss keine Vergütungserhöhung eintritt, sondern das genau das Geld dort eingestellt wird, welches durch die Gemeindevertretung mit Beschluss des Haushaltes zur Verfügung gestellt wurde.

    Was mich stört ist die offensichtliche doppelmoral, die herscht. Den GF konnte man damals nicht schnell genug entsorgen als das Schmähschreiben draußen war, was war aber sein Fehlverhalten? Er hatte einen Vertrag unterzeichnet der ihm angeboten war. Ein anderer der massiv gegen Gestetzte verstößt wird lediglich umgesetzt. Man könnte ja bald ketzerisch behaupten Umsezung heißt neudeutsch befördern. Wenn ich da gestern an den öffentlichen Teil des Finanzausschusses denke, ständig hieß es bei Nachfragen die Postion oder die Vorlage sei von Herrn Strömich erarbeitet und ein andere könne dazu keine Auskunft geben. Tja und da er nicht anwesend war, sollten wir als Finanzausschuss wohl die große Kristallkugel bemühen um die enstandenen Fragen abzuklären. Er scheint also unabkömmlich zu sein.

    zu #23 ich hoffe das genug Leute in der GV bereit sind und mit uns an einem Strang ziehen, denn so kann es nicht weitergehen. Das Problem ist jedoch das wir immer Mehrheiten brauchen. Allerdings ist es durchaus förderlich wenn mit verschieden Abgeordneten gesprochen wird oder wenn die Einwohner ordentlich präsenz zeigen und “uns” zeigen das sie dieses Verhalten nicht stillschweigend hinnehmen. Eine Einwohnerfragestunde ist dafür z.B. ein idealer erster Schritt.

    Es muss sich ja da keiner mit seinem nick hier outen. Wobei es sicherlich sehr interessant wäre wer wer ist, aber ich finde es diskutiert sich einfacher und vor allem wird wirklich nur über die Sache gesprochen wenn man nicht unbedingt weiß wer dahinter steht. (Ein Grund für mich nicht sooft hier aktiv aufzutauchen) Weil vollkommen ohne Vorurteile dem andern gegenüber diskutiert wird. Es hat eben wie sooft im Leben alles seine Vor und Nachteile.

  22. Conny sagt:

    Phantom der Käseopera und Willi Meierchen – demütigste Hochachtung vor der Dichter Kunst – haben Conny animiert, einen Märchenonkel aufzusuchen. Wenn auch dessen Künste nicht an die von Phantom und Willi Meierchen heranreichen und er offenbar einige Anleihen bei in diesem Blog schon profilierten Dichtern gemacht hat, hier sein Märchen:

    Es war einmal ein Käsekönig, der herrschte über sein Käsereich nach bestem Wissen und Gewissen. Das wollte nicht viel heißen, beschränkte sich das Eine doch weitgehend auf Schwächen und Verfehlungen von Mitmenschen und war doch das Andere ein Totalausfall. Dennoch oder gerade deshalb strengte ihn das (Int)Regieren von Zeit zu Zeit so recht an. Es begab sich also, dass er auf geeignete Orte für königliche Entspannung sann. Die sprichwörtlichen Reize der Töchter der Nachbarreiche im Nächsten Osten waren dem Käsekönig wohl bekannt, allein er suchte etwas mehr Abstand von den Untertanen für seine Entspannungsübungen. Da fiel sein Blick wohlgefällig auf einen kleinen Weiler am Gestade eines fernen Wassers, an dem sich einst eines Königs Berg befand. In diesem kleinen Weiler hatte in grauen Vorzeiten eines der leuchtenden Vorbilder des Käsekönigs – gar ein leibhaftiger Kaiser – seine Schlachtrösser und Stuten standesgemäß untergebracht.

    Vor Jahr und Tag brach der Käsekönig zu ersten Expeditionen ins Morgenland auf. Dabei begleiteten ihn auch Vasallen, darunter der Herr über die käseköniglichen Untertanenunterkünfte und ein treugläubiger Teilkönig, den der Käsekönig später verstieß. Alsbald war es beschlossene Sache: Der Käsekönig trug den Herrschern der Reiche am fernen Wasser seine Freundschaft an. Die waren begeistert ob der Zuneigung eines Monarchen aus dem reichen Abendland. Und sie waren gewillt, die Augen zuzudrücken, wenn Töchter ihres Landes mit leuchtenden, gen Westen schauenden Augen den Käsekönig und seine ihn gerade begleitenden Vasallen mit ihrer bezaubernden Gegenwart erfreuten. Nicht allen Untertanen der Herrscher am fernen Wasser waren jedoch die Gelage der Gäste aus dem Westen bei dem im Orient üblichen Wässerchen geheuer. Sie nahmen immer öfter einen gewissen Käsegeruch wahr. Eines schönen Tages gelangte dadurch auch erste Kunde von den käseköniglichen Entspannungsreisen ins Käsereich.

    Die Freundschaftsbande ins Morgenland wurden natürlich im Hofstaat des Käsekönigs emsig gepflegt, damit man die segensreichen Freundschaftsunterstützungsmittel von der Einheitlichen Unterstützungs-Kommission, die weit im Westen residierte, beschaffen konnte. Schließlich mussten die hundert Pferde, die die käsekönigliche Staatskalesche immer – hui – zum fernen Gestade zogen, gefüttert werden.

    Nun hatte sich für den Käsekönig alles trefflich gefügt. Er konnte treue Vasallen für kleines Gold belohnen und zugleich selbst die wohlverdiente Entspannung finden. Die Getreuen waren manchmal aus dem Rat der Ratlosen Zwölf, manchmal aus dem Hofstaat, sogar ein rotnasiges Rentier wurde gesehen. Gelegentlich bemerkten die Knechte des Hofstaats an der Abnutzung der Räder der käseköniglichen Staatskalesche, dass wieder eine Reise zum fernen Gestade unternommen worden war. Aber das durfte sie wenig anfechten, so lange sie dem Käsekönig ehrfürchtig ergeben waren. So konnten der Käsekönig und seine Recken trotz allerhand Gerüch(t)en ihr gottgefälliges Freundschaftswerk am fernen Gestade in der gebotenen Demut und (fast) aller Stille pflegen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann pflegen sie noch heute.

  23. Meierchen sagt:

    Boah. Was für ein Artikel! Sowas hat der Mordkurier nicht mal zu Zeiten des seligen Weissenrebers gebracht. Kino!

    Ob der Käsemeister, der mit Ruhe, der widerspenstigen Rüstung, Don Chromos und Graf Niplök dieses Ding seelich und fahrlässig (und das meint Meierchen im Sinne von “wenig vorausschauend”) angeströmt hat, diese Geschichte noch vernebeln kann?

    Plötzlich hofft auch das Meierchen wieder auf das Gute. 

  24. fischnaut sagt:

    kann man die jungs in der gemeinde nicht einfach absetzen? da kommt doch nichts ordentliches rum ausser das da sinnlos geld verschwendet wird.

  25. unbekannt sagt:

    stimmt wir setzen die GV ab und lassen den BGm alles alleine machen. macht er ja sowieso schon…

  26. Jockel sagt:

    Das mit dem Absetzen könnte Euch so passen! Ich vermute sehr stark man würde die meisten wiederwählen und nicht die, die Ihr für Eure Zwecke braucht!

Schreibe einen Kommentar

Die Mailadresse wird nicht veröffentlicht