Einmal Usedom einfach, bitte!

Die Beliebtheit unserer Insel gerade bei den Bärlinern ist ja kein Geheimnis und dass am Wochenende bei uns der goldene Herbst ausbricht, soweit man dem Wetterfrosch trauen kann, auch nicht. Diese Kombination, die hohen Benzinpreise und diese unbeschreiblich unbequemen Regional-Expresse der DB lassen den ein oder anderen Bärliner schon mal zu unkonventionellen Mitteln greifen, um nach Usedom zu gelangen. Aber das geht dann doch etwas zu weit:

Gegen 11 Uhr erreichte der Bus der Linie M 37 die Endhaltestelle “Hahneberg” an der Ecke Heerstraße/Gärtnereiring. Nachdem die anderen Fahrgäste das Fahrzeug verlassen hatten, bedrohte ein 41-Jähriger den Fahrer mit einem Messer und verlangte die Weiterfahrt nach Usedom. Dem kam der Fahrer nach. Es gelang ihm jedoch unbemerkt, über seine Leitstelle die Polizei zu benachrichtigen. Als die alarmierten Beamten an der Endhaltestelle eintrafen, war der Bus bereits abgefahren. Aufgrund einer weiteren Meldung des Busfahrers wurde bekannt, dass er auf der B 5 in Richtung Berliner Ring unterwegs war. Die Besatzung des Einsatzwagens nahm die Verfolgung auf und konnte den Doppeldecker auf dem Berliner Ring zwischen den Anschlussstellen Spandau und Brieselang feststellen. Wegen eines Baustellenstaus musste der Bus auf der Autobahn anhalten. Der Kidnapper verließ den Wagen und wollte flüchten, wurde aber von den Polizeibeamten überwältigt und festgenommen. Der 43-jährige Busfahrer erlitt einen Schock und wurde am Ort vom Rettungsdienst behandelt.

Entnommen einer Pressemeldung der Bärliner Polizei. Der Usedomfreund wird sich wohl einige Zeit mit Träumen von unserem schönen Strand behelfen müssen und dem Busfahrer sei von dieser Stelle aus gute Erholung von seinem Schock gewünscht.

9 Kommentare
  1. Brenrhad sagt:

    Die BVG hat mitgeteilt, der Fahrer sei sehr entspannt gewesen. Er habe dezent drauf hingewiesen, daß der Doppeldecker vielleicht gar nicht bis Usedom kommen könne. Denn er sei so hoch, da könne es sein, daß er nicht unter Brücken durchkäme.

    ‘ne Brücke über eine Straße auf Usedom? Da gibts doch nur eine oder? Zwischen Zinnowitz und Zempin erinnere ich mich dunkel an ein “UBB-Viadukt”. Und sonst?

    Übrigens, der Fahrer hat auch angeboten, einen Apfel oder das Frühstücksbrot zu teilen. Nachher habe der Entführer gefragt, ob denn das nicht eine schöne Tour sei, bei so einem herrlichen Wetter…

    Mir scheint, unter psychlogischen Planungsgesichtspunkten hätte das eher ein therpeutisches Erlebnis sein können.

  2. Jürgen sagt:

    Die Erinnerung ist richtig, da hätte der Bus aber durchgepasst. Ich würde es allerdings eher eine Brücke nennen. Es gibt noch eine Brücke auf der alten Eisenbahnstrecke Berlin-Swinemünde bei Garz, die ist für Doppeldecker-Busse nicht passierbar, auch nicht für höhere LKW’s. Wenn die nach Garz oder Kamminke wollen, müssen sie die Abkürzung quer über den Flughafen nehmen.

  3. Brenrhad sagt:

    Kamminke, ja richtig, das ist so eine kleine Durchfahrt im Wald, irgendwie rechts zweimal und nach der Brücke gleich wieder links.

    Ja, das Viadukt war ja auch in Anfüs… ;-)

  4. Jürgen sagt:

    Wenn man von Zirchow zur Grenze fährt, biegt man rechts ab, dann geht es gleich unter der Brücke durch und wieder scharf rechts. Ich sehe schon, ihr seid ordentlich herum gekommen auf der Insel.

  5. Bansinchen sagt:

    Ihr Männer!!! Ich muss wirklich lachen *gg*. Gleich werden “technische Probleme” diskutiert: Wo könnte ein entführter Doppeldeckerbus eventuell hängen bleiben??

  6. Jürgen sagt:

    Frauen lachen machen ist doch was nettes. In der (bundesweiten) Presse spielte die Tatsache, dass der Entführer nur mit einem Bademantel bekleidet war, die Hauptrolle. Das wäre dann ja ein schönes Frauenthema gewesen. ;-)

    Wobei das mit dem Bademantel ja nur konsequent war, wenn er bei dem Wetter nach Usedom wollte.

  7. ThiloN sagt:

    Genau! Laßt uns Männer nicht über Technik diskutieren, sondern der Damenwelt die wirklich wichtigen Details der Entführung vermitteln: Der Entführer trug einen modisch in die Jahre gekommenen Bademantel aus fein gekämmter dunkelblauer arabischer Baumwolle mit einem in türkis abgesetzten Längsstreifen und einem Gürtel. Ein solches Modell habe ich neulich in einer kleinen Boutique in Wuppertal gesehen. ;-) ))
    Erwin Lindemann&Papst hieß die, glaube ich. In diesem Sinne allen einen schönen Morgen!

  8. Lieschen Müller sagt:

    Es ist immer wieder schön, zu sehen, dass das Wetter in Zinnowitz und Umgebung sich nicht an das hält, was irgendwelche weit entfernte Wetterfrösche vorhersagen …

    Sonne am Tag, Sterne am Abend und das alles live sehen, was die Webcam meist nicht bietet, außer man ist gerade selbst vor Ort ;-) ))

    Kein Wunder, dass sich manch einer etwas sehr spontan entscheidet, gen Usedom aufzubrechen …

Schreibe einen Kommentar

Die Emailadresse wird nicht veröffentlicht