Es sind die kleinen Dinge
Man ist heutzutage überrascht, wenn ein Unternehmen noch richtige Kundenpflege betreibt. Da ich im Büro und zu Hause gerne einen guten Kaffee trinke, die Mengen aber zu gering sind um frischen Bohnenkaffee in angemessener Zeit zu verbrauchen, bin ich irgendwann bei einem Kapselhersteller hängengeblieben. Bei der letzten Lieferung war etwas beigelegt.

Danke, Nespresso. Ich habe mich gefreut.
Über etwas anderes habe ich mich auch gefreut, bevor es mich betroffen gemacht hat. Ich nutze oft Software, die von den Entwicklern kostenfrei angeboten wird verbunden mit der Bitte um eine freiwillige Zahlung. Seit kurzem nutze ich AdBlock, der meinen Browser von der nervigen Flashwerbung und ähnlichen Störungen befreit. Ich habe nicht generell etwas gegen Werbung, aber das Geblinke und Gedaddele stört einfach nur. Dem Entwickler habe ich dafür 10 Dollar überwiesen und kurze Zeit später kam eine E-Mail mit einem Dankeschön:
I wanted to thank you for paying for AdBlock.
I wrote AdBlock hoping to make people’s lives better, and you just told me that
I managed to do itThank you very, very much! You are so great!
It’s been over a year since I quit my job, asking my users to pay what they can
afford for AdBlock to fund its development. Most users (like, 99%) choose NOT
to pay, so you should know that I appreciate your support that much more!
Nur ein Prozent zahlt, das ist heftig. Wer noch einen erstklassigen AdBlocker für Safari oder Chrome sucht, wird hier fündig: Safariadblock bzw. Chromeadblock
Ich sehe AdBlocker eher kritisch. Fast das ganze Internet ist auf Werbung als wichtigste Einnahmequelle angewiesen, da die meisten Seiten kostenlos sind und für Ihre Dienste kein Geld verlangen. Wenn man diese Seiten nun benutzt, ohne sich zumindest die Werbung anzusehen, dann ist das eigentlich fast so, also wenn man im Laden etwas mitgehen lässt, ohne zu bezahlen. Die Seiten verlieren Einnahmen und müssen deshalb eventuell Mitarbeiter rauswerfen oder ganz aufhören.
Würde jeder einen Ad-Blocker verwenden, dann würde das kostenlose Internet zu existieren aufhören. Man müsste dann für die meisten Seiten Gebühren zahlen, um diese benutzen zu dürfen. Das will erwartungsgemäß wohl keiner. Natürlich übertreiben es einige Seiten sicher mit der Werbung. Aber diese kann man schließlich einfach meiden, wenn die Seite wegen der vielen Werbebanner nicht gefällt.
Wenn man alles kostenlos haben möchte, muss man auch die Werbung in kauf nehmen. Leicht kann man als Webmaster einen eingeschalteten Adblocker im Browser erkennen und den Besucher, der alles umsonst haben möchte, vom Besuch der Seite ausschließen oder keine Bilder mehr sehen lassen. Ich denke, dass wenn Du in Zukunft mit einem Werbeblocker im Internet surfst, viele Seiten erst nach Abschaltung Deines Werbeblockers wieder sehen kannst. Näheres http://antiblock.org/
Nice.
Auch ich bin Fan der kleinen Dinge des Lebens, denn so, wie es sich im kleinen abzeichnet, wird es auch im großen sein.
AdBlock betreffend finde übrigens auch ich sehr schade, dass so wenig Spender das Projekt unterstützen. Jedoch muss ich auch eingestehen, dass ich zu den 99% gehöre.
Allerdings aus Gründen, denn Otto Normal kann nicht immer, und überall. Also spenden.
PS: Sie haben einen neuen Follower.
@ Webmacher
Ihre Argumentation passt nicht. Ich werde sogar bei Abonnements mit Flashwerbung belästigt. Im übrigen kann man für jede Seite entscheiden, ob man blockt oder nicht. Un der Vergleich mit einem Ladendiebstahl muss man nicht kommentieren …
Und wo wir gerade dabei sind: Ich verwende auch Ghostery, weil mir die ungefragte Schnüffelei der Werbetreibenden (Tracking) sowas von gegen den Strich geht.
Noch einmal zum besseren Verständnis. Man nutzt einen Adblocker. Damit veränderst du die Seiten gegen den Willen der Betreiber so, dass sie ihr Angebot nicht mehr kostenlos zu Verfügung stellen könnten, weil die Einnahmen durch Werbung fehlen. Dazu muss man natürlich die Arbeit der Seitenbetreiber wertschätzen und nicht als gegeben umsonst. Du hast ja die Wahl die Seiten mit aufdringlicher Werbung zu meiden, dann brauchte man den Adblocker wahrscheinlich nicht. Sinnbildlich ist es so, Du gehst in ein Geschäft und willst nicht bezahlen.
Wenn man keine Werbung akzeptiert, müsste man die Googel suche bezahlen, den Facebook Account, die Abonnements und Alerts. Dein Browser, damit Du überhaupt im Internetsurfen könntest, wäre auch nicht mehr umsonst.
Nun ist es mit einem Adblocker so, dass in der Regel alles blockiert wird, kleine unauffällige Textwerbung und große Flash Werbung, die natürlich nervt, also man schießt auf alles, was nach Werbung aussieht. Du selbst kannst nur die Domain für Werbung freischalten und den Werbeanbieter, aber nicht die Werbeart Text, animiert oder Flash oder gar die Größe der Werbeblöcke, die erlaubt wären. Da auch die Adblocker wieder scheinbar umsonst sind, sollte man bei der Installation genau nach schauen, wo man die Kreuze macht, da natürlich die Entwickler nicht nur von Luft und Liebe leben können. Schnell hat man eine Toolbar installiert oder mit Filtertreffer zählen erfahren die Betreiber eventuell, auf welchen Seiten welche Werbung installiert ist und Dein Surfverhalten.
Als Anbieter von Adblockern kann man natürlich gute Absichten haben und das Internet von nerviger Flash Werbung befreien wollen, aber man weis natürlich die Abhängigkeit der meisten Webseiten von den Werbeeinnahmen. Man könnte die Tools so programmieren, das zum Beispiel kleine Textwerbung angezeigt werden könnte. Aber ich denke das ist nicht gewollt. Nun stelle man sich einfach mal vor, alle Anwender nutzen die Tools, wie es dann mit dem kostenlosen Internet aussehen würde. Als Webseitenbetreiber könnte man dann eventuell einen Antrag stellen bei den Werbeblockern, ob man zu den Guten gehört und gegen Gebühr Werbung zeigen dürfte. Für mich eine Horrorvision. Viele Kleinunternehmen, die auf Werbung auf ihren erstellten Internetseiten setzen, könnten dann aufgeben und müssten zum Arbeitsamt gehen. Manch einer sagt, mich doch egal Hauptsache umsonst, ich bin froh das ich mit Werbung meinen Lebensunterhalt ohne stattliche Hilfe verdienen kann, weil Nutzer die Werbung nützlich fanden.
Schwieriger ist es mit den ganzen Trackern die, weil sie kostenlos sind, eine große Verbreitung gefunden haben und auf fast allen Seiten zu finden sind. Dazu zählen neben Googel Analytics, auch die vielen gefällt mir Buttons. Dadurch ist Domain übergreifendes Tracking der Nutzer möglich besonders, wenn man sich bei seinem Account angemeldet hat. Hier könnte man den CCleaner nutzen bei jedem Computerstart oder mal zwischendurch. Die Flashcookies könnte man mit dem Addon BetterPrivacy entfernen. Bei der ersten Benutzung ist man oft erstaunt, wer alles Flashcookies hinterlassen hat.