… etwas Besseres als die Ausbeutung findest du überall …
Dieses etwas abgewandelte Zitat aus den Bremer Stadtmusikanten kommt mir in den Sinn, wenn ich die jüngste Veröffentlichung unseres statistischen Landesamtes mit dem trockenen Titel Ergebnisse der Verdienststrukturerhebung 2006 lese. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst in Mecklenburg-Vorpommern lag demnach im Oktober 2006 bei 2.246 Euro (Bundesdurchschnitt: 3.093 EUR). Der durchschnittliche Nettomonatsverdienst betrug 1.471 Euro (Bundesdurchschnitt: 1.986 Euro). Im Jahr 16 nach der Einheit liegt also der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst bei gerade mal 72,61 % und der Nettomonatsverdienst bei 74,02 % des Bundesdurchschnitts. Kein Wunder also, wenn gut ausgebildete, junge Leute unser Bundesland in Scharen verlassen.
Den niedrigsten Jahresverdienst 2006 hatten Friseure mit 12.345 Euro (Bundesdurchschnitt: 15.787 Euro), das entspricht einem Nettoverdienst von 679 Euro im Monat. Denken Sie an diese Zahl, wenn Sie beim nächsten Friseurbesuch wieder mit dem Trinkgeld knausern wollen.
Noch ein paar Zahlen zum Staunen gefällig? In Betrieben mit beherrschendem Einfluss der öffentlichen Hand betrug der durchschnittliche Bruttostundenverdienst im Oktober 2006 bei Frauen 17,97 Euro und bei Männern 17,68 Euro, in Betrieben ohne bzw. mit eingeschränktem Einfluss der öffentlichen Hand waren es 9,52 Euro bzw.11,17 Euro. Dazu erspare ich mir einen Kommentar.
Wenn man bedenkt das viele hier noch das halbe Jahr arbeitslos sein dürfen und demzufolge noch weniger Geld in der Tasche haben und somit den Durchschnitsverdienst nicht erreichen, denn in Zeiten der Arbeitslosigkeit zählen sie ja nicht mehr als zur Berufsgruppe zugehörig, dann muss einem erst recht schlecht werden und dann sollte der letzte hier begreifen, dass man den Leuten anständige Löhne zahlen soll und muss. Andernfalls brauch man sich nicht mehr zu wundern, wenn bald keine vernünftigen Arbeitskräfte mehr da sind. Aber anscheined denken noch zu viele im großen Herr der Arbeitslosen ist ausreichend Ersatz da. Aber die Rechnung wird nie aufgehen. Wie gesagt zuerst brauchen die Leute vernünftige Einkommen, dann löst sich auch so mach weiteres Problem von ganz alleine.
In diese Erhebungen werden bspw. auch Geschäftsführergehälter ect. einbezogen. So entnahm ich es einer Thüringer Zeitung. Selbst der zitierte Bruttolohn von 2.246 Euro ist für viele Arbeitnehmer hier fern jeder Realität. Und ich weiß, wovon ich rede.
Was Meck-Pomm angeht: Geschäftsführer und Geschäftsbereichsleiter lagen mit im Durchschnitt 59.885 EUR nur an zweiter Stelle. Bundesdurchschnitt: an erster Stelle und mit 92.556 EUR wesentlich höher.