In der Reihe “Deutschlands schönste Inseln” stellt Roland Brockmann auf Stern.de unter dem Titel 45 Kilometer Strand und viel dahinter die Insel Usedom vor. Der Vorspann lässt zuerst schlimmes befürchten:
Doch hinter dem Strand beginnt auf der Ostseeinsel die unentdeckte Steppe, …
Unser Achterland mag ja vieles sein, aber eine Steppe? Das dürfte einem inselweit bekannten und stets kampfbereiten Streiter für das Achterland den Blutdruck in gefährliche Höhen treiben.
Nur einen Absatz später sorgt ein wunderbarer Tippfehler Freud’scher Prägung für Erkenntnisgewinn:
Hier bauten einst Leute wie Bankier Oppenheim, Mediziner Werner Körte oder Verleger Carl Robert Lessing ihre Villen. Auch Thomas Mann war später zu Besuch. Geist und Geld prominierten einträchtig, …
Bis jetzt dachte ich immer, es heisst promenieren abgeleitet von Promenade, aber prominieren abgeleitet von Prominenten macht ja durchaus Sinn. Was dann folgt ist aber ein sehr schöner Artikel über unsere Insel versehen mit 17 sehr guten Bildern. Lesen und ansehen lohnt auf jeden Fall.
2 Kommentare ↓
Meine Mutter erzählte mir, man habe zu ihrer Zeit in Bansin gesagt: „Dumm wie’n Badegast“. Ich bin gewillt, die „hinter dem Strand“ beginnende „unentdeckte Steppe“ unter diesem Satz der Altvorderen abzulegen.
Wegen des „Prominierens“ empfehle ich Roland Brockmann den Kollegen Sebastian Sick; vielleicht hilft der „Zwiebelfisch“ gelegentlich weiter.
Was dem „Usedomspotter“ vielleicht noch nicht auffiel, ist ein Zusatz unter dem eigentlichen Artikel mit Hinweis auf das Hotel Germania: „Barbara und Günther Jörg sind die EINZIGEN Hoteliers der Kaiserbäder, die heute ein damals von der eigenen Familie erbautes Haus bewirtschaften…“. Was dazu wohl z.B. Herr Gühler vom Hotel zur Post in Bansin sagt?!
Ansonsten tatsächlich ein ganz ansprechender Artikel - am besten sind die Fotos!
Danke für den Hinweis. Aufgefallen war es beim ersten lesen, beim schreiben ist es dann untergegangen. Herr Wehrmann vom Hotel Ostseeblick in Heringsdorf gehört auch noch in die Kategorie “Einzige”.
So wird aus Einfalt Vielfalt.
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