Lars Petersen 100 Tage im Amt

Nach dem Dienstantritt am 1. Juni waren am Samstag die ersten 100 Tage für Lars Petersen als Bürgermeister der größten Inselgemeinde vorbei. Anlass genug, um ihm ein paar Fragen zu stellen. Die augenscheinlichste Veränderung im Büro des Bürgermeister ist die Abwesenheit jeglichen Hinweises auf preussische Tugenden. Das neue Motto im Büro von Lars Petersen kommt von Winston Churchill:

Never, never, never give up.

Lars, 100 Tage seit dem Amtsantritt, was war so wie erwartet und was war ganz anders?

Ich denke mal, wenn ich die ersten einhundert Tage Revue passieren lasse, war wohl eigentlich alles anders, als man es eigentlich hätte erwarten dürfen. Es heißt immer so schön, die ersten hundert Tage sind eine gewisse Schonfrist, man kann reinriechen, man kann lernen, einem werden auch Fehler verziehen. Meine Schonfrist endete schon eine Woche vor meinem Amtsantritt und startete mit dem Höhepunkt oder gleich mit dem Riesenevent Fußball-EM, das ja sehr verhalten anlief, glücklicherweise mit einem Top-Partner ZDF. Von unserer Seite war mit etwas viel Blauäugigkeit und wenig professioneller Vorbereitung gestartet worden. Wenn ich zum Beispiel daran denke, dass im Vorfeld ständig gesagt wurde, es sind schon 75 Prozent der Eintrittskarten verkauft, wir erwarten ein Verkehrschaos, wovon sich weder das eine noch das andere bestätigt hat. Dazu wurden die Nachbarkommunen nicht mitgenommen, wir mussten feststellen, dass in Ückeritz und den anderen Kurverwaltungen kein Infomaterial über die Veranstaltungen vorhanden war – wahrscheinlich liegt heute noch irgendwo etwas davon herum.

Den Start hätte ich mir schon etwas ruhiger gewünscht. Dazu kamen aus Reihen der Gemeindevertretung im Vorfeld von einigen Wahlverlierern und ihren Anhängern persönliche Angriffe unter die Gürtellinie. Meine größte Enttäuschung ist allerdings, dass mit dem ehemaligen Bürgermeister, jetzt im Hintergrund, versucht wird, mir über seine Kontakte Steine in den Weg zu legen.

Wie muss man das verstehen mit dem Steine in den Weg legen?

Da taucht zum Beispiel Herr Heilmann auf Vermittlung von Herrn Kottwittenborg gegen meinen ausdrücklichen Wunsch bei einem Termin zur Schulproblematik in Schwerin auf. Oder Herr Kottwittenborg taucht bei einem Gespräch im Bereich der KTS auf, wo es um unbezahlte Rechnungen für die EM geht, und versucht da, den Geschäftsführer zu beeinflussen. Es sind verschiedene Bereiche, in denen er mitwirkt, man merkt das auch an bestimmten Fragen in der Gemeindevertretung, die nur darauf abzielen, mich bloßzustellen und vorzugaukeln, dass früher alles besser war. Zu gegebener Zeit wird für die Allgemeinheit offengelegt werden können, wohin die vergangene Bürgermeister-Amtszeit geführt hat.

Das hört sich etwas nach Frustration an nach den ersten hundert Tagen?

Nein, ich bin nicht frustriert. Enttäuscht trifft es besser. Es wurde im Vorfeld viel gesagt, was sich als falsch herausgestellt hat, zum Beispiel bei der Grundschule. Da hieß es, die Finanzierung der Grundschule steht, da musst Du dir keine Sorgen machen, der Baubeginn ist im April. Ich habe dann im Mai noch keine Bagger gesehen und auf meine Nachfrage in der Verwaltung stellte sich heraus, dass bei der Grundschule überhaupt nichts klar ist. Es gab keine Finanzierung, abgesehen von der Zusage einer zinslosen Überbrückungshilfe, einer sogenannten Liquiditätshilfe, die hätte zurückgezahlt werden müssen. Von einer Verlängerung der Rückzahlungsfrist bis Juni 2014 schon im Oktober 2011 wurde mir bei meinem Amtsantritt und noch bis zum vergangenen Monat nichts bekannt gegeben.

Da fangen wir jetzt noch einmal komplett neu an mit der Prüfung  der Finanzierung. Wir reden bei der Grundschule über etwa 5,5 Millionen und bei der Europäischen Gesamtschule noch einmal über 4,5 Millionen, also eine Summe von circa 10 Millionen Euro. Wir hoffen auf eine vernünftige Unterstützung des Landes, aber wo uns das am Ende hinführt, lässt sich jetzt noch nicht sagen. Wir müssen jetzt erst einmal unsere Hausaufgaben machen, die Planung durchgehen und die Bauabschnitte, den Finanzbedarf genau ermitteln. Das wird noch eine Menge Arbeit im nächsten Monat.

Das Verhältnis zwischen Gemeindevertretung und Bürgermeister wirkt etwas angespannt?

Also ich würde mal sagen, ich habe sicher einige schlaflose Nächte und ich freue mich eigentlich in bestimmte Ausschüsse zu gehen, bei anderen Ausschüssen und Gremien habe ich einen glatten Horror davor, das sage ich ganz ehrlich. Wie dort mit Menschen umgegangen wird, das macht man nicht, ist einer Kommune wie Heringsdorf unwürdig. Weder untereinander in der Gemeindevertretung, noch mit dem Bürgermeister, noch auch mit Leuten wie zum Beispiel Friedhelm Acksteiner, das kann, besser, darf man so nicht machen. Dazu kommt eine gewisse Respektlosigkeit, wenn mir zum Beispiel ein Hotelier in der Öffentlichkeit das Format abspricht. Sie müssen mich nicht lieben, sie müssen aber einfach akzeptieren, dass ich gewählt worden bin, von einer überwältigenden Mehrheit der Bürger. Auch wenn manche meinen, ich sei nur aus Protest gewählt worden.

Ich denke, der Umgang miteinander sollte auf einer sachlichen Ebene funktionieren. Wir sind alle angetreten, so sollte es zumindest sein, uns für unsere Gemeinde, unsere Bürger zu engagieren. Da wäre es ganz gut, wenn der ein oder andere seinen Egoismus oder den Hang zur Selbstdarstellung einmal in den Hintergrund schiebt, das wäre mein Wunsch. Ich weiß, dass ich noch eineinhalb Jahre mit dieser Gemeindevertretung zusammenarbeiten muss, das ist einfach so. Aber ich denke, wenn wir uns alle etwas zusammenreißen und zurücknehmen und bei manchen Entscheidungen einfach mal eine Nacht drüber schlafen, könnte das was werden. Es ist auch für niemanden gut, wenn die Gemeindevertretung wider besseres Wissen rechtswidrige Beschlüsse fasst und mich dann zwingt, zu widersprechen. Was für ein Bild entsteht da in der Öffentlichkeit, so wie das nun schon zweimal passiert ist?

Wie haben sich die ersten Kontakte zu den Gemeinden auf der Insel entwickelt?

Ich hatte mit Siegfried Krause ein nettes Gespräch, ich war zu Gast bei Karl-Heinz Schröder, zu Stefan Weigler und der Wolgaster Verwaltung habe ich inzwischen einen ganz guten Draht gefunden, wir werden uns im Rahmen des Inselrates auch wieder treffen, dazu gibt auch schon einen Termin. Mit Karl-Heinz Schröder und Martin Meenke hatte ich bereits ein sehr konstruktives Gespräch. Ich sehe manche Dinge ähnlich wie er, nicht alle, aber das gehört einfach auch dazu. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen, ich denke, dass diese Insel nur etwas erreichen kann, wenn wir alle zusammen an einem Strang ziehen.

Das hätte ich mir auch schon für die EM gewünscht, da ist viel Potenzial verschenkt worden, weil die anderen Gemeinden und die Vereine nicht mit ins Boot geholt worden sind. Überheblich zu denken, dass so ein Event alleine zu schultern ist. Nachdem klar war, dass die Arena am Anfang nicht immer ausverkauft sein wird, hätte man den Kindern in den anderen Gemeinden die Gelegenheit geben können, bei einem solchen Event einmal dabei zu sein. Da hätte der Leuchtturm, als den manche Heringsdorf immer sehen, auch einmal Sympathien ernten können.

Wie sieht es mit Swinemünde aus?

Mit Herrn Smurkiewicz habe ich mich schon mehrere Male getroffen, wir haben auch schon Tennis gespielt bei einem längeren Turnier mit Künstlern, die er jedes Jahr einlädt. Ich war auch am 1. September, dem Jahrestag des deutschen Angriffs auf Polen in Swinemünde und habe einen Kranz niedergelegt.

Wie stellt sich die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern dar?

Die Mitarbeiter im Rathaus sind alle sehr motiviert und ziehen gut mit, aber es wird sicher noch die eine oder andere Veränderung in der Zukunft geben. Bis jetzt ist es aber gutes Teamplaying. Im Bereich der Wohnungsgesellschaft habe ich keine Probleme, bei der KTS haben wir mit Rolf Landau und Volker Brautzsch sehr gute Fachleute gefunden, die auch schon erste Kostensenkungspotenziale ausgemacht haben. Dabei geht es um hohe fünfstellige Summen, unglaublich wie dort Geld verschwendet wurde.

Beim Eigenbetrieb freue ich mich, dass mit Dietmar Gutsche jetzt wieder Sach- und Fachverstand an die Spitze zurückkehrt. Den Eigenbetrieb werde ich in Abstimmung mit Dietmar Gutsche umstrukturieren, dazu brauche ich keine Genehmigung durch die Gemeindevertretung, weil ich als Dienstherr personelle Maßnahmen so anordnen kann, wie ich das für richtig halte, solange das in meinem Zuständigkeitsbereich ist. Der Eigenbetrieb wird auf drei Säulen gestellt, das sind die Säulen Finanzen, allgemeine Verwaltung sowie Kultur und Kunst. Die einzelnen Sachbereichsleiter werde ich in enger Abstimmung mit Herrn Gutsche festlegen, einen Stellvertreter des Kurdirektors wird es nicht mehr geben. Die Sachbereichsleiter werden bei Abwesenheit des Kurdirektors mehr in die Verantwortung genommen.

Im Vorfeld der Wahl hattest Du gesagt, deine größte Schwäche sei es nicht „Nein“ sagen zu können. Wie ist es, wenn man als Bürgermeister „Nein“ sagen muss?

Bis jetzt habe ich nicht viel Nein sagen müssen, weil die Gemeinde noch keinen Haushalt hat, damit kann ich mich im Moment noch gut aus der Affäre ziehen. Natürlich versuchen wir alles möglich zu machen, dafür bin ich ja eigentlich angetreten, aber ich werde nicht jeden Wunsch erfüllen können. Die kleinen Dinge, dass der Bürger eine Antwort auf seine Fragen oder Wünsche bekommt, dass ihm erklärt wird, warum etwas geht oder nicht geht, dafür habe ich den Briefkasten auf der Webseite der Gemeinde eingerichtet, der ganz gut angenommen wird. Das hatte ich im Wahlkampf genauso wie die Abschaltung der Computerstimme versprochen. Im Kaiserbäderboten sind alle Ansprechpartner und Telefonnummern mit Emailadressen veröffentlicht, damit jeder die Möglichkeit hat, den entsprechenden Ansprechpartner direkt zu erreichen. Bei den lösbaren Problemen geht es um notwendigen Baumschnitt, Straßenreinigung, Kleinstreparaturen oder ausgefallene Straßenlampen, die wir nicht immer gleich bemerken.

Haushalt ist ein gutes Stichwort. 2012 ist fast vorbei, 2013 kannst Du als Bürgermeister mit dem Haushalt erste Akzente setzen. Ideen dazu?

In den ersten Jahren wird es sehr schwer, Akzente zu setzen. Durch die Einführung der Doppik müssen Abschreibungen erwirtschaftet werden. Alleine bei den Schulen kommt da schnell eine mittlere sechsstellige Summe heraus, je nachdem, wie viel wir selbst finanzieren müssen. Und dann kommt auch noch die Altfehlbetragsumlage für den Landkreis, da wird es schwer, finanziellen Spielraum zu schaffen. Bei der EGS müssen wir dringend etwas machen. In den Sommerferien ist ein innenliegendes Fallrohr geplatzt, da stand alles unter Wasser, zum Glück wurde es früh bemerkt und es gab keine Folgeschäden. Der Instandhaltungsstau ist aber groß und es kommt nicht von ungefähr, wenn wir für die vielen Schüler, die andere Regionalschulen besuchen alleine 100.000 Euro Schullastenausgleich zahlen müssen.

Für nächste Woche haben wir Tourismustreibende eingeladen, um deren Meinungen und Ideen zur touristischen Entwicklung zu hören und mit ihnen zu diskutieren. Man hat in Heringsdorf immer den Eindruck, dass nur zwei Hoteliers bestimmen, wo es in der Gemeinde lang geht, dem will ich entgegen wirken.

Dann gibt es die Idee, in Ahlbeck einen 24-Stunden-Kindergarten einzurichten, auch weil es bei den Ahlbecker Gören Probleme mit dem Brandschutz gibt, die wir gerade untersuchen lassen.

Bei den Märkten wollen wir mehr Transparenz schaffen, was die Standgelder angeht und wir wollen versuchen, mehr einheimische Händler auf den Märkten unterzubringen. Hier muss niemand aus Rostock Bier verkaufen, das können wir auch selbst.

Wenn Du dir für 2013 etwas wünschen könntest, was wäre das?

Dass jemand zu mir kommt und mir zwei Lasten von den Schultern nimmt. Zum einen die Problematik Schullandschaft. Die so in Papier und Tüten zu bekommen noch in diesem Jahr, dass wir nächstes Jahr die ersten Baumaßnahmen sehen. Und zum zweiten natürlich den Flughafen, denn ich sehe den Flughafen als eine der wichtigsten Infrastrukturen der Region. Es ist ganz wichtig, ihn für die Region zu erhalten. Und dann vielleicht noch eine dritte Last: Unseren Einwohnern das Wasser aus den Kellern zu nehmen.

Persönlich habe ich nur den Wunsch, dass ich das gesundheitlich alles durchstehe. Der Tod von Polizeidirektor Olaf Kühl mit gerade erst 45 Jahren hat mich sehr betroffen gemacht, das gibt einem schon zu denken.

Danke für das Gespräch.

Das Gespräch fand am Freitag nachmittag statt, die Fragen waren nicht vorher abgesprochen.

 

24 Kommentare
  1. Warmbader sagt:

    Ach ja, das Trio Infernale aus Gothen, dem Machtzentrum von Heringsdorf. Wenn Herr Kottwittenborg weiter versucht wie eine Spinne im Netz die Fäden zu ziehen kann das niemanden überraschen.

    Hoffentlich macht Herr Petersen seine Ankündigung wahr und zerrt alles ans Tageslicht.

  2. Horst sagt:

    @Warmbader zu “Hoffentlich…”

    eine kleine Geschichte, anhand meiner Informationen von verschiedenen Seiten, zu der Herr Petersen “zu gegebener Zeit” sicher etwas sagen wird:

    Es war einmal im Kaiserreich Heringsdorf, da waren der Kaiser, der sich weniger um sein Volk als um … kümmerte, und der Hohe Rat, in dem waren ein christlicher Chef, ein noch christlicherer Vorsitzender und ein Baumeister, die zusammen mit ein paar weisen Herbergsvätern mit dem Kaiser die Fäden zogen. Alle zusammen kamen auf die Idee, viele von vornherein aussichtslose Kriege gegen einen Anderen zu führen. Dazu heuerten sie einen General aus dem fernen Florenz an der Elbe an – warum von so weit weg mit hohen Reisekosten, vielleicht, weil man ihn im Florenz besuchen und sich dort ein bischen verlustieren konnte? Natürlich wurden die Kriege ein kompletter Reinfall und das Kaiserreich zahlte dafür dreihundertundfünftausend Goldtaler.

    Wie viele überlaufende Regenrinnen und Fallgruben auf den Wegen des Reichs man für die Untertanen davon hätte in Ordnung bringen können! Aber nicht genug damit: In dem einen ziemlich großen Krieg zeigte sich, dass der Kaiser seinem General eine von ihm unterschriebene wertlose Legitimation mitgegeben hatte – in der vom Hohen Rat dereinst beschlossenen Hauptsatzung des Reichs und einer Verfassung vom Obersten Hohen Rat stand geschrieben, dass der Kaiser eine solche Legitimation nicht allein unterschreiben durfte, sondern nur zusammen mit seinem Unterkaiser, und dass er sie auch siegeln mußte. Obwohl der Kaiser ja schon vor einigen Jahren gekrönt worden war, wußte er das noch immer nicht, als er die Legitimation erteilte – oder er dachte sich, er habe das gar nicht nötig.

  3. Jule sagt:

    @Horst

    eine schöne “kleine” Geschichte…aber nun mal ehrlich: Welcher Kaiser schmeißt 305 T Goldtaler raus, um sich einen General aus dem schönen, aber fernen Elbflorenz zu holen, damit dieser einen von vornherein aussichtslosen Krieg führt??? Und Unterkaiser sowie Untertanen, was sagen sie dazu? Und was ist nun? Zahlt der Kaiser dem Kaiserreich Heringsdorf das Geld zurück?

  4. RuP sagt:

    Der Inhalt dieses Beitrages spricht für sich.
    Leider hat die Öffentlichkeit bisher (wieder mal) nichts davon in den örtlichen Printmedien erfahren.
    Deshalb hier einen besonders herzlichen Dank an den Blogger/Usedomspotter!
    Ich glaube dem Bürgermeister in seinen Äußerungen und wünsche ihm für seine Bestrebungen die Kraft und das Durchhalten bis zum gewünschten und vollen Erfolg.

  5. Erdmann Lars sagt:

    Sehr ehrlich und Informativ, danke Herr Petersen. Das bestärkt mich weiter darin, dass irgendwann auch mal wieder Licht ins Dunkle trifft. Hoffentlich wird es bald wieder richtig hell.
    Danke Usedomspotter, toller Beitrag

  6. Thilo Naumann sagt:

    Auch von meiner Seite einen Glückwunsch zu den ersten 100 Tagen. Wünsche weiterhin gutes Gelingen und dickes Fell!

    Denken Sie daran, wessen Unterhose ganz unten unter den Steinen liegt!

  7. Peter Schulze sagt:

    mmmh…sind ja alles nette Wünsche von den Kommentatoren/ -innen. Teilweise etwas kryptisch, jedenfalls für Outsider wie mich. Muss ich mal wieder nach einem Insider suchen, der für mich übersetzt, wird immer schwieriger.
    Mal im Ernst, ich find das Interview ziemlich schockierend, weil ich große Teile der hier dargestellten Reaktionen der alten Nomenklatura nicht mitbekommen habe. Entweder ich habe gepennt, oder es war nichts in der Presse…Denen scheint ja der Angstschweiß auf der Stirn zu perlen – oder die halten sich für den lieben Herrgott (liegt ja bei den hiesigen CDU-Heinis und ihren Geistesvettern nahe)…ziemlich neben der Spur.
    Kann das ein Mensch über weitere anderthalb Jahre ertragen? Ich denk mal, ich könnte das nicht. Jedenfalls nicht ohne erhebliche Beeinträchtigungen.
    Man sollte mal anfangen nachzudenken, wie Entlastung zu schaffen ist.
    Der neue Bürgermeister hat eine deutliche Mehrheit der Wähler hinter sich.
    Vielleicht sollte man das den wichtigtuerischen Metzgermeistern und Herbergsvätern mal drastischer vor Augen führen.
    Vielleicht hat ja jemand ein paar gute Ideen für dementsprechende Aktionen?
    Anderthalb Jahre sind schnell rum (für einen gemobbten Menschen sind sie allerdings eine Ewigkeit).
    Die politischen Akteure setzen auf Vergessen, wie immer.
    Schaffen wir im Gegenzug ein besseres Gedächtnis und beginnen den Wahlkampf, jetzt….
    Die gehören abgewählt (mindestens), die müssen gegebenenfalls zur Rechenschaft gezogen werden (ist ein frommer Wunsch, ich weiß). Aber vielleicht klappt’s ja mal…

    Viele Grüße

    Peter Schulze

  8. Horst sagt:

    @ Peter Schulze:
    Sehe die Kommentare zu “Stinkstiefel” ( mit zwei Ausnahmen ) und “100 Tage” als genau das an, wozu Sie – hoffentlich hören viele darauf! – aufrufen.
    Für den Fall, dass das kleine ( wahre ) Märchen kryptisch erscheint: Kaiser natürlich mit Namen Kotti, christlicher Chef “Euer Joachim Saupe CDU-Chef”, noch christlicherer Vorsitzender?, Baumeister?, Kriege: Gerichtsverfahren, General: Rechtsanwalt, überlaufende Regenrinnen und Fallgruben: Fragen Sie mal die öfter abgesoffenen Hausbesitzer und auf den Gehwegen hinfallenden alten Einwohner, Legitimation: Vollmachtsurkunde, Verfassung vom Obersten Hohen Rat: Kommunalverfassung.

  9. Peter Schulze sagt:

    @ Horst
    soweit hatte ich das verstanden.
    …Und ich hab selber zweimal dies Jahr vorm Plopp bis zu den Knien im Wasser gestanden und hab mit den wütenden Anwohnern geredet, von wegen 600er Rohre, die seit zwei Jahren nicht durchgespült wurden…und es gab immer noch Deppen, die mit dem Auto da durch fuhren und den Anwohnern mit den Bugwellen noch mehr Wasser in die Häuser drückten..und die Polizei stand untätig, weil ohne Anweisungen, dabei…
    Der Rechtsanwalt aus Elbflorenz mit den Kosten, das hab ich nicht mitgekriegt/ verstandern.
    Ist ja vielleicht für öffentlich zu heikel. Kann ja auch unter: peter.schulze11@web.de näher erläutert werden.

    Viele Grüße

    Peter Schulze

  10. Kaiserbädler sagt:

    Guten Morgen,

    nach der “Stinkstiefel”-Aktion, die viele schon bekannte Themen aufgriff, kommen durch die 100 Tage einige weitere Neuigkeiten auf den Tisch.
    Lieber Käsemeister Kotti, soweit mir bekannt ist, hatten doch viele Käsereien an Ihnen Interesse, mich würde schon einmal interessieren, wenn es nicht zu indiskret ist, wo Sie nun “anschaffen” – Frühstück bei Tiffany (Metzgermeister) täglich um neun Uhr mit Baumeister, CDU-Chef und Metzgermeister – nehme ich dabei einmal als rechtschaffende Tätigkeit heraus.
    Auch die “Untergrundarbeit” gegen den BM ist wohl keine Tätigkeit im Sinne von „Arbeit“, die Sie finanziell auslastet, aber leider eher Ihrem Naturell entspricht – denke dabei vor allem an die Aktion damals gegen Ihren Vorgänger in Heringsdorf – (PC-Affäre).

    Auch der Baumeister – fand es übrigens sehr süß im Notkurier – mit Baby zur Wahl von Herrn Lietz, Martha der vierte Spross war sicherlich angetan von den tollen Reden – scheint seine Kraft in unnütze Aktivitäten zu stecken. Zeit nach Schwerin zu fahren hat er, kann man den Ausführungen von Hilgenfeldt im Notkurier Glauben schenken, den Bauausschuss leitet, wie letzten Mittwoch aber wieder Herr Schiela (macht er richtig Klasse) ?? Oder sind die Gesetze und Bestimmungen endlich umgesetzt worden – Abgeordnete müssen in der Gemeinde leben, in der sie ihr Mandant ausüben, war doch so oder? Finde es aber gut, dass Ali Schröder nun schon auf Balm verzichtet und es eingemeindet wurde (Hoffnungen für eine Insel – eine Gemeinde ??)…. leider hat es nur niemand mitbekommen aus dem Baumeister.

    Und die Krönung aller Weisheit, der “CDU-Chef” oder wie im neuesten Parteibrief von ihm zu lesen war, der “Gemeindeverbandsvorsteher” (was auch immer das ist und wie viel Aufwandsentschädigung es wohl dafür wieder gibt) ist nach eigenen Angaben in Facebook nicht wieder in den Aufsichtsrat Flughafen gewählt worden. Dazu hat ihm die Fraktion auch noch nicht einmal mitgeteilt, warum sie seine Fachkompetenz nicht mehr benötigt……. Mir kommen die Tränen ;-) – Endlich einmal zeigen Abgeordnete Rückgrat und ich ziehe den Hut vor dem Kreisausschuss, scheinen sich Leute zusammenzufinden, die konstruktive Vorgehensweisen mit Fachverstand suchen und keine „Sitzungsgeld-Haie“.
    Ich hoffe, der Weg wird sich in den Kaiserbädern fortsetzen, damit die CDU wieder einen zu mindestens in der Außenwirkung vernünftigen parteilichen Stellenwert erhält und auch wählbar wird.

  11. Jürgen sagt:

    @ Peter Schulze

    Bei Elbflorenz ging es um einen Rechtsstreit zwischen der Gemeinde mit einer GbR an der Herr Ogrodowicz beteiligt ist wegen des Generalmietvertrages für Wohnungen am Seepark in Bansin. Die Gemeinde nahm einen Anwalt aus einer Kanzlei in Dresden. Die Begründung von Herrn Kottwittenborg: Der Anwalt war früher für Herrn Ogrodowicz tätig und der nahm bekanntlich nur die besten Leute.

    Am Ende hat die Gemeinde bei diesen Prozessen irgendwas zwischen 250 und 300 TEUR verloren an Anwalts- und Gerichtskosten.

    Versuche Schadensersatzansprüche wegen Schlechtberatung geltend zu machen sind bis jetzt im Sande verlaufen.

  12. Horst sagt:

    @Kaiserbädler
    Na ja, mit den Gesetzen und Bestimmungen war das ja wohl so eine Sache im Kaiserreich. Der Kaiser hat sich, wie gesagt, wohl nicht d´rum gekümmert, wenn er sie denn kannte, und der Baumeister kannte sie wohl, meinte aber wohl schlauer als der Oberste Hohe Rat zu sein und dessen Anordnungen unterlaufen zu können.
    Gemeindevertreter müssen in der Tat – so das Wahlgesetz des Obersten Hohen Rats – in der Gemeinde leben, in der sie das Mandat ausüben. Aber wie schon den Bebauungsplan – zwei Ferienwohnungen mit einer Tür dazwischen in seinem Enfamilienhaus – meinte der Baumeister nach seinem Wegzug aus dem Kaiserreich in das schöne Balm stillschweigend auch dieses Gesetz aushebeln zu können. Verkündete einfach erstmal der Öffentlichkeit über einen Herold namens OZ, er habe seinen Hauptwohnsitz im Reich in dem Haus, aus dem er ausgezogen war und in dem seine frühere Favoritin mit den Söhnen wohnte. Dann ließ er sich vom selben Herold zusammen mit der neuen Favoritin und den beiden Sprößlingen von der ersten ablichten und verkündete, der Lebensmittelpunkt der Familie (?) sei in seinem von der ersten Favoritin mit den Sprößlingen bewohnten Haus im Reich. – An alle, die noch durchsteigen: Weiß nicht, wie ich jetzt darauf komme, aber neulich las ich folgende Definition: “Lüge ist bewußt falsche auf Täuschung angelegte Aussage, absichtlich wissentlich geäußerte Unwahrheit.”

  13. Horst sagt:

    @Jürgen
    Tatsächlich waren es 3 Klageverfahren mit Berufungen bzw. Beschwerde und zig – tschuldigung – wahnwitzige Hinterlegungsverfahren, alle in derselben Angelegenheit zwischen denselben Parteien, für die ´mal eben 305 Riesen gezahlt worden sein sollen – und keiner will verantwortlich sein.

  14. Angelika sagt:

    Wir wünschen dem neuen Bürgermeister viel Stehvermögen, eine dicke Haut und das er nicht ins Stolpern kommt, bei den vielen Steinen die ihm in den Weg gelegt werden

  15. Peter Schulze sagt:

    @ Jürgen
    Huch, da fehlt ja der überwiegende Teil meines letzten Beitrages.
    Redigiert? gekürzt? zensiert? ohne jede Kennzeichnung?
    Und damit wid im Grunde inhaltlich das bestätigt, was gekürzt wurde.
    Ist ihr gutes Recht als Betreiber der Seite.
    Aber Sie haben mich vor einiger Zeit mal gefragt, warum ich Sie als Teil dieses infamen Systems bezeichnete. Sehen Sie dies als Antwort auf Ihre Frage.
    Dies werden Sie natürlich auch nicht veröffentlichen, müssen Sie ja auch nicht.
    Ich suche mir oder mache mir eine andere Plattform.
    Aber ich frage mich, was Sie mit Ihrer Seite wollen? Ein Kondolenzbuch für den neuen Bürgermeister erstellen?

    Ich wünsche frohes weiteres spotten

    Peter Schulze

  16. Ampelmann sagt:

    Oh, ja!!
    Bitte suchen/machen Sie, Herr Schulze!
    Das wäre eine Bereicherung, wenn Sie hier nicht mehr posten.

  17. Kaiserbädler sagt:

    @ Peter Schulze

    Kondolenz (lat. con- ,mit, zusammen’ und dolere ,leiden, trauern’) ist die Bekundung der mitmenschlichen Anteilnahme, des Beileides oder des „Mit-Trauerns“

    Habe ich etwas verpasst?? Ist dem BM etwas passiert???

  18. Warmbader sagt:

    Herr Merkle Teil des “Systems”. Der war gut. Herr Schulze Sie haben keine Ahnung über was Sie reden.

  19. Joachim Saupe sagt:

    Hallo Kaiserbädler, der Aufsichtsrat vom Flughafen hat auf das Sitzungsgeld schon über 10 Jahre verzichtet, um einerseits einen Beitrag zur Finanzierung des Standortentwicklungskonzeptes zu leisten und andererseites dadurch das Defizit nicht noch höher ausfallen zu lassen! Hätte Jürgen aber auch beantworten können. Dennoch habe ich 17 Jahre für den Flughafen gekämpft und das gerne!

  20. HerrLehmann sagt:

    @warmbader:
    Sie unterschätzen @juergen! er spielt seit 20 jahren (s)eine rolle in den kaiserbädern.

    und auch, wenn er vielleicht kein teil des alten systems (mehr) war, in die neue (handball)mannschaft würde er aus meiner sicht gut passen.

2 Pings
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