Kategorie Bauliches

Diamant oder Pflasterstein?

Unter diesen Titel hat der aus Bansin stammende Neubrandenburger Architekt Torsten Viebke ein paar sehr bemerkenswerte Fakten und Interpretationen zum aktuellen Planungsstand beim Bebauungsplan Nr. 14 (Meeresstrand) in Bansin zusammengetragen. Er hat mir auf Anfrage gestattet, das Papier als PDF online zu stellen. Es zeigt sehr deutlich auf, wie die Festsetzungen in diesem Bebauungsplan die bisherigen Maßstäbe in Bansin sprengen. Mal sehen wie das alles weitergeht.

Anmerkungen zum Bebauungsplan 14 (Dateigröße 4,7 MB).

Es war einmal vor langer Zeit …

… in dem wunderschönen Seebad Wansin auf der nicht minder schönen Insel Osodum, da trug sich die folgende Geschichte zu. Nachdem die vier Waisen aus dem Osten, dem Westen, der Übersee und einer kritischen Insel zusammen mit Helmut dem Dicken und Lothar dem Letzten beschlossen hatten, auch im Osten endlich wieder Monopoly spielen zu lassen, kamen wie überall im Land die Spieler mit Taschen voller Geld aus allen Richtungen nach Wansin.

Alle wollten dabeisein, wenn es galt, um all die schönen Grundstücke zu würfeln. Es wurde gekauft und verkauft, Ereigniskarten gezogen und der ein oder andere wanderte auch ins Gefängnis ohne über Los zu gehen. Es gab nämlich ein paar Spieler, die hatten sich die dicken Taschen nicht voller Geld, sondern voller Zeitungspapier gestopft, was aber den Taschen von aussen nicht so einfach anzusehen war. Schon bald hub ein gewaltiges Bauen an. Bergstraße, Seestraße, Poststraße oder auch Badstraße – es wurde gebaut und gebaut. Groß, größer und manchmal sogar noch größer. Wansin blühte und gedieh auf das prächtigste.

Eines aber war den Gemeindeoberen ein Dorn im Auge. Ausgerechnet die beiden schönsten und teuersten Grundstücke, die Parkstraße und die Schlossallee am Meeresstrand lagen brach. In der Parkstraße saß tief unten im Orlop ein besonders schlauer Spieler, der selige Stein, hoffend auf die passende Ereigniskarte. Er wartete und wartete geduldig und dann war es soweit: „Gehen Sie vor bis zur Schlossallee“. Sofort hub ein gewaltiges Planen an und die Gemeindeoberen waren begeistert. Endlich jemand, der die beiden Zahnlücken im Angesicht ihres schönen Ortes füllen wollte. Und wie er sie füllen wollte. Der selige Stein versprach ein Grand Hotel zu bauen, das alles da gewesene in den Schatten stellen sollte.

Das ist es, was wir schon immer haben wollten, sprach Klaus der Lange, seines Zeichens Dorfschulze. Endlich sollten die ganz Reichen und ganz Schönen eine angemessene Bleibe wie nirgendwo sonst auf der Welt im wunderschönen Wansin bekommen und der Ort noch prächtiger blühen und gedeihen, als man es sich in den kühnsten Träumen vorzustellen wagte. Und der selige Stein hielt was er versprach. Das Bauwerk wurde so grande, wie man es noch niemals zuvor in Wansin gesehen hatte und es stellte alle Häuser in den Schatten, die vorher schon da gewesen waren. So geschah es, dass durch ein grandioses Missverständnis aus dem wunderschönen Seebad ein beliebiger Badeort mit Schattenpromenade auf der nicht mehr ganz so schönen Insel Osodum wurde.

Trafo I

Unser lokaler Stromversorger nutzt seit einiger Zeit einen geringen Teil seiner reichlichen Einnahmen aus den “eigentlich zu billigen” Strompreisen für etwas richtig sinnvolles. Er läßt seine Trafostationen von Künstlern gestalten und das richtig gut. Mal sehen, ob ich hier nach und nach alle auf der Insel zusammen bekomme. Im Moment fällt mir spontan noch eine in Zempin ein.

Trafo Bansin 1

Trafo Bansin 2

Die gezeigte Station befindet sich übrigens in Bansin in der Waldstraße an der Ecke zur unteren Bergstraße.

“Kaiserbäder-Architektur” in Binz?

Manchmal verwechseln Journalisten ja auch mal was. Chan Sidki-Lundius zum Beispiel im Hamburger Abendblatt.

Eines der schönsten und traditionsreichsten Seebäder, das vor allem durch eine imposante Kaiserbäder-Architektur beeindruckt, ist Binz auf Rügen.

Binz hat ganz ohne Zweifel Häuser im Stil der Bäderarchitektur, der aber nur wenig mit dem Baustil in den Kaiserbädern zu tun hat. In Binz dominieren hölzerne Balkonvorbauten und Veranden die Fassaden, die man in den Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf oder Bansin nur als Ausnahme findet. Aber es ist ja auch nicht so leicht, wenn man mal eben etwas Text um die Werbung für die Travel-Charme-Hotels herum schreiben muss.

Schieflage

Touristiker sind ja immer auf der Suche nach neuen Attraktionen oder besser auf der Suche nach Dingen, von denen sie denken, Touristen würden das für eine Attraktion halten. Jüngstes Beispiel ist die Installation eines Schneckenklaviers für die bescheidene Summe von 25.000 Euro im Rahmen des Usedomer Musikfestivals. Da gehen unsere polnischen Nachbarn ganz anders zur Sache. In der Kleinstadt Szymbark im Norden von Polen hat der Geschäftsmann und Philanthrop Daniel Czapiewski ein ganzes Haus auf den Kopf gestellt. Es soll ein Mahnmal an die kommunistische Ära und den heutigen Zustand der Welt darstellen. Touristen, die das Haus besichtigt haben, sollen schon nach wenigen Minuten unter leichter Seekrankheit und Schwindelanfällen gelitten haben.

Schieflage

Die ganze Geschichte mit mehr Bildern und einem Video aus dem Inneren gibt es bei freshome.com via stylespion.de.