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Es nennt sich Winterdienst

Wenn man den Lokalzeitungen trauen kann, ist die Heringsdorfer Gemeindeverwaltung der Auffassung, man habe hinsichtlich des Winterdienstes alles im Griff. Es gebe eine Prioritätenliste, die werde abgearbeitet. Möglicherweise sollte sich einmal jemand mit Ortskenntnis diese Prioritätenliste ansehen, den ganz offenbar hat man einige Straßen vergessen. Bei anderen ist die Priorität so niedrig, dass sich der gemeindliche Winterdienst darauf beschränkt, den Anliegern die mühsam geräumten Grundstückszufahrten wieder zuzuschieben. Von daher sind wir in unserer Ecke des Schulbergs ganz froh, wenn uns gar keine Priorität zugemessen wird. Ein Winterdienstfahrzeug der Gemeinde haben wir schon seit längerem nicht mehr gesehen. Allerdings wird mit schöner Regelmäßigkeit die Zufahrt zu unserem Rondell so zugeschoben, dass sie nicht mehr passierbar ist.

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Besonders effektiv ist der gemeindliche Winterdienst am Durchgang zwischen den Wohngebieten “Im Seefeld” und dem Schulberg. Der Schneepflug kommt mit ordentlich Schwung das Seefeld entlang und schiebt die Schneemassen in diesen Durchgang. Damit macht er den Durchgang jedes Mal für Fußgänger unpassierbar. Als Anlieger, der man die Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen bei diesem Wetter ernst nimmt, steht man nur noch fassungslos und wütend vor dem Desaster. Es macht wirklich Spass, auf einer Länge von zwei Metern und einer Höhe von bis zu einem Meter verdichteten Schnee auf die Seite zu schaufeln, um wieder einen Durchgang zu schaffen.

Man nennt es Winterdienst.

Eines der schmutzigsten Meere der Welt

Unter diesem sehr reisserischen Titel lässt sich Jasper von Altenbockum in der Netzausgabe der FAZ über den ökologischen Zustand der Ostsee aus. Der ist zweifelsohne nicht gut, vor allem vor den Küsten unserer östlichen Nachbarn, aber etwas mehr Sachlichkeit hätte dem Thema nicht geschadet.

Das grösste Problem wird aber richtig beschrieben: Das endlose Gelabere in der Politik, es werden Papiere verabschiedet und Papiere verabschiedet und Papiere verabschiedet ohne dass endlich auch gehandelt wird (erinnert mich irgendwie an das Usedomer Verkehrsproblem). Alleine die Zahl der beladenen Tanker in der Ostsee hat sich in den letzten 10 Jahren verdreifacht auf über 5.000. Und richtig, die müssen alle durch die Kadettrinne. Mit der auch schon ewig diskutierten Lotsenpflicht für diese schwierige Passage wird es auch in der Zukunft nichts werden, dazu bräuchte es Einstimmigkeit der Anrainerstaaten. Und diese Einstimmigkeit wird es nicht geben, denn den Russen zum Beispiel ist es völlig egal, ob hier in der südlichen Ostsee ein Öltanker auf Grund geht oder ob in China ein Sack Reis umfällt.

Winter? Was für ein Winter?

Es nennt sich glaube ich Planwirtschaft. In einem Baumarkt in Ahlbeck sagt der Plan, der Frühling kommt. Und weil das so ist, gibt es natürlich im Usedomer Winterwunderland folgerichtig Stiefmütterchen zu kaufen.

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Vielleicht kann man sie ja einfrieren. Bis man sie einpflanzen kann, dürften noch ein paar Wochen ins Land gehen. Wahrscheinlich stehen nächste Woche schon die Osterhasen in den Regalen.

Der Winter fordert Tribut

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Die seit Wochen geschlossene Schneedecke setzt nicht nur den Menschen zu. Auf dem Weg nach Hause lag direkt vor der Anflugbefeuerung des Flughafens ein Reh auf der Strasse. Zuerst dachte ich, es sei angefahren worden, dem war aber zum Glück nicht so. Tatsächlich war das arme Tier nur völlig erschöpft und zeigte überhaupt keine Fluchtreflexe mehr. Der Versuch den zuständigen Jäger zu erreichen scheiterte, aber der Mann einer Flughafenmitarbeiterin, selbst Jäger, wusste Rat. Er hob das Reh hoch, packte es in seinen Kastenwagen und fuhr es zur nächsten Futterstelle. Im Auto blieb das Reh stehen und später an der Futterstelle auch. Hoffentlich kommt es dauerhaft wieder auf die Beine.

Schnee satt

Es ist wirklich für unsere Breiten extrem viel Schnee. Der Haufen in unserer Erschliessungstrasse hat mittlerweile eine Höhe von beinahe 3 Metern.

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Auch auf dem Weg zur Arbeit hat es stattliche Höhen erreicht.

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Was Sie schon immer über Fischerteppiche wissen wollten, aber nie zu fragen wagten

Ich habe es mir ja bekanntlich zur Gewohnheit gemacht, auf Blogs aus Ostvorpommern hinzuweisen und bei dem heutigen ist mir das eine ganz besondere Freude, beschäftigt er sich doch vorwiegend mit pommerschen Fischerteppichen. Folgerichtig heisst das Blog dann auch Freestland, gilt Freest doch als Hochburg im Knüpfen von Teppichen.

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Viel Spass beim Lesen und Betrachten der Teppiche, die Motive sind wirklich schön und werden fachkundig erläutert.

Wie Molière und Verne nach Lassan kamen

Das Neue Deutschland entwickelt offenbar ein Faible für Ostvorpommern. Nach dem sehr feinen Artikel in der vergangenen Woche über die Kaiserbäder hat sich Hendrik Lasch dieses Mal das Städtchen Lassan auf dem Festland vorgenommen. Er beschäftigt sich unter dem Titel Theater im toten Winkel mit den Aktivitäten des Lassaner Pastors Phillip Graffam, dem von ihm initiierten Theaterverein Sinnflut und wie es gelungen ist, das gesellschaftliche Leben in Lassan zu reanimieren.

Wer sich weiter über Lassan informieren möchte, lese bitte auch diesen schon etwas älteren Eintrag. Wenn Sie dann immer noch keine Lust auf einen Abstecher nach Lassan haben, dann, ja dann stimmt möglicherweise irgendetwas nicht mit ihnen.

Spruch der Woche

Wenn man in diesen Tagen sieht, wie mit dem Geld der Notenbanken zur Rettung der Bankster von diesen schon wieder die nächste Blase aufgepumpt wird und das nach genau dem gleichen Muster wie bei der letzten, deren Folgen zumindest in der realen Wirtschaft noch lange nicht ausgestanden sind, kommt einem für den Spruch der Woche nur Berholt Brecht in den Sinn:

Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

2. Usedomer Fotonacht

Der Fotograf Ulrich Faust veranstaltet am 6. März 2010 im Heringsdorfer Kaiserbädersaal seine zweite Fotonacht. Zu sehen gibt es ab 17.00 Uhr insgesamt vier audiovisuelle Vorträge: Harald Löffler mit “Cats Unlimited” und “Best of Namibia”, Dieter Hartmann mit “West-Kanada - Rockies, Regenwälder und Metropolen und Ulrich Faust mit “Schweiz - Wanderung rund ums Fletschhorn. Falls dann der nicht unwahrscheinliche Wunsch auf Zugabe aufkommt, zeigt Ulrich Faust noch seine Argentinien-Schau.

Die Karten kosten 8 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Schüler. Weitere Informationen gibt es auf der eigens gemachten Webseite.

Zwischen Villenromantik und Pommerscher Küche

Unter dem Titel Winterbereifte Hufe und Räucherfischpralinen gibt es heute im Neuen Deutschland einen sehr feinen und ausführlichen Artikel von Heidi Diehl. Sie hat die Kaiserbäder in der Kutsche von Brigitte Will und die Geheimnisse der pommerschen Küche mit Jörg Gleissner im Heringsdorfer Stellwerk erkundet.