Unter dem Titel Winterbereifte Hufe und Räucherfischpralinen gibt es heute im Neuen Deutschland einen sehr feinen und ausführlichen Artikel von Heidi Diehl. Sie hat die Kaiserbäder in der Kutsche von Brigitte Will und die Geheimnisse der pommerschen Küche mit Jörg Gleissner im Heringsdorfer Stellwerk erkundet.
Die Wirtschaftskrise geht offenbar auch an der hiesigen Gastronomie nicht vorbei. In einem Heringsdorfer 4-Sterne-Hotel hat man bereits auf das geänderte Nachfrageverhalten der Gäste reagiert und bietet den Geniessern ganz neue kulinarische Genüsse.
Der Cayenne-Pfeffer für die scharfe Variante muss schon ein besonderer sein, 1 Euro Aufpreis erscheint doch etwas überzogen. Dafür dürfen sich aber scharfe Starkesser freuen: Die zweite Portion gibt es für 3 Euro praktisch umsonst.
Ich habe mich gerade herrlich amüsiert. Auf Youtube gibt es eine Werbeschallplatte für Bansin aus den dreißiger Jahren zu hören, daraus stammt auch die Überschrift. Der Autor hat sich sogar noch die Mühe gemacht, das ganze mit einer Vielzahl alter Bilder zu unterlegen.
In der Onlineausgabe der Frankfurter Allgemeinen gibt es unter dem Titel “Der Major mustert die Damen” einen feinen Artikel von Elke Sturmhoebel über das Seebad Misdroy. Absolut lesenswert.
Mit diesem Slogan wirbt die Ostsee-Zeitung für ihre lokale Kompetenz. Die hat sie heute wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Da hat ein Redakteur ungelernte Hilfskraft messerscharf kombiniert: Ein Zug der Usedomer Bäderbahn entgleist? Das kann nur auf Usedom passiert sein. Und so hat er dann das Örtchen Miltzow, welches zwischen Stralsund und Greifswald liegt, kurzerhand auf unsere Insel verlegt. Weil wir doch hier zu Hause sind.
Andere waren da besser. Das Hamburger Abendblatt, die Blödzeitung und Spiegel Online haben die Pressemeldung ohne eigene Kompetenz richtig abgeschrieben.
Im Juni hatte ich zum 2. Geburtstag dieses bescheidenen Blogs darüber geklagt, wie dünn die Blogosphäre in Ostvorpommern ist. Wie es der Zufall so will, habe ich jetzt den dienstältesten Blogger einen guten Steinwurf entfernt in der Nachbarschaft entdeckt. Der Journalist Ulrich Meyke seziert auf seinem ostsee-zeitung-blog mit einer Unterbrechung von einigen Monaten seit Januar 2005 tagesaktuell die Berichterstattung der Ostsee-Zeitung, bevorzugt die der Lokalredaktionen Usedom und Greifswald, mit einem sehr scharfen Skalpell.
Ein Besuch lohnt sich immer, da er in der Regel auch alternative Quellen zu den behandelten Themen aufzeigt.
In der BRIGITTE Nr. 1 war kürzlich ein zweiseitiger Artikel von Stefanie Hentschel über ein Wellnesswochenende in Ahlbeck. An sich schön geschrieben gehen der Autorin aber an der ein oder anderen Stelle die Gäule Möwen durch.
Ich habe Sprotten eingesteckt, um die Möwen zu füttern, allerdings habe ich nicht mit deren Enthusiasmus gerechnet: Ich habe das Lunchpaket noch nicht mal richtig ausgepackt, da stürzen sie sich hitchcockesk auf mich.
Hitchcockesk. Da muss man erst einmal drauf kommen. Vielleicht hätte Sie ja auch gerne Norman Bates als Hoteleigentümer gehabt?
Leider hat sich wie so oft ein böser Fehler eingeschlichen. Die Kaiserbäder wurden kurzerhand an die Usedomer Westküste verlegt. Ich sehe schon die ganzen Gäste mit Ostseeblick abends sehnsüchtig auf den Sonnenuntergang warten.
Noch krasser aber ist der rechte Teil des Bildes und die dazu gehörende Unterschrift:
Doppelt bequem: Vom “Ahlbeck” sind es nur ein paar Schritte an den Strand, wo sich ein steiniger Weg ins Meer windet.
Das ist einfach nur eine dreiste Fälschung, es gibt an der Usedomer Aussenküste keine steinigen Wege ins Meer. Bezeichnenderweise ist das Bild dazu das einzige, welches von einer Agentur zugekauft wurde. Selbst konnte es die mitreisende Fotografin schliesslich nicht fotografieren.