Monatsarchiv für Februar 2008

“season” hat Ostsee zum Thema

season OstseeBeim lesen meiner RSS-Feeds gestern abend bin ich durch einen Tip von Jan Tißler auf season – Das Magazin für Themen gestossen.

Das Online-Magazin glänzt mit guten Texten und noch weit mehr mit sehr schönen Bildern. Neben der aktuellen Ausgabe zum Thema Wald hat sich die dritte Ausgabe ausschliesslich mit der Ostsee beschäftigt.

Gegenstand der Berichte sind unter anderem:

    Nordsee, Ostsee! Ein Streit um das bessere Meer
    Die alte Frau und das Meer
    Leuchttürme der Ostsee
    Wo liegt Vineta?
    Miami an der Ostsee – Wie die Rentner die Küste entdecken
    Die besten Bilder: Portfolio mit Dirk Wiemer

Einfach mal reinsehen und auch reinlesen, es lohnt sich.

Trafo III

Trafostation Koserow 1

Trafostation Koserow 2

Trafostation Koserow 3

Trafostation Koserow 4

Hier die dritte Trafostation. Sie steht am Ortseingang Koserow aus Richtung Loddin, an der Tankstelle von der B 111 abbiegen, an der Tankstelle vorbei auf der rechten Seite.

Pipelinebauer wollen giftiges Spülwasser in die Ostsee leiten

Wie die taz am 18.01.2008 berichtete, will das in der Schweiz ansässige Nordstream-Konsortium, zu dem neben Gazprom auch Wintershall und E.on gehören, die 1.200 Kilometer lange Ostsee-Pipeline vor Inbetriebnahme mit 2,4 Millarden Litern Glutaraldehyd durchspülen. Das Zeug ist hochgiftig und wassergefährdend. Das meiste davon soll vor Gotland in die Ostsee geleitet werden. Bündnis 90/Die Grünen haben dazu eine kleine Anfrage (BT 16/7935) gestellt, die von der Bundesregierung vergangene Woche (BT 16/8041) beantwortet wurde. Das Vorhaben sei bekannt, ein Genehmigungsantrag liege nicht vor. Wie auch, wenn der ganze Dreck in der schwedischen Wirtschaftszone eingeleitet werden soll.

Eine ziemliche Schweinerei, die wohl nur in Erwägung gezogen wird, weil die Alternativen einiges teurer sind. Man darf gespannt sein, wie die schwedische Regierung über den am 21. Dezember letzten Jahres eingereichten Antrag entscheidet.

Die Freiheit und der Rätikon

Bei der Art und Weise der Berichterstattung über die Zustände in Liechtenstein bzw. deren Ausnutzung durch Leute, die den Hals nicht voll genug bekommen können, warte ich nur darauf, dass irgendein Vertreter des Liechtensteiner Fürstenhauses in ein Mikrofon stammelt:

“Die Freiheit des deutschen Steuerhinterzieherszahlers wird am Rätikon verteidigt!”

Werbemechanik

Manchmal kann Werbung richtig in die Hose gehen. Da beauftragen die Verkehrsbetriebe von Manchester eine sicher gut bezahlte Agentur, um ihren Metroshuttle und den Slogan “Making the city work together” zu bewerben. Die Zahnräder sollen wohl demonstrieren, wie gut die drei Routen des Metroshuttles die Menschen in der Stadt zusammen bringen. Heraus kommt dann etwas ganz anderes.

Man kann diese Werbung aber auch als Allegorie auf die Verwaltungseinheiten auf der Insel Usedom verstehen. Jedes Zahnrad steht für eine der drei Verwaltungen: Amt Usedom Nord, Amt Usedom Süd und die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf. Und genau wie auf diesem Werbeplakat dargestellt, arbeiten sie unermüdlich gemeinsam zum Wohle unserer schönen Insel.

Werbemechanik

Es ist noch schlimmer als gedacht

Passend zu den Zahlen des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaften über das Bruttoinlandsprodukt auf Regionalebene (NUTS-2*) hat heute das statistische Landesamt Mecklenburg-Vorpommern das gleiche auf Landkreisebene (NUTS-3*) getan. Gestern hatte ich noch gemutmaßt, das Vorpommern auf dem Niveau von Sizilien liegen dürfte. Seit heute weiss ich nicht mehr, ob ich mir jetzt sizilianische Verhältnisse wünschen soll.

So wie Mecklenburg-Vorpommern deutschlandweit den vorletzten Platz belegt, macht der Landkreis Ostvorpommern in unserem Bundesland das gleiche. Im Vergleich mit dem Durchschnitt aller 27 EU-Staaten kommt unser Landkreis gerade einmal auf 57,1 %. Das ist weniger als die Hälfte des bundesdeutschen Wertes, selbst 3 der 4 französischen Überseedepartments, Martinique, Guadelupe und Réunion haben ein höheres BIP je Einwohner als wir. Wenn man jetzt noch Wolgast und die Insel Usedom herausrechnet … den Gedanken denkt man besser nicht zu Ende, das führt sonst zu Depressionen.

Noch schlechter ist nur der Landkreis Nordwest-Mecklenburg mit 56 %, was ich einigermaßen erstaunlich finde. Die Begründung dürfte dort in der sehr hohen Zahl an Pendlern nach Wismar, Schwerin, Lübeck und Hamburg zu sehen sein.

stat_nuts3.jpg

Das höchste Bruttoinlandsprodukt je Einwohner hatte 2005 auf NUTS-3-Ebene in der EU die Region Inner-London West mit 529,3 Prozent (133 008 EUR) vom EU27-Durchschnitt, das niedrigste die rumänische Region Vaslui mit 16,5 Prozent (1 712 EUR) des EU27-Durchschnitts.

* Nomenclature of Territorial Units for Statistics (NUTS) – In Deutschland sind die Gebietseinheiten der NUTS-Ebene 1 die Bundesländer; Regierungsbezirke (nicht in allen Bundesländern besetzt) bilden die NUTS-Ebene 2. Einheiten der Ebene 3 sind die kreisfreien Städte und Landkreise.

Wieder mal Vorletzter

Es wird zu wenig produziert im Nordosten, sagt Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften. Das hat jüngst das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, bereinigt nach Kaufkraftunterschieden, für alle 271 europäische Regionen, von denen 39 in Deutschland liegen, veröffentlicht.

Bezogen auf den Durchschnitt aller 27 EU-Staaten ist das Ergebnis für den Nordosten mehr als 17 Jahre nach der Wiedervereinigung mehr als ernüchternd. Deutschland liegt insgesamt mit 115,2 % über dem EU-Durchschnitt, die Verteilung offenbart aber massive Abweichungen. Spitzenreiter sind die Regionen Hamburg (202,1 %), Oberbayern (165,6 %) und Darmstadt (157,7 %). Bremen (!) ist mit 157,1 % auf dem vierten Rang. Die beste von den acht Regionen in Ostdeutschland ist Dresden (87,2 %), gefolgt von Leipzig (86,2 %) und Brandenburg-Südwest (83,8 %). Mecklenburg-Vorpommern belegt mit 78,3 % den vorletzten Platz, noch schlechter ist nur Brandenburg-Nordost mit 74,2 %. Die einzige Region in Westdeutschland, die in unserer Reichweite liegt, ist Lüneburg mit 82,0 %, was wohl der Lage an der früheren innerdeutschen Grenze geschuldet sein dürfte.

Sieht man sich das Gefälle in Brandenburg an und legt eine ähnliches Gefälle für Mecklenburg-Vorpommern zu Grunde, wird einem einfach nur schlecht, soweit es Vorpommern betrifft. Da liegt dann das BIP pro Kopf so auf dem Niveau von Sizilien (67,4 %). Ach ja, Spitzenreiter in Europa ist Inner-London mit 303 % und am schlechtesten ist es in Rumänien-Nordost mit 24 %. Den gesamten Bericht gibt es hier. Eine wirklich interessante Lektüre.